Kategorie: Beamer

Einzeltest: Sony VPL-VW870ES


Nonplusultra

Beamer Sony VPL-VW870ES im Test, Bild 1
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Nachdem wir uns in der letzten Ausgabe den VW270 angeschaut haben, wurde der in unseren Testräumen fast übergangslos vom VPL-VW870 abgelöst. Ohne Zweifel reduziert allein der Preis die potenzielle Käuferschaft für den Boliden erheblich, dennoch bleibt die Frage, ob es sich lohnt, so viel in einen Beamer zu investieren.

Ist der Sony VW270 der Benjamin der Reihe markiert der VPL-VW870 die obere Grenze dessen, was fürs Heimkino machbar ist, auch finanziell. Schließlich wird für den 870er mit knapp 25.000 Euro gleich das Fünffache dessen aufgerufen, was man für den kleinen Bruder hinblättern muss. Einen Teil des Investments schluckt sicher das innovative Leuchtmittel, das im VW870 zum Einsatz kommt; Sony setzt hier, wie schon beim doppelt so teuren VPL-VW5000 auf langlebige Laser als Lichtquelle. Damit entfällt schon mal der Lampenwechsel, der ansonsten nach einigen Jahren intensiver Nutzung fällig würde.


Mehr Licht und tieferes Schwarz

Mit steigendem Preis hat Sony bei den Beamern die Fähigkeit verbessert, HDR-Inhalte noch akkurater wiederzugeben; ein feiner Zug, denn außer der nativen 4K-Wiedergabe, die mittlerweile ja endlich Konkurrenz auch in den unteren Preissegmenten bekommen hat, muss man schon gehörigen Mehrwert für über 20.000 Euro bieten. Wie gesagt, bleibt im Bereich HDR noch einiges zu tun, vor allem, weil Sony ja aktiver Unterstützer des Dolby-Vision-Formats ist.

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Was bei Fernsehern technisch noch relativ einfach zu lösen ist, nämlich tiefstes Schwarz darzustellen, stellt die Entwickler von Projektoren vor ein gravierendes Problem, auf welches sie nur geringen Einfluss haben; die Leinwand reflektiert, und zwar immer und überall, es sei denn, man nutzt ein Tuch, das winkelabhängig reflektiert, so dass man sich die Reflexion unerwünschten Restlichts weitestgehend erspart. Diese Maßnahme kommt allerdings jedem Beamer zugute. Der VW870 fährt nun beim Abdunkeln zweigleisig: einmal die allseits bekannte, hocheffiziente Blende, die im Objektiv sitzt und bei Bedarf von einem sehr leisen Antrieb bewegt wird. Außerdem setzt man eine neue Technik ein, die etwas an das Local Dimming bei Fernsehern erinnert: Die Laser-Lichtquelle wird in den entsprechenden Bildsequenzen gedimmt. Zusammen mit besagter, gegen Streulicht wirkender adaptiver Blende gibt es nunmehr einen besseren Schwarzwert, der sich insbesondere bei markanten Inhalten, wie einem dunklen Sternenhimmel bemerkbar macht. Die einzelnen Sterne werden deutlicher gegen den dunklen Nachthimmel abgegrenzt, als dies eine adaptive Iris allein bewerkstelligen könnte. Das (vor allem dunkle) Bild gewinnt dadurch deutlich an Tiefe und Durchzeichnung. Das Team aus Laser-Dimming und adaptiver Iris lässt sich nur gemeinsam aktivieren, und zwar im Menü unter „Erweiterte Iris und Laser Einstellungen“, und dies vorzugsweise bei HDR-Inhalten. Diese Sony- Entwicklung befähigt den Beamer, Dolby-Vision-Inhalte hervorragend abzubil

den. Filme, die ausschließlich HDR10-codiert sind, sind da weniger anspruchsvoll, hier wird mit einer Kontrastrange gearbeitet, die für den gesamten Film dieselbe ist, wogegen Dolby Vision dem Regisseur die Möglichkeit eröffnet, diese Range szenenweise zu variieren.


