Möchten Sie zur Seite für Mobilgeräte wechseln ? JaNein
Kategorie: Selbstbauprojekt

Einzeltest: Monacor Klang + Ton „Hobo II“


Das Eckige muss ins Runde

Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 1
18374

Sie erinnern sich an unser Projekt „Hobo“ aus KLANG+TON 3/2018? Das ist eine gut meterhohe Standbox, in der zwei Monacor-Neunzöller und ein Hornhochtöner für 91 Dezibel Schalldruck sorgen. Hier tut ein Update not

Das Update der Hobo ist dem Umstand geschuldet, dass es das Hochtonhorn nicht mehr gibt. Seinerzeit setzten wir ein rundes Kunststeinhorn von Stereo-Lab in Verbindung mit einem Druckkammertreiber ein, aber leider sieht es derzeit so aus, als hätte der Hersteller den Geschäftsbetrieb eingestellt. Das ist sehr schade – aus noch viel mehr Gründen als dem, dass die „Hobo“ nun nicht mehr realisierbar war. Zumindest an letzterem Umstand können wir etwas ändern: Wir haben dem Lautsprecher ein kleines Redesign mit einem anderen Hochtonhorn verpasst, und deswegen heißt er nunmehr „Hobo II“ 

Treiber


Es ist nicht mehr rund, es besteht nicht mehr aus einer mineralisch verstärkten Gussmasse, aber es ist sicher lieferbar: das „NoBell“-Horn von Celestion heißt eigentlich H1-7050 (bei Monacor heißt es MRH-180), strahlt 70 Grad breit und 50 Grad hoch ab und passt kaum überraschenderweise perfekt an die hauseigenen Druckkammertreiber. Es besteht aus gegossenem Aluminium, in der Mitte ist ein Streifen Gummi eingelegt, der die Klingelneigung der Angelegenheit reduzieren soll – was ganz gut funktioniert und für den Namenszusatz „NoBell“ verantwortlich ist. Das gute Stück haben wir schon verschiedentlich erfolgreich eingesetzt, allerdings noch nie mit dem Celestion CDX1-1747. Jener ist spätestens seit seinem Einsatz in unserer Ephedra eine bewährte Kraft und überaus fair kalkuliert. Der Einzöller arbeitet mit einer Kunststoffmembran, die von einer 44 Millimeter durchmessenden Schwingspule angetrieben wird. Der „Motor“ ist ein klassischer Ferritmagnet, die Belastbarkeit liegt bei 60 Watt – für HiFi-Anwendungen weit mehr als ausreichend. Der Wirkungsgrad liegt im satt dreistelligen Bereich, muss für dieses Projekt also reichlich eingebremst werden.

Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 2Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 3Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 4Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 5Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 6Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 7Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 8Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 9Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 10Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 11Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 12Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 13Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 14Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 15Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 16Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 17Selbstbauprojekt Monacor Klang + Ton „Hobo II“ im Test, Bild 18
Der Hersteller empfiehlt bei HiFi-Anwendungen eine untere Grenzfrequenz von 1000 Hertz, so weit runter müssen wir hier nicht – das wäre auch ein wenig zu tief für das NoBell-Horn. Linearität herrscht ab rund zwei Kilohertz, der Amplitudenverlauf verläuft darüber leicht fallend, allerdings sehr ausgewogen und mit bestens kontrolliertem Rundstrahlverhalten. Der Wirkungsgrad liegt immer im dreistelligen Bereich. Das Klirrverhalten sieht ausgezeichnet aus, das passt auch bei recht heftigen 105 Dezibel Schalldruck noch. Wasserfalldiagramm? Beeindruckendes Schweigen. Die Bässe stammen nach wie vor aus dem Monacor-Programm und heißen SPH-220HQ. Die Achtzöller arbeiten mit luftgetrockneten Papiermembranen und verfügen über einen sehr interessanten Parametersatz: Das geht aufgrund seiner relativ hohen Gesamtgüte nämlich geschlossen. Machen wir hier, wie seinerzeit auch schon.

