Kategorie: Beamer

Einzeltest: JVC DLA-HD950


Die vierte Generation

Beamer JVC DLA-HD950 im Test, Bild 1
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Drei Jahre nach dem legendären DLA-HD1 präsentiert JVC mit dem HD550 und dem HD950 die vierte Generation seiner Full-HD-D-ILA-Beamer. HEIMKINO schnappte sich mit dem HD950 das Topgerät des Herstellers und überzeugte sich von dessen Qualität.

Den D-ILA-Beamern von JVC eilt seit ihrer Einführung vor allem in Sachen Kontrastdarstellung der Ruf voraus, die versammelte Konkurrenz in den Schatten zu stellen. In unserer Bestenliste fanden sich alle drei Vorgänger dann auch auf den vordersten Plätzen ein. Mit der neuen Generation reagiert man zudem auf die Entwicklungen des Markts und implementiert erstmals eine Zwischenbildberechnung.

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Projektor und Technik


Aber beginnen wir von vorne: Äußerlich kommt der HD950 ebenso wie sein kleinerer Bruder, der HD550 im seit einem Jahr bekannten Gehäuse, das die Optik nicht mehr mittig platziert. Das spart zwar ein paar Zentimeter Baubreite, macht Symmetriefans aber ein wenig traurig. Die Optik aus dem Hause Fujinon wurde unverändert übernommen und liefert erneut einen flexiblen 2-fach-Zoom. Das robuste Lens-Shift hat in der Vertikalen 80 Prozent und in der Horizontalen 34 Prozent Spielraum, und sämtliche Optikeinstellungen lassen sich elektrisch über die Fernbedienung vornehmen. Auch die Lampenart und -leistung bleibt mit 200 Watt aus einer UHP-Lampe bestehen. Der Kontrast des HD950 wird wie beim Vorgänger HD750 mit 50.000:1 angegeben. Dabei ist zu beachten, dass der Kontrastwert nativ, also ohne den Einsatz einer dynamischen Blende erreicht wird. Hier kommt kein anderer auf LCD-Technik basierender Projektor annähernd heran. Zur besseren Raumanpassung hat man dem HD950 aber zusätzlich eine manuelle Blende spendiert, die in 16 Stufen regelbar ist und in der Praxis eine flexible Reaktion auf unterschiedliche Raumbedingungen und/oder Leinwandgröße ermöglicht. Wiederum nur dem größeren der beiden JVC-Beamer vorbehalten ist das Color Management, das die Kalibrierung des Farbraums an die Norm ermöglicht.

Beamer JVC DLA-HD950 im Test, Bild 2Beamer JVC DLA-HD950 im Test, Bild 3Beamer JVC DLA-HD950 im Test, Bild 4
Ohne diese Kalibrierung weisen alle JVC-Geräte einen deutlich erweiterten Farbraum auf. Zusätzlich und allein dem HD950 vorbehalten ist ein THX-Bildmodus, der bereits ab Werk eine akkurate Farbdarstellung erlaubt, ohne das Color Management zwingend nutzen zu müssen – hervorragend für Kunden, die nicht die Möglichkeit haben, ihr Gerät fachmännisch einstellen zu lassen. Geblieben ist man beim hervorragenden HQV-Reon-Chip, der in Sachen De-Interlacing und Upscaling nach wie vor Maß aller Dinge ist und auch im HD950 hervorragende Ergebnisse liefert. In Sachen Anschlüsse setzt JVC auf zwei HDMI-Eingänge, einen Komponenteninput, S-Video- und Videobuchsen und eine RS-232-Schnittstelle. Der HD950 hat gegenüber dem HD550 sogar noch einen Trigger-Output und eine VGA-Buchse für analoge PC-Signale. Womit wir zum letzten Punkt und der echten Neuerung der JVC-Beamer, der Zwischenbildberechnung kommen. Hier setzt JVC auf eine vollständige Eigententwicklung, nennt das ganze Clear Motion Drive und lässt diese mit 120 Hz arbeiten. Wie gut diese arbeitet, können Sie im weiteren Verlauf des Tests lesen.