Optische Optionen

Der VW870 verfügt über ein wechselbares Objektiv; zwar sind aktuell lediglich zwei Varianten verfügbar, bei beiden handelt es sich aber um Modelle mit Zoom und sie sind zudem kompatibel mit der aufwendigen Iris-Steuerung des Beamers. Das VPLLZ7013 ist standardmäßig verbaut, und war infolgedessen auch bei unserem Testmuster eingesetzt. Mit den Brennweiten, die dessen Zoom abdeckt, lässt sich ein zwei Meter breites Bild aus einer Entfernung von zweieinhalb bis fünfeinhalb Metern auf die Leinwand projizieren. Das optionale VPLLZ7008 macht den VW870 fast schon zu einem Kurzdistanz-Beamer; hier liegt die Entfernung für ein zwei Meter breites Bild nur noch bei etwa eineinhalb bis zwei Metern, hier beträgt der Zoomfaktor lediglich 1,28:1. Bei beiden Objektiven handelt es sich um Hochleistungs-Optiken, die der nativen 4K-Auflösung voll gerecht werden; pixelgenau bis hinein in die Bildecken, wie wir an unserem Testmuster eindrucksvoll sehen konnten.


Setup und Bildqualität

Beim Setup des VW870 geht Sony ebenfalls keinerlei Kompromisse ein, schon out of the box kann der Bolide mit brillantem Bild und akkurater Farbdarstellung überzeugen. Ein Blick in die Einstellungen zeigt, dass der Sony, wie schon sein preiswerter Bruder, ab Werk im Bild modus Kino Film 1 steht. Die Einstellung der Farbtemperatur steht auf D65, was für eine Temperatur von 6500 Kelvin sorgen soll, die Gammakorrektur steht auf Stufe sieben und der Laser strahlt mit maximaler Helligkeit, was sich zumindest seitens der Betriebslautstärke kaum auswirkt; der Sony schnurrt ausgesprochen leise vor sich hin. Schon jetzt sitzt die Farbwiedergabe perfekt, allenfalls die Farbtemperatur erscheint insgesamt etwas kühl. Messtechnisch bestätigt sich dieser erste Eindruck, im Schnitt zeigt sie nämlich 7100 Kelvin, wobei die beiden obersten Helligkeitsstufen der Grautreppe perfekt auf 6500 Kelvin liegen. Der Normfarbraum BT.709 wird deutlich überdeckt, entsprechend gering sind die Farbabweichungen bei einem Delta E von unter vier. Die Bildeinstellung Referenz setzt die Laser-Helligkeit auf 80 Prozent herab, und es lässt sich außerdem der Normfarbraum BT.709 auswählen. Dieser sitzt dann auch perfekt, und ganz nebenbei strahlt der VW870 derart kalibriert die Leinwand immer noch mit 1380 Lumen an. Selbst wenn man den Laser auf minimale Helligkeit setzt, bleiben immer noch knapp 700 Lumen übrig. Zu guter Letzt waren wir natürlich gespannt, wie weit der Sony den BT.2020-Farbraum abzudecken vermag, schließlich steht auch der zur Verfügung. Hier nun stößt der Sony an seine Grenzen, dennoch deckt er den BT.2020-Normfarbraum weiter und vor allen Dingen homogener ab als die meisten anderen Beamer; wiederum ein Vorteil, den die Laser-Lichtquelle für sich verbuchen kann, da sie ein größeres Farbspektrum abdeckt als die herkömmlichen Lampen. Der VPL-VW870 holt bis dato das meiste aus UHD-Produktionen heraus, und die Ruhe, die er dabei ausstrahlt, liegt nicht allein an seinen Abmessungen, sondern auch am tiefen, fast schon plastischen Schwarz, das er bei Bedarf auf die Leinwand zaubert.

Fazit

Sony hat nach der langen Führungsarbeit in Sachen nativer 4K-Beamer diese Führungsposition weiter ausgebaut. Der VW870 reizt die technischen Möglichkeiten einer akkuraten 4KDarstellung zusammen mit einer atemberaubenden Kontrastdynamik bis ans Limit aus. Angesichts dessen nimmt sich der aufgerufene Preis – mit Verlaub – fast schon günstig aus, schließlich fordert die Konkurrenz für ein vergleichbares Ergebnis fast das doppelte Budget.

Preis: um 24900 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Beamer

Sony VPL-VW870ES

Referenzklasse

5.0 von 5 Sternen

02/2019 - Thomas Johannsen

Bewertung 
Bild 60% :
Kontrast 10%

Farbwiedergabe 10%

Schärfe 10%

Geometrie 10%

Rauschen 10%

Bildruhe 10%

Praxis 15% :
Zoomfaktor 5%

Lüftergeