Kategorie: Streaming Client

Einzeltest: HiFi-Akademie netPlayer


Der Besserwisser

Streaming Client HiFi-Akademie netPlayer im Test, Bild 1
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Haben Sie sich mal oben die Rubrikenzeile angeguckt? Die ist recht lang geraten. Es ist ganz einfach schwierig, den Player von HiFi-Akademie zu kategorisieren. Er ist zu komplex, zu gut ausgestattet, um ein schlüssiges Wort für ihn zu finden.

Peripherie:

Netzlaufwerk:

RipNAS Z500
Notebook Toshiba mit Tversity-UPnP-Server


Endstufen:

SymAsym


Lautsprecher:

Klang+Ton Schmitti Memorial
KEF iQ50
PSB B Shelf


Hubert Reith, seines Zeichens das Gesicht von HiFi-Akademie, war lange Jahre in der Selbstbauszene wohlbekannt. Ich bin erfreut darüber, dass er sich dazu entschlossen hat, seine Produkte auch der nicht lötenden Gemeinde zugänglich zu machen. Der Player klotzt jetzt nicht gerade mit optischen Reizen, das finde ich aber gut. Was er nämlich wirklich ist, wird durch diese Art der Präsentation noch viel klarer: Ein in langer Arbeit gereiftes Abspielgerät, bei dem eher das Engineering im Vordergrund stand als das gewinnen von Designpreisen.

Streaming Client HiFi-Akademie netPlayer im Test, Bild 2Streaming Client HiFi-Akademie netPlayer im Test, Bild 3Streaming Client HiFi-Akademie netPlayer im Test, Bild 4Streaming Client HiFi-Akademie netPlayer im Test, Bild 5

Funktionen


Ich fange mal hinten an: Zunächst gibt es insgesamt sechs digitale Eingänge (4 x koaxial, 2 x optisch), was bedeutet, dass er es als eine seiner Hauptfunktionen ansieht, als digitale Vorstufe, also als D/A-Wandler mit (digitaler) Lautstärkeregelung zu fungieren. Digitale Ausgänge sind natürlich auch dran, falls Sie Ihren Lieblingswandler bereits gefunden haben und weiterverwenden möchten. Ganz links findet man noch zwei USB-Sticks. Das sind nicht etwa nette Geschenke von Hubert Reith an seine Käufer, sondern essenziell für die Funktion des Gerätes, da sich auf einem das komplette Betriebssystem befindet, während der zweite Platz für temporäre Dateien wie Coverbilder reserviert. Ich verstehe ihn als Vereinigung des von HiFi-Akademie wohlbekannten DACs, den hauseigenen CD-Player sowie deren dspModul, mit dem man in der Lage ist, Raumeinflüsse zu eliminieren. Das Laufwerk ist von Philips, hört auf den Namen CD2 und steckt in vielen sehr guten und sehr teuren CD-Playern. Die klangliche Basis für exzellente CD-Wiedergabe ist also geschaffen. Das dspModul ist immer drin, das kommt beim Kauf automatisch mit. Bedient wird es per PC-Software, die man sich von der Internetseite von HiFi-Akademie herunterladen kann. Um diese Software richtig nutzen zu können, müssen Sie ihr vorher noch ein paar Informationen über Ihre Lautsprecher und den Raum, in dem sie sich befinden, liefern. Es gehört schon ein gewisses Maß an PC-Kenntnissen und Bedienerfahrung mit Lautsprechermesssystemen dazu, so viel sei gleich gesagt. Ich habe meine Messungen mit dem preisgünstigen Programm ARTA gemacht. Das kostet 80 Euro und ist auf der Internetseite des Entwicklers Ivo Mateljan herunterladbar. Die Gebühr müssen Sie gar nicht unbedingt entrichten, denn bis auf die Speicherfunktion ist die Demo voll funktionstüchtig und wir müssen für das dspModul nur Textfiles exportieren. Und das wiederum funktioniert. Wundern Sie sich nicht, wenn der gemessene Frequenzgang alles andere als schön aussieht, das ist in einem Wohnzimmer mit Tischen, Fußböden und Wänden ganz normal und nicht vergleichbar mit den Messungen in unserem reflexionsarmen Raum. Man lernt ungemein viel beim bloßen Herumspielen, denn wenn man einmal die Umrechnung von Frequenz in Meter intus hat, braucht man nur mit einem Maßband durchs Wohnzimmer laufen und findet irgendwann das störende Objekt. Die Software hilft bis zu einem bestimmten Punkt ganz vorzüglich dabei, Raumeinflüsse zu eliminieren, allerdings empfehle ich es Ihnen, die Sache nicht zu übertreiben. Zuerst sollte man den Einfluss des Fußbodens wegbügeln, sich dann Schritt für Schritt weiterarbeiten und immer, ganz wichtig, ganz viel hören. Die Kompensationskurve greift übrigens noch ein, bevor das Signal am DAC ankommt, so dass der das bereits bereinigte Signal wandelt. So macht man das. Sie glauben gar nicht, was man mit einer guten Software noch alles erreichen kann. Wer jetzt Angst hat: Sie müssen das nicht unbedingt tun. Wenn Sie den netPlayer kaufen, verhält er sich wie ein ganz normales HiFi-Gerät. Allerdings eins, das es in sich hat: Der verbaute DAC verdaut hochaufgelöste Kost, die mit bis zu 192 kHz abgetastet sein darf, und dieses Material bezieht er vorzugsweise von einem UPnP-fähigen Netzlaufwerk. Da ein UPnP-Server auf so ziemlich jedem erhältlichen Netzlaufwerk vorinstalliert ist, muss man sich darüber keine Gedanken machen. Gut so. Ach so: Internetradio beherrscht der netPlayer natürlich auch. Der Dienst radiotime läuft auf ihm und erlaubt Zugriff auf Tausende Radiostationen auf der ganzen Welt. Nette Sache, zumal man mit dem netPlayer in den Genuss kommt, hochgerechnetes Internetradio genießen zu dürfen. Grundsätzlich gehen alle digitalen Daten denselben Weg: Zunächst geht es in den Upsampler, dann durch den eben beschriebenen DSP und abschließend in den Burr-Brown-DAC (1 x PCM1794A), der das fertige analoge Signal herausgibt, seine Filter erst nach einem 8-fach Oversampling einsetzt. Die Charakteristik des Filters kann per Touchpanel zwischen Flat und Soft hin- und hergeschaltet werden. Das CD-Laufwerk liefert übrigens bereits hochgerechnete Daten in 96 kHz/24 Bit an. Ein bisschen was für die Bastler unter uns hat Hubert Reith in seinem Gerät gelassen: Die Möglichkeit, die Operationsverstärker zu tauschen. Die sind gesockelt, was einen Ausbau ermöglicht. Nur hüten Sie sich davor, einfach sündteure Ops zu kaufen und die reinzusetzen, denn so trivial ist das Klangtuning nicht. Es steht Ihnen natürlich frei, an dieser Stelle zu experimentieren. Wenn Sie das tun: Denken Sie daran, dass Sie an Netzspannung arbeiten, was sehr gefährlich sein kann. Die Gesamtheit aus Laufwerk, DAC und Prozessor ist in sich so schlüssig, da bin ich doch jetzt schon bereit, gratulierend die Hände zu schütteln. Das musste ich natürlich hören. Um besser vergleichen zu können, habe ich den DSP wieder auf „FLAT“ gestellt, damit zum Vergleich herangezogene Wandler und CD-Player unter denselben Bedingungen arbeiten. Was mir sofort auffiel, war die Leichtigkeit, Schnelligkeit, dieser schöne Spielfluss, den der cdPlayer (so heißt er bei HiFi-Akademie) an den Tag legt. Im direkten Vergleich zu vorher gerippten und per UpnP abgespielten Alben tönt das Laufwerk etwas druckvoller, vermag allerdings nicht in gleichem Maße diese herrliche Luftigkeit zu vermitteln. Trotzdem: Gegen andere Laufwerke, die teilweise preislich über ihm angesiedelt sind, kann er sich teilweise locker durchsetzen. Wer es nicht so schlank will, kann ja am DSP drehen und den Bass- bis Grundtonbereich etwas beflügeln. Einen nennenswerten Pluspunkt heimst übrigens der verbaute D/A-Wandler ein. Das hohe Maß an Plastizität, das er der Musik verleiht, ist genau das richtige für „Raumhörer“ wie mich. Er erzeugt derart klar definierte Ereignisse, dass man dem Begriff „Realität“ ein großes Stück näher rückt. Ganz große Klasse. Der HiFi-Akademie-Player ist ein großartiges Stück HiFi, das eine ganz wichtige Eigenschaft besitzt: Man hört es nicht. Durch die konsequente Signalverarbeitung arbeitet es im Hintergrund völlig allürenfrei und neutral, aber fein auflösend, absolut klar im Klangbild und im Sinne der Definition des Begriff s Dynamik erstklassig. Naturgemäß erreicht er sein volles Potenzial mit hochaufgelösten Musikdateien, aber da er ja bis 192 kHz am Ball bleibt ist das kein Hindernis. Und so bleibt, mir eigentlich nur noch zu sagen, dass der netPlayer von HiFi-Akademie zu den wirklichen Perlen der HiFi-Welt gehört. Eine Perle, der man mit gutem Gewissen die hochwichtige Aufgabe der Signalaufbereitung übergeben kann.

Fazit

Ich habe lange nach einem Gerät gesucht, das konsequent auf digitale Signalverarbeitung setzt, streamt, meine alten CDs abspielt, weiteren digitalen Quellen Anschluss gewährt und dabei glasklar klingt. Jetzt habe ich es gefunden. Und das zu einem Preis, der als unglaublich günstig anzusehen ist.

Preis: um 2435 Euro

Streaming Client

HiFi-Akademie netPlayer


08/2010 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Preise:
Streaming-Client, CD-Player, DAC in einem Gerät 2435 
Streaming-Client, DAC in einem Gerät 1940 
Vertrieb: HiFi-Akademie, Leimen 
E-Mail: hreith@hifiakademie.de 
Internet: www.hifiakademie.de 
Eingänge: 4 x S/DIF RCA (bis 214 kHz, 24 Bit), 2 x S/PDIF optisch (bis 120 kHz, 24 Bit) 
Ausgänge: 2 x S/PDIF RCA, 2 x analog RCA 
Sonstiges: dspModul 
Checksum: „Ich habe lange nach einem Gerät gesucht, das konsequent auf digitale Signalverarbeitung setzt, streamt, meine alten CDs abspielt, weiteren digitalen Quellen Anschluss gewährt und dabei glasklar klingt. Jetzt habe ich es gefunden. Und das zu einem Preis, der als unglaublich günstig anzusehen ist.“ 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 19.08.2010, 13:36 Uhr
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