Kategorie: Phonokabel

Einzeltest: Viablue NF-S5


Der erste Meter

Phonokabel Viablue NF-S5 im Test, Bild 1
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Mit der in Malsch ansässigen Firma ViaBlue verbinde ich zunächst Spikes und Absorber, etwa die berühmten UFOs, die QTC Spikes oder die Kabel-Lifter Rocket. Angefangen hat das Unternehmen, genauer gesagt Firmengründer Jörg Loidl, jedoch mit Kabeln. Dem Tontechniker waren die erhältlichen Kabel nicht gut, nicht robust genug. So entstand die Idee, eigene Verbindungen zu entwerfen.

Nach einigen Jahren des Forschens und Experimentierens gründete er 2001 ViaBlue, 2007 trat Lars Rewesa an seine Seite, der heute technischer Direktor von ViaBlue ist. Noch eine weitere Person muss erwähnt werden: Anke Patt, die seit 2013 im Management ist und die mit Loidl und Rewesa die Geschäftsführung bildet. Sie ist verantwortlich für den Auslandsvertrieb und das Marketing.  

Ausführungen und Preise

  
Das Via- Blue-Phonokabel gibt es in fünf Ausführungen, die sich in den konfektionierten Steckern unterscheiden.

Phonokabel Viablue NF-S5 im Test, Bild 3
Hier ist gut zu erkennen, dass die Erdungsleitung ein wenig länger als das Kabel ist – sehr praktisch
Plattenspielerseitig hat man die Wahl zwischen Cinch- und SME-Steckern, wie sie gerade bei hochwertigen Plattenspielern häufig vorkommen. Diesen Anschlussstecker gibt es in gerader und gewinkelter Ausführung.
Phonokabel Viablue NF-S5 im Test, Bild 2Phonokabel Viablue NF-S5 im Test, Bild 3Phonokabel Viablue NF-S5 im Test, Bild 4
Phonoverstärkerseitig hat man die Wahl zwischen Cinch- und XLR-Steckern. Darüber hinaus sind Sonderanfertigungen auf Anfrage möglich. Es gibt die Farbausführungen Cobra und Black und drei Standardlängen: 100cm, 150cm und 200cm. Bei den winzigen Phonosignalen lautet die Empfehlung immer, das Kabel so kurz wie möglich zu halten, gerade bei MC-Tonabnehmern. Das spart auch Geld, denn pro 50 Zentimeter steigt der Preis um 100 Euro. So kommt unser Testmodell mit Cinchsteckern und einem geraden SME-Stecker bei einer Länge von 100cm auf 599 Euro. Nicht eben wenig Geld, aber gerade im Phono-Bereich noch vertretbar. Und erfahrungsgemäß ist das auch der Kabeltyp, für den ich das größte Budget empfehlen würde, sofern man es sich erlauben kann (und das analoge Frontend qualitativ in einer sinnvollen Relation dazu aufgestellt ist). Dabei sollte die Vernunft nicht ausgeschaltet werden, sodass das ViaBlue hier eine sehr schöne, seriöse und nicht allzu teure Empfehlung ist.  


Verarbeitung 

 
Packt man die Kabel (wir hatten zwei Varianten zum Test) aus der recht einfachen Verpackung aus, merkt man sofort, wo das Budget hingeflossen ist: in die Kabel, nicht in die Aufmachung. Sie sind erstaunlich schwer, bleiben aber flexibel, sind bis ins kleinste Detail sauber verarbeitet, haben hochwertige, verschraubte Stecker mit vergoldeten Kontaktflächen sowie einen angenehmen Gewebemantel. Die Vollmetall-Stecker saßen bei allen im Test involvierten Geräten fest, aber nicht zu stramm, sie auf- und abzustecken war kein Problem. Positiv hervorzuheben ist noch, dass das Erdungskabel ein kleines Stück länger ist als das Phonokabel, sodass man beim Anschluss ein bisschen flexibler ist, schließlich befindet sich die Erdungsschraube nicht immer direkt neben den Phonobuchsen – weder beim Plattenspieler noch bei der Phonostufe.   

Technik

  
Das ViaBlue NF-S5 setzt auf fünf innenliegende, versilberte OFC-Leiter mit großen Querschnitten von 5 x 0,5mm². Diese Leiter sind einzeln mit Polyethylen isoliert. Das Material lädt sich nur gering elektrostatisch auf, was sich positiv auf das Klangbild im Hochtonbereich auswirken soll. Wenn man es mit so winzigen Signalstärken zu tun hat, bekommt das Thema Abschirmung eine besondere Bedeutung. Die Abschirmung ist daher gleich doppelt vorhanden und besteht aus Wendel- und Folienschirm. Unter einem Wendelschirm versteht man die Umwicklung des Signalleiters mit einzelnen (meist Kupfer-)Litzen. Das ist eine sehr enge, gut schirmende Variante, die dem Kabel seine Flexibilität lässt. Ein Folienschirm ist etwas starrer, deckt aber noch besser ab. Beides kombiniert nimmt dem Kabel minimal Flexibilität, bietet jedoch optimale Schirmung. Die Schirmungen führen übrigens bei ViaBlue- Kabeln grundsätzlich bis in die Stecker. Zusätzlich sind die fünf Einzeladern durch einen innenliegenden „Soft-Füller“ in ihrem Abstand zueinander festgelegt. Der Soft-Füller liegt dazu schlicht in der Mitte des Kabels, die fünf Adern liegen drum herum. Dadurch, dass sie außen vom Folienschirm an Ort und Stelle gehalten werden, kann hier nichts mehr hin oder her rutschen. Das soll geringere Kapazitäten bewirken, was gerade bei Phonokabeln sinnvoll ist.   


Klang 


Doch wie macht sich dieser Aufwand im Hörraum bezahlt? Nun, das ist relativ schnell klar, zumindest, nachdem wir dem Kabel zur Sicherheit 20 Stunden Einspielzeit gegönnt haben. Die Frage, ob Kabel eingespielt werden müssen, lassen wie hier mal im Raum stehen, schaden kann es jedenfalls nicht. Der Hersteller gibt die Einspielzeit mit 22 Stunden an, und warum soll man das nicht einfach mal ernstnehmen?! Gegenüber einfacheren Phonokabeln oder gar „Beipackstrippen“ legt das NF-S5 mehr Glanz in den Vortrag. Das ist aber keine übertriebene Analytik, sondern ein sehr willkommenes Mehr an Hochtoninformationen. Das gleiche Bild ergibt sich im Mittelton, wo einfach ein paar Details mehr durchschimmern und besser greifbar werden. Greifbarer wird auch die Räumlichkeit, Musiker scheinen etwas genauer und vor allem stabiler im Raum zu „stehen“. Insgesamt klingt das Kabel sehr neutral, sauber und lebendig. Im Bassbereich sorgt das ViaBlue für mehr Durchhörbarkeit, in etwa so, wie eine exzellente Plattentellerauflage das kann. Der Einsatz des Kabels in einem meiner günstigen Plattenspieler, dem Reloop RP-7000 MK2 (gekauft für 500 Euro), ist bei einem Preis von um die 600 Euro genau genommen etwas irrsinnig. Aber auch hier, mit einem Ortofon Concorde Elite MKII (400 Euro), verschwindet ein letzter Rest Nervosität, bekommt der Klang mehr Volumen, lassen sich Schallereignisse besser orten. Mehr kann man für den Preis nicht erwarten.  

Fazit

Das ViaBlue NF-S5 Phonokabel überzeugt auf ganzer Linie! Es ist hervorragend  verarbeitet, steckt voller aufwendiger Details und vermittelt spätestens beim Hören das gute Gefühl, Geld sinnvoll investiert zu haben.

Den Test finden Sie in der HiFi Test 1/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich
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Kategorie: Phonokabel

Produkt: Viablue NF-S5

Preis: um 600 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


1/2026
4.5 von 5 Sternen

Referenzklasse
Viablue NF-S5

Bewertung 
Verarbeitung: 20%

5 von 5 Sternen

Performanceeinfluss: 60%

4 von 5 Sternen

Praxis: 20%

4.5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb ViaBlue GmbH, Malsch 
Telefon 07246 943-112 
E-Mail info@ViaBlue.de 
Internet www.ViaBlue.com 
Ausführungen Cobra und Black 
Längen: 100, 150 und 200 cm 
Aufbau 5 x 0,5 mm² versilberte OFC Litzen, Folien- und Wendelschirm plus Softmantel 
+ transparenter, natürlicher Klang 
+ sehr gute Verarbeitung 
+ fairer Preis 
Klasse: Referenzklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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