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Kategorie: Tonabnehmer

Einzeltest: Grado Labs Reference 1 - Seite 3 / 3


Schwer auf Draht

Und meistens werden MM-Eingänge eher stiefmütterlich behandelt, weshalb ein Spitzen-MI mit hoher Ausgangsspannung sein Pulver möglicherweise leichtfertig verschießt. Genau das wollen wir mit dem „Reference 1“ überprüfen, das leidet nämlich genau unter diesem Problem. In der Theorie kann es alles, was ein Top-MC auch zu leisten imstande ist, allerdings bei einer nominellen Ausgangsspannung von 4,8 Millivolt bei 5 cm/s. Ein Generatorwiderstand von 475 Ohm und eine Induktivität von 45 Millihenry beweisen eindeutig: Hier ist richtig viel Spule unterwegs. Die Nadelnachgiebigkeit ist mit 20 mm/N relativ hoch, bei leichten sechs Gramm Eigengewicht läuft der Abtaster aber in jedem mittelschweren Arm. Das Gehäuse des Reference 1 besteht aus Eukalyptusholz, das kennen wir schon vom „Statement 1“. Überhaupt sind sich die beiden Modelle sehr ähnlich. Auch der fünfteilige Nadelträger mit dem Grado-exklusiven „Typ E“- Diamanten gibt’s bei beiden. Einsichtigerweise ist der Spulendraht beim Reference erheblich dünner als beim Statement. Letzteres allerdings trägt Goldspulen, das Reference solche aus Kupfer. Das Holzgehäuse entkoppelt den Generator von der Befestigung am Tonarm, die Verwendung der serienmäßigen Schrauben wird empfohlen – obwohl Schlitzschrauben heutzutage eigentlich nicht mehr zeitgemäß sind.

Und jetzt kann man, ordentlich Einspielzeit vorausgesetzt, einen schwerwiegenden Fehler machen. Der bestünde darin, diesen Abtaster – die empfohlenen 1,5 Gramm Auflagekraft decken sich mit unseren Erfahrungen – an irgendeinen MM-Eingang zu klemmen. Verstärker mit so etwas hat man ja genug. Dabei kommt nämlich heraus, dass sich das Reference 1 wie ein typisches MM verhält: schön farbig, nie lästig, ein perfekter Allrounder. Das ist toll, aber das kann ich mit einem Goldring 2500 auch. Vielleicht nicht mit ganz so viel Inbrunst, aber tonal und dynamisch auf vergleichbarem Niveau. Da ist prinzipiell nichts gegen zu sagen, ich schätze das 2500 außerordentlich, aber es kostet in etwa ein Viertel des Grado – da sollte man doch eigentlich größere Unterschiede erwarten. Also probieren wir mal die Accuphase C-27, die hat schließlich einen eigenen MM-Zweig, in dem mächtig Aufwand steckt. Der Unterschied ist nicht weniger als ein Schock. Das Grado spielt, also ob jemand unsichtbare Leinen gekappt hätte. Es legt dramatisch an Auflösung zu, bekommt erheblich mehr Kontur im Bass, behält aber seinen ganz leicht warmen und gefälligen Charakter. Klangfarben leuchten deutlich intensiver, das Goldring wirkt dagegen – so leid es mir tut – schon fast fade. Ähnliche Ergebnisse liefert unsere altgediente Röhren-Phonovorstufe MalValve preamp three phono, aber danach wird’s schon dünn.

Das Reference 1 kann ein Feuerwerk an Rhythmus und Lockerheit entfachen – die geeignete Umgebung allerdings muss man sorgfältig aussuchen. Ist das nun besser als das fast doppelt so teure Statement 1? Nein. An dessen beispielloser Ausgewogenheit kommt das Reference-Topmodell nicht heran. Wenn’s hintendran allerdings stimmt, dann kann das Reference 1 mit unbändigem Charme kontern.

Fazit

Das Grado Reference 1 ist der beste MM-Tonabnehmer, der für Geld und gute Worte zu kaufen ist. Punkt. Auch wenn er technisch ein Moving-Iron-System ist

Preis: um 1600 Euro

Grado Labs Reference 1


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Active Audio, Nürnberg 
Telefon 0911 880330 
Internet www.activeaudio.de 
Garantie (in Jahre)
Gewicht (in Gramm)
Empfohlene Auflagekraft 15 Millinewton 
Unterm Strich... » Das Grado Reference 1 ist der beste MM-Tonabnehmer, der für Geld und gute Worte zu kaufen ist. Punkt. Auch wenn er technisch ein Moving-Iron-System ist. 
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Autor Holger Barske
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Datum 19.10.2011, 12:26 Uhr