Kategorie: Vor-Endstufenkombis Hifi

Systemtest: AVM V30, AVM M30


Geburtstägliches

Vor-Endstufenkombis Hifi AVM V30, AVM M30 im Test , Bild 1
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Kinners, die Zeit vergeht wie im Fluge. Ich kann mich noch genau an diese Bauanleitung in der Stereoplay erinnern, mit der damals alles anfing

Das Heft habe ich nicht mehr, aber irgendeine Sonderausgabe, in dem die DIY-Aktivitäten der damaligen Stuttgarter gesammelt sind, steckt noch in irgendeinem Karton. Selbstbau in einem klassischen HiFi-Magazin – nicht das Einzige aus jener Zeit, das heutzutage undenkbar erscheint. Jedenfalls war da ein junger Ingenieur namens Günther Mania, der ein für die damalige Zeit ziemlich fortschrittliches Endstufenkonzept mit den gerade erst am Markt aufgetauchten MosFet-Endstufentransistoren (Hitachi 2SK133 / 2SJ48 – die Älteren unter uns mögen sich erinnern) entwickelt hatte, dass seinen Weg in jenes Heft fand. Der Trick bestand darin, eine topmoderne Endstufe zu einem Preis realisieren zu können, der auf anderem Wege völlig undenkbar gewesen wäre.

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Ich weiß nicht mehr genau, ob´s damals auch Komplettbausätze gegeben hat, Mania jedenfalls hatte auf Jahre hinaus mit der „Nachsorge“ zu den Folgen des Artikels zu tun. Und so begann das kleine Ingenierubüro namens „Audio Video Manufaktur“ schließlich, diese Endstufen mit einem passenden Vorverstärker auch als Fertiggeräte anzubieten, und das zu immer noch sehr attraktiven Preisen. 30 Jahre später und über 10000 Paar (!) Monoendstufen später residiert AVM immer noch im badischen Malsch, das „V“ in der Firmierung ist nur noch der Vollständigkeit halber geblieben, denn videotaugliche Komponenten gibt’s dort, wie bei praktisch allen anderen kleinen Manufakturen auch, nicht mehr. Sehr wohl aber Wohlklingendes in einer Vielzahl von Varianten. Der renner bei AVM sind schon sein Jahren All-In-One-Komplettlösungen, bei denen sich das gesamte Musikthema mit einer einzigen Komponente erledigen lässt – ein solches Gerät haben wir Ihnen auch schon mal vorgestellt. Zum Jubiläum jedoch mussten die Klassiker nochmal herhalten und durften in modernisierter Form wiederauferstehen. In limitierter Serie gibt’s einen Vollverstärker namens A30, einen Vorverstärker V30 und ein Paar Monos namens M30. Erfreulich dabei ist die Preisgestaltung: einsfünf für den Pre, zweifünf für den Integrierten und drei für die Endstufen – das ist für ein deutsches Manufakturprodukt ausgesprochen günstig. In diesem Falle beschenkt Firmenchef Udo Besser anlässlich des Jubiläums eher die Kundschaft als sich selbst – die Kalkulation der geräte kanmn man getrost als „unklug“ bezeichnen. Sie sollte das freuen und Sie sind bestimmt neugierig, was die Badener alles in ihren Sparbrötchen untergebracht haben. Die Geräte sehen tatsächlich aus wie die alten AVM-Klassiker im aktuellen Gewand der sonstigen Geräte aus Malsch. Klarm die Bleche sind hier und da etwas dünner, das Ganze erfüllt aber immer  noch locker auch highendige Ansprüche. Eine handfeste Überraschung gibt’s beider Ausstattung des Vorverstärkers, die ist nämlich absolut luxuriös: Sechs Hochpegel-Cincheingänge, einen XLR-Eingang, Phono-MM und -MC-Anschlüsse, steckbare Abschlussimpedanzen, drei Cinch-Ausgänge und eine nXLR-Ausgang, einen voll ausgestatteten Digital-/Analogwandler, Blutooth-Konnektivität, Triggerausgänge. Und das war nur die Rückseite. Von vorne fallen zusätzlich zum Drehschalter für die Eingänge, dem Pegelsteller und dem Display vier Taster auf, von denen zwei die Klangregelung in Betrieb nehmen (Bässe und Höhen lassen sich jeweils um maximal 9,5 Dezibel anheben oder abschwächen), einer für die Balance-Einstellung zuständig ist und einer das Vorpegeln jedes Eingangs ermöglicht. Ach ja: Einen Kopfhöreranschluss gibt´s auch. Jawohl, das alles gibt´s für anderthalb. Ganz erstaunlich. Wie die das machen? Das Zauberwort heißt Modulbauweise. Ein großer Teil der eingesetzten Komponenten sind keine Neuentwicklungen für die Jubiläumsserie, sondern auch in anderen AVM-Komponenten zum Einsatz kommende Baugruppen. Das spart enorm. Der Blick unter den Deckel offenbart insgesamt fünf Platinen und einen streufeldarmen R-Core-Netztrafo, der möglichst weit von den empfindlicheren Baugruppen entfernt sitzt. Zwei Platinen an der Rückwand übernehmen den Hauptteil der Arbeit, hier sind fast ausschließlich moderne SMD-Komponenten am Werk. Auch die elektronisch gesteuerte Klangregelung wurde so realisiert. Die Phonoplatine kann MM- und MC-Abtaster bedienen und basiert auf der externen Phonovorstufe Inspiration P1.2, die wir hier ja auch schon unter die Lupe genommen haben. Der Kopfhörerverstärker hat seine eigene Platine, ein weiteres Board beherbergt ein kleines Schaltnetzteil für die Digitalabteilung und den Standby-Betrieb. Alles topmodern und untadelig, genau so haben wir uns das vorgestellt. Die Monos M30 sind ziemliche Kaliber geworden. Natürlich orientiert sich das Schaltungsdesign immer noch ein bisschen an dem der alten Klassiker. Ich bin mir ganz sicher, dass mania und Besser zumindest darüber nachgedacht haben, hier auf Schaltverstärker zusetzen, aber das hätte jeglichen Bezug zu den Originalen gekappt – hier schwitzen sechs schnelle MosFets der neuesten Generation bei dem Job, 220 Watt Dauerleistung an vier Ohm bereitzustellen. Danke dafür. Die Kühlkörper sitzen im Gehäuseinneren, die Verstärker laufen in A/B-Einstellung. 33 Watt Ruhestromaufnahme lassen auf einen durchaus nennenswerten Class-A-Anteil schließen. Die Versorgung besorgt der sprichwörtliche fette Ringkerntrafos, vier dicke Elkos puffern das gleichgerichtete Rohmaterial. Übrigens gibt´s auch hier einen symmetrischen Eingang und eine Einschaltautomatik, die sich entweder per Signal oder Triggerspannung ferneinschalten. Also auch hier: So baut man Endstufen. Äußerst solide für 1500 Euro pro Kanal. Und der Sound? Da gehen wir mal ganz hemdsärmelig ran: An die MC-Buchsen kommt das famose Transrotor Figaro, geführt von einem SME IV. Das ist vielleicht ein bisschen „drüber“ für eine 1500-Euro-Vorstufe, aber wir wollen schließlich wissen, was drin ist. Kollege Schmidt hat freundlicherweise Steely Dans „Can´t Buy A Thrill“ im Hörraum herumliegen lassen und die durfte dann auch gleich auf den Teller. Das funktioniert schon mal bestens. Es tönt druckvoll, grundtonstark und sehr rhythmisch. Die Gesangsstimmen treten schön weit nach vorne aus dem Geschehen heraus – macht Laune, die Kombi. Mein Lieblingstitel „Dirty Work“ läuft ein paarmal öfter bis klar ist: Jawohl, die Abschlusswiderstände mit einem Kiloohm sind genau die richtigen für diese Konfiguration. Es wird. Mit zunehmender Betriebstemperatur wird der Bass stabiler und der Hochtonbereich zarter. Irgendwelche Wünsche, per Klangregler korrigierend einzugreifen habe ich jedenfalls zu keiner Zeit verspürt. Hören wir mal wieder ins erste Mumford And Sons-Album „Sigh No More“ rein. Sicherlich kein audiophiles Highlight, aber ordentlich Druck entwickeln kann´s allemal. Die AVM-Kombi offenbart Stärken und Schwächen der Platte sofort: Der reichlich überrissene Hall-Einsatz auf Marcus Mumford´s Stimme tut immer noch nicht gut, dafür geht die Kombi die sich durch alle Songs ziehenden Spannungsbögen locker mit – ich ende bei jedem Titel am Ende bei brachialen Lautstärken. Genau so muss das. Was ich vielleicht nicht hätte tun sollen: Die Vorstufe „nur mal kurz“ durch die gerade gastierende Accuphase C-3800 ersetzen sollen. Damit handelt man sich nämlich zwei Erkenntnisse ein. Erstens: Oberhalb der V30 ist durchaus noch Luft und zweitens: Die Monos sind echte Sahneteilchen. Sie haben nämlich in so ziemlich jeder Disziplin noch mehr in petto, als der V30 ihnen abverlangt. Die Raumgröße legt zu, Herr umford und seine Mannen sind deutlich besser separiert und das Ganze langt zu, dass es kracht. Das ficht den V30 nun nicht unbedingt an, in Anbetracht von Preis und Ausstattung dürfte er derzeit kaum ernsthafte Gegner haben. Und was das für Sie heißt? Diese Kombi dürfte in kürzester Zeit ausverkauft sein, wir empfehlen dringend einen Besuch beim diesbezüglich bestückten Händler.

