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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Krell K-300i


Powerhouse

Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 1
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Leistung ist schön, doch ein guter Verstärker sollte mehr bieten als reine Kraft. Krell hat dies mit dem K-300i gut umgesetzt.

Geräte von Krell sinnen immer darauf, dem Nutzer viele Möglichkeiten zu bieten und ein tolles Musik- oder Filmerlebnis zu schaffen. Eines sind sie dabei aber niemals: subtil. Egal welches System des Herstellers man sich anschaut, Zurückhaltung ist keine der typischen Krell-Tugenden. In dieser Beziehung sind sie eben sehr amerikanisch, denn auf dem US-Markt zählt auch bei der Unterhaltungselektronik oft die Devise vom Klotzen statt Kleckern. Darum gibt es hier meist viel Metall und Masse. Ein Spiel, das Krell gerne mitspielt. Schließlich halten die Geräte ja auch stets das, was die gigantöse Optik verspricht. Dies gilt auch für den neuen Krell- Vollverstärker K-300i. Während die silberne Farbvariante noch ein wenig Lockerheit verspricht, wirkt unser schwarzes Testmodell beinahe ein wenig grimmig.

Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 2Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 3Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 4Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 5Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 6Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 7Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 8Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 9Vollverstärker Krell K-300i im Test, Bild 10
Die klassische Rundung in der Mitte der Front ist auch hier vorhanden, doch das typische silberne Schild und den beleuchteten Firmenschriftzug, die man von anderen Geräten kennt, vermisst man beinahe ein wenig. Hier leuchtet einzig das schmale Display auf der rechten Seite. Auch die reinen Abmessungen tragen zum recht wuchtigen Eindruck des K-300i bei, wobei beim Auspacken als Erstes das Gewicht von über 18 Kilogramm auffällt. Wie dies zustande kommt, darauf kommen wir noch zu sprechen. Bei der Optik trifft der Verstärker also wortwörtlich ins Schwarze und präsentiert sich durchaus draufgängerisch. Auch in Sachen Vielfältigkeit ist der K-300i ein echter Krell. Gerade mit dem optionalen Digitalmodul ist der Verstärker eine echte Hausnummer in Sachen Anschlüsse und Funktionen. Zwei symmetrische und drei unsymmetrische analoge Eingänge sind Standard, ebenso wie der Preout. Dazu kommen optische und koaxiale S/PDIF-Eingänge, verlustfreies Bluetooth mit aptX und ein USB-B-Port. Besonders interessant ist aber Krells Fokus auf AV-Anwendungen, denn das Digitalmodul bietet gleich drei HDMI-Anschlüsse, von denen zwei für den Anschluss von Quellgeräten gedacht sind, während der dritte als Verbindung zum Fernseher dient und dabei dank ARC auch gleich den TV-Ton an den Verstärker leitet. 4KPassthrough und HDR-Support inklusive. Das macht den K300-i zu einer exzellenten Lösung für Wohnzimmerkinos. Auch für das Musikstreaming ist der Verstärker dank des Digitalmoduls bestens gerüstet. Ein Netzwerkplayer mit passender Ethernetbuchse ist ebenfalls Teil der zusätzlichen Hardware. Im Prinzip also ein ausgewachsenes All-in- one-System, auf das Krell den Verstärker hier upgraden lässt. Steuern lässt sich der Netzwerkplayer wahlweise mit Roon oder verschiedenen UPnP-Apps, wobei Krell selbst mConnect zur Nutzung mit dem K300-i empfiehlt. Wer eine Roon- Lizenz besitzt, ist aber klar im Vorteil, denn auch wenn mConnect eine durchaus solide App ist, ist Roon in praktisch allen Belangen besser – wenn auch deutlich teurer. Über all seine digitalen Eingänge, abgesehen vom optischen Anschluss, verarbeitet das Zusatzmodul Signale mit bis zu 192 kHz bei 24 Bit. Per HDMI ist sogar die Wiedergabe von DSD per DoP möglich, während sich der Netzwerkplayer wieder auf die gängigen PCM-Codecs beschränkt. Das schließt neben FLAC, ALAC und WAV auch MQA ein. Für die Wandlung der Signale greift Krell auf die neueste Generation von ESS-Chips zurück. Ein ES9028 Pro aus der 32-Bit-Referenz- Serie des Halbleiterherstellers findet sich auf der optionalen Platine wieder. Wer Streaming und HiRes-Audio nutzen möchte, aber bisher keinen hochwertigen Wandler oder Streamer besitzt, dem sei die Option sehr ans Herz gelegt. Der Netzwerkplayer reagiert schnell, bietet gute HiRes-Fähigkeiten, und auch verschiedene Streamingdiesnte wie Qobuz, Tidal und Spotify können mit dem K-300i direkt genutzt werden. Herz des Geräts ist aber ganz klar der Verstärker selbst, bei dem Krell eine Technologie nutzt, die sie als iBias bezeichnen. Sie soll die klangliche Performance eines Class-A-Verstärkers liefern, dabei aber gleichzeitig efizienter arbeiten. Dabei wird die Verzerrung des Verstärkers im Betrieb erfasst und ein entsprechendes Gegensignal hinzugefügt, sodass eine Auslöschung stattfindet. Zusätzlich soll die Schaltung helfen, den Spannungsverlust auf der negativen Seite der Ausgangsstufe bei der Arbeit auszugleichen, sodass keine weiteren Verzerrungen entstehen. Große Musikalität, weniger Stromverbrauch und geringere Hitzeentwicklung sollen die Vorteile sein. Der letzte Punkt hingegen scheint es dabei nur bedingt von der Theorie in die Praxis geschafft zu haben, denn kühl ist der Krell K300-i bei seiner Arbeit keineswegs. Lüftungsschlitze im Gehäusedeckel helfen bereits bei der Luftzirkulation. Dennoch wird der Verstärker im Betrieb ziemlich warm. Keineswegs so, dass man sich verbrennen würde, doch auf jeden Fall deutlich bemerkbar. Auch Krell selbst scheint nur bedingt Vertrauen in die verringerte Arbeitstemperatur zu besitzen, denn die Verstärkerschaltung kommt unter einem riesigen Kühlkörper unter, der dazu noch aktiv von zwei Lüftern angepustet wird. Sicher einer der Faktoren für das hohe Gewicht des Gerätes. Den zweiten sieht man dann links neben den Endstufen, denn dort sitzt das Netzteil mit einem enormen Ringkerntrafo mit 80.000 Mikrofarad Kapazität. Diese Kombination entwickelt im K- 300i eine bemerkenswerte Leistung. Dem Namen entsprechend soll der Verstärker 300 Watt bereitstellen, doch in unserem Messlabor legte der Krell noch einige Watt obendrauf. Gute 313 Watt bei vier und mehr als 170 Watt bei acht Ohm Impedanz gaben die Endstufen aus, bevor der Grenzwert erreicht war. Auch der Signalabstand ist mit etwa 96 dBr durchaus beachtlich. Hier ist also auch der K-300i ein echter Krell, der seine enorme Präsenz mit der nötigen Kraft untermauert. Umso erstaunlicher ist dann der Klangeindruck, den der Verstärker hinterlässt. Selbstverständlich ist er wunderbar pegelfest und entfaltet seine Kraft sehr linear. Allerdings wirkt er keineswegs plump, sondern äußerst filigran und frei. Im Hochton werden feine Details geliefert, während der Bassbereich zwar durchaus griffig ist, gleichzeitig aber beinahe etwas zurückhaltend. Erst wenn die Abmischung des Albums den Tiefton merklich in den Vordergrund stellt, bringt der Krell genau den Druck, der benötigt wird. Stimmen reichen von sanftem Hauch bis hin zu kernigem Röhren, je nachdem, wer sich für die Aufnahme ans Mikrofon gestellt hat. Der K- 300i scheint stets den richtigen Punkt zu treffen. Dabei wirkt der Verstärker tatsächlich recht analog, bietet eine leichte Wärme im Signal, behält dabei aber seinen angenehmen Fluss und die gute Kontur. Sehr ausgewogen und erwachsen präsentiert sich der K-300i als ausgesprochen audiophil und entgegen seiner wuchtigen Aufmachung keineswegs träge oder schwer. Ob im Wohnzimmer als Schaltzentrale für Film und Musik oder im Hörraum als HiRes-Streaming-Plattform, der K-300i fühlt sich überall wohl. Kräftig genug, um mit einer Vielzahl von Lautsprechern kombiniert zu werden, bietet Krells Neuzugang das, was man von einem Krell erwartet, und kombiniert seine Kraft mit der nötigen Präzision und Musikalität.

