Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Lehmannaudio Black Cube II


Phono-Vorverstärker Lehmann Audio Black Cube II

Vollverstärker Lehmannaudio Black Cube II im Test, Bild 1
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Der Lehmann Audio Black Cube ist eines der Produkte, das man eigentlich nicht verbessern muss – seit Jahren ist der kleine Phonovorverstarker eine feste Grose in der Welt der analogen Wiedergabe. Jetzt gibt es aber doch eine sanfte Uberarbeitung, die sich auszahlt 

Norbert Lehmann ist der Mann hinter Lehmann Audio. Seines Zeichens Toningenieur, hat er sich schon sehr früh in seiner Karriere für „die andere Seite“ entschieden und sich der Entwicklung hochwertiger Geräte für die Audiowiedergabe verschrieben. Sein erster Phonovorverstärker stammt noch aus den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die Schallplatte wirklich schon auf dem Totenbett lag. Es ist engagierten Leuten wie ihm mit zu verdanken, dass die Schallplatte als als Medium ernsthafter Musikwiedergabe auch in solchen Zeiten weiterhin wahr und ernst genommen wurde, so dass sie wieder zu neuer Stärke gefunden hat.

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Norbert Lehmann hat zahlreiche Varianten seines Black Cube auf den Markt gebracht, als Hauptzweig seines Geschäfts aber immer auch die Ausstattung von Tonstudios und Musikern gesehen, namentlich der Bau höchstwertiger Kopfhörerverstärker für diesen sehr anspruchsvollen Markt. Aber das ist für Norbert Lehmann, der durch seinen beruflichen Werdegang ja geprägt ist, ein echtes Anliegen, ganz einfach auch, weil er sich der Musik selbst verpflichtet fühlt.

Und so verwundert es mich im Nachhinein nicht, dass meine letzten Begegnung mit Lehmann nicht auf einer Hifi -Messe stattgefunden hat, sondern bei einem Konzert in den Bauer Tonstudios, wo er die Zeit vor dem Publikumseinlass damit verbrachte, geduldig Stative mit Kameras aufzubauen, mit denen er das Konzert filmen würde. Mit der Band, dem Trio einer bekannten Jazzgitarristin, verband ihn eine Freundschaft und – selbstverständlich – verwendeten die Musiker Kopfhörerverstärker von Lehmann Audio für das Monitoring auf der Bühne. Norbert Lehmann selbst war es, der den Kontakt zwischen den Musikern und dem Studio vermittelt hatte. Nun, das Konzert war ein voller Erfolg, leider, muss ich aus Sicht der LP sagen, denn der ursprüngliche Plan, 40 Minuten aus dem Konzert für eine Live-Platte auszukoppeln, wurde von den Musikern verworfen. Die Produktion wurde dem Studio komplett abgekauft und als CD mit der vollen Länge des Konzerts veröffentlich – so kann es gehen.

Aber kommen wir zurück zum Black Cube II: Hier wurden die Grundzüge des Black Cube übernommen und in das hochwertigere Gehäuse des Black Cube II SE versetzt, der mit einer „echten“ Frontplatte, hier in „vinylschwarz“, und hochwertigeren Anschlussbuchsen aufwarten kann. Kosmetik also, möchte man sagen. Jein – zum einen lohnt es sich gerade bei Phonosignalen wirklich auf vermeintlich nebensächliche Details wie Gehäuse und elektrische Verbindungen zu achten, denn die Verbesserungen an diesen Stellen können merkliche Klangverbesserungen nach sich ziehen. Zum anderen wurde das Layout der Schaltung im Vergleich zum klassischen Black Cube an einigen Stellen verändert. Löblich finde ich vor allem die erweiterten Einstellmöglichkeiten, die jetzt von außen zugänglich sind, wo beim Vorgängermodell noch einige Grundeinstellungen nach Aufschrauben des Gehäuses im Inneren vorgenommen werden mussten. Insgesamt sechs Reihen von DIP-Schaltern im Geräteboden erlauben jetzt die schnelle Veränderung aller für die Schallplattenwiedergabe relevanten Parameter.