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Fazit

AVMs Jubiläumskombi besteht aus einem superben Paar Endstufen und einem etwas weniger großartigen, dafür aber extrem prall ausgestatteten Vorverstärker. Ein solches Paket zu diesem Preis aus deutscher Fertigung? Einzigartig!

Preis: um 1500 Euro

AVM V30

12/2016 - Holger Barske

Preis: um 3000 Euro

AVM M30

12/2016 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten: AVM V30
Kategorie Vorstufe 
Garantie (in Jahre)
Vertrieb AVM, Malsch 
Telefon 057246 309910 
Internet www.avm-audio.com 
Abmessungen (B x H x T in mm) 430/110/345 
Gewicht (in Kg)
Unterm Strich... » AVMs Jubiläumskombi besteht aus einem superben Paar Endstufen und einem etwas weniger großartigen, dafür aber extrem prall ausgestatteten Vorverstärker. Ein solches Paket zu diesem Preis aus deutscher Fertigung? Einzigartig! 
Ausstattung & technische Daten: AVM M30
Kategorie Endstufe 
Garantie (in Jahre)
Vertrieb AVM, Malsch 
Telefon 057246 309910 
Internet www.avm-audio.com 
Abmessungen (B x H x T in mm) 230/132/390 
Gewicht (in Kg) 12 
Unterm Strich... » AVMs Jubiläumskombi besteht aus einem superben Paar Endstufen und einem etwas weniger großartigen, dafür aber extrem prall ausgestatteten Vorverstärker. Ein solches Paket zu diesem Preis aus deutscher Fertigung? Einzigartig! 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
Kontakt E-Mail
Datum 19.12.2016, 14:08 Uhr
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Topthema: Micro-Endstufe mit vier Kanälen
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