Kategorie: AV-Kombinationen, AV-Vorstufen

Einzeltest: Arcam AV860


Big Bang

AV-Kombinationen Arcam AV860 im Test, Bild 1
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Angekündigt für einen Test war er schon längere Zeit, nun endlich haben wir den Flaggschiff-AV-Prozessor AV860 von Arcam in den Räumen der hifitest.de-Redaktion stehen. Inklusive einer ganzen Armada an Arcam-Stereo- und 4-Kanal-Verstärkern, um unser Referenzkino in klanglich höhere Sphären zu hieven.

Selten haben wir uns im Vorfeld so auf einen Test gefreut wie auf diesen. Uns hat der Produktmanager von Arcam nämlich eine pickepackevolle Europalette mit feinster Technik versprochen. Und das ist wirklich wörtlich zu nehmen, da sich das zu testende Ensemble aus großen und schwergewichtigen Geräten zusammensetzt. In den voluminösen Kartons macht das Septett bereits im verpackten Zustand ordentlich Eindruck. Rund 115 Kilogramm Nettogewicht bringen Vorverstärker und die Endstufen auf die Waage. Die sieben Arcams auszupacken, vom Lager ins Fotostudio zu tragen, anschließend zum Messplatz zu bringen und schließlich in das Referenzkino zu wuchten, ersetzte auf jeden Fall den Gang ins Fitnessstudio.

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Die Mühen haben sich in jeder Hinsicht gelohnt, um an dieser Stelle ein wenig vorzugreifen. 11.2-Kanal-AV-Prozessor AV860 Fangen wir mit dem gewichtsmäßig leichtesten, technisch allerdings schwersten Gerät, dem AV-Prozessor an. Optisch reiht sich der neue AV860 in das typische Design der bisherigen Arcam-Geräte ein. So lässt er sich perfekt mit aktuellen oder bereits vorhanden Modellen älteren Datums kombinieren, ohne dass es zu einem Bruch in der Optik kommt. Das Gehäuse ist Arcam-typisch mit einer massiven Metallfront ausgestattet, die über nahezu die gesamte Breite einen Schlitz zur Gehäusebelüftung aufweist. Der AV-Prozessor AV860 gleicht seinen Arcam-AV-Receiverkollegen wie ein Ei dem anderen. An zentraler Stelle sitzt ein Lautstärkeregler, kleine Tipptasten sitzen links und rechts davon in Reih und Glied und auch das markant grün leuchtende Display kennt man bereits von der britischen Marke. Arcam- Kenner sind somit sofort in ihrem Element und auch Neubesitzer kommen schnell mit diesem klaren Layout klar. Sieben HDMI-Eingänge und drei HDMI-Ausgänge bietet der AV860 an, natürlich in der aktuellsten Version, inklusive ARC-Tauglichkeit und 4K-UHD-Auflösung. Als reiner AV-Prozessor muss der Arcam AV860 selbstredend ohne Verstärkerbaugruppen auskommen. Zwölf symmetrische (XLR) und ebenso viele unsymmetrische (Cinch) Audioausgänge nehmen Kontakt mit externen Verstärkern auf. Der AV860 dekodiert alle derzeit gängigen Tonformate und kann neben Dolby Atmos auch DTS:X-Signale verwerten. Auf das aktuell dritte Audio-Höhenformat Auro-3D müssen Benutzer des 860 leider verzichten, ebenso auf eine Wireless-Funktion. Im AV860 sind UKW- und DAB-Tuner integriert, per Netzwerkverbindung ist der Zugriff auf Tausende Internetradiostationen oder Streaming via Spotify möglich.

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Stereoverstärker P49 und Mehrkanal-Endstufe P429

Um den AV-Prozessor AV860 auszureizen, hat uns Arcam mit fünf prächtigen Stereoverstärkern namens P49 ausgerüstet, die in gebrückter Form die Hauptkanäle unserer Referenz-Lautsprecher mit Energie versorgen dürfen. Eine 4-Kanal-Endstufe P429 übernimmt die Kontrolle der vier Deckenlautsprecher. Die Verstärker sind die Flaggschiffe im Programm von Arcam und bauen auf deren Class-G-Schaltung auf. Sage und schreibe 4.400 Watt Gesamtleistung stellen die Arcams an den Lautsprecherterminals für Haupt- und Effektlautsprecher bereit.

