Kategorie: AV-Receiver

Einzeltest: Yamaha RX-A1070


Die goldene Mitte

AV-Receiver Yamaha RX-A1070 im Test, Bild 1
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Fünf Mehrkanal-Netzwerk-AV-Receivermodelle umfasst die edle Aventage-Serie von Yamaha. Wir ordern den „1070“ zum Test, der die günstigste Möglichkeit bietet, in die Welt der vierstelligen Flaggschiff-Receiver des japanischen Herstellers einzusteigen. Was das brandneue Modell leistet, erfahren Sie in unserem Testbericht.

Das Design des Yamaha RX-A1070 mit zweigeteilter Front aus Glas und Aluminium ist sehr gelungen. Er hält sich mit optischen Spielereien zurück, was ihm einen eleganten und edlen Anstrich verleiht. Die klare Gliederung der Gehäusefront macht ihn besonders übersichtlich, so dass nicht nur Yamaha-Fans ihre Freude an dem Receiver haben werden. Schaut man sich die Ausstattung des 1070ers an, wird schnell klar, dass es sich um ein wirklich ernsthaftes Musik- und Videoprodukt handelt. Der Receiver ist mit nahezu 15 Kilogramm Kampfgewicht und über 18 Zentimetern Bauhöhe ein echter Brocken.

AV-Receiver Yamaha RX-A1070 im Test, Bild 2AV-Receiver Yamaha RX-A1070 im Test, Bild 3AV-Receiver Yamaha RX-A1070 im Test, Bild 4AV-Receiver Yamaha RX-A1070 im Test, Bild 5AV-Receiver Yamaha RX-A1070 im Test, Bild 6
Im Gehäuse ist feinste Technik integriert und mit sieben verstärkten Kanälen und Yamahas MusicCast an Bord eignet er sich perfekt als zentrale Schnittstelle einer leistungsfähigen Musik- und Videoanlage. 

Ausstattung


Auf der Aluminiumfront des RX-A1070 sind links und rechts die geschmeidig laufenden Quellenwahl- und Lautstärkeregler angeordnet. Im oberen Drittel sitzt auf der gesamten Breite der Receiverfront eine Glasleiste, hinter der sich mittig das dimmbare Display verbirgt. Im Betrieb zeigt es ausführliche Informationen mit gestochen scharfen Zeichen. Zwei weitere Bedienelemente sind hier zu finden: links der Powerknopf und rechts die „Pure-direct-Taste“. Eine große Klappe aus Metall, hinter der eine ganze Menge an Tasten und Anschlüssen zu finden ist, ist direkt unterhalb des Displays in die Front eingebaut. Das erlaubt das direkte Bedienen am Receiver und einen schnellen Anschluss von temporären Quellgeräten. Der rund 1.450 Euro teure RX-A1070 ist in Schwarz oder Titan erhältlich und zeigt gegenüber seinem Vorgänger einige Neuerungen. Fangen wir bei so etwas Unscheinbarem wie den Gerätefüßen an, die jetzt in optimierter Form Resonanzen besser dämpfen können. Radiobegeisterte werden sich über die Integration eines DAB+-Tuners sehr freuen. Die vier „Scene- Plus-Tasten“ verfügen nun über einen zusätzlichen Speicher, und dank der Funktion „Triggered Audio Playback“ können MusicCast-Voreinstellungen einfacher gespeichert und wieder aufgerufen werden, inklusive Playlist. Bei der Einmessung hat sich ebenfalls etwas getan: Durch die 64-bit-Berechnung, bisher 32 bit, ist sie jetzt noch präziser. YPAO R.S.C. misst die Abstände der Lautsprecher zur Hörposition, passt Pegel an und greift ein, um akustische Probleme des Raums in den Griff zu bekommen. Die beiden Topmodelle RX-A2070 und RX-A3070 erkennen dank dreidimensionalem Messverfahren sogar die exakten Lautsprecherpositionen im Raum, können also beispielsweise exakt Front-Height- von den Front-Lautsprechern unterscheiden – dazu ist der 1070 leider nicht in der Lage. Auch videoseitig greift der Yamaha in die Vollen und zeigt sich mit Dolby Vision, HLG (Hybrid Log Gamma) und eARC (Enhanced Audio Return Channel) für die nahe Zukunft gerüstet, wobei Letzteres erst mit einem Update im Herbst ermöglicht wird. Über eARC können objektbasierte Tonformate wie Dolby Atmos oder DTS:X von kompatiblen Geräten wie Smart-TVs übertragen werden. Speziell für die 3D-Tonformate wurde ein DSP-Programm neu entwickelt, das auf den Namen „Enhanced“ hört. Cinema-DSP HD3 inklusive der Funktion „Virtual Rear Presence Speaker“ ist ebenfalls neu an Bord. Weitere Features Bei HDR10, 4K-Ultra-HD mit 4K/60p, 4:4:4-Farbraum, Unterstützung des erweiterten Farbraums BT.2020 sowie 4K-Ultra-HD-Hochskalierung kann der RX-A1070 ein Häkchen setzen. Ein hochwertiger ESS-Sabre-DAC ermöglicht die Wiedergabe von High-Resolution-Audiosignalen bis hin zu 5,6 MHz DSD. Insgesamt acht HDMI-Eingänge und zwei HDMI-Ausgänge bietet der Receiver an. Bis auf die frontseitige HDMI-Schnittstelle unterstützen alle Ein- und Ausgänge HDCP2.2. MusicCast, LAN, WLAN, Bluetooth und AirPlay ermöglichen alle erdenklichen Formen des Musikstreamings. Über Netzwerk oder den USB-Eingang lassen sich die hoch aufgelösten Audioformate ALAC, FLAC und WAV unterbrechungsfrei abspielen oder verlustbehaftete Formate wie MP3 und Co. wiedergeben. Streaming-Plattformen wie Spotify, Tidal, Deezer, Qobuz, Napster und Juke sind direkt anwählbar, wobei für die uneingeschränkte Nutzung aller Dienste oder bestmögliche Klangqualität kostenpflichtige Abonnements erforderlich sind. 