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Fazit

Viel Leistung ist bei Krell stets gegeben, doch der K-300i ist mehr als ein reines Kraftwerk. Ausgewogen und audiophil klingt der Verstärker einfach toll, und dank des optionalen Digitalmoduls ist er außerdem ein echtes Multitalent für HiRes und Heimkino.

Preis: um 9000 Euro

Vollverstärker

Krell K-300i


-

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 9.000 Euro 
Vertrieb: Audio Reference, Hamburg 
Telefon: 040 53320359 
Internet: www.audio-reference.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 438/104/462 
Eingänge: Ethernet, 1 x USB-B, 1 x S/PDIF koaxia, 1 x Toslink optisch, 2 x HDMI, Bluetooth, 1 x USB-A (vorne), 2 x XLR Stereo, 1 x RCA Stere 
Unterstützte Formate: MP3, AAC, WMA, ALAC, FLAC, WAV, DSD 
Unterstützte Abtastraten: bis 192 kHz, 24 Bit / DSD bis DSD64, 2,8 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo, 1 x RCA Stereo (Pre-out), 1 x HDMI 
Leistung: etwa 178 Watt an 8 Ohm / etwa 313 Watt an 4 Ohm 
checksum Viel Leistung ist bei Krell stets gegeben, doch der K-300i ist mehr als ein reines Kraftwerk. Ausgewogen und audiophil klingt der Verstärker einfach toll, und dank des optionalen Digitalmoduls ist er außerdem ein echtes Multitalent für HiRes und Heimkino. 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
Kontakt E-Mail
Datum 28.06.2019, 09:57 Uhr
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Topthema: HiFi Test
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