Kategorie: Lautsprecherbausätze

Einzeltest: Klang+Ton-Projekt Variant Diamond


Nochmal in Schön

Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 1
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Was denn? Nochmal? Ja, denn die Variant Diamond in der endgültigen optischen Version sind wir Ihnen ja noch schuldig geblieben, hier ist sie also.

Ich setze das Ganze hier einmal bewusst etwas anders an, denn die technischen Details zum fertigen Lautsprecher „Variant Diamond“ finden Sie allesamt in der letzten Ausgabe – den Boxensteckbrief gibt es hier noch einmal, aber Bauplan, Weichenplan und so weiter ist wie gesagt in der letzten Ausgabe zu finden. Ich möchte mich an dieser Stelle aber viel lieber einmal ausdrücklich lobend über die tolle Arbeit der Variant GmbH äußern, die nicht nur die Schallwände für die ellenlange Messreihe in Klang+Ton 4/2025 und 5/2025 für uns gebaut haben, sondern auch die hier gezeigten wunderschönen Gehäuse mit der Front in Eiche und Leimholz-Seitenwänden, die auch noch geflämmt sind.  

Technik


Der DSA175-8 ist ein Sechseinhalbzöller mit Stahlblechkorb, der am Korbrand aber unterfüttert ist, was eine plane Auflagefläche ergibt. Dayton empfiehlt wegen des flachen Rands auch ausdrücklich den vereinfachten und nicht eingefrästen Einbau.  

Der Treiber zeigt einen recht linearen Frequenzgangverlauf mit einem leicht fallenden Pegelverlauf, wohl bedingt durch die mit über 20 Gramm recht schwere Membran, die aber auch eine erfreulich niedrige Eigenresonanz mit sich bringt.  

Der Treiber beginnt bei etwa 2 Kilohertz zu bündeln, grundsätzlich nutzbar ist er bis etwa 3 Kilohertz.

Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 2Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 3Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 4Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 5Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 6
Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 3
Auch die Echtholz-Version hat eine innere Schallwand, auf den die fascettierte Front aufgesetzt wird.
Bei der Klirrmessung fällt auf, dass der K3 im Mittelton über dem K2 liegt, was aber mit den Membranresonanzen zusammenhängt und bei entsprechender Filterung auch verschwindet. Das Wasserfalldiagramm sieht gut aus und auch der Wirkungsgrad ist mit gut 85 Dezibel an 2,83V in Ordnung. Der Parametersatz erlaubt den Bassreflexeinsatz in mittelgroßen Gehäusen von 12-20 Litern, bei denen Grenzfrequenzen von um die 35 Hertz winken. Einen löblichen Rekord in Sachen Inflationsvermeidung gibt es beim Hochtöner: Gegenüber unserem Text vor exakt 16 Jahren ist der Treiber nur 6 Euro teurer geworden! Trotzdem schlägt er sich in unserem Messparcours immer noch bravourös. Der DC28F-8 zeigt einen ausgewogenen und sehr breitbandigen Frequenzgang mit einem leichten Schlenker am oberen Ende. Der Wirkungsgrad ist  mit etwa 87 Dezibel nicht sehr üppig, dürfte für die allermeisten Zweiwege- Konstruktionen aber dicke genügen. Das Wasserfalldiagramm sieht ebenso einwandfrei aus wie das Klirrverhalten – für gerade einmal 31,45 Euro also ein mehr als anständiges Chassis.   

Gehäuse

 
Das Gehäuse kann man in allen erdenklichen Versionen bei der Variant-GmbH ordern: Wenn man möchte, kann man nur die Schallwand mit den Facetten- Fräsungen erwerben, aber auch den Komplett-Bausatz in MDF für 120 Euro oder in Multiplex, das dann schon mit 300 Euro zu Buche schlägt. Daneben gibt es noch zahlreiche Variationen an Material, Oberflächen und Stufen der Fertigstellung, die jeglichen Bedarf decken. Und wer einmal wissen möchte, wie es kommt, dass hochwertige Fertigboxen so viel Geld kosten, der bestellt die fertig lackierte Box, bei der zu den 166 Euro Materialkosten noch mal 820 Euro fürs lackierte Gehäuse kommen. Und trotzdem behaupte ich mal, dass es auch in dem Preisbereich qualitativ eng wird für die Fertigboxenkonkurrenz… Die hier gezeigten Gehäuse wird es so nicht im Shop geben, ganz einfach, weil die spannende Optik mit ein paar akustischen Nachteilen erkauft wird, die Leimoder Massivholz mit sich bringt. Mit ein paar Maßnahmen konnte ich auch die hübsche Variante auf das Niveau der MDF-Box bringen, so dass mit den selben Chassis und den selben Bauteilen keine messbaren Unterschiede mehr vorlagen.  Den Weg dahin werde ich Ihnen in der kommenden Ausgabe zeigen, denn natürlich habe ich die einzelnen Schritte messtechnisch dokumentiert – das Ganze war aber aus Zeit- und Platzgründen nicht mehr in dieser Ausgabe unterzubringen.  