Die Verstärkung lässt sich in vier Stufen zwischen 36 und 66 Dezibel einstellen – damit dürfte man für die meisten auf dem Markt befindlichen Systeme gut gerüstet sein. Die über Schalter wählbaren Eingangsimpedanzen umfassen zwar nur die Werte 47 kOhm, 1 kOhm und 100 Ohm, aber es gibt noch einen lötfreien Steckplatz für einen weiteren Widerstand, der auf Wunsch kostenfrei mit dem Gerät mitgeliefert wird. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Hard-Wire-Steckplatz.

Alleine mit der Einstellung des Subsonicfilters kann man ein paar Stunden verbringen, denn es gibt 16(!) verschiedenen Einsatzfrequenzen von 7 bis 90 Hertz.

Im Inneren des Geräts geht es eng, aber dennoch aufgeräumt zu. Die recht kleine Platine ist doppelseitig bestückt und hat somit natürlich die kürzestmöglichen Signalwege. Alle Bauteile sind von sehr guter Qualität und sehr eng toleriert. Wie gewohnt gibt es zwei sehr rauscharme Verstärkungsstufen, zwischen denen die RIAA-Entzerrung geschaltet wurde. Ein Pufferverstärker am Ausgang sorgt für einen niedrige Ausgangsimpedanz von nur 47 Ohm, mit denen sich auch längere Kabelstrecken zwischen Phonovorverstärker und Verstärker realisieren lassen. Auf Wunsch kann man das mitgelieferte Standardnetzteil, das selbst schon sehr ordentlich gemacht ist, durch das PWXNetzteil ersetzen, das eine nochmals besser gefilterte Betriebsspannung mit höherer Stromlieferfähigkeit bietet. Damit hat man dann auch exakt den Black Cube SE II, der übrigens bei direktem Kauf im Set einen deutlichen Preisvorteil bietet.

In der Praxis und mit einem „alten“ Black Cube im Ohr kann ich dem neuen Black Cube II attestieren, dass er alle Meriten der Lehmann-Phonotradition bewahrt. Das bedeutet: Extreme Neutralität, Sauberkeit der Wiedergabe, Aufgeräumtheit in der räumlichen Abbildung und einen sehr angenehme Unaufgeregtheit. Klingt ein bisschen langweilig? Ja – und das war es, was man den „Lehmännern“ immer ein bisschen vorgeworfen hat: Es fehlte ein bisschen das Anspringende, Zwingende, das viele der selbst ernannten High End Geräte für sich reklamierten. Ich muss gestehen: Am Anfang meiner analogen Karriere bin ich auf so etwas auch hereingefallen, aber wenn man mal länger Musik hört, vor allem aus beruflichen Gründen, dann ist man nach einer gewissen Hörzeit sehr dankbar für neutrale Geräte, die nichts betonen oder gar sich selbst in den Vordergrund spielen wollen. Und das ist es, was alle Black Cubes immer perfekt konnten: Die Musik selbst zu Wort kommen lassen und alle Arten von Störungen, die das verhindern wollen, aus dem Weg zu räumen. Und genau das macht auch der Black Cube II, nur im Jahr 2020 tatsächlich noch einen Hauch lebendiger und dynamischer als seine Vorgänger. Und dieser gewonnene Anteil Spielfreude und Dynamik steigert sich mit dem Wechsel auf das PWX-Netzteil noch einmal: Technische Perfektion, gepaart mit reiner Freude an der Musik.

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Preis: um 699 Euro

Vollverstärker

Lehmannaudio Black Cube II


02/2021 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 699 Euro, 399 Euro (PWX-Netzteil) 
Vertrieb: Lehmann Audio, Köln 
Telefon: 0221 29493320, info@lehmannaudio.com 
Internet: www.lehmannaudio.com 
Garantie:
B x H x T: 124/50/114 
Gewicht (in kg): 0,6 
Unterm Strich … Die Lehmann Black Cube II ist selbst mit dem großen Netzteil eine immer noch günstige Phonovorstufe, die klanglich in der höchsten Klasse mitspielt 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 14.02.2021, 09:55 Uhr
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