Gehäuse


Gute 50 Liter billigen wir jedem der beiden Bässe zu. Das Gehäuse aus 19er-MDF ist dazu mit einem schrägen Teiler in zwei fast gleich große Hälften unterteilt, das obere Abteil hat etwas mehr Luft, hier gilt es noch das Volumen des Horns abzuziehen. Das schräge Brett stabilisiert die Box recht gut, weitere Versteifungen sind nicht vorgesehen. Die beiden vorderen Seitenkanten sind mit einer breiten Fase ausgestattet, die in Ermangelung einer passenden Tischkreissäge mit dem Handhobel beigebracht wurden. Dauert zwar etwas, funktioniert aber ganz gut. Der Einbau des Horns gestaltet sich nicht allzu kompliziert – es braucht lediglich eine runde Öffnung. Korrekterweise müsste sie eigentlich die Form einer Ellipse haben, ein Vorteil bringt eine solche Verkomplizierung der Dinge jedoch nicht. Ein Einfräsen des Horns ist nicht erforderlich. Es empfiehlt sich allerdings, es gut abgedichtet zu montieren, sonst pfeift´s unter dem Flansch heraus. Bei der Ur-Hobo haben wir den Treiber noch mit einer Strebe im Gehäuse gestützt, das scheint uns hier nicht mehr erforderlich, weil das neue Horn deutlich kürzer baut als das alte und so weniger anfällig für Hebelkräfte ist. 

Frequenzweiche


Die Weiche der Ur-Hobo konnten wir prinzipiell weiterverwenden, es haben sich lediglich ein paar Änderungen bei den Bauteilewerten ergeben. Nach wie vor fußt das Filter auf dem der Ephedra II, die ja mit dem gleichen Hochtontreiber arbeitet. Für die Pegelabsenkung verwenden wir abermals einen Autotrafo von Silvercore aus Leipzig. Bei der Hobo II ist der –14-Dezibel-Abgriff der richtige. Aus der sich ergebenden hohen Primärimpedanz resultiert der sehr kleine Wert des Filterkondensators C2 von nur 0,33 Mikrofarad. Auf der Sekundärseite des Trafos gibt´s zunächst einen Sperrkreis (C4, R1, L3), der die Linearität im Übertragungsbereich verbessert. Hinzu gesellt sich eine Impedanzlinearisierung mit C3, L5 und R2, die die Filterwirkung verbessern hilft. Der Unterschied zwischen neuem (blau) und altem Hochtonzweig (rot) sieht so aus: Die Unterschiede sind gering, die neue Lösung verläuft nach oben etwas linearer – will sagen: sanfter. Die Filterung erfolgt nach wie vor nach dem Zweieinhalbwegeprinzip, das heißt, die beiden Bässe arbeiten nicht einfach parallel. Der obere läuft weiter bis in den Mitteltonbereich hinein, der untere macht nur ganz tiefe Töne. In der Praxis heißt das, dass der obere Tieftöner von einem Tiefpass zweiter Ordnung (C1, L2) aus dem Rennen genommen wird, der untere mit einer schlichten Spule, also einem Filter erster Ordnung (L1). Bei der Betrachtung der einzelnen Zweige sieht das so aus: Wir konzentrieren uns hier auf den Übergang zwischen Mittel- und Hochtonbereich, die tatsächliche Trennfrequenz liegt mit 1,5 Kilohertz etwas höher als bei der Ur-Hobo. Die Addition der Schallanteile klappt sogar etwas besser als seinerzeit, das ursprünglich vorhandene kleine Phasenproblem tritt hier praktisch nicht auf. Wir sind zufrieden. 

