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Kategorie: Beamer

Einzeltest: LG CF3D


Zweite Sichtweise

Beamer LG CF3D im Test, Bild 1
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Schon seit der CES in Las Vegas im Januar des letzten Jahres hört man von einem 3D-Projektor des koreanischen Herstellers LG – nun ist er da und HEIMKINO durfte ihn ausgiebig begutachten.

Während die bisherigen 3D-Beamer das gleiche Prinzip verfolgen wie die erhältlichen 3D-Flat-TVs und mit aktiven Shutterbrillen arbeiten, geht man bei LG den alternativen Weg. Hier wird nicht mit sequenziell gesendeten Bildern gearbeitet, die von einer aktiven Brille wieder für jedes Auge getrennt und nacheinander umgesetzt werden, sondern mit unterschiedlich polarisierten Bildern. Dies entspricht der Technik, wie sie in den meisten Kinos genutzt wird, ergo können auch die aus den Lichtspielhäusern bekannten und recht preisgünstigen Real-3D-Polarisationsbrillen für den LG-Beamer benutzt werden.

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Projektor und Technik


LG nutzt beim CF3D die LCOS-Technik und verwendet SXRD-Chips von Sony. Im 3D-Beamer kommen die gleichen Bildprozessoren zum Einsatz, wie im kleinen 2D-Bruder, dem CF181D, der aufgrund seiner günstigen Anschaffungskosten das Feld der LCOS-Beamer mächtig aufmischen konnte. Allerdings belässt es LG nicht bei der bloßen Verwendung dieser Chips, um dem CF3D Leben einzuhauchen. Wie erwähnt, arbeitet der 3D-Beamer mit unterschiedlich polarisierten Bildern, die gleichzeitig zur Leinwand gelangen. Die Polarisation erfolgt dabei nicht horizontal und vertikal, sondern zirkular. Man kann sich dies vorstellen, wie bei einer Schraube – für das eine Auge wird das Bild links herum zirkular polarisiert, für das andere Auge rechts herum. Dies hat den Vorteil, dass man auch seitlich auf der Couch liegend 3D genießen kann und dabei nicht plötzlich die Polarisation verloren geht. Allerdings erfordert diese Art der Projektion auch eine spezielle, optional erhältliche Leinwand, die diese Polarisation entsprechend zur Brille weitersenden kann. Um die Gleichzeitigkeit der unterschiedlich polarisierten Bilder zu erlangen, ist es zwingend nötig, im CF3D zwei komplette Maschinen zu verbauen.

