Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: HFX RipAMP 2.1


Geschickt umgesetzt

Vollverstärker HFX RipAMP 2.1 im Test, Bild 1
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Es begann alles mit dem RipNAS. Die österreichische  Firma HFX hat vor ein paar Jahren ein revolutionäres  Gerät auf den Markt gebracht, das das Kopieren von  CDs auf Festplatte automatisierte und die Musik per  Server bereitstellte. Und jetzt haben sie sich auch  noch ums Wiedergeben gekümmert.

Vor einigen Jahren habe ich  mal einen Artikel darüber geschrieben,  wie man einen RipNAS befähigt, als  Harddiskrekorder zu fungieren, also  Musik direkt wiederzugeben. Ich hab‘s  damals mit einem externen DAC und  einem Vollverstärker ausprobiert. Jetzt  hat sich HFX eine schlankere Lösung  überlegt, die optisch auch noch perfekt  zu den bekannten RipNAS der Z-Reihe passt. RipAMP 2.1 heißt der kleine  Miniverstärker, der im gleichen Gehäuse steckt wie der Ripping-Server.

Vollverstärker HFX RipAMP 2.1 im Test, Bild 2Vollverstärker HFX RipAMP 2.1 im Test, Bild 3Vollverstärker HFX RipAMP 2.1 im Test, Bild 4
 Er verfügt über exakt einen Eingang,  und das ist USB. Zum Verständnis,  falls Ihnen mein Artikel von damals  unbekannt ist: Es ist möglich, seinen  RipNAS so zu konfigurieren, dass er  die auf ihm enthaltene Musik direkt an den RipAMP weiterreicht und somit direkt als Musikserver und -player  fungiert. Ein kleiner Tipp: Sollten Sie  selbst in die Soundkonfiguration eingreifen wollen, dann vermeiden Sie  den Einsatz von Remotedesktopverbindung, denn in diesem Fall sind die  Soundtreiber deaktiviert. Also machen  Sie das entweder mit VNC (entsprechende Clients dafür gibt‘s für jedes  Betriebssystem kostenlos) oder schließen Sie einen Monitor an. Das Einzige,  was als kleine Einschränkung zu nennen ist, ist die zwingend erforderliche  digitale Lautstärkeregelung. ASIO-Treiber auf dem RipNAS zu installieren, ist dann keine gute Idee, denn der  RipAMP hat nur diese eine Möglichkeit, den Pegel einzustellen Wenn man sich damit abfinden kann (ich kann’s),  dann erhält man eine ganz besonders  schlanke und leistungsfähige Anlage,  die rippen, archivieren und abspielen  kann. Und das mit zwei ganz kleinen,  hübschen Kisten. Die Alternative dazu  ist die Verwendung als Desktop-Verstärker. Der RipAMP muss jedenfalls  zwingend mit etwas betrieben werden,  was Audiosignal per USB herausgibt,  denn das ist der einzige Signaleingang,  den er hat. Bis 96 kHz in 24 Bit macht  er seine Aufgabe anstandslos, was auch  heute noch ausreichend ist für die allermeisten Musikdateien, die man von  den einschlägigen Musikportalen herunterlädt. Das können Sie, sollten Sie  sich für einen RipAMP entscheiden,  sofort ausprobieren, denn der Packung liegt ein Gutschein bei, der das kostenlose Herunterladen eines Albums  auf Highresaudio.com ermöglicht. Mit  den dort verfügbaren Musikdateien  können Sie den Kleinen mal richtig  ausreizen, und daran werden Sie Ihre  Freude haben, denn technisch gesehen  ist der kleine Österreicher alles andere  als Stangenware. Er geht ganz andere  Wege als die meisten, um die Musik,  die vom Computer kommt, in lautsprecherfreundliche Analogsignale zu  wandeln. Der Reihe nach: Ein Tenor-USB-Receiver nimmt die Musik in  Empfang, um das Entfernen von Jitter kümmert sich gleich danach ein  asynchroner Abtastratenumsetzer. In  diesem Chip werden die Signale auf  384 kHz hochgerechnet und bekommen einen stabilen Takt verpasst, was  den Zeitfehlern weitestgehend auf dem  Leib rückt. Normalerweise geht‘s von  hier aus in den D/A-Wandler, im RipAMP ist alles jedoch ein wenig anders. Einen DAC-Chip wird selbst das  geübte Auge recht erfolglos erspähen,  was den einfach Grund hat: In diesem  fehlt ein Wandler im herkömmlichen  Sinne. Im herkömmlichen Sinne,  wohlgemerkt, denn selbstverständlich  müssen digitale Daten in analoge Form  gebracht werden, um am Lautsprecher  die Töne zu produzieren, die in den  zugeführten Musikdateien stecken.  