Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: NAD C 356 BEE Media


Solide gestreamt

Vollverstärker NAD C 356 BEE Media im Test, Bild 1
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Neben der immer wichtiger werdenden Software neuerer Geräte, lässt sich auch die Hardware älterer Modelle manchmal updaten. NAD macht seine Verstärker nun auch bereit für Streaming.

Viele  Geräte,  die  für  die  HiFi  einsnull  in  unserem  Testraum  stehen,  sind  nicht  eindeutig  als  HiFi-Komponenten zu erkennen. Aus diesem Grund ist die Frage, die mir die  Kollegen am häufigsten  stellen,  wenn  sie in den Hörraum kommen:  „Was  spielt da eigentlich gerade?“ Streamingsysteme benötigen eben oft keinerlei Displays oder Bedienfelder  mehr, denn die Steuerung per App ist  mittlerweile absoluter Standard geworden und macht die eigentlich recht komplexe  Technik wesentlich besser  zugänglich und benutzbar. Wenn ein Hersteller allerdings ein Gerät seiner Klassik-Serie zuordnet, weiß  man sofort, dass Fragen wie „Was ist  das denn für ein Gerät?“ nicht aufkommen werden. So geschehen beim NAD  C 356BEE,  denn  dieser  entspricht  so  ziemlich dem Idealbild eines Verstärkers, das jeder bei der Nennung des  Begriffs ungefähr im Kopf hat.