Frequenzweiche


Die Daimond eine erfreulich simple Weiche, die gut zum Gesamtkonzept einer wirklich preisgünstigen Box passt. Der Hochtöner ist trotz seines moderaten Wirkungsgrads etwas zu laut und wird mit einem Spannungsteiler im Pegel abgesenkt. Es bleibt ein etwas vorlauter Bereich am unteren Rand seines Einsatzbereichs, der durch den Vorkondensator noch nicht optimal aufgefangen wird. Erst die Parallelspule modelliert einen perfekten Frequenzgang mit erst flacher, dann steil abkippender Flanke. Der zum Mittelton recht kräftig ansteigende Frequenzgangverlauf des Tieftöners erfordert frühes Eingreifen in Form einer ungewöhnlich großen Spule. Ich kann es dem geneigten Nachbauer leider nicht ersparen: Wir brauchen hier eine dicke Spule mit mindestens einem Millimeter Drahtstärke, wenn es eine Luftspule sein muss, noch dazu den exotischen Wert von 3,0 mH. Parallel zum Tieftöner liegt noch ein Kondensator mit 8,2µF. Insgesamt ergibt sich eine mustergültige Trennung mit sauberer Phasenlage und einer genau defi nierten Übergangsfrequenz von 1950 Hertz. 

Messwerte 


Der Frequenzgang verläuft nahezu perfekt.

Lautsprecherbausätze Klang+Ton-Projekt Variant Diamond im Test, Bild 5
Feinschliff der Rohbau-Gehäuse
mit einem auf Achse leicht zurückgenommenen Präsenzbereich und einem für die Chassisgröße enorm tiefen Bass, der schon im Freifeld gemessen an der 40-Hertz-Marke kratzt! Natürlich gibt es auch hier oberhalb der Trennfrequenz eine leichte Aufweitung im Abstrahlverhalten, die aber durch Breite und Form der Fasen so sanft ausfällt, dass die einzelnen Verläufe unter Winkeln über einen recht weiten Bereich parallel laufen – Ausreißer nach oben gibt es hier nicht! Den oberen Hochtonbereich stellt man sich über mehr oder weniger Einwinkeln der Box ein. Das Wasserfalldiagramm ist wegen der sorgfältigen Bedämpfung und der Qualität der Treiber sauber, nur die kleine Stufe des Tieftöners zeigt Ansätze etwas längeren Nachschwingens. Die Klirrmessungen sehen absolut überzeugend aus, nur bei 95 Dezibel steigt im Bassbereich der unkritische K2 etwas stärker an – dennoch eine Lautstärke, die ich der Variant Diamond ohne Weiteres dauerhaft zumuten würde. Der Impedanzverlauf ist unkritisch, mit einer perfekten Reflexabstimmung und einem Impedanzminimum von 3,8 Ohm.  

Klang 


Die Variant Diamond ist eine Box, die preisklassenübergreifend gut klingt, angesichts des Preises von 166 Euro pro Seite schon sensationell! Der Bass reicht schön tief und lehrt ausgewachsene Standboxen das Fürchten, die sich allerhöchstens in die Bereiche so hoher Pegel flüchten können, die man sowieso fast nie benötigt. Und die Variant Diamond macht auch einen „schönen Bass“, der die perfekte Mitte zwischen der ultimativen Tiefe und Schwärze eines Subwoofers und der leichtfüßigen Eleganz einer großen Papiermembran findet. Der gesamte Grund- und Mitteltonbereich ist sehr neutral mit einer minimalen Tendenz zu eher schlankem Klang statt heimeliger Wärme – aber das sind Nuancen. Vom oberen Mitteltonbereich bis an die Hörgrenze ist alles wirklich perfekt: Tonal ist die Variant Diamond absolut neutral, präzise in Grob- und Feindynamik, Auflösung, räumliche Abbildung – was Sie wollen!  

Fazit

Eine rundheraus gute Box zu einem sensationell günstigen Preis und dank der angebotenen Gehäusebausätze für jeden nachzubauen, also ran an den Speck!

Den Test finden Sie in der Klang&Ton 1/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich

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Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Klang+Ton-Projekt Variant Diamond

Preis: um 166 Euro+ Gehäuse

1/2026

Eine rundheraus gute Box zu einem sensationell günstigen Preis und dank der angebotenen Gehäusebausätze für jeden nachzubauen, also ran an den Speck!

Klang+Ton-Projekt Variant Diamond

1/2026

Klang+Ton-Projekt Variant Diamond
KLANG-TIPP
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Dayton 
Vertrieb: Variant, Marburg 
Konstruktion: Thomas Schmidt 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 1 x Dayton DS175-8 1 x Dayton DC28F-8 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 84 dB 
Trennfrequenzen: 1950 Hz 
B x H x T (in cm) 36,0 x 24,0 x 30,2 cm 
Kosten pro Stück: 180 Euro + Gehäuse 
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Autor Thomas Schmidt
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Interessante Links:
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