Im RipAMP ist genau genommen lediglich die Modulation anders. In ihm  wird das vom SRC generierte I2S-PCM-Signal in ein pulsweitenmoduliertes gebracht. das ist nämlich genau  die Form, die so ein Schaltverstärker  braucht, um richtig funktionieren zu  können. Seine MOSFETs verstärken  den PWM-Strom schließlich, und das  abschließende Ausgangsfilter generiert daraus dann das analoge Signal, das  an die Lautsprecher geschickt werden  kann. Dieser Weg ist weitaus eleganter  als die „Standardbehandlung“, bei der  das Signal D/A-gewandelt, anschließend pulsweitenmoduliert und dann  weiterverarbeitet wird. Im RipAMP  entfällt halt ein Zwischenschritt, was  deutlich zugunsten der Effizienz des  Verstärkers beiträgt. Manche nennen diese Art Verstärker sogar „einzig  richtige Digitalverstärker“, was ich  allerdings als Verzerrung der Wahrheit bezeichne. Schließlich sieht ein PWM-Signal zwar ganz schön digital  aus, die Musikinformationen stecken  allerdings völlig analog in dessen Pulsweite. So genau muss man das ja schon  betrachten. Trotzdem: Die hohe Effizienz ist einfach zeitgemäß, ein moderner  Verstärker sollte dieses Thema einfach  immer berücksichtigen. Aus diesem  Grund schaltet sich der RipAMP aus,  sobald kein Signal mehr anliegt, das  verarbeitet werden soll. Wenn man anschließend auf „Play“ drückt, geht er  in kürzester Zeit wieder an. So verbrät  er kaum Strom im Standby und macht  es allen Anwendern leicht, die ihn nur  schwer zugänglich im Rack platzieren.  Er ist zwar durchaus ansehnlich, kann  jedoch getrost komplett aus dem Blickfeld verschwinden, wenn man auf eine  aufgeräumte Wohnumgebung Wert legt.  Im Verborgenen arbeitet dann trotzdem  eine sehr leistungsstarke Maschine: Pro  Kanal arbeitet ein Verstärkerzug im  Vollbrückenbetrieb, jede Buchse hat also  einen Verstärkerstrang für sich. Und so  was zeigt sich dann eben in sehr guten Leistungswerten. Mein Messgerät  zeigte recht geringe Verzerrungen und  erfreulich geringes Rauschen, was ja  sonst bei Schaltverstärkern ein Manko  ist. Der Schaltpuls wird sauber herausgefiltert, auch das wird sonst weniger gewissenhaft umgesetzt. Ich habe es ja  gesagt: Das ist ein richtig feister Verstärker, keine Notlösung. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie  man die Kombination aus RipNAS  und -AMP steuert. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Elegant erscheint  mir die Verwendung des Squeezeservers, der auf dem Ripping-Server bereits vorinstalliert ist. Alles, was nun  noch gebraucht wird, ist ein Renderer  (in diesem Fall heißt der Squeeze-Play), den es kostenlos im Netz gibt  und den Sie direkt auf dem RipNAS  installieren. Die zweite Variante nutzt  die UPnP-Kompatiblität des RipNAS.  Auch hier muss wieder ein Renderer  installiert werden. Der Hersteller empfiehlt, den kostenlosen „Renaissance“  von dbpoweramp zu verwenden, was  ich nur begrüße. Der bietet dann sogar bitperfekte WASAPI-Tonausgabe  und Gapless-Wiedergabe. So oder so  besteht die Möglichkeit, per iPad oder  fast jedem beliebigen Smartphone die  Inhalte des RipNAS direkt wiederzugeben, ohne sie zu streamen. Auch das  bringt gewisse Vorteile. Beispielsweise  gibt es auch bei großen HiRes-Dateien  keine Verzögerungszeiten, die Musik  spielt umgehend. Außerdem spielt sie  richtig gut! Im Test habe ich ihm die  Unterstützung eines Subwoofers verwehrt, da es mir darum ging, sein Potenzial als Solo-Player auszuloten. Er  spielt sehr erwachsen und kontrolliert,  völlig ungeachtet seiner Größe, auch an  größere Standboxen – überhaupt kein  Problem. Die Maximallautstärke, die er  zu treiben vermag, ist in aller Regel völlig ausreichend, auch im Wohnzimmer.  Wer ihn am Schreibtisch betreibt, wird  sowieso zu hundert Prozent zufrieden  sein. Tolles Teil und jedem zu empfehlen, der den Ripping-Server bereits im  Wohnzimmer stehen hat.

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Fazit

Der RipAMP 2.1 ist ein erstaunlicher,  kleiner Verstärker, der jedem Computer  und besonders natürlich dem RipNAS gut zu Gesicht steht.

Preis: um 700 Euro

Vollverstärker

HFX RipAMP 2.1


08/2012 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 700 
Vertrieb Higoto, Essen 
Telefon 0201 8325825 
Internet www.higoto.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 230/240/50 
Eingänge: 1 x USB 
Augänge: 1 x Sub-out 
Leistung(8 Ohm / 4 Ohm): 68 Watt/97 Watt 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 27.08.2012, 10:27 Uhr
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