Kategorie: Netzwerkplayer

Einzeltest: Rose RS150


Netzwerk-Player Rose RS150

Netzwerkplayer Rose RS150 im Test, Bild 1
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Als das Streamingzeitalter eingeläutet wurde, dominierten schlichte, graue Kästchen den Markt. Heute muss man schon ein wenig mehr bieten und Rose versteht es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Geräte von Rose sind erst seit einigen Monaten auf dem deutschen Markt vertreten. Doch schon beim Debüt der Koreaner auf europäischem Boden, erfreuten sie sich bereits einer großen Beliebtheit. Kein Wunder, denn der RS201E bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Medienwiedergabe in einem kompakten All-onone- Paket, zu einem sehr fairen Preis an. Nun holt der neue Vertrieb auch den RS150 nach Deutschland, der ähnlich und dennoch anders ist. Hier wird klar auf gesteigerte Performance gesetzt, weshalb der RS150 nicht mehr als Komplettlösung konzipiert ist, sondern Leute ansprechen soll, die bereits hochwertiges HiFi ihr eigen nennen. Auf einen internen Verstärker wird also verzichtet, während man sich bei Rose ganz auf moderne, digitale Qualitäten fokussiert.

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So bricht Rose auch mit den üblichen Designprinzipien vergangener HiFi- Tage. Knöpfe, Schalter und Regler sind passé. Anstelle dessen setzt man bei den Koreanern auf ein, sich praktisch über die gesamte Front erstreckendes Touchdisplay. Das Interface-Design kann mit Hilfe einiger Presets angepasst werden und ermöglicht dem RS150 so in Sekunden einen anderen Charakter zu erhalten. Elegante Bronzetöne mit klassischem Stil oder lieber minimalistische Logos in modernem weiß und silber? Beides möglich. Auch im Betrieb kann der Bildschirm unterschiedliche Dinge darstellen. Entweder man lässt den laufenden Titel prominent präsentieren, oder es wird ein klassisches VU-Meter in unterschiedlichen Farbvarianten simuliert. Selbst im Standby lassen sich noch einige unterschiedliche Uhr-Varianten einblenden. In Sachen Individualisierung ist der RS150 auf jeden Fall ganz vorne mit dabei. Abseits des Displays geht es ein dann wenig konventioneller zu, doch auch hier setzt Rose auf ein modernes und vor allem hochwertiges Design. Aus solidem Aluminium gefertigt bietet das Gerät enorme Materialstärken und eine ausgezeichnete Haptik und Verarbeitungsqualität. Beim Betriebssystem des Netzwerk- Players handelt es sich um eine angepasste Form von Android, was dem RS150 einerseits ein eingängiges Bedienkonzept verleiht und außerdem einen enormen Funktionsumfang ermöglicht. Musik von Netzwerkspeichern zu streamen ist dabei nur den Anfang, denn über eine Zugriffsklappe an der Unterseite lässt sich mit nur wenigen Handgriffen eine SSD in das Gerät einsetzen, wodurch der RS150 zu einem ausgewachsenen Mediaserver wird. Das System ist mit allen gängigen Audioformaten kompatibel und auch die Wiedergabe von Videofiles mit bis zu 4K-Auflösung ist ein zentraler Bestandteil der Rose- Philosophie. Auch hier können unterschiedliche Formate genutzt werden und Filme, Serien und andere Clips lassen sich auf dem großen Display an der Front ansehen. Da dies aber selbst bei einem so großen Bildschirm von der Couch aus nur wenig komfortabel ist, bietet der Player die Möglichkeit, per HDMI einen Fernseher anzuschließen. Einer der beiden verfügbaren Anschlüsse ist dabei außerdem ARC-kompatibel und bietet so eine gute Möglichkeit, den Fernsehton über die Anlage auszugeben. Neben Songzufuhr per DLNA, Air- Play, Internetradio und Tidal wurde für Fans der Kunstform Musikvideo außerdem die App RoseTube integriert. Dabei handelt es sich um ein musikfokussiertes Frontend für YouTube, bei dem nach Genre sortierte Clips vorgeschlagen werden. Per Suchfunktion lassen sich natürlich alle Videos des Dienstes wiedergeben und auch Kanal-Abos sind nutzbar. Zwar ist die komprimierte Audiospur der Videos nicht in der Lage die technischen Möglichkeiten des RS150 auch nur annähernd auszunutzen, doch die Integration einer der weltgrößten Streamingplattformen bietet sofortigen und kostenlosen Zugriff auf eine schier unendliche Anzahl von Videos und Musiktiteln. Gerade hier offenbart sich allerdings eine kleine Schwäche von Rose. Sowohl die RoseTube App auf dem Gerät, wie auch das System und die Rose HiFi genannte Steuerungsapp für iOS und Android, sind