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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Accustic Arts Power I Mk3


In der Kraft liegt die Ruhe

Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 1
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So gefällt uns das: Bei Accustic Arts wird nicht um den heißen Brei herumgeredet: Klare technische Daten dominieren auf der Webseite – und die sehen vielversprechend aus. Und die Erfahrung lehrt uns, dass saubere technische Werte nicht selten zu einem hervorragenden Klang führen

Mitspieler


Plattenspieler:

 Holborne Analog 2
 Transrotor Fat Bob mit SME3500 und Transfiguration Axia

Lautsprecher:

 B&W 802 Diamond
 K+T Nada

Zubehör:

 Stromversorgung: PS-Audio · Phonokabel Musical Wire, Horn Audiophiles
 NF-Kabel: Van den Hul, Musical Wire
 Lautsprecherkabel: Silent Wire
 Racks und Basen: SSC, Tabula Rasa


Gegenspieler


Verstärker:

 Accustic Arts Power ES
 Linn Akurate Kontrol und 2200

Klar, dass der Power I MK3 ein kompletter Gegenentwurf ist zu den Röhrenverstärker-Kunstwerken, denen man in audiophilen Kreisen immer wieder begegnet. Beim Accustic Arts dominiert schlichte Funktionalität, man setzt auf blitzsaubere Technik – und vor allem auf hohe Leistungsfähigkeit. Es ist bei uns in der Redaktion schon fast Tradition, wenn wieder einmal ein Test einer schwer zu treibenden Lautsprecherdiva ansteht, zu rufen: „Ich roll schon mal den Accustic Arts in den Hörraum!“ Rollen: Mit einem guten Zentner Kampfgewicht ist unsere Referenz in Sachen Leistung, Dämpfungsfaktor und Boxenkontrolle viel zu schwer zum Tragen. Etwas rückenfreundlicher kommt da unser neuestes Testgerät aus dem Hause Schunk Audio Engineering daher: Mit 22 Kilogramm liegt er etwa in der Gewichtsklasse der klassischen Vollverstärkerboliden, mit denen ich in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts meine Hifi - Karriere begonnen habe – nur hatten diese entschieden mehr Knöpfe. Aber das ist ja ohnehin etwas aus der Mode, und die Dinge, die man so braucht sind auf jeden Fall dran am Power I MK3: Für uns am wichtigsten ist natürlich das hochwertige optionale Phonoteil, das sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmern Anschluss bietet.

Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 2Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 3Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 4Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 5Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 6Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 7Vollverstärker Accustic Arts Power I Mk3 im Test, Bild 8
Auch selten in der heutigen Zeit und für viele Nachthörer ein eminent wichtiges Ausstattungsdetail: Der Vollverstärker verfügt – als Erweiterung des Vorgängermodells – über einen integrierten Kopfhörerverstärker, der eben nicht nur eine kleine Alibischaltung ist, sondern eine ernsthafte Alternative zu einem externen Gerät. Die beeindruckenden Leistungs- und Ausstattungsdaten kosten ihren Preis. Ohne Phonoplatine liegt der neue Power I bei 5.590 Euro. Dafür bekommt man einen Stereo- Vollverstärker, dessen 8 selektierte MOSFET- Transistoren in der Endstufensektion für eine ordentliche Stromlieferfähigkeit sorgen. Solche Leistungsträger benötigen natürlich eine ordentliche Versorgung: Voilà, ein 600-Watt-Ringkern-Netztransformator mit getrennten Wicklungen für die Vorstufe und den rechten und linken Kanal der Endstufe. Eine sorgfältige Schirmung versteht sich von selbst. An den Trafo schließt sich ein Netzteil mit einer Gesamtkapazität von über 80.000 μF. Die internen Schutzschaltungen – ein Markenzeichen Accustic Arts – schalten die Ausgänge bei Clipping, Hochfrequenzschwingungen und zu hohem DC-Offset- Anteil ab – das kann ich gerne anhand der Leistungsmessungen im Labor bestätigen, ebenso die Sache mit der recht fingerfreundlichen Betriebstemperatur – der große Kühlkörper im Inneren des Gehäuses tut seinen Job. Durch die Verwendung von hochwertigen Relais und Schaltern mit vergoldeten Silber-Kontaktflächen für die Eingangswahl ist auch auf lange Sicht gewährleistet, dass Umschaltvorgänge sauber durchgeführt werden können. Anschlusseitig gibt es vier unsymmetrische Hochpegel-Eingänge und einen sogenannten Surround-Bypass – hier fungiert der Power I dann in einem Surround- Verbund als Endstufe für die beiden Frontkanäle. Der unsymmetrische Vorverstärkerausgang kann beispielsweise zur Ansteuerung eines Subwoofers oder einer weiteren Endstufe für Bi-Amping-Betrieb genutzt werden. In Sachen Komfort gibt es eine Fernbedienung, mit der sich die Lautstärke steuern lässt – nicht mehr, aber immerhin. Dass die Tendenz bei so einem in Saft und Kraft stehenden Gerät eher in Richtung der oberen („lauter“) Taste gehen würde, ist eigentlich schon beim Anblick des massiven und ganz in Metall gehaltenen Boliden klar. Schon bei den ersten Glockenklängen von AC/DCs Klassiker Hells Bells sitzt man mit Kribbeln im Bauch und angelegten Ohren da – die einsetzenden E-Gitarren, Bass und Schlagzeug machen unmissverständlich klar, wohin die Reise in Sachen Basskontrolle und Dynamik geht: Der Power I hält die Zügel so straff wie nötig und lässt gleichzeitig die Pferde so raumgreifend galoppieren wie möglich. Da komprimiert auch bei hohen Lautstärken absolut nichts – der Accustic Arts ist der sprichwörtliche Fels in der Brandung: Auch wenn es musikalisch stürmt und brodelt, zieht er sein Ding stoisch durch. Grollende Kontrabässe inmitten sanft strahlender Geigen? Kein Problem: Die großen und tiefen Instrumente erscheinen mit aller Größe und Macht, ohne jedoch die hohen Lagen zu überdecken. Das Power I zeigt auf, dass es sowohl in den ganz tiefen als auch in den ganz hohen Lagen (und dazwischen sowieso) vermeintlich unwichtige Kleinigkeiten zu entdecken gibt, die in ihrer Kombination aber erst das musikalische Salz in der Suppe sind. Kraftvolle Spielweise – ja bitte, aber nur in der Form, wie der Accustic Arts sie zelebriert, dessen gefühlt endlose Leistungsfähigkeit sich nicht in roher Kraftmeierei erschöpft, sondern dazu nutzt, auch zarte musikalische Pflänzchen blühen zu lassen. Und so ist meine persönliche Hörsession mit dem Power I MK3 durchaus anders verlaufen, als ich mir das vorgestellt hatte: Bewaffnet mit einem Paar richtig großer Boxen und jeder Menge Rockmusik neben dem Plattenspieler, habe ich es erst einmal richtig krachen lassen, um dann aber – in den erst seltenen ruhigen Momenten – festzustellen, dass der Verstärker neben Muskeln auch ein faszinierend feines Händchen für den Charme der leisen Augenblicke hat. Sei es die völlige Nebengeräuschfreiheit, sei es die unglaubliche Souveränität der kraftvollen Schaltung: Noch faszinierender als die grobdynamischen Reserven ist die ständig fließende feindynamische Variation, zu der unser Testgerät fähig ist. Gerade bei gut aufgenommener Kammermusik mit ihrem ständigen Wechselspiel der Betonungen von Vorder- und Hintergrund zeigt der Power I seine frappierende Fähigkeit, das musikalische Geschehen und den mit den Mikrofonen eingefangenen Raum aus dem Nichts heraus entstehen zu lassen und diesen Raumeindruck vor allem stabil beizubehalten. Bei weniger souveränen Geräten hat man hier schon mal den Eindruck, dass die Bühnendimensionen sich schon mal mit der Musik ändern – nicht beim Accustic Arts, bei dem Konzertsaal Konzertsaal und Jazzclub Jazzclub bleibt. Ein durch und durch universeller, starker und gleichzeitig sehr feinsinniger Verstärker.

Fazit

Leistung satt, Kontrolle über jede Box, ein zauberhafter Klang und zu allem Überfluss ein hervorragendes Phonoteil – mehr Vollverstärker braucht kein Mensch.

Preis: um 5590 Euro

Accustic Arts Power I Mk3


-

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Schunk Audio Engineering 
Telefon 07133 974770 
Internet www.accusticarts.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 482/145/450 
Gewicht (in Kg) 22 
Unterm Strich... »Leistung satt, Kontrolle über jede Box, ein zauberhafter Klang und zu allem Überfluss ein hervorragendes Phonoteil – mehr Vollverstärker braucht kein Mensch. 

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