Beamer LG CF3D im Test, Bild 2Beamer LG CF3D im Test, Bild 3Beamer LG CF3D im Test, Bild 4Beamer LG CF3D im Test, Bild 5Beamer LG CF3D im Test, Bild 6Beamer LG CF3D im Test, Bild 7Beamer LG CF3D im Test, Bild 8Beamer LG CF3D im Test, Bild 9
Es werkeln also nicht nur drei SXRD-Chips im LG, sondern deren sechs – für jede Grundfarbe einer, und das in zweifacher Ausführung für die 3D-Darstellung. Das geht natürlich nur, wenn auch zwei Lichtquellen zum Einsatz kommen, und genau dies ist beim LG der Fall. Das hat den Vorteil, dass auch mehr Lichtausbeute ermöglicht wird. Zwar spricht man bei einem parallelen Betrieb nicht davon, dass doppelt so viel Leuchtkraft erreicht wird, aber mit angegebenen 2.500 Lumen gehört der CF3D definitiv zu den Hellsten seiner Sorte. In Sachen Kontrast ist LG eher konservativ und benennt diesen mit 7.000:1. Wie viel das in der Praxis ist, werden unsere Messungen ergeben. Der recht hohe Anschaffungspreis liegt natürlich vor allem in dem technischen Aufwand begründet, das Design der doppelten Engines zu verwirklichen. Die Synchronität des Lichts zu erreichen und die Chips so abzustimmen, dass sie auch im 2D-Betrieb parallel laufen können, erfordert präzise Einstellungen, entsprechende Filter, Prismen und optische Wege. In der Tat sieht man dem CF3D schon von außen an, dass er voll steckt mit Technik und aufwendig aufgebaut ist. Seine schiere Größe und sein stattliches Gewicht von fast 20 Kilogramm sprechen eine deutliche Sprache. Das silbergrau lackierte Gehäuse macht einen sehr hochwertigen Eindruck und dass der Beamer 3D-fähig ist, macht er mit einer riesigen Aufschrift auf der abschraubbaren Luftfilterabdeckung ganz deutlich klar. Im vorderen Bereich lässt sich die Abdeckung nach vorne schieben und gibt dort die Bedienelemente am Gerät sowie die Justierung des vertikalen Lens-Shifts preis. Leider sind sämtliche Einstellungen an der Optik (Zoom, Fokus, Lens-Shift) manuell zu betätigen. Bei einem Gerät dieser Preisklasse wäre eine elektrifizierte Optik durchaus wünschenswert. Ungewöhnlich ist, dass man zunächst keine Lüftungsschlitze erkennen kann. Doch kaum ist der LG in Betrieb, öffnet er links und rechts seine Kiemen, zieht die Luft auf der einen Seite an und pustet sie auf der anderen wieder hinaus – man könnte fast meinen, dem LG wachsen Flügel. Seitens der Bildverarbeitungssoftware spendierte man dem CF3D eine Zwischenbildberechnung, die sogar bei 3D-Broadcasting-Material, ausgestrahlt im Side-by-Side- Verfahren, aktiv werden kann. Für den 3D-Betrieb von Blu-rays ist die Datenrate allerdings zu hoch, so dass die Frame Interpolation inaktiv bleibt. Auf Nachfrage wurde übrigens bekannt, dass es demnächst ein Update geben wird, welches bei 2D-Betrieb ermöglicht, eine der zwei Engines auszuschalten. Dies spart Strom, lässt dennoch genügend Licht für bis zu drei Meter breite Leinwände passieren und soll intern so intelligent gelöst werden, dass die Betriebszeiten der zwei Engines nicht extrem unterschiedlich belastet werden. An Anschlüssen stehen neben dem üblichen Videoanschluss und einem Komponenteneingang (der S-Video-Anschluss entfiel) gleich drei HDMI-Inputs in Version 1.4 zur Verfügung.

Setup und Bildqualität


Neben den üblichen Kontrast-, Helligkeits- und Farbintensitätseinstellungen wartet der CF3D mit einem weiterführenden Menü auf. Hier stehen ein Farbmanagement sowie eine Graustufenkalibrierung zur Verfügung. Letztere lässt sich entweder in der üblichen Zweistufen- Version (Gain/Offset) verändern oder in einer Einteilung von 20 Stufen in Schritten von 5 IRE. Da der LG ab Werk einen erweiterten Farbraum aufweist, trainieren wir ihm diesen mittels Color-Facts und seinem Color-Management ab. Auch die Graustufendarstellung gelingt recht gut, wenngleich trotz des Basispresets „Warm“ über die gesamte Helligkeitsstufe zu Beginn ein deutlicher Rotmangel zu verzeichnen ist. Was sich dem LG nicht austreiben lässt, ist eine sichtbare Blaufärbung bei vollkommen schwarzem Bildinhalt. Schon ab 5 IRE ist diese Geschichte, aber die schwarzen Balken eines Cinemascope-Films wirken leicht bläulich. Aufgrund des hohen Gesamtlicht-Outputs seiner zwei Lampen kommt der CF3D auch nicht in die Schwarzwertregionen eines JVC oder Sony. Hier liegt er mit 0,8 Lumen nicht ganz auf Referenzniveau. Dafür schafft er es, am anderen Ende mit beeindruckenden Werten zu glänzen. Schon im Eco-Betrieb und im kalibrierten Modus stehen 1100 Lumen an. Setzt man die Lampe in den normalen Modus, wird die Leinwand gar mit 1500 Lumen ausgeleuchtet. Noch respektabler werden die Werte, wenn die für die 3D-Projektion notwendige silberne Leinwand verwendet wird. Diese reflektiert durch ihre starke Ausrichtung mit nahezu dreifacher Leuchtdichte (900 cd/m2 gegenüber 320 cd/m2 auf neutral-weißer Leinwand). Setzt man sich dann die Brille auf, verringert sich dieser Wert wieder auf gut 350 cd/m2, was dem kalibrierten 2D-Modus entspricht und zeigt, dass der CF3D genug Licht für die 3D-Projektion zur Verfügung hat. Zumal er im 3DBetrieb zwangsläufig in den hohen Lampenmodus wechselt und seine Helligkeit hier für drei Meter Leinwandbreite satt ausreicht – so hell ist keiner der 3D-Beamer, die mit Shutter-Brillen arbeiten. In Sachen Schärfe gelingt dem LG ein guter Kompromiss aus homogenem Bildeindruck ohne Überschärfungen, seine De-Interlacing und Upscaling- Eigenschaften sind sehr gut. Im Betrieb mit 24p-Material ist ein leichtes, regelmäßiges Ruckeln zu erkennen.