Messungen


Da kannste nicht meckern: Die Tieftöner schaffen im geschlossenen Abteil fast 40 Hertz, das ist ein Wort. Der kleine Buckel um 100 Hertz sorgt zudem klanglich für Fülle, das hört man auch. Am Amplitudenverlauf gibt´s bis 20 Kilohertz nix zu meckern, die minimalen Nichtlinearitäten im Übernahmebereich sollten keine große Rolle spielen. Der Wirkungsgrad beträgt rund 91 Dezibel, die Nennimpedanz eher vier Ohm – auch wenn der Schrieb oberhalb von einem Kilohertz steil ansteigt. Für einen Betrieb an Röhrenverstärkern wäre eine Impedanzlinearisierung von Vorteil, die liefern wir noch nach. Das Klirrverhalten des Lautsprechers sieht ausgezeichnet aus, was sich bei der Einzelmessung der Hochtonkombi schon andeutete. Auch bei 95 Dezibel bleiben alle Verzerrungsprodukte bestens kontrolliert. Das Wasserfalldiagramm zeigt auch hier absolut keine Auffälligkeiten. 

Klang


Auch nach dem Upgrade gilt: Das Erste, was bei der Hobo auffällt, ist der Bass. Das Ding schiebt dermaßen untenherum, dass es eine wahre Freude ist. Mit Knack, Drive und Inbrunst. Definitiv eine der beeindruckendsten Bassabteilungen, die wir seit langer Zeit im Hörraum hatten. Das dürfen Sie als Warnung verstehen: Wenn Sie einen diesbezüglich kritischen Raum haben, dann wird das Tieftonpotenzial Sie gnadenlos überfahren. Darüber geht´s fast ein wenig englisch weiter: Die neue Horn-/Treiber-Kombi spielt merklich sanfter und weniger horntypisch als die alte. Die Raumabbildung funktioniert in Breite und Tiefe ausgezeichnet, die Größenverhältnisse passen. Wir vermelden: Update geglückt!  

Aufbauanleitung


Der Zusammenbau beginnt auf einer Seitenwand, man klebt die Rückwand und den Boden fest, anschließend gesellt sich der Gehäusedeckel hinzu. Als Nächsten ist die Schallwand an der Reihe. Nun wird die Position des Teilers ermittelt und das Brett montiert. Im Anschluss wird das Gehäuse mit der zweiten Seitenwand verschlossen. Die Gehäusedämmung erfolgt mit rund einer halben Matte Noppenschaum an der Rückwand jedes Abteils, der verbleibende Hohlraum wird mit zwei Matten Sonofil gefüllt 

Holzliste


Material: MDF 19 mm

1 x 1050 x 318 mm Front
1 x 1012 x 280 mm Rückwand
2 x 1050 x 401 mm Seiten
2 x 401 x 280 mm Boden / Deckel
2 x 395 x 280 mm Teiler

Preis: um 500 Euro

Monacor Klang + Ton „Hobo II“


-

 
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten Klang + Ton „Hobo II“ 
Chassishersteller: Monacor International, Celestion 
Konstruktion: Thomas Schmidt, Holger Barske 
Funktionsprinzip: Zweieinhalb Wege, geschlossen 
Bestückung: 2 x Monacor SPH-220HQ 1 x Celestion CDX1-1747 
Nennimpedanz in Ohm:
Kennschalldruckpegel 2,83V/1m 91 Dezibel 
Abmessungen (B / H / T in cm): 318/1050/420 
Kosten: ca. 500 Euro plus Gehäuse 
Technische Daten Celestion CDX1-1767 / Monacor MRH-180 
Hersteller: Celestion 
Bezugsquelle: Monacor International, Bremen 
Unverb. Stückpreis (in Euro) 67,90 / 49,90 Euro 
Chassisparameter K+T-Messung
Z (in Ohm):
Z 1kHz (in Ohm): 22 
Z 10 kHz (in Ohm): 10 
Fs (in Hz): 1500 
Re (in Ohm): 6.1 
Rms (in Kg/s): 2,31 
Qms: Nein 
Qes: Nein 
Qts: Nein 
Cms (in mm/N): Nein 
Mms (in g): Nein 
BxL (in Tm): Nein 
Vas (in l): Nein 
Le (in mH): 0,92 
Sd (in cm²): Nein 
Ausstattung
Korb / Frontplatte Nein 
Membran Polyimid 
Dustcap Nein 
Sicke Polyimid 
Schwingspulenträger Nein 
Schwingspule (in mm) 44 
Xmax absolut (in mm) Nein 
Magnetsystem Ferrit 
Polkernbohrung (in mm) Nein 
Sonstiges Nein 

