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Esbjörn Svensson solo – Home. S.
Nun traue ich mich ja eher selten an Jazz- Rezensionen heran, aber das hier, das ist was für mich – die Musik ist großartig, eingängig und unkompliziert. Esbjörn Svensson hat mit dem Trio, das seinen Namen trägt, über viele Jahre hinweg wunderschöne, zerbrechliche, karge und eindringliche Musik produziert, die ob der sehr fein dosiert eingesetzten elektronischen Klänge etwas ganz Besonders war.
Fast 15 Jahre nach seinem plötzlichen Unfalltod nun gibt es ein Album, dass den schwedischen Pianisten in fast schockierender Intimität ohne Begleitung zeigt. Die Aufnahmen hat er selbst zuhause erstellt, seine Frau Eva hat sie per Zufall zehn Jahre später entdeckt und nunmehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Obwohl ich nun gar kein Fan von posthumer Geschäftemacherei mit irgendwelchen rudimentären Schnipseln aus Künstlernachlässen bin – das hier ist etwas anderes. Nach all den Jahren der Funkstille sind die neun Titel in Svensson-typischer melodischer Improvisationsmanier fast ein Schock. Teils suchend und experimentierend, teils beseelt und von unglaublicher Tiefe und Inbrunst geleitet wird erst jetzt so richtig klar, wie groß der Verlust ist, den die Musikwelt mit dem Tod des Mannes seinerzeit erlitten hat. Und erstaunlicherweise ist es gerade der Soloaspekt, die gegenüber seinem e.s.t.-Schaffen noch deutlich eindringlichere und intensivere Atmosphäre, die dieses Album zu etwas ganz Besonderen macht. Und der Umstand, dass er singt.
Ganz leise, in fast Keith-Jarret-ähnlicher Manier. Hier jedoch ist das der Ausdruck eines Mannes, der sich vollkommen allein mit sich selbst und seiner Musik gefühlt hat. Klanglich ist das Album eine Wucht. Es tönt extrem reduziert, vollkommen klar und effektfrei. Kompliment an ACT für die absolut transparente Produktion, die kaum besser auf dem Punkt sitzen könnte.
Fazit
Ein Piano-Kleinod von schockierender Intensität und IntimitätKategorie: Schallplatte
Produkt: Esbjörn Svensson solo – Home. S. (ACT)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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