Kategorie: Netzwerkplayer

Netzwerkplayer · iFi ZEN Stream 3


Reduziert, klein, klangstark

Netzwerkplayer iFi ZEN Stream 3 im Test, Bild 1
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Ein kleine Streamingbridge, die möglichst unkompliziert sein und auch noch hervorragend klingen soll für 400 Euro? Das müssen wir uns anschauen.

iFi ist eine der Firmen, die mich immer wieder begeistert. Die Produktpalette ist so breit gefächert wie interessant, es gibt spanendes Zubehör für Router und Dacs, Netzteile und jede Menge, meist überaus bezahlbare, HiFi-Geräte. Der ZEN Stream 3 ist, der Name verrät es, Teil der sehr Portemonnaie-freundlichen ZEN-Reihe, zu der unter anderem ein D/A-Wandler, ein Kopfhörerverstärker und eine Phonostufe gehören. Man kann mit diesen kleinen Schätzchen andernorts große 42cm breite Geräte ersetzen, was nicht nur bei Platzmangel praktisch ist. Der Stream 3 ist brandneu und bietet viele interessante und sinnvolle Features. Aber vorab nochmal zur Erinnerung: Als Streamingbridge liefert der ZEN 3 kein analoges Signal, er verfügt lediglich über einen elektrischen SPDIFund einen USB-Ausgang.

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Aber seine Ausgänge werden von einer hochpräzisen Clock getaktet. Jitter ist da kein Thema, aber das sollte heute Standard sein, ebenso wie die vollumfängliche Highres-Tauglichkeit bis hin zu 32 Bit/384 kHz PCM- und DSD256.   


Verbesserungen  


Laut Hersteller wurde die Software gegenüber dem Vorgänger verbessert, sie bietet nun eine Plug-In-Unterstützung, wie man es auch von der Volumio Streamingbridge Rivo (Ausgabe 5/25) kennt. Das ist kein Zufall, denn die Italiener bieten ihre Software auch anderen Firmen an, schließlich möchte und/oder kann nicht jede Firma eine eigene Streaming-Software programmieren.

Netzwerkplayer iFi ZEN Stream 3 im Test, Bild 5
Nicht benötigte Quellen kann man im Quellen-Menü ausblenden
Einige Bauteile wurden ebenfalls ausgetauscht, so sind nun bessere Kondensatoren in der Stromversorgung und neue ELNA Silmic II-Kondensatoren im Signalweg sollen den Klang verbessern. Kondensatoren haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Klang, sodass man das durchaus ernst nehmen kann. Die App bietet ein paar Besonderheiten zur Einbindung ins Netzwerk. So soll man zum Beispiel Smartphone und ZEN 3 Stream per Bluetooth koppeln können, für eine einfache WLAN-Einbindung. Das hat weder zuhause noch im Verlag auf Anhieb funktioniert, dazu später mehr. Ebenfalls was Besonderes ist der Schalter auf der Rückseite, der mit Exclusice Modes überschrieben ist. Dieser deaktiviert Hintergrundprozesse der Software, die man nicht benötigt. Wer etwa nur Qobuz connect nutzen will, dreht den Schalter (ein Werkzeug liegt bei) auf die entsprechende Position. Gleiches gilt für Roon, Tidal und DLNA-Wiedergabe. Position 1, AIO (All In One) bietet dann die komplette Funktionalität, aber angeblich mit kleinen klanglichen Nachteilen. Eine clevere Idee, auch wenn der Schalter vielleicht anfangs irritiert. Die Einrichtung nimmt man mit einer App namens Nexis vor. Bei mir war das aber zunächst eine etwas frustrierende Angelegenheit. Ich habe alle Methoden, den ZEN 3 einzubinden ausprobiert. „IoT“ Connection (Internet of Things), Bluetooth, USB und „Streamer Connection“, anfangs hat nichts funktioniert. Nach zahlreichen Versuchen war die Einbindung ins Netzwerk irgendwann geschafft. Die App ist eher technisch und auch die deutsche Anleitung erklärt vieles nicht. Bei mir war dann das Problem, dass ich den Zen Stream 3 nach jedem Ausschalten wieder neu installieren musste, da er in der App nie auftauchte. Nun kann man das alles umgehen und das Gerät etwa mit Qobuz connect nutzen. Bei dieser Variante steuert die Qobuz-App das Gerät, die Daten holt sich der iFi jedoch nicht über das Smartphone, sondern   selbstständig aus dem www. Das klappte auf Anhieb. Und das hat auch den Vorteil, dass man die wenig intuitive Nexis-App nicht benötigt. So kann man aber keine Musik von USB-Datenträgern wiedergeben.   

Jetzt läuft’s  


Nachdem ich den iFi auf seine Werkseinstellungen zurückgesetzt hatte, habe ich alles nochmal gemacht. Beim 2. Versuch klappte es auf Anhieb. Stream 3 und Telefon verbanden sich per Bluetooth und das Telefon übermittelte das WLAN-Passwort. Auch die connect-Verbindung zum Streamingdienst funktionierte (wieder) auf Anhieb. Ein Unterschied war aber, dass ich nun das Einlesen der Musik-Ordner der Festplatte in der App manuell anstoßen musste, dann dauerte es ein paar Minuten und alles war verfügbar. Also war endlich die Zeit gekommen, zu genießen.   

Klang

  
Was aus den Boxen kommt, hängt einerseits stark vom verwendeten D/A-Wandler ab, denn, siehe oben, der ZEN ist nur eine Bridge. Aber selbstverständlich müssen im Gerät die Voraussetzungen für ein sauberes, „gutes“ Digitalsignal vorliegen, in Form einer cleveren Schaltung, hochwertiger Bauteile und eines guten Netzteils. Da diese Baustellen aber alle, so scheint es, sauber abgearbeitet wurden und iFi zudem seine erprobte Noise-cancelling- Technologie einsetzt, geht hier auch nichts schief. Klanglich erinnert mich das stark an den Volumio Rivo, der ja exzellent klingt. Ich hatte den nicht zum Vergleich hier, aber ich denke, die beiden sind sich recht nah. Unser Wiim Ultra hat ein wenig das Nachsehen, er spielt nicht ganz so kraftvoll und stellt Details etwas weniger klar heraus. Dafür ist er einfacher zu bedienen, bietet eine nutzerfreundlichere App sowie ein Touch-Display bei gleichem Preis. Eine große Freude war mal wieder der Soundtrack zu „Ghost In The Shell“ von Kenji Kawai. Das klang einfach super, wunderbar aufgelöst, tief und druckvoll, immer voller Atmosphäre. Auch Stimmen klangen natürlich und irgendwie lieblich, Jazz hatte Swing, und Pop der 80er war nie zu harsch oder kühl, sodass insgesamt der Eindruck entstand, dass der iFi ZEN Stream 3 einfach ein exzellentes Signal liefert und sich klanglich ziemlich rausnimmt aus der Nummer. Allerdings verfügt er über die von JVC Kenwood erfundene K2-Technologie, die man zuschalten kann. Dadurch sollen Obertöne natürlicher klingen und der Klang entspannter und satter werden. Man kann vermuten, dass hier Klirr 2. Ordnung dem Signal beigemischt wird. Ich konnte bei der ersten Inbetriebnahme bei keinem Stück einen Unterschied feststellen. Nach dem Reset dann schon: Der Klang wurde minimal spritziger, die Musik schien mehr Raum zu haben, auch in die Tiefe, sehr interessant. Das klang im ersten Moment leicht künstlich, aber ich muss sagen, das hat was. Ich würde das vermutlich aktiviert lassen. Unterm Strich empfehle ich etwas Geduld, denn wenn alles läuft, wie es soll, dann macht der iFi richtig großen Spaß.   

Tipp: 


Es gibt, wie bei iFi üblich, Aufrüstnetzteile für den ZEN Stream 3. Mit dem iPower2 (89 Euro) legte der Klang noch ein klein wenig zu. 

Fazit

Viel Spaß nach anfänglichen Schwierigkeiten, die ja nicht zwangsläufi g auftreten müssen. Der iFi ZEN Stream 3 hat nicht die hübscheste App, was aber für das Streamen von Streamingdiensten dank connect-Einbindung kein Thema ist.Den Test finden Sie in der HiFi Test 5/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlichLust auf mehr? Entdecke unser HiFi Test Abo!

Kategorie: Netzwerkplayer

Produkt: iFi ZEN Stream 3

Preis: um 399 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


9/2026
5.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse
iFi ZEN Stream 3

9/2026

iFi ZEN Stream 3
KAUFTIPP / KLANGTIPP
Bewertung 
Klang 70%

Labor 15%

Praxis: 15%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb WOD Audio, Nidderau 
Telefon 06187 900077 
Internet www.wodaudio.com 
B x H x T 158 x 35 x 100 
Gewicht 578 g 
Formate bis PCM 384 kHz und DSD256 
Anschlüsse WiFi, Ethernet, 2 x USB-A (Festplatte + DAC), SPDIF elektrisch 
Streamingdienste Qobuz connect, Tidal connect 
+ exzellenter Klang ... 
+ ... mit K2-Technologie / kompakt und leicht / optionales Aufrüstnetzteil erhältlich 
+/- - Inbetriebnahme kann hakelig sein 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Datum 04.09.2026, 09:54 Uhr
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