Kategorie: Beamer

Einzeltest: BenQ X12000


Statement die Zweite

Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 1
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Das Statement in Form des BenQ W11000, seines Zeichens erster 4K-Beamer von BenQ, ist kaum abgekühlt, da legt BenQ nach: Der X12000 sieht dem W11000 zum Verwechseln ähnlich, nutzt als Lichtquelle jedoch moderne LED-Technik statt der UHP-Lampe – das ändert natürlich einiges.

Vorab auf jeden Fall der Preis, der X12000 schlägt mit knapp 3.000 Euro mehr zu Buche als der Bruder mit der herkömmlichen Lampe, allerdings ist das Leuchtmittel nicht der einzige Unterschied, wenn auch der gravierendste. Die LED steht nicht nur bei Beamern für Langlebigkeit, geringen Energiebedarf und leise Lüfter. Zur Langlebigkeit gibt es tatsächlich noch keine belastbaren Zahlen, schließlich sind Beamer mit LED-Leuchtmittel im Heimkino noch nicht so lange und vor allem flächendeckend vertreten. Allerdings wenn man die Angabe von 20.000 Stunden zugrunde legt – so lange garantiert der Hersteller nämlich die Farbtreue –, ist das schon eine Hausnummer.

Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 2Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 3Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 4Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 5Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 6Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 7Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 8Beamer BenQ X12000 im Test, Bild 9
Gesetzt den Fall, Sie schauen jeden Tag einen Spielfilm von 90 Minuten Länge an, müsste das Leuchtmittel frühestens nach 30 Jahren gewechselt werden. Zudem reichte die Lichtausbeute der LEDs bislang nicht an das Potenzial von UHP- Lampen heran, zumindest nicht zu vergleichbaren Kosten. Zusammen mit den Messwerten vom W11000 haben wir nun die Möglichkeit, beide Technologien diesbezüglich miteinander zu vergleichen, was deshalb besonders interessant ist, weil beide Beamer zumindest nominell die gleiche Lichtausbeute haben. 

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Mehr Licht, mehr Farbe


Äußerlich ähneln sich die beiden BenQ-Boliden wie ein Ei dem anderen; bis auf das THX-Logo, welches beim X12000 durch ein DCI-Logo ersetzt wurde, gibt es keine sichtbaren Unterschiede. Die Änderungen im Innern sind allerdings von tiefgreifender Natur, vor allem in Bezug auf die Leuchtkraft. Die LED als Leuchtmittel ist nicht die einzige Neuerung, der komplette Lichtweg wurde überarbeitet, so hat man diesen mithilfe einer neuen Beschichtung nochmals gegen Streulicht optimiert. Da nimmt es kaum Wunder, dass der X12000 die Lichtausbeute des W11000 nominell nicht nur halten kann, er ist selbst im kalibrierten Zustand deutlich heller. Das Gute ist, die höhere Lichtausbeute geht nicht zu Lasten des Schwarzwertes, dieser liegt in etwa auf dem Niveau des W-Modells, was dem X12000 eine satte Kontraststeigerung beschert. Das bezieht sich allerdings allein auf den nativen Kontrast, eine dynamische Kontraststeuerung gibt es nicht, der X12000 verzichtet auf die adaptive Iris, die im W11000 zum Einsatz kommt. Das X-Modell gibt sich damit noch mal spartanischer als das W-Modell. Vermisst habe ich die adaptive Iris nicht wirklich, zumal der Schwarzwert des X12000 auf gleicher Höhe liegt wie beim W11000; zusammen mit der höheren Lichtausbeute hat er also deutlich an Kontrast zugelegt. Auf den so gut voreingestellten THX-Preset hat man beim X12000 ebenfalls verzichtet, zugunsten eines DCI-P3-Presets. Damit erreicht der Beamer eine sehr gute Abdeckung des besagten Farbraumes, auch wenn dies bei Weitem noch nicht dem BT.2020 entspricht, den übrigens keiner der mir bekannten Beamer abzudecken vermag. 