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Eine  große, gerade Frontplatte mit verschiedenen Drehreglern und einer Vielzahl  von Knöpfen machen sofort  klar,  dass  es  sich  hier  um  ernst  zu  nehmende  Elektronik  handelt.  Noch  deutlicher  macht das ein Blick auf die Rückseite  des C 356BEE,  bei  der  man  sich  fast  in ein  Tonstudio versetzt fühlt. Hier  erschlägt einen der Verstärker beinahe mit all seinen verschiedenen Ein- und  Ausgängen, die selbst Sammlern von  HiFi-Geräten das ständige Umstecken  ersparen können. Allein acht Sätze  Cinch-Buchsen stehen für die  Verwendung  verschiedener  Quellgeräte  zur  Verfügung. Egal ob CD-Player,  Tape-Deck, Radio-Tuner, D/A-Wandler  oder  externe  Vorstufe,  alles  findet  seinen eigenen Platz. Dazu kommt  außerdem  noch  ein  3,5-Millimeter-Klinkenanschluss  an  der  Vorderseite,  der die Verwendung von Mediaplayern  oder Smartphones mit dem C 356BEE  ermöglicht. Um all diese Quellen auszuwählen, besitzt jeder Anschluss eine  eigene Taste an der großen Frontplatte  des Gerätes.   Die beiden  Tape-Anschlüsse verfügen dann sogar jeweils über einen eigenen Aufnahme/Monitor-Ausgang,  und  auch  eine  externe  Endstufe  kann  mit dem variablen Signal des NAD  betrieben werden. Da es sich hier aber  primär  um  einen  Vollverstärker  handelt,  bietet  der  C  356BEE  natürlich  auch  die  benötigten  Lautsprecherklemmen.  Doch  auch  hier  wird  nicht  gegeizt, denn anstelle von nur einem  Satz  der  festen  Kabelklemmen  kann  der  NAD  gleich  zwei  verschiedene  Paare  Schallwandler  mit  verstärkten  Signalen beliefern. Man kann es recht  einfach formulieren, für analoge Geräte  könnte der C 356BEE nicht besser  ausgerüstet sein. Doch  digitale  Musikwiedergabe  wird  vom Gerät, man könnte sagen, stiefmütterlich  behandelt,  doch  das  wäre  untertrieben, denn auf Anschlüsse wie  Toslink  oder  koaxiale  S/PDIF-Buchsen muss man gänzlich verzichten. Das  ändert  sich  aber  mit  dem  von  NAD  nun angebotenen M1 Media-Tuner,  mit dessen Unterstützung der  Verstärker zum C 356BEE Media wird.  Direkt über den vielen analogen Eingängen befindet sich am Gerät eine abnehmbare Abdeckung, an deren Stelle  das zusätzliche Modul verbaut werden  kann. Somit wird der  Verstärker zur  All-in-one Lösung, mit der das kabellose Streaming von DLNA-kompatiblen Geräten ermöglicht wird. Der  Einbau  des  kleinen  Kästchens  erfordert  das  Lösen  beziehungsweise Anziehen von zwei Schrauben, das  Verbinden des Stromkabels am dafür  vorgesehenen Steckplatz und die Einbindung des M1 in das System, wofür  einfaches Kontaktband sowohl am  Modul als auch am  Verstärker angebracht werden muss. Das ist im Prinzip  in wenigen Augenblicken erledigt, und  die bebilderte Anleitung erklärt den  richtigen Einbau, doch gerade das Anbringen des flachen  Kontaktsteckers  könnte für Unerfahrene ein wenig frickelig sein. Nach  dem  Einbau  lässt  sich  der  C  356BEE dann mit der NAD Media  Tuner App steuern, die kostenlos für Android- und iOS-Geräte  erhältlich ist. Hier muss zunächst natürlich das richtige  WLAN-Netzwerk ausgewählt werden, denn über  einen  Ethernetanschluss  verfügt das M1-Modul  nicht. In der App ist aber  schnell  der  richtige  Router  gefunden und mit dem passenden Passwort versehen,  woraufhin  das  Musikhören  mit  dem  NAD  sofort  losgehen kann. Neben den er- wähnten DNLA-Systemen  bietet die App aber auch  weitere  Quellen.  So  wird  der  Streamingdienst Spotify mittels Connect unterstützt, und mit vTuner ist  auch ein Anbieter von Internetradio an  Bord. Außerdem können auch sämtliche  Musikdateien  auf  dem  jeweils  verwendeten Smartphone oder Tablet  abgespielt werden, womit die am NAD  verwendbaren Quellen also insgesamt  auf die beeindruckende Anzahl von  dreizehn verschiedenen Möglichkeiten  anwächst. Da der C 356BEE in der Standard-Variante wie gesagt keine digitalen Anschlüsse  zur Verfügung  stellt,  ist  dort  dementsprechend auch kein passender  D/A-Wandler integriert. Darum beinhaltet  das  M1-Modul  auch  gleich  den passenden Chip und verwendet  einen Burr-Brown-PCM5102A, um  sich  den  Herausforderungen  der  modernen  Musikwiedergabe  zu  stellen. Die Kombination aus Streamer und  D/A-Wandler  ist  laut  Herstellerangabe in der Lage, Dateien mit einer  maximalen Auflösung von 48 kHz bei  24 Bit wiederzugeben, doch hier übt  sich  NAD  anscheinend  ein  wenig  in  Understatement. Im Test war nämlich  auch  die  Übertragung  von  Musik  in  96 kHz möglich, zumindest über die  relativ kurzen Distanzen in unserem  Hörraum. Selbst dabei blieb der der C  356BEE vollkommen ohne Aussetzer  und  wandelte  anstandslos  alle  eintreffenden Daten, um sie anschließend an  den Verstärker weiterzugeben.     