Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Quadral Aurum A5


Bestens geerdet

Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 1
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Quadral ist ein seit deutlich über 30 Jahren am Markt vertretener Lautsprecherhersteller – man denke nur an die unsterbliche und bis heute modellgepflegte Quadral Titan. Und jetzt das: eine eigene Elektroniklinie

Mitspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob / Reed 3p / Lyra Atlas
 Clearaudio Master Innovation / TT2 / Goldfinger

Phonovorstufen:

 Audio Research Reference Phono 2 SE
 MalValve preamp three phono

Lautsprecher:

 Audio Physic Avantera
 Klipsch Palladium P-37F
 Klang + Ton Nada

Zubehör:

 Netzsynthesizer PS Audio P10
 NF-Kabel von van den Hul und Transparent
 Phonokabel van den Hul
 Lautsprecherkabel von Transparent
 Plattenwaschmaschine von Clearaudio


Gegenspieler


Vollverstärker:

 Quad II Classic Integrated
 Accustic Arts Power ES 


Natürlich hätte man sich das Leben in Hannover verhältnismäßig leicht machen können: Dank bester Kontakte in den fernen Osten – Teile der Quadral-Lautsprecherpalette werden in China gefertigt – wäre es überhaupt kein Problem gewesen, einen OEM-Hersteller für das eine oder andere Gerät zu finden. „OEM“ steht für „Original Equipment Manufacturer“, und ein solcher „Originalgerätehersteller“ hätte sicherlich mit Freuden containerweise Geräte mit dem Quadral-Logo nach Hannover geschafft.

Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 2Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 3Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 4Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 5Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 6Vollverstärker Quadral Aurum A5 im Test, Bild 7
Aber: Quadral wollte nicht. Vor allem deshalb nicht, weil die Geräte unter dem prestigeträchtigen „Aurum“- Label segeln sollten – auch die besagte Titan (wir sind derzeit bei Inkarnation Nummer VIII) ist eine Aurum. Der langen Rede kurzer Sinn: China war nicht. Da die Geräte am Markt für voll genommen werden sollten, musste „Made in Germany“ drauf stehen. Und nicht nur das: in China Baugruppen kaufen, in Deutschland zusammenschrauben und dann als deutsches Gerät deklarieren – nö. Wenn, dann richtig. Und so beauftragte man letztlich eine anerkannte Elektronik-Koryphäe aus dem Sauerland mit langjähriger Erfahrung bei Entwicklung und Fertigung von Audioelektronik mit dem Projekt. Das Resultat: zwei Vollverstärker und zwei CD-Player. Das Objekt unserer Begierde: der große Vollverstärker A5. Mit 2.850 Euro sicherlich nichts für die Portokasse, aber eine Maschine, mit der man sehr lange glücklich sein kann. Wer so glücklich sein will, dass er zum Bedienen des Gerätes gar nicht mehr vom Sofa aufzustehen braucht, der muss noch 200 Euro drauflegen – so viel kostet nämlich die solide Vollmetall- Fernbedienung, die natürlich Player und Verstärker bedienen kann. Mit der kann man dann auch die Kanalbalance verstellen, was direkt am Gerät nicht möglich ist. Die Anmutung des Gerätes ist sehr edel und zeigt ein markantes Gesicht: dezentschwarze Front mit einem großen und zwei kleinen Drehknöpfen, darüber ein dezentes blaues Display, ganz oben eine silberne Zierleiste. Holzseitenteile waren eine unumstößliche Vorgabe seitens Quadral, und die gibt’s jetzt in drei Farben; unser Testgerät trägt elegantes Lackschwarz. Der Blick auf die Rückseite erstaunt: Gleich neun Quellen lassen sich an den A5 anschließen, das sollte auch für größere Installationen reichen. Ein Eingang hat sogar XLR-Anschlüsse, so dass auch ein symmetrischer Zuspieler dabei sein darf. Das Gerät wiegt immerhin gute 13 Kilogramm, und dafür gibt’s gute Gründe, die nach dem Öffnen zutage treten: Gleich zwei Ringkernumspanner der ernst zu nehmenden Art sorgen für die Versorgung des Gerätes. Einer links, einer rechts - Doppelmono lautet das Gebot der Stunde. Zwar nicht ganz zwingend übers komplette Gerät durchgehalten, aber die diesbezüglich wichtigen Leistungsteile agieren kanalweise autark. Eben jene machen auf den ersten Blick keinen allzu üppigen Eindruck, aber das täuscht. Da das Schaltungskonzept einmal nicht auf Mengen von Ruhestrom und den damit verbundenen Abwärmeproblemen basiert, dürfen die Kühlkörper relativ klein ausfallen. So klein, dass die insgesamt fünf End- und Treibertransistoren nur mit Mühe auf den Alurücken passen. Mit zwei modernen Leistungshalbleitern kann man, so die Faustregel, rund 100 Watt erzeugen, und genau in dieser Kategorie spielt der A5 auch. Die Endstufen sind fein säuberlich diskret aufgebaut, ein Mix aus konventionellen und winzigen SMD-Bauteilen bildet die Verstärker- und Treiberschaltung. Das Voluminöseste an den Endstufen sind die Siebelkos, die direkt vor Ort sitzen. Die üblichen „dicken Kannen“ sucht man in dem Gerät nämlich vergebens. Dafür finden sich auf der zentralen Netzteilplatine gleich fünf aus SMD-Dioden aufgebaute Brückengleichrichter; offensichtlich wird hier jeder Schaltungsteil sauber getrennt versorgt. Elektrisch weiter vorn verlässt das Gerät den Pfad des diskreten Aufbaus. Der Vorverstärkerpart wird von ordentlichen Operationsverstärkern bedient, die Pegeleinstellung erledigt ein SMD-Vielbeiner. Der macht das übrigens sehr gut und ist auch schon wieder ein Oldie in dem Geschäft – ja, auch SMD-Chips werden irgendwann „Vintage“. Der Regelumfang der hier gewählten Lösung ist praxisgerecht, man hört beim Einstellen der Lautstärke kein Knistern und kein Knacken. Mit dem satt in der Hand liegenden Einstellknopf besteht akute Verwechslungsgefahr mit einem Poti – so soll das sein. Fürs sanfte klicken im Gerät ist eine Batterie Relais zuständig, die die diversen Eingänge umschalten und zusammen mit Display und Pegelsteller von einem Mikrocontroller befehligt werden. Alle potenziell störstrahlungsmäßig gefährlichen Bauteile sitzen möglichst weit weg von den empfindlichen Schaltungsteilen – keine Frage, der Aufbau ist durchdacht und wurde von einem Profi entwickelt. Genug geguckt, Zeit zum Hören: Wir beginnen mal mit ein wenig Musik für graue Regentage – ZZ Top und ihr unsterblicher „Blue Jean Blues“ sind der perfekte Soundtrack fürs aktuelle Schmuddelwetter. Der A5 offenbart dabei einen herzhaft-zupackenden Klangcharakter. Im Bass geht’s ordentlich kantig und mit Schmackes zur Sache. Das ist definitiv kein Kuschelsound, sondern eine klare Ansprache. Billy Gibbons Gitarre steht dem kaum nach: Der Aurum malt die Licks mit leuchtenden Farben und verleiht dem Geschehen Spannung und Strahlkraft. Die Raumausleuchtung ist ausgezeichnet, der Verstärker bildet sowohl in der Tiefe als auch in der Breite sehr authentisch ab. Er bläht das Geschehen nicht auf und weiß sehr gut zu differenzieren – prima. Für ein paar leisere Töne wanderten „The XX“ auf den Teller. Der Trend setzt sich fort: Der A5 ist ein Verstärker mit deutlicher Diktion. Beide Gesangsstimmen haben viel Luft und Energie – so gemütlich klingt die Platte auf einmal gar nicht mehr. Das ist alles weit entfernt von schierer Analyse, die Schlüssigkeit des Geschehens bleibt immer gewahrt. „Chained“ pluckert satt und kräftig in den unteren Lagen, der synthetische Bass hat prima Kontur und Substanz. Gewiss: Unsere Lindemann-Kombi kann das alles noch ein bisschen besser, aber der A5 hat das Zepter gleichsam fest in der Hand und drückt jeder Platte seinen kräftigen, klaren Stempel auf. Das funktioniert sogar bei Nina Simones ausdrucksstarker Stimme, die eigentlich sehr behutsam angefasst werden will. Zweifellos ist es keine schlechte Idee, bei der Wahl des geeigneten Lautsprechers ein wenig Obacht zu geben: Im Bass schlanke Wandler mit ordentlich „Saft“ im Hochton könnten des Guten ein wenig zu viel sein, betont neurale oder leicht warm abgestimmte Boxen sind das Mittel der Wahl. Lautsprecher mit viel Wirkungsgrad braucht’s nicht, der Quadral ist absolut in der Lage, auch Wandler mit weniger Effizienz ordentlich zu verarzten. Wenn Sie kein ausgesprochener „Sanfthörer“ sind, dann könnte das ein sehr interessanter Verstärker für Sie sein.

Fazit

Quadral präsentiert mit seinem Referenz- Vollverstärker kein überkandideltes High End, sondern einen echten Gegenwert auch in klanglicher Hinsicht: Der A5 spielt direkt, kräftig und spritzig – das ist ein richtig guter Vollverstärker.

Kategorie: Vollverstärker

Produkt: Quadral Aurum A5

Preis: um 2850 Euro

1/2013
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Quadral, Hannover 
Telefon 0511 79040 
Internet www.ibex-audio.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 450/130/350 
Gewicht (in Kg) 13.5 
Unterm Strich... » Quadral präsentiert mit seinem Referenz- Vollverstärker kein überkandideltes High End, sondern einen echten Gegenwert auch in klanglicher Hinsicht: Der A5 spielt direkt, kräftig und spritzig – das ist ein richtig guter Vollverstärker. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 07.01.2013, 11:10 Uhr
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Topthema: Wenn man ehrlich ist ...
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... dann braucht man zum guten Musikhören nicht mehr als den neuen Mivoc-Vollverstärker HA200 BT. Vor allem angesichts der Tatsache, dass man hier aus einer Hand eine komplette Anlage bekommen kann, die es in sich hat.

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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
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