Setup und Bildqualität


Bezüglich der Installation gibt sich der X12000 eher spartanisch; zwar bietet er mit seinem weiten Lensshift eine variable Aufstellung an, dieser ist jedoch, ebenso wie Zoom und Fokus ausschließlich per Hand einzustellen. Was beim Lensshift noch in Ordnung geht, schließlich setzt man den Beamer nicht alle 14 Tage um, nur Fokus und Zoom können bei Deckenmontage und gelegentlichem Einsatz eines Linsenvorsatzes schon umständlich sein. Bei der Einstellung des Fokus versetzt mich der BenQ Beamer ein weiteres Mal in Erstaunen ob der enormen Bildschärfe, welche die Optik an die Leinwand bringt. Das feine Gittermuster unseres Testbildes wurde nicht nur bis in die Ecken knackscharf abgebildet, sondern man sieht so gut wie keine Farbsäume – Chapeau! Auch der Frequenz-Sweep (kontinuierlich enger werdende horizontale Linien) brachte kaum Artefakte in Form von Moiré oder Schlimmeres zum Vorschein, die Pixel-Interpolation funktioniert demnach hervorragend. An dieser Stelle werden sämtliche LCD-Modelle, die mit Full- HD und eShift arbeiten, in die Schranken gewiesen, selbst der Sony VPL-VW550ES, der vom letzten Test noch im Labor stand, kann es trotz nativer 4K-Wiedergabe nicht besser. Einziges Manko des X12000: wie schon der W11000 kann er kein HDR reproduzieren. Angesichts der kompromissbeladenen Lösungen bei Beamern bis 10.000 Euro ist diese Entscheidung durchaus nachvollziehbar. Der X12000 glänzt hingegen mit einer guten Farbreproduktion bereits im voreingestellten Cinema-Preset und bietet über den gesamten Helligkeitsbereich eine konstante Farbtemperatur. Er gehört mit knapp über 6000 Kelvin eher zu den wärmer abgestimmten Setups; wem das nicht gefällt, der kann im leicht zu handhabenden Color-Management nachbessern. Vor allem interessierte mich jedoch die angekündigte Reproduktion des DCI-P3-Farbraumes. Hierzu muss man nur das entsprechende Preset aktivieren, und schon schaltet der BenQ in den Turbo-Farbraum um. Sichtbar ist das tatsächlich zum Beispiel im „Marsian“ in der fein abgestimmten Mars-Oberfläche. Messtechnisch lässt sich das ohne Weiteres bestätigen, der DCI-Farbraum wird komplett abgedeckt, leichte Abweichungen von den Sollwerten gibt es lediglich bei Cyan und Gelb. Anschließend kann man sich locker vom Bild des X12000 einfangen lassen, ohne dass man jetzt die Pixel zählen muss, denn die sind ohnehin zu klein ;-)  

Fazit

BenQ stellt mit dem X12000 schon den zweiten DLP-basierten Referenz-Beamer binnen kürzester Zeit. Diese Spitzenposition ist mehr der hervorragenden Bildqualität als der komfortablen Bedienung mit motorisierter Objektiveinheit zu verdanken. Man fragt sich, wann die anderen DLP-Hersteller auf den 4K-Zug aufspringen, um diesen Vorsprung wieder aufzuholen – auch der X12000 setzt ein eindeutiges Statement.

Preis: um 8000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Beamer

BenQ X12000

Referenzklasse

4.5 von 5 Sternen

09/2017 - Thomas Johannsen

 
Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusche 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Ausstattung 5%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro) 8000 
Vertrieb BenQ, Oberhausen 
Telefon 0208 409420 
Internet www.benq.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 2200 
Lumen (gemessen im eco-mode) 641 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.65/641 
ANSI-Kontrast 393:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 986:1 
Ausleuchtung (in %) 97 
Betriebsgeräusch (0,5m/dB(A)) (in dB) < 30 dB 
minimaler/ maximaler Abstand (bei 2m Bildbreite) (in m) 2.72/4.06 
Projektionsverhältnis/ Zoomfaktor 1,36-2,03:1/1.5 
Gamma (D65) 2.3 
Abmessungen B x H x T (in cm)/ Gewicht (in Kg) 471/225/565/18.5 
Stromverbr. Aus/ Standby/ Betrieb –/< 0,3 W/270 W / 170 W (Eco) 
Lampenart/ Lampenleistung PHILIPS HLD LED 
Preis Ersatzlampe – 
Lebensdauer Lampe (in Std) standard/eco; Kosten pro Std (in cent) 20.000/0 
Ausstattung
Projektionsprinzip DLP 0.67’’ 4K-UHD 
Native Auflösung 2716 x 1528 (3840 x 2160 mit XPR-Technologie) 
3D-Verfahren Nein 
Anschlüsse:
...Video/ S-Video Nein / Nein 
...Komponenten/ SCART Nein / Nein 
...VGA/ RGB/ DVI/ HDMI Nein / Nein / Nein / Ja 
...Audio/ 12 Volt Trigger/ RS-232C Nein / Ja / Ja 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom/ Fokus Nein / Nein 
Rückpro/ Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich V +/- 65% / H +/- 27% 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Ja / Nein 
Formatumschaltung Native 16:9 (5 wählbare Seitenverhältnisse)‎ 
Fernbedienung/ Beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität 480i/p 60Hz, 576i/p 50Hz, 720p 50/60Hz, 1080i 50/60Hz, 1080p 24/25/30/50/60Hz, 2160p 24/25/30/50/60Hz‎ 
Besonderheiten DCI P3 Farbraum, LED Leuchtmittel 
Preis/Leistung sehr gut 
+ sehr gute Farbreproduktion 
+ hervorragende Optik 
- Fokus/Zoom/Lensshift manuell 
Klasse Referenzklasse 
Testurteil überragend 
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Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
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Datum 14.09.2017, 15:01 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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