hier und da noch nicht perfekt lokalisiert. In einigen, zugegeben nicht wirklich relevanten Unterpunkten, findet man teils noch koreanische Bezeichnungen. Auch der Fokus auf koreanische Pop-Künstler in der Streaming-Anwendung, ebenso wie die Einbindung eines in Deutschland nicht verfügbaren Services, bleiben auch nach der Anpassung des Standortes erhalten. Kein Beinbruch, aber durchaus ein Punkt, bei dem die Softwareentwickler sicher noch ein paar Dinge optimieren könnten. Die generelle Bedienung des RS150 per Bildschirm, App oder Bluetooth-Fernbedienung ist ansonsten gut gelungen und Andorid-Nutzer fühlen sich schnell heimisch. Für den High End Anspruch sind Design und Software natürlich wichtig, doch auch die Hardware darf man als Hersteller nicht vernachlässigen. Rose setzt bei seinem High Performance Player auf eine ARM-CPU-Architektur mit insgesamt sechs Prozessorkernen. Dazu gibt es vier Gigabyte Arbeitsspeicher, die den RS150 zügig arbeiten lassen. Anschlüsse für externe Geräte findet man zu Hauf, wobei USB-B, S/PDIF und analoge Eingänge ebenso zur Verfügung stehen, wie mehrere USB-A-Ports für den Anschluss von Massenspeichern oder externen CDLaufwerken, die Wiedergabe und das Rippen von Alben ermöglichen. Selbst an zwei I²S-Ausgänge hat man gedacht, um die Streamingplattform des RS150 auch mit anderen hochwertigen DACs nutzen zu können. Warum bei einem der Anschlüsse aber ein DVI-Stecker genutzt wird, ist ein wenig schleierhaft. Angewiesen auf einen externen DAC ist man aber nicht, denn auch der Rose selbst bietet eine interne Signalwandlung. Dafür greifen die Koreaner in das oberste Regal beim Zulieferer AKM und setzen den AK4499EQ in ihrem Player ein. Der 32-Bit-DAC liefert die besten Messwerte der Reihe und verleiht dem RS150 umfangreiche HiRes- Kompatibilitäten. PCM wandelt der DAC mit bis zu 768 kHz bei bis zu 32 Bit Auflösung, während DSD nativ bis DSD512 unterstützt wird. Getaktet wird alles von einer Clock, die bis auf die Femtosekunde präzise arbeitet und auch ein Upsampling auf eine gewünschte Abtastrate lässt sich auf Wunsch festlegen. Damit spielt der RS150 sehr groß auf. Die Bühne reicht besonders bei 24-Bit-Tracks weit in den Raum hinein und wird mit guter Raumaufteilung und Tiefenstaffelung kombiniert. Der AKM-Chip spielt erfreulich direkt und sorgt dank der hochwertigen Clock für ein wunderbar präzises Timing. Das steht besonders Percussions toll zu Gesicht und die schnellen, harten Drums von Jon Theodore der Queens of the Stone Age setzten mit jedem Schlag ein Ausrufezeichen. Ein üppiger Dynamikumfang trägt seinen Teil zum knackig-frischen Spiel des Netzwerk-Players bei, bei dem für sich stehende Anschläge von Klaviersaiten ebenso lebendig wirken wie orchestrale Arrangements, oder Metallicas typisch brachialer Metal. Einzelne Komponenten wirken differenziert, verlieren sich aber keineswegs und der RS150 schafft es ausgezeichnet, auch bei hektischen, schnellen Stücken den Überblick zu behalten und viele Details zu liefern. Rose zeigt mit dem RS150, das sie das Zeug haben auch im High End Bereich des deutschen Marktes Akzente zu setzen. Unheimlich vielseitig, sowohl bei der Quellenauswahl, wie auch bei den Anpassungsmöglichkeiten des Systems selbst, stellt der Netzwerkplayer eine tolle Alternative zu etablierten Streamingsystemen dar. Wer von seiner Unterhaltungselektronik mehr verlangt, als nur einfache Musikwiedergabe, findet hier die Tür zur modernen Medienwelt weit aufgestoßen.

Preis: um 4000 Euro

Netzwerkplayer

Rose RS150


01/2021 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb AudioNext, Essen 
Telefon 0201 5073950 
Internet www.audiodomain.de 
B x H x T 430 x 123 x 316 mm 
Eingänge WLAN/ Bluetooth (per USB-Dongle), 1 x USB-B, 2 x USB-A, 1 x HDMI (ARC), 1 x AES/EBU, 1 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch, 1 x RCA Stereo, 1 x microSD, 1 x SATA (intern) 
Unterstützte Formate MP3, AAC, AGG, APE, AMR, CDA, WMA, ALAC, FLAC, WAV, MQA,DXD, DSD, versch. Videoformate 
Unterstützte Abtastraten PCM bis 384 kHz, 32 Bit; DSD bis DSD512, 22,4 MHz, 1 Bit 
Ausgänge 1 x XLR Stereo, 1 x RCA Stereo 1 x I²S RJ45, 1 x I²S DVI, 1 x AES/EBU, 1 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch, 1 x HDMI 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 31.01.2021, 09:59 Uhr
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