HD Lifestyle Gallery

/test/selbstbauprojekt/monacor-klang_ton_hobo_ii_18374
Revox- Revox im Wohnraum - Bildergalerie , Bild 1
Revox im Wohnraum
>> zur Galerieübersicht
105_1
Neu im Shop

Testen Sie Ihre Hifi Anlage

>>Mehr erfahren
Holger Barske
Autor Holger Barske
Kontakt E-Mail
Datum 01.09.2019, 09:57 Uhr
289_0_3
Topthema: Für den optimalen Sitz- und Liegekomfort
Fuer_den_optimalen_Sitzund_Liegekomfort_1630487909.jpg
Anzeige
Moderne Kinosofas

Sofanella bietet bequeme Sitzmöglichkeiten für echtes Kino-Feeling Vollelektrische Verstellfunktionen für maximalen Komfort sorgen unvergessliche Filmerlebnisse.

>> Mehr erfahren
Dipl.-Phys. Guido Randerath - Ressort Heimkino und Car Hifi
Dipl.-Phys.
Guido Randerath
Ressort Heimkino und Car Hifi
Heimkino 6/2021

Es ist uns eine große Freude, Ihnen die EISA AWARDS 2021-2022 präsentieren zu dürfen. Zusammen mit den Kollegen von 60 Testmagazinen und -Websites aus Europa, Amerika, Asien und Australien kürt unsere Redaktion als exklusives deutsches Mitglied in der Home Theatre Audio Expert Group jedes Jahr die besten Geräte der Welt.
>> Alles lesen

Elmar Michels - Ressort Car Hifi
Elmar Michels
Ressort Car Hifi
Car Hifi 6/2021

Ich freue mich, Ihnen ein ganz sicheres Jahreshighlight zu präsentieren. Voll im Wohnmobiltrend und frisch vom Caravan Salon erreichte und Pioneers neues Camper-Navi AVIC-Z1000DAB zum Test. Zugegeben nicht ganz billig, dafür aber voll ausgestattet mit allem, was den Urlaub im eigenen Wohnmobil vom ersten Meter an entspannt und stressfrei macht. Darüber hinaus haben wir natürlich noch über zwei Dutzend weitere Geräte im Test. Da ist alles dabei, günstige Verstärker und Lautsprecher, bezahlbares High-End, die perfekte Mini-Steuerzentrale mit 9 DSP-Kanälen und natürlich jede Menge Subwoofer. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
>> Alles lesen

Holger Barske - Ressort<br>High-End
Holger Barske
Ressort
High-End
LP 6/2021

Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
>> Alles lesen

Thomas Schmidt - Ressort Hifi
Thomas Schmidt
Ressort Hifi
Hifi Test TV HiFi 6/2021

Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
A propos Wände: In dieser Ausgabe finden Sie eine Reportage über die Zukunft des Lautsprechers als Begleiter des täglichen Lebens, nämlich unsichtbar in der Wand eingelassen, versteckt hinter der Tapete oder sogar Putz!
Aber auch die klassischen Hifi-Themen kommen nicht zu kurz: So haben wir die PS-Audio-Stellar M1200 Endstufen getestet, mit deren Leistung von über 1000 Watt pro Kanal dynamisch keine Wünsche mehr offen bleiben.
Viel Spaß beim Lesen!
>> Alles lesen

kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 13.2 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 10.17 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (englisch, PDF, 11.35 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
jetzt laden (deutsch, PDF, 3.15 MB)
Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages