Kategorie: All-in-one-System

Einzeltest: AVM Ovation CS 6.3


Einer für alles

All-in-one-System AVM Ovation CS 6.3 im Test, Bild 1
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Kaum eine Firma nimmt das Thema All-in-one so ernst wie die deutsche Audiomanufaktur AVM. Darum kommt das System der Referenz- Serie nun schon in der dritten Aufl age und hat mal wieder was dazugelernt.

Schon seit 1996 bietet AVM aus Malsch Audiogeräte an, bei denen von der Quelle bis zum Verstärker alles an Bord ist. Damals stand natürlich noch die CD im Fokus, doch in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Welt der Musikwiedergabe natürlich deutlich verändert. Heute sind andere Dinge ebenso wichtig. Streaming, USB und Bluetooth haben alle ihre Daseinsberechtigung, was die Entwickler von All-in-one-Komponenten natürlich vor gewisse Probleme stellt. Schließlich muss man, um sich wirklich das Siegel des Alleskönners zu verdienen, auch tatsächlich alles bereitstellen, was Kunden sich vielleicht an ihrer Anlage wünschen. Möchte man alle Optionen der Musikwiedergabe zur Verfügung haben, füllt sich üblicherweise das HiFi-Rack, doch wie bekommt man all das in ein einzelnes Gerät, ohne auf Qualität verzichten zu müssen? In Malsch setzt man auch dazu hochwertige Komponenten und einen modularen Aufbau ein, dessen Vorteile sich beim neuen Ovation CS 6.3 deutlich zeigen. Das Vorgängermodell 6.2 basierte schon auf einer ähnlichen Plattform, was bedeutet, dass man sein bereits erworbenes Gerät auch auf die neue Version nachrüsten kann.