In der Praxis


Wie bei allen moderneren Yamaha-AV-Receivern gelingt auch beim RX-A1070 die Einrichtung dank grafischer Bildschirmanleitung einfach. Noch mehr Hilfestellung geben die dicke PDF-Anleitung oder die Tablet-App „AV Setup Guide“, die Yamaha kostenfrei anbietet. Zwei weitere Apps sind für den Yamaha sehr empfehlenswert: Zum einen „MusicCast Controller“, die sich zum Steuern aller Komponenten anbietet, und zum anderen „AV Controller“, die auf sehr komfortable Art und Weise die Parameter der DSP-Klangprogramme beeinflussen kann. Die Auswirkungen der Einflussnahme sind in Echtzeit direkt hörbar. Verschiedenste Wege zur Integration in ein Heimnetzwerk bietet der RX-A1070 an, so dass keine Stolpersteine zu erwarten sind. YPAO R.S.C. optimiert die angeschlossenen Lautsprecher automatisch. Dazu wird das mitgelieferte Messmikrofon idealerweise auf einem Stativ in Ohrhöhe platziert und die Messroutine auf der Referenz-Sitzposition gestartet. In rund drei Minuten gelingt die Einzelplatzmessung. Für die Messung auf fünf Hörpositionen sind etwa zehn Minuten nötig. 

Im Einsatz


Standesgemäße Lautsprecher und unsere üblichen Referenzboxen loten die akustischen Fähigkeiten des Yamaha-AV-Receivers aus. Bereits direkt aus dem Karton, ohne jegliche Einmessung, klingt der RX-A1070 ungemein räumlich. Ein zufällig hereingeschneiter Kollege hat Stein und Bein geschworen, ganz deutlich Überkopfeffekte gehört zu haben – doch zu dem Zeitpunkt waren die Dolby-Atmos-Speaker noch gar nicht angeschlossen. Coole Sache, das! Und auch im Pure-Direct- Modus im Stereobetrieb behält der Yamaha seine erfreulich raumgreifende Darbietung bei. Bei aller Räumlichkeit agiert der Receiver sehr präzise. Er platziert Klangereignisse perfekt und bildet diese in gewohnter Größe ab. Wer sich mit den DSP-Programmen Zeit nimmt und Vernunft walten lässt, kann mit den 24 möglichen Klangprogrammen viel Spaß haben. Wer allerdings wie wild an den Reglern dreht, wird garantiert eine Enttäuschung erleben, da dann jegliche Atmosphäre und Authentizität verloren geht. Wir haben viel Freude an den Szenen aus den Filmen „Unbroken“, „Mad Max: Fury Road“ und „Insurgent“ von der Dolby-Atmos-Demo- Disc. Andere Scheiben, Filme und Konzerte, wandern in den Blu-ray-Player und kein einziges Mal enttäuscht der Yamaha RXA1070. Feinste Details im Hintergrund oder brachiale Effekte mit voller Wucht liefert der AV-Receiver mit spielerischer Leichtigkeit. Er klingt jederzeit kontrolliert und ausgewogen und brennt dank hoher Leistung Effektfeuerwerke mit stupender Dynamik ab, ohne mit der Wimper zu zucken. 

Labor


Im Messlabor zeigt sich der Yamaha-AV-Receiver RX-A1070 von seiner besten Seite und glänzt mit hoher Leistung. Zweimal exakt 200 Watt an vier und rund 150 Watt an acht Ohm drückt er in die Lastwiderstände. Mehrkanalig bleiben auf fünf Kanälen je 114 Watt an vier Ohm und 105 Watt an acht Ohm übrig. Der Dämpfungsfaktor ist erfreulich hoch und die Werte für das Klirrverhalten, die Kanaltrennung sowie das Rauschen sind nicht zu beanstanden. Im Standby liegt der Stromverbrauch bei kaum messbaren 0,4 Watt und beim Standby-Passthrough steigt der Wert auf nur sehr geringe 1,7 Watt an. Bei voller Leistung auf fünf Kanälen steigt die Gehäuse-Oberflächentemperatur auf etwa 60 Grad. Wie üblich sollte bei hohen Leistungen für eine gute Belüftung des Receivers gesorgt sein.

Fazit

Der rund 1.500 Euro teure RX-A1070 ist die goldene Mitte bei Yamahas Aventage-Modellen. Hier gibt es eine pralle Ausstattung und exzellenten Klang zu einem vergleichsweise niedrigen Einstandspreis. Wer sich den Receiver zulegt, kann Stereo- und Mehrkanalton in vollen Zügen genießen. Zudem darf er sich über eine hohe Leistung und die Einbindung in die MusicCast-Welt freuen. Eine ganz klare Empfehlung für alle Heimkinofans, die sich endlich ihren High-End-Traum- Receiver gönnen wollen.

Preis: um 1450 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

AV-Receiver

Yamaha RX-A1070

Spitzenklasse

5.0 von 5 Sternen

09/2017 - Jochen Schmitt

Bewertung 
Klang 40% :
Tonalität 20%

Räumlichkeit 10%

Lebendigkeit 5%

Dekodierung 5%

Labor 10% :
Leistung 2%

Rauschabstand 2%

Klirrfaktor 2%

Übersprechen 2%

Dämpfung 2%

Praxis 25% :
Verarbeitung (Gerät) 10%

Bedienung (Gerät/ Handbuch/ Fernb.) 15%

Ausstattung 25% :
Ausstattung 25%

Ausstattung & technische Daten 
Preis in Euro 1450 
Vertrieb Yamaha, Rellingen 
Telefon 04101 3030 
Internet www.yamaha.de 
Technische Daten
Abmessungen (B x H x T) in mm 435/182/439 
Gewicht (in Kg) / Frontplatte Metall (M)/ Kunststoff (K) 14.9/M 
Stereo Leistung, PCM-Stereo (4 Ohm/8 Ohm), 0,7% THD (in W): 200/149 
5-Kanal Leistung, Dolby Digital (4 Ohm/8 Ohm), 0,7% THD (in W): 114/105 
Rauschabstand PCM-Stereo, Front, 5W, 1kHz (in dB) 83 
Rauschabstand Dolby Digital, Front, 5W, 1kHz (in dB) 80 
Klirrfaktor Dolby Digital, Front, 5W, 1kHz (in %) 0.012 
Klirrfaktor PCM-Stereo, Front, 5W, 1kHz (in %) 0.005 
Kanaltrennung, DD, 1kHz; F/F, F/C, F/R (in dB) 80.1/81.5/84 
HDMI-Version 2.0a, Ausgang mit ARC 
Dämpfungsfaktor 198 
Stromverb. Standby/Passthrough/bei 5 x 1 Watt Ausgangsl. (in W) 0.4/1.7/144 
Max. Temperaturerhöhung über Raumtemp. (in °C) 35 
Ausstattung
Dekoder für alle Tonformate/THX Ja /– 
Dolby Atmos / DTS:X / Auro-3D Ja / Ja / Nein 
Formate USB MP3, AAC, WMA, WAV, FLAC, DSD 2.8/5.6 MHz, AIFF, ALAC 
Formate Netzwerk MP3, AAC, WMA, WAV, FLAC, DSD 2.8/5.6 MHz, AIFF, ALAC 
DSP-Programme/autom. Einmessung 24/ Ja 
Übernahmefreq. f. Subw./pro Kanal/man. Equalizer 9/ Ja /7-Band parametr. 
Frontanschl.: FBAS/HDMI/Audio analog/digital/USB Nein / Ja / Ja / Nein / Ja 
Eing. Audio: analog/Phono/Mehrkanal/opt./elektr. 7/ Ja /8-K./3/3 
Eingänge Video: FBAS/YUV/HDMI 4/0/8 
Ausgänge: analog/opt./elektr./YUV/HDMi 0/0/0/0/2 
Pre-Out: Front/Center/Rear/Subw./SB/FH/FW Ja / Ja / Ja / Ja / Ja / Nein / Nein 
Videokonvert./Scaler/4K-Passtrough/Upscaling Ja / Ja / Ja / Ja 
AV-Sync/Analogpegel einstellb./Input-Rename var./ Ja / Ja 
Multiroom (A/V)/iDevice-kompatibel/AirPlay Ja / Ja / Ja / Ja 
Klangregler/abschaltb./Kopfhörer-Ausg. 2/ Ja / Ja 
FM-Tuner/Internetradio/Sleep-Timer Ja / Ja / Ja 
Fernb. lernf./vorprogr./OSD über HDMI Nein / Ja / Ja 
Netzwerkfunktion/Triggerausgänge/RS232 o.ä. Ja / Ja / Ja 
Dekoder/Endstufen/Gehäusefarben 7.2/7 analog/S / SW 
Sonstiges MusicCast, Dialog-Lift-Funktion, Cinema DSP HD3 mit Rear Virtual Presence Speaker 
Preis/Leistung sehr gut 
+ + umwerfender Surroundklang 
+ + MusicCast 
+/- + sehr gute DSP-Klangprogramme 
Klasse: Spitzenklasse 
Testurteil: überragend 
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Autor Jochen Schmitt
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Datum 01.09.2017, 11:28 Uhr
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