Dirac Live

Bereits aus dem Receiver AVR850 bekannt ist das sehr effektiv arbeitende Raumkorrektur-System „Dirac Live“, das nun im AV860 ebenfalls für die Raumakustik-Berechnungen zuständig ist. Im Gegensatz zu sonst üblichen Systemen ist zur Einmessung ein Mac oder PC nötig. Via beiliegende Mini-Soundkarte und Messmikrofon werden Lautsprecher-Art, Lautsprecher-Distanz, Lautsprecher-Lautstärke und problematische Resonanzfrequenzen, die per Filter entzerrt werden sollen, ermittelt. Die Software muss auf der Arcam-Homepage kostenfrei heruntergeladen und anschließend installiert werden. Vor den Messungen wird das Messmikrofon mit der mitgelieferten Datei kalibriert. Dirac Live benötigt für die grundlegende Einmessung auf neun Messpunkten mit finaler Berechnung etwa 30 bis 45 Minuten. Das Programm analysiert anhand verschiedener Mess-Sweeps den Raum und die Lautsprecher. Danach sind die Ergebnisse schön übersichtlich auf dem Monitor kanal getrennt abzulesen. Dirac Live kalibriert alle Frequenzgänge und Impulsantworten auf die von Arcam vorgegebenen Zielkurven. Natürlich können an dieser Stelle die Werte auch manuell manipuliert werden. Sind die Berechnungen abgeschlossen, wird das Ergebnis gesichert und im Arcam AV860 abgespeichert.

In der Praxis

Das Dirac-Live-Messverfahren bietet umfangreiche Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Wer manuell eingreift, sollte ein gutes Grundwissen rund um die Akustik mitbringen. Denn sonst kann die Klangkorrektur gehörig nach hinten losgehen. Die Arcam-Zielkurve zeigt einen vom Bass zu den Höhen hin leicht abfallenden Verlauf. Obwohl unser Referenz-Heimkino akustisch optimiert ist, zeigen die verwendeten Lautsprecher einige Auffälligkeiten im Frequenzgang. Dirac Live kann bereits bei der ersten Einmessung absolut überzeugen und wirkt diesen Ausreißern effektiv entgegen. Dennoch reizen wir mit manuellem Nachregeln das System weiter aus und erzielen eine nochmalige Steigerung des klanglichen Ergebnisses.

Im Einsatz

In unserem Heimkino sorgt der beinahe 30.000 Euro teure AV-Prozessor-/ Verstärkerturm von Arcam für Begeisterung bei allen Kollegen und Besuchern. Wo sonst Einzelgeräte für die Verstärkung der Lautsprecher sorgen, sind nun sieben massive Geräte im Einsatz. Das schindet optisch mächtig Eindruck und sorgt für Leis tung im Überfluss. Mit aktiviertem Dirac Live spielt unser 5.2.4-Lautsprechersystem schlichtweg grandios auf: Von Beginn an begeistert die unglaubliche Souveränität, mit der Musik- und Videosignale reproduziert werden. Als Zuhörer berauscht man sich an einer fantastischen Atmosphäre, wird hineingezogen in das filmische Geschehen durch enormen Detailreichtum und eine ungemein plastische Raumabbildung. Das Arcam-System löst wunderbar fein auf und spielt jederzeit ausgewogen, verfärbungsfrei und kontrolliert. Wir haben den technisch sehr eindrucksvollen Film „Die Bestimmung – Divergent“ in den Blu-ray-Player gelegt, ideales Akustikfutter für die Arcams. Von fein eingesponnenen, kaum wahrnehmbaren Nebendetails über opulente, dreidimensionsale Raumeffekte bis die Grundfesten erschütternde Tiefbässe ist hier alles zu finden. Der AV-Prozessor hat mit seiner Verstärkerarmada alles unter Kontrolle und liefert eine akustische Glanzleistung ab – so brillant, detailliert und mitreißend haben wir diese Szenen noch nie zuvor gehört. Da werfen wir doch gleich noch die aktuellen Demo-Discs von DTS und Dolby in den Player, um uns weiter von der Darbietung des Arcam-Septetts begeistern zu lassen. Als die viermotorigen B24-Liberator-Bomber in „Unbroken“ am Horizont auftauchen und nach kurzer Zeit über unsere Köpfe hinwegdonnern, massieren uns die Druckwellen Leib und Seele. Das kurze Gefecht mit den anfliegenden Jägern wird sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt: Die einschlagenden Kugeln aus den Maschinengewehren der einmotorigen Jäger erzeugen ein beeindruckendes Effektgewitter, die Bomberhülle wird scheinbar in unserem Heimkino mit Löchern durchsiebt. Als das schwere Bombergeschütz zur Gegenwehr ansetzt, sind die großkalibrigen Schüsse der Kanone mit jeder Faser unseres Körpers zu spüren. Natürlich spielen wir auch die bekannten Dolby-Atmos- und DTS:X-Trailer ab, was mit der Arcam-Kombination zum allergrößten Vergnügen wird. Die Dreidimensionalität ist verblüffend, alle Höheneffekte sind wunderbar harmonisch ins Gesamtgeschehen eingebunden. Zum Abschluss gönnen wir uns noch „Mad Max: Fury Road“ und geben uns ganz der überragend souveränen Performance unseres Testsystems hin. Absolut begeisternd ist die grenzenlose Dynamik, die das Arcam-Set jederzeit bereitstellt. Diese Performance macht süchtig, so dass wir uns nach dem abgeschlossenen Test auf viele weitere Filmszenen und den einen oder anderen Film in kompletter Länge freuen – herrlich!


Labor

Nahezu unglaubliche 764 Watt an acht Ohm stellt die P49 gebrückt an den Lautsprecherausgängen bereit. Zweimal 212 Watt sind es an acht Ohm und zweimal 377 Watt an vier Ohm. Die Klirrfaktorwerte sind sehr niedrig und auch die ermittelten Werte für Rauschabstand und Übersprechen sind absolut tadellos. Mit einem Dämpfungsfaktor von 285 verspricht die P49 sehr gute Kontrolle über angeschlossene Lautsprecher. Die Mehrkanalendstufe P429 liefert ebenfalls hohe Leistungswerte: 150 Watt pro Kanal an vier Ohm treiben komplexere Heimkino-Setups mühelos an. Bei Rauschverhalten, Störabstand und Klirr ist sie nur minimal schwächer als die P49.

Fazit

Die unglaublich leistungsfähige Kombination aus dem AV-Prozessor AV860, fünf Stereo-Verstärkern P49 und einer 4-Kanalendstufe P429 hat in unserem Referenz-Heimkino für einen wahren Urknall gesorgt. Das ist die pure Heimkino-Faszination und lässt keine Wünsche mehr offen: Souveränität und Kontrolle in allen Lagen werden gepaart mit grandioser Klangentfaltung, die für eine berauschende Atmosphäre beim Hören und Sehen sorgt.

Preis: um 5400 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

AV-Vorstufen

Arcam AV860

Referenzklasse

5.0 von 5 Sternen

04/2018 - Jochen Schmitt

Bewertung 
Klang 40% :
Tonalität 20%

Räumlichkeit 10%

Lebendigkeit 5%

Dekodierung 5%

Praxis 25% :
Verarbeitung (Gerät) 10%

Bedienung (Gerät/ Handbuch/ Fernb.) 15%

Ausstattung 35% :
Ausstattung 35%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb GP Acoustics GmbH, Essen 
Telefon 0201 170390 
Internet www.arcam.co.uk 
Technische Daten
Abmessungen (B x H x T) in mm 433/171/425 
Gewicht (in Kg) / Frontplatte Metall (M)/ Kunststoff (K) 10.3/M 
Ausstattung
Dolby Digital / -Ex / PL IIx / PLIIz / DD Plus/ -TrueHD Ja / Ja / Ja / Nein / Ja / Ja 
dts / -ES / mit PLIIx / 6.1 Discr. / 96/24 / -Master Audio Ja / Ja / Ja / Ja / Ja 
DSP-Programme / Audyssey DSX / Dyn. Volume / autom. Einmessung 0/ Nein / Nein / Ja 
Übernahmefreq. f. Subw. / pro Kanal / man. Equalizer 7/ Nein / 
Eingänge Audio: analog/ Phono/ 6/8-Kanal/ opt./ elektr. 6/ Nein //2/4 
Frontanschlüsse: FBAS/ S-Video/ Audio analog/ digital/ USB Nein / Nein / Nein / Nein / Nein 
Eingänge Video: FBAS/ S-Video/ YUV/ HDMI 0/0/0/7 
Ausgänge: Audio(analog)/ opt./ elektr./ FBAS/ S-Video/ YUV/ HDMi 1/0/0/0/0/0/3 
Pre-Out: Front/ Center/ Rear/ Subw./ SB / FH / FW Ja / Ja / Ja / Ja / Ja / Ja / Ja 
Videokonvert. aufw./ analog auf HDMI/ abw./ De-Interlacer/ Scaler Ja / Ja / Nein / Ja / Ja 
AV-Sync/ Analogpegel einstellb./ Input-Rename ja/ Ja / Ja 
Multiroom (Audio/Video)/ Netzausg./ MC-IR-Funktion/ iPod-Steuer. Ja / Nein /0/ Ja / Nein 
Kanalregler/ abschaltb./ Loudness/ Kopfhörer-Ausg./ mit Raumklang 2/ Ja / Ja / Ja / Nein 
RDS/ Stationsspeicher/ Internetradio / Sleep-Timer Ja /50/ Ja / Nein 
Fernbedienung lernf./ vorprogr./ On-Screen-Menü/ über HDMI Ja / Ja / Ja / Ja 
Netzwerkfunktion/ Triggerausgänge/ RS232o.ä. Ja / Ja / Ja 
THX/ Farbe /graphit 
Sonstiges Dirac Live, Dolby Atmos, DTS:X, 12 symmetrische Ausgänge, DAB+-Tuner 
Preis/Leistung sehr gut 
+ + herausragender Klang 
+ + 11.2-Processing 
+ + Dirac Live Einmessung 
Klasse: Referenzklasse 
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Jochen Schmitt
Autor Jochen Schmitt
Kontakt E-Mail
Datum 23.04.2018, 14:59 Uhr
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Topthema: Micro-Endstufe mit vier Kanälen
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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