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Im Sinne der Nachhaltigkeit bereits eine gute Lösung, denn so entsteht weniger Elektroschrott. Gleichzeitig spart es natürlich eine Menge Geld, sowohl beim Hersteller, der Teile für verschiedene Geräte gleichzeitig einsetzen kann, und natürlich beim Kunden, der eben kein vollständig neues Gerät kaufen muss, um in den Genuss weiterer Funktionen zu kommen. Da die Änderungen beim neuen CS 6.3 allerdings ein wenig umfangreicher sind und über das einfache Austauschen einer Platine hinausgehen, muss man seinen CS 6.2 für das Upgrade in seine badische Heimat schicken. Für etwa 1.800 Euro ist man anschließend im Besitz der neuen Modellvariante, während der Neupreis bei etwa 10.800 Euro liegt. Dabei sind die Unterschiede zwischen den beiden Versionen äußerlich nicht wirklich erkennbar, und auch beim CS 6.3 behält AVM seinen typischen Look bei. Massive Aluminiumteile bilden ein Gerät mit klassischer Quaderform und den üblichen 43 Zentimetern Breite. Die Front wird dominiert von den beiden großen, verchromten Drehreglern im schraubenlosen Design, die das bekannte blau strahlende Display in der Mitte einrahmen. Mit knapp 13 Zentimetern Höhe ist der CS 6.3 durchaus üppig dimensioniert, letztlich aber immer noch kleiner als so mancher Verstärker mit deutlich weniger Funktionen. Schließlich benötigt man neben AVMs All-in-one ja nur noch ein Paar Lautsprecher seiner Wahl, schon ist man bestens ausgestattet. Dank der enormen Leistung der Verstärkersektion hat man in diesem Punkt praktisch freie Auswahl. Im CS 6.3 wird eine Class-D-Schaltung genutzt, die sich moderner Transistortechnik bedient. Auch eine Röhrenversion hat AVM im Angebot, wobei das entsprechende Schwestermodell mit der Bezeichnung CS 8.3 ansonsten identisch mit unserem Testgerät ist. Auch hier kann man also bei Bedarf umrüsten. Doch schon bei unserem Transistormodell gibt es hervorragende Performance. An unserem Messstand legte der CS 6.3 ordentlich los. Lautsprecher mit acht Ohm Impedanz erhalten bis zu 232 Watt Leistung aus der Class-D-Endstufe. Legt man nur vier Ohm Widerstand an, zeigte die Kurve sogar bis zu etwa 440 Watt an, bevor der Grenzwert von 0,7 Prozent Klirr überschritten wurde. Ob man also Regallautsprecher oder Standboxen verwendet ist hier prinzipiell einerlei, denn das Gerät hat klar die Voraussetzungen, auch größere Modelle zu kontrollieren. Auch der Rauschabstand des Systems fällt mit knapp 95 dBr ausgezeichnet aus. Um diese Werte zu entwickeln, nutzt AVM im CS 6.3 drei separate Netzteile, die im vorderen Bereich des Gerätes untergebracht sind. Getrennt von einer Aluminiumplatte werden von dort störungsfrei die Module in der hinteren Gerätesektion mit Energie versorgt. Kontrolliert wird dies, so wie alle Vorgänge im Gerät, mit der neuen CPU, die auf der vorderen Platine bei den Netzteilen Platz nimmt. Dies ist auch ein Grund dafür, dass das Gerät zum Aufrüsten in die Fabrik muss, denn der Umtausch dieser Platine ist aufgrund der peniblen Verkabelung, des stabilen Aufbaus und letztlich auch der neuen Firmware durchaus komplex. Schließlich wird mit dem neuen Hauptprozessor eine ordentliche Anzahl an Vorgängen verwaltet. Wie es sich für ein gutes All-in-one-System gehört, bietet der CS 6.3 natürlich eine ganze Reihe von Anschlüssen, um bei Bedarf auf so wenige externe Geräte wie möglich angewiesen zu sein. Digitale Signale in S/PDIF-Form können per optischem oder koaxialem Kabel übertragen werden, während hochwertige Streamer oder Musikserver am besten gleich den USB-B-Port nutzen, um noch mehr Auflösung wiedergeben zu können. Analog bietet der AVM XLR- und RCA-Eingänge, wobei neben der Verwendung von Phono- Systemen her auch Heimkinoanwendungen im Fokus stehen. Dafür kann man die Eingänge nämlich im Pass rough-Modus nutzen, um Signale von Surroundprozessoren direkt an die Endstufen weiterzuleiten. So können die HiFi-Lautsprecher direkt auch für die Wiedergabe von Film- und Fernsehton genutzt werden. Ganz auf Musik konzentriert sich hingegen das integrierte CD-Laufwerk. Das mag nach einer Floskel klingen, doch dahinter steckt tatsächlich ein wichtiger technischer Punkt. AVM nutzt hier ein echtes Red-Book-Laufwerk, das einzig für die Wiedergabe von Audio-CDs konzipiert wurde. Das optische Laufwerk wird von Teac speziell für die deutsche High End Schmiede produziert, während man auf dem Markt ansonsten praktisch ausschließlich DVD-Laufwerke findet. Diese nutzen spezielle Linsen um enger geschriebenen Discs zu verarbeiten, was zu Ungenauigkeiten beim Abspielen von CDs führen kann. All dies ist hier irrelevant, denn der CD-Slot ist wie gesagt ausschließlich für CDs gedacht. Auch im Jahr 2020 hat man also die Möglichkeit, seine Sammlung optimal zu nutzen. Gleichzeitig ist Streaming selbstverständlich das Medium der Wahl, wenn es um komfortable Musikwiedergabe geht. Hier setzt AVM dann die zweite große Neuerung des CS 6.3 ein: die Roon-unterstützung und seine komplett neue Streaming-Engine namens X-Stream. Mit der neuen Platine wird das Abspielen von digitalen Dateien neu organisiert. Das Streamingmodul verfügt über Ethernet und WLAN, ermöglicht die Wiedergabe von Musik auf USB-Speichern sowie eine verlustfreie Bluetooth-Übertragung, unterstützt AirPlay2 und kann per Multiroom zentral mit weiteren AVM-Komponenten gesteuert werden. Mit der neuen Engine kann nun auch per Netzwerk besonders hoch aufgelöster Content abgespielt werden, was zuvor einzig dem USB-Anschluss vorbehalten war. Gängige PCM-Formate können nun also mit bis zu 384 kHz bei 24 Bit gestreamt werden. Die DSD-Kompatibilität des USB-Anschlusses ist bei der von uns getesteten Firmware-Version bisher allerdings noch nicht implementiert, was in der Praxis nicht weiter stört. Die Erweiterung der möglichen Abtastraten durch das neue Modul wertet die CS-Modelle auf jeden Fall nochmals merklich auf, und es gibt noch einen weiteren Vorteil durch die neue Engine. AVM nutzt nur eine deutlich modernere App als bisher. Während das alte Programm eher funktionell gestaltet war und wenig Wert auf Komfort legte, gibt sich die neue RCX App nun modern und vielseitig. Das dunkle Design wirkt edel und ermöglicht guten Textkontrast. Die linke Seite des Bildschirms dient der Menü- und Bibliotheksnavigation, der rechte Teil ist für Wiedergabefunktionen und Warteschlange vorgesehen. Damit bleibt der Überblick stets gewahrt, auch wenn das Programm recht viele Musikquellen anzeigen muss. Neben lokalen Speichern können auch alle Anschlüsse mit dem Tablet ausgewählt werden. Dazu kommen Online- Services wie Qobuz, Tidal, Spotify und Highresaudio, ergänzt um Internetradio- und Podcast-Dienste. hier gibt es die ganze Bandbreite moderner Musikwiedergabe, wobei selbst die CD mit Überraschungen aufwartet. Wurden früher einzig die Titelnummern angezeigt, wird nun ein Fingerabdruck des laufenden Stückes genommen und die passenden Metadaten werden auf dem Bildschirm präsentiert. Auch die Lautstärkeregelung mit der App ist dank des Schiebereglers recht präzise umgesetzt. In Sachen Stabilität war noch nicht alles perfekt, wozu man aber wissen muss, dass wir eine Betaversion für den Test nutzten, die laut Aussage von AVM erst zu 90 Prozent fertig war. Hier muss man sich also keine Sorgen machen, denn die Programmierer sind schon bei der Arbeit. Generell ist die neue AVM RCX aber bereits jetzt wunderbar gelungen. Um den Klang des Systems zu beschreiben, reicht das Wort gelungen allerdings kaum aus, denn die Kombination aus modernem Streamer, ausgefeiltem CD-Laufwerk, hochwertigem DAC und potentem Verstärker funktioniert schlicht ausgezeichnet. Die Laufruhe des optischen Laufwerks ist klasse, was bei Johnny Cashs legendärem Black Album zu einem angenehm dunklen Hintergrund führte. Davor konnte sich die charismatische Stimme der Country-Legende wunderbar entfalten, während Klavier und akustische Gitarren sehr plastisch dargestellt wurden. Genauso ging es auch bei Wolfgang Muthspiels neuem Album weiter. Hier setzte der ESS-DAC-Chip das Signal mit schönen Klangfarben und wunderbarer Feindynamik um. Erneut überzeugen besonders die griffigen und facettenreichen Mitten des AVM. Aus dem schwarzen Hintergrund treten dazu sachte, aber präzise Töne von Brian Blades Schlagzeug. Auch der Kontrabass von Scott Colley tut seinen Anteil am feinen Sound, denn er besitzt einen kräftigen Körper, wahrt dabei aber ausreichende Zurückhaltung. Um das Ganze noch zu individualisieren, bietet der CS 6.3 auch wieder die bekannte AVM-Klangregelung, bei der Balance, Höhen und Bässe nochmals fein justiert werden können, um den eigenen Geschmack genau zu treffen. Auch in seiner dritten Version überzeugt AVMs All-in-one-Konzept auf ganzer Linie. Der CS 6.3 bietet zahlreiche Funktionen und wird mit der deutlich leistungsfähigeren Streaming- Engine auf eine neue Stufe gehoben. Selbst im Referenzbereich ist ein Multifunktionsgerät also eine exzellente Alternative zu raumfüllenden Anlagen mit Dutzenden Komponenten, und dank des innovativen Modulsystems ist man auch in Zukunft gut aufgestellt.

