Kategorie: Selbstbauprojekt

Kompakter High-End-Monitor mit Chassis von RS-Speakers


Die logische Folge

Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 1
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Auf dem Weg zur großen Drei-Wege Box mache ich immer mal wieder gerne einen Zwischenstop – auch ein kompaktes Topteil kann für sich alleine eine Spitzenleistung zeigen.

Nicht jeder kann, will und muss einen großen Raum mit hoher Lautstärke und ultimativem Tiefbass beschallen – die Realität (auch meine) sieht so aus, dass etliche Selbstbauer in einem kleinen Raum fast schon im Nahfeld hören, dabei aber nicht auf Qualität verzichten wollen. Kompakte Zwei-Wege-Lautsprecher erfreuen sich daher ungebrochener Beliebtheit – insbesondere dann, wenn sie höchste klangliche Ansprüche mit echter Wohnraumtauglichkeit und einem eigenständigen optischen Auftritt verbinden. Die Idee zu diesem Projekt entstand unmittelbar nach dem Einzeltest der neuen Chassislinie von RS Speakers. Klar: Das Ziel ist eine Drei-Wege Box, aber dieses Mal nach dem Vorbild unserer Duetta, also als zweiteiliger Lautsprecher, deren Topteil-Design ich hier schon einmal vorweg nehme.  

Technik

 
Im Tieftonbereich kommt der RS Speakers MW140.38 Fibonacci zum Einsatz. Der 14-Zentimeter-Tiefmitteltöner verfügt über einen extrem soliden, belüfteten Aluminium-Druckgusskorb und eine 38-Millimeter-Schwingspule auf Glasfaser-Träger.

Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 2Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 3Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 4Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 5Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 6Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 7Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 8Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 9Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 10Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 11Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 12Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 13
Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 3
Das Reflexrohr mündet an der Rückseite
Besonderes Merkmal ist die geschöpfte Papiermembran mit patentiertem, gelasertem Fibonacci-Profil, Acrylbeschichtung und rückseitiger Bedämpfung. Ein belüfteter Ferritmagnet mit Aluminium-Demodulationsring und ein massiver Aluminium-Phaseplug sorgen für ein exzellentes Abstrahlverhalten und niedrige Klirrwerte im Mitteltonbereich. Den Hochtonzweig übernimmt die Kalotte RS Speakers TW 110.28 F/Ag. Ausgestattet mit einer 110 Millimeter durchmessenden Aluminium-Frontplatte, einer 28-Millimeter-Seidenkalotte auf Alu-Schwingspulenträger mit Flachdrahtwicklung und einer Silberkappe zur Impedanzkontrolle glänzt der Hochtöner mit tiefer Resonanzfrequenz und extrem geringen Verzerrungen, was eine unkritische Ankopplung bereits ab etwa 1,5 Kilohertz erlaubt.  

Gehäuse 


Um das Gehäuse mit Blick auf die spätere Drei-Wege-Konstruktion kompakt zu halten, habe ich auf das Ausreizen der Tieftonfähigkeiten des MW140 verzichtet – das hätte nämlich ein deutlich größeres Gehäuse erfordert. Die knapp 12 Liter der Phoebe ermöglichen eine untere Grenzfrequenz um die 55 Hertz ohne Bassbuckel, das heißt, man kann sich hier über den rückseitigen Wandabstand noch etwas kräftigeren und tieferen Bass einstellen. Die Schallwand ist hier nur sanft abgerundet – wer möchte, kann damit oder mit Fasen noch etwas großzügiger umgehen, was das Abstrahlverhalten um 3 Kilohertz noch etwas verbessert, dazu aber später.  

Frequenzweiche 


Bei der Weichenentwicklung wurde dem Tiefmitteltöner eine Linearisierung (22 µF und 10 Ohm) zur Zähmung des induktiven Impedanzanstiegs spendiert.

Selbstbauprojekt Klang+Ton-Projekt „Phoebe“ im Test, Bild 6
Textdiagramm: Entwicklung tt Linearisierung
Danach erfolgte die Tiefpass-Filterung mit 1,5 mH und 15 µF, was zu einer perfekten abfallenden Flanke führt. Der Hochtöner wird mit einem Spannungsteiler (6,8 Ohm und 8,2 Ohm) eingepegelt und ebenfalls über ein Filter zweiter Ordnung eingekoppelt. Die Trennfrequenz liegt recht tief bei rund 1,5 bis 1,6 Kilohertz, was aber angesichts des durch den Tieftöner limitierten Pegels auch für die Kalotte absolut in Ordnung ist.  

Messungen

 
Vor dem Messmikrofon dokumentiert Phoebe ihre absolute Ausnahmestellung: Der Summenfrequenzgang verläuft von 60 Hz bis über 20 kHz bemerkenswert linear auf einem Lautstärkelevel von rund 83 bis 84 dB. Das Abstrahlverhalten unter Winkeln bis 45 Grad ist bis auf die „handelsübliche“ Problemstelle um 3 Kilohertz stetig und gleichmäßig. Der Unregelmäßigkeit im Präsenzbereich kann man durch großzügigeres Abrunden oder breite Fasen entgegentreten – ganz entfernen kann man sie bei dieser Chassis-Größen-Kombination nicht. Das Wasserfalldiagramm belegt ein blitzsauberes und extrem schnelles Abklingen ohne jede Resonanz. Erfreulich fällt auch das Klirrverhalten aus: Sowohl bei 85 dB als auch bei 95 dB bleiben K2 und K3 oberhalb von 200 Hz nahezu vollständig unter der 0,3-Prozent-Marke. Der Verzerrungsanstieg im Bassbereich ist der recht hohen Reflexabstimmung und der dadurch steigenden Auslenkung des Tiefmitteltöners geschuldet. Die Impedanzmessung zeigt eine saubere 8-Ohm-Auslegung mit einem Minimum von 6 Ohm und einer Reflexabstimmung um 55 Hz.  

Hörtest 


Im Hörraum überzeugt die kompakte Phoebe vom ersten Takt an mit bestechender Klarheit, Transparenz und feinsinniger Detailzeichnung. Stimmen und akustische Instrumente stehen mit natürlicher Präsenz und stabiler Tiefenstaffelung im Raum. Die Seidenkalotte löst feindynamisch auf, ohne je ins Harsche abzugleiten. Nach unten hin liefert die kleine Box ein erstaunlich erwachsenes, trockenes und federndes Tieftonfundament, das natürlich nicht das letzte Quäntchen Tiefbass liefert, das aber auch bei wandnaher Aufstellung stets kontrolliert und sauber bleibt und dann auch mehr als genügend Substanz bei den ganz tiefen Tönen bietet. Die Aufweitung im Präsenzbereich spielt in einem einigermaßen gut bedämpften Hörraum keine Rolle – dennoch würde ich Phoebe ziemlich genau auf den Hörplatz ausrichten, weil sich so ein Klangbild ergibt, das die optimale Kombination aus „angenehm“ und „präzise“ bildet.  

Fazit

Ein kompakter Monitor der Spitzenklasse: Die edle Treiberbestückung von RS Speakers und das gelungene Gehäusekonzept machen die Phoebe zu einer überaus feinsinnigen und langzeittauglichen Dauerlösung für jeden kleinen Hörraum.Den Test finden Sie in der Klang+Ton 6/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlichLust auf mehr? Entdecke unser Klang+Ton Abo!

Kategorie: Selbstbauprojekt

Produkt: Klang+Ton-Projekt „Phoebe“

Preis: um 400 Euro+ Gehäuse

9/2026

Ein kompakter Monitor der Spitzenklasse: Die edle Treiberbestückung von RS Speakers und das gelungene Gehäusekonzept machen die Phoebe zu einer überaus feinsinnigen und langzeittauglichen Dauerlösung für jeden kleinen Hörraum.

Klang+Ton-Projekt „Phoebe“

9/2026

Klang+Ton-Projekt „Phoebe“
KLANG-TIPP
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller: RS Speakers 
Vertrieb: Soundimports B.V. 
Konstruktion: Thomas Schmidt 
Funktionsprinzip: 2-Wege Bassreflex 
Bestückung: 1 × RS Speakers MW140.38 Fibonacci 1 × RS Speakers TW 110.28 F/Ag 
Trennfrequenz: ca. 1,6 kHz 
Nennimpedanz in Ohm: 8 Ohm (Minimum 6,0 Ohm) 
Kennschalldruckpegel 2,83V/1m ca. 83–84 dB / 2,83 V / 1 m 
Abmessungen (B / H / T in cm): 20/32.5/23,9 
Summe Chassis: ca. 263 Euro 
Kosten pro Stück: ca. 400 Euro+ Gehäuse 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 17.09.2026, 15:25 Uhr
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