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HD-Signale / Frame Insertion


LGs 3D-Beamer kann im 2D-Betrieb durchaus überzeugen: Seine Detailtreue ist hervorragend und die Farbgebung gelingt außergewöhnlich gut. Da momentan noch zwingend beide Lampen zum Einsatz kommen, ist die Helligkeit für kleinere Leinwände schon fast etwas zu hoch. Auch in Sachen Schwarzwert fehlt das letzte Quäntchen Punch. Dunkle Szenen zeigen dementsprechend etwas später Details. Wechselt man in den Modus Schwarzwert „hoch“ sind Details zwar früher zu erkennen, jedoch mit dem Manko eines dann etwas gräulichen Schwarz. Trotz der zwei gleichzeitig betriebenen Engines gelingt dem LG die Konvergenz erstaunlich gut. Gerade in der Bildmitte liegen Abweichungen Bereich von deutlich unter einem Pixel. Lediglich zu den Rändern hin steigt dieser Wert auf ungefähr 0,5 Pixel. Sehr gut gefiel uns die Farbneutralität in Mischhelligkeiten, so dass das erste Kapitel von „Casino Royal“ zum Genuss wird. Bei der Zwischenbildberechnung lässt sich zwischen „niedrig“ und „hoch“ auswählen. Während schon die schwächere Schaltung den Hintergrund in Schwenks sehr sauber hält und noch nicht allzu künstlich wirkt, haben beide Einstellungen leichte Probleme mit detailreichen Vordergründen. So verschwinden bei der zugegeben ultraschwierigen 270°-Kameraführung von „21“ die vertikalen Streben der Brücke oder auch die Laternenmaste schon mal.

3D-Wiedergabe


Die Spezialität des LG ist in der Tat die 3D-Wiedergabe. Diverse Kollegen attestierten ihm den gleichmäßigsten und fließendsten Eindruck von allem, was bisher an 3D-TVs und -Beamern gesichtet wurde. Wir betrieben den LG mit der PS3, die wir auf die exakte Bildschirmgröße einstellten. Dies sorgte dafür, dass Doppelkonturen so gut wie nicht sichtbar waren, und durch das nicht vorhandene Flimmern der passiven Brille waren selbst schnelle Szenen von „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ überhaupt kein Problem. Wer zudem über die 3DBlu-ray von „Avatar“ verfügt, darf sich mit dem CF3D über eine Bildwiedergabe freuen, die jener im Kino in nichts nachsteht – traumhaft.

Fazit

Der CF3D ist kein Schnäppchen und aufgrund der notwendigen zusätzlichen Leinwand auch nicht der Unkomplizierteste. Dafür sind die erforderlichen Brillen erschwinglich, und es können schnell mal größere Gesellschaften in den Genuss einer 3D-Projektion kommen. Die werden dann auch merken, dass in Sachen 3D-Wiedergabequalität momentan der LG die Nase vorn hat – er produziert einfach am wenigsten Doppelkonturen und arbeitet am homogensten. Gerade professionelle Anwender werden sich über die hohe Helligkeit freuen, die auch unter suboptimalen Bedingungen noch eine entsprechend große Projektion ermöglicht.

Preis: um 13000 Euro

LG CF3D

Referenzklasse


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Timo Wolters
Autor Timo Wolters
Kontakt E-Mail
Datum 08.03.2011, 12:04 Uhr
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