Fazit

„Der Ovation CS 6.3 bietet tatsächlich alles in einem und das auf höchstem Niveau. Die Verarbeitung ist wie immer ausgezeichnet, die Technik ist durchdacht, leistungsstark und bietet wunderbaren Sound. Gerade die neue Streaming-Engine überzeugt durch verbesserte Funktionalität und eine nutzerfreundliche Bedienung.“

Preis: um 10800 Euro

All-in-one-System

AVM Ovation CS 6.3


06/2020 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis in Euro: um 10.800 Euro 
Vertrieb: AVM, Malsch 
Telefon: 07246 309910 
Internet: www.avm.audio 
B x H x T: 430 x 130 x 355 mm 
Eingänge: 1 x CD, WLAN 1 x Ethernet 1 x USB-B 1 x USB-A 1 x S/PDIF koaxial 2 x Toslink optisch 1 x RCA Stereo 1 x XLR Stereo 1 x UKW koaxial Bluetooth 
Unterstützte Formate: gängige PCM-Formate und DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 24 Bit DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo 1 x XLR Stereo 2 x RCA Stereo (1 x Fixed, 1 x Pre-Out) 1 x 6,3-mm-Kopfhörerausgang (vorne) 
Leistung: etwa 232 Watt an 8 Ohm etwa 440 Watt an 4 Ohm 
checksum „Der Ovation CS 6.3 bietet tatsächlich alles in einem und das auf höchstem Niveau. Die Verarbeitung ist wie immer ausgezeichnet, die Technik ist durchdacht, leistungsstark und bietet wunderbaren Sound. Gerade die neue Streaming-Engine überzeugt durch verbesserte Funktionalität und eine nutzerfreundliche Bedienung.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 18.06.2020, 12:06 Uhr
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