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Filmpalästchen: das wahrscheinlich kleinste Privatkino Deutschlands

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29.04.2022 09:21 Uhr von Redaktion hifitest

Was macht man als Heimkinofan, wenn einem für sein Hobby lediglich 8,75 Quadratmeter zur Verfügung stehen? Ganz einfach: Man lässt sich ein paar pfiffige Lösungen einfallen, um aus dem vorhandenen Platz das Bestmögliche herauszukitzeln.

Eigentlich hatte sich Stefan K. die Sache ganz anders vorgestellt, denn nach der Demontage seines alten Heimkinos und dem Umzug plante der Westfale den Bau eines neuen, noch größeren Filmpalastes im Keller des nun bezogenen Hauses. „Ursprünglich sollte ich diesen Raum plus einen Teil des Nebenraums für mein neues Kino bekommen und hätte dann eine Fläche von rund 20 Quadratmetern zur Verfügung gehabt“, erklärt uns der zweifache Familienvater. „Nach langen Diskussionen mit meiner Frau entschieden wir dann aber, den nebenan befi dlichen Raum als Gästezimmer zu nutzen, so dass für das geplante ,Red Cinema‘ lediglich dieses gerade einmal 3,50 x 2,50 messende Zimmer zu Verfügung stand.“

Planung

Unter diesen Umständen musste eine neue, detailliertere Planung her, denn es galt, jeden Quadratzentimeter der zur Verfügung stehenden Fläche auszunutzen. Mit der Entscheidung, nur noch eine Sitzreihe mit drei Kinosesseln zu installieren, war der erste Schritt getan. Gleichzeitig entwarf der sympathische Hammer einen Plan für eine platzsparende Maskierungsvorrichtung und Leinwandbühne, die sämtliche Frontlautsprecher inklusive beider Subwoofer aufnimmt.

Leinwandmaskierung

Gleich der erste Schritt zum Bau des neuen Kinos sollte die Montage der Leinwandmaskierung sein, für deren Konstruktion sich Stefan K. etwas ganz Besonderes einfallen ließ, schließlich sollte der Platzbedarf auch hier möglichst gering gehalten werden: Zunächst wurde also die künftige Projektionsfläche auf die Stirnwand gezeichnet. Anschließend wurden zwei als Träger dienende, senkrecht verlaufende Holzbalken an die Wand geschraubt, auf die die beiden Maskierungsbretter mittels Schubladenauszügen montiert wurden.

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Nun ging es schon an den Antrieb der Konstruktion. Und hier hatte der Westfale eine pfiffige Idee, wird seine Maskierung doch über zwei Hubmotoren eines elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisches bewegt. Zu diesem Zweck erstand Stefan K. ein gebrauchtes Modell in einer Internetauktion, baute die benötigten Teile einfach aus und montierte sie kurzerhand am unteren Maskierungsbrett. Nachdem die Motoren exakt ausgerichtet waren, ging es an die Verbindung der beiden Maskierungen, welche via vier Millimeter starke Drahtseile und zwei Umlenkrollen erfolgt und die Führung der beiden gegenläufigen Maskierungsbretter nach oben bzw. unten bewegt.

Leinwandbühne

Nachdem die pfiffige Leinwandmaskierung fertiggestellt war, startete der Filmfan den Bau seiner kompakten Leinwandbühne. Zunächst wurden zwei Auflagen an den Seitenwänden montiert, die die 28 Millimeter starke MDF-Fläche tragen, welche wiederum als Deckelplatte dient. Um ein Durchhängen der relativ schweren Platte zu vermeiden, installierte der Bauherr einfach zwei senkrecht verlaufende MDF-Bretter, die als Stützen dienen und für deutlich mehr Stabilität sorgen. Nun ging es an die Verkleidung der Konstruktion. Und auch hier machte es sich Stefan K. möglichst einfach. So entstand die Frontblende aus drei federleichten Birkensperrholzrahmen, die mit normalem Lautsprecherbespannstoff bezogen wurden und in der Höhe einfach zwischen Deckplatte und Boden geklemmt werden. Nachdem die Löcher für die drei nach oben gerichteten Halogenstrahler gefräst waren, ging es an die Bodenkonstruktion, die aus drei MDF-Platten besteht, die mittels Silikon einfach auf den Boden geklebt wurden. Die resonanzarme Bodenfläche dient nun als idealer Träger der kleinen angewinkelten Holzpodeste, auf denen die drei Frontlautsprecher platziert wurden.

Kabelkanal

Wenn Stefan K. etwas anfasst, dann macht er es richtig. So dachte er sich auch für die Führung sämtlicher Signal- und Lautsprecherkabel etwas Besonderes aus. Nachdem der Teppich verlegt war, montierte der Westfale einen etwa fünf Zentimeter hohen Holzstreifen anstelle einer Fußleiste an die Wand, über welchen eine weiße Blende geführt wird, die als eine Art Deckel dient. Anschließend wurden sämtliche Leitungen unter der nun „überdachten“ Konstruktion verlegt, bevor die Führung über die gesamte Länge mit einem selbstklebenden Teppichstreifen verschlossen wurde. Diese Konstruktion hat gleich zwei Vorteile: Zum einen ist sie extrem günstig herzustellen, zum anderen erlaubt sie jederzeit den Zugriff auf sämtliche Leitungen.

Fazit

Stefan K. liefert den Beweis: Man benötigt nicht immer einen Riesenraum, um seinen Traum vom eigenen Heimkino zu verwirklichen. So ist sein gerade einmal 8,75 Quadratmeter messendes Filmpalästchen nicht nur gemütlich, sondern auch noch mit vielen pfiffigen Details wie dem schicken Sternenhimmel oder der durchdachten Leinwandmaskierung ausgestattet, die den Raum größer wirken lassen und auch noch für ein tolles Bild- und Tonergebnis sorgen. Selbst das Problem störender Raummoden konnte der Bauherr dank des Einsatzes eines Velodyne SMS-1 nahezu vollständig umgehen, was eine unverzerrte, impulsstarke und absolut kontrollierte Bassdarstellung in seinem „Red Cinema“ zur Folge hat.

Ausstattung

  • Projektor: Mitsubishi HC5500 (Full HD)
  • Leinwand: Davision Cadre No.1 (2,00 x 1,12 m)
  • AV-Receiver: Denon AVR-3808
  • Blu-ray-Player: Denon DVD-2500BT
  • HD-Settop-Box: TechniSat HD8
  • Lautsprecher: Imagination-Selbstbau
  • Subwoofer-Einmesung: Velodyne SMS-1
  • Subwoofer-Endstufe: Rotel RMB-1080

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Autor Redaktion hifitest
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Datum 29.04.2022, 09:21 Uhr