Setup und Bildqualität


Da auch der HD950 mit einem deutlich erweiterten Farbraum ausgeliefert wird, entlocken wir ihm mit dem THX-Preset bereits eine sehr akkurate Farb- und eine gute Graustufendarstellung. Da das Color- Management beim HD950 softwareseitig modifiziert wurde, lässt sich der Beamer nun noch leichter kalibrieren als der HD750. Gegenseitige Wechselwirkungen zwischen den drei Parametern Farbton, Sättigung und Helligkeit bleiben weitgehend aus. Das ermöglicht letztlich einen Farbraum, der absolut perfekt auf dem Punkt liegt. Dazu lässt sich über die individuelle Gammaregelung für alle Grundfarben ein Graustufenverlauf realisieren, der ab 10 Prozent Helligkeit fast ohne jegliche Abweichung ein Muster an Neutralität ist. Schön, dass die Einstellungen erneut nicht zu Lasten der Grundhelligkeit gehen und der HD950 auch im kalibrierten Zustand zu den hellsten seiner Zunft gehört. In Sachen Kontrast liegt er mit seinem Vorgänger gleichauf und je nach Zoom- und Blendeneinstellung erreicht er sogar die Werksangabe von 50.000:1. Wir justieren den Beamer in Zoom-Mittelstellung und erreichen bei geöffneter Blende im Eco-Modus bei einem Schwarzwert von 0,02 Lumen und einer Helligkeit von knapp 500 Lumen einen Maximalkontrast von 24.500:1 – und das ohne dynamische Blende, Respekt! Wer mehr Licht braucht, wechselt in den (leider hörbaren) hohen Lampenmodus und erreicht so locker über 700 Lumen bei fast gleich bleibend gutem Schwarz. Als wir die DVD von „Dinosaurier“ einlegen, wird uns schlagartig bewusst, warum der JVC die Speerspitze in Sachen Schwarzdarstellung ist: Keiner schafft es bei der ultradunklen Anfangsszene früher, Details zu zeigen, ohne zu vermatschen oder Unruhen in der dunklen Dinohaut zu offenbaren. Auch leistet er sich keinerlei Schwäche bei der Verarbeitung von PAL-Material – ganz gleich ob interlaced oder progressiv – seine Bilder sind ruhig und stabil, der Filmmodus rastet zuverlässig ein.

HD-Signale


Mit dem ersten Kapitel von „Casino Royal“ testen wir die Neutralität des JVC, und seine perfekten Messergebnisse bestätigen sich auch im subjektiven Bildeindruck. Keiner war bisher neutraler und dabei strahlender, keiner wusste die feinen s/w-Stufen genauer darzustellen. Zwar liegt die Schärfe seiner Optik nicht ganz auf dem Niveau wesentlich teurerer Geräte, doch seine bedingt durch die D-ILA-Technik hohe Füllrate macht dies wieder wett. Wunderbar aufgelöst und ohne störende Unruhen oder Überschärfungen präsentiert uns der HD950 dann auch Bilder von kräftig gefärbten Blu-rays wie die der „Monster AG“. Phänomenal, wie realistisch und plastisch die animierten Figuren wiedergegeben werden.

Clear Motion Drive


Die eigenständige Hard- und Software für die Zwischenbildberechnung beim JVC arbeitet mit maximal 120 Hz. Dies bedeutet im Falle von 50- bzw. 60-Hz-Ausgangsmaterial das Hinzufügen eines errechneten Bildes, was besonders Sportübertragungen in HD deutlich schärfer erscheinen lässt. Da die D-ILA-Panels grundsätzlich etwas schneller arbeiten als LCD-Chips, macht dies hier sogar einen noch homogeneren Eindruck als bei den LCD-Pendants. Bei der Wiedergabe von Material in Original-Kinofrequenz von 24 Hz stößt der JVC jedoch an seine Grenzen. Mit ganzen drei errechneten Zwischenbildern offenbart der HD950 schon in der „Minimal“-Einstellung Artefakte und verschlimmert dies noch bei „Maximal“. Der 270°-Schwenk in „21“ lässt die Hochhäuser im Hintergrund und deren Fensterfronten ausreißen, und die eingeblendeten Schriften des Vorspanns beginnen zu schwimmen hier muss JVC nachbessern.

Fazit


Mit dem HD950 hat JVC einen der besten, wenn nicht den besten Projektor gebaut, der auf LCD-Technologie basiert. Seine extrem kontrastreiche und dabei wunderbar helle Projektion sucht ihresgleichen, seine perfekt neutrale Bilddarstellung hat schon fast Studiomonitorqualität und sein sehr filmischer und analoger Look ist in der Heimkinogemeinde schon legendär. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt das noch unausgereifte „Clear Motion Drive“. Wer darauf aber ohnehin keinen Wert legt, bekommt für 7.000 Euro kein besseres Gerät. Für unsere Redaktion ist der HD950 nicht weniger als unsere neue LCD/LCOS-Referenz!

Preis: um 7000 Euro

Beamer

JVC DLA-HD950

Referenzklasse


04/2010 - Timo Wolters

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Timo Wolters
Autor Timo Wolters
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Datum 09.04.2010, 09:18 Uhr
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