Dieser  stellt  den  Signalen  des  Streamers,  ebenso  wie  allen  anderen Quellen, dann seine gesamte Leistung zur  Verfügung, wobei sich NAD auch hier  bei seinen Angaben etwas zurückhaltend gibt.  Während der C 356BEE  laut Hersteller eigentlich etwa 80 Watt  leisten soll, konnten wir am Messstand  wesentlich  mehr  ablesen.  Hier  reichte  die Leitungskurve sowohl bei vier,  auch  bei  acht  Ohm  Impedanz  jeweils  knapp über 100 Watt an jedem der vier  Kanäle, bevor der Klirrfaktor den  Grenzwert überschritt. Genug also um  eine Vielzahl  möglicher  Lautsprecher  zu betreiben, wobei dank der Klangregelung an der Front auch auf deren eigene Charakteristik eingegangen werden kann. Höhen und Tiefen können hier  mit  einem  Drehregler  stufenlos  eingestellt werden, was dank des angenehmen Wiederstands und der guten  Haptik  der  Regler  sehr  präzise  funktioniert.  Das  gleiche  Bild  bietet  sich  auch  am  großen  Lautstärkeregler,  der  auch  bei  Verwendung  der  App  noch  zum Einsatz kommt, denn mit dieser  kann  der  Schalldruck  nicht  verändert  werden. Das möchte man beim C 356BEE  aber  durchaus  schon  mal  machen,  denn trotz seines massiven Eindrucks  spielt der  Verstärker mit einer angenehmen Leichtigkeit, die auch bei höheren Lautstärken sehr angenehm ist.  Laurence Jones‘ lockerer Blues-Rock  auf „What‘s It Gonna Be“ liefert packenden Bass, bleibt aber im Höhenbereich  exzellent  klar. Wer  Angst  hat,  beim zu ausgelassenen Hören seine  Lautsprecher  zu  überfordern,  kann  die Soft-Clipping-Funktion des Verstärkers aktivieren, die die Leistung  ein wenig begrenzt, um damit eine  Übersteuerung zu verhindern. Für den  alltäglichen  Gebrauch  eine  gute  Idee,  doch der uneingeschränkte Dynamikumfang bei ausgeschalter Soft-Clipping Funktion lag mir persönlich eher.   Dieser macht sich gut bei den orchestralen Klängen des Soundtracks zu  „Star Trek: First Contact“ bemerkbar,  der  oft  mit  plötzlich  einsetzenden,  schnellen Trommel- und Bläserimpulsen aufwartet. Gepaart mit der guten,  pegelfesten  Leistung  kann  man  sich  absolut der Vorstellung ergeben, direkt  im Konzertsaal zu sitzen. Dank dem M1 Media Tuner hält also  auch  in  der  Klassik-Serie  von  NAD  der  digitale  Fortschritt  Einzug.  Dabei  profitiert der kleine Streamer von den  hervorragenden  klassischen  HiFi-Tugenden, die der Verstärker bietet. Solide Technik mit klarem Bedienkonzept,  hervorragende Verarbeitung, eine tolle  Leistungsentfaltung und das lineare,  klare Spiel des C 356BEE stehen auch  gestreamter Musik gut zu Gesicht.  Dank der  WLAN basierten Lösung  bleibt man auch in der Aufstellung des  Gerätes  flexibel, selbst wenn man das  Modul  nachträglich  einbaut.  Dadurch  ist natürlich die Funktionalität im Bezug auf High-Res-Musik ein wenig  eingeschränkt, da die Übertragung „offziell“  auf  48  kHz  begrenzt  ist,  doch  die  Übertragung  von  24-Bit-Dateien  ist  absolut  fehlerfrei. NAD  gibt  allen,  die neben ihren gewohnten Quellen  auch endlich ins HiFi-Streaming einsteigen wollen, das perfekte Werkzeug  in die Hand, das bei der Bedienung  auch  Neulinge  nicht  überfordert  und  gleichzeitig klanglich absolut überzeugen kann. Klassische HiFi-Tugenden  mit modernem Touch also.

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Fazit

Ein klasse Verstärker war der C 356BEE  bereits, jetzt wird er dank M1 Media Tuner  auch zu einer Streaming-Allzweckwaffe.  Dabei kombiniert er gut solide HiFi-Technik  mit modernen Digitalkonzepten. Das Beste  aus zwei Welten.

Preis: um 890 Euro

Vollverstärker

NAD C 356 BEE Media


03/2016 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 890 Euro 
Vertrieb: Dynaudio, Rosengarten 
Telefon: 04108 41800 
Internet: www.nad.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 435/131/337 
Eingänge: WLAN (mit Modul), 8 x RCA Stereo (1 x Main), 
Unterstützte Formate: gängige PCM-Formate 
Unterstützte Abtastraten: bis 48 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 2 x Lautsprecher Stereo, 2 x RCA (Tape Monitor), 
Leistung: etwa 100 Watt an 4/8 Ohm 
checksum Ein klasse Verstärker war der C 356BEE bereits, jetzt wird er dank M1 Media Tuner auch zu einer Streaming-Allzweckwaffe. Dabei kombiniert er gut solide HiFi-Technik mit modernen Digitalkonzepten. Das Beste aus zwei Welten. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 21.03.2016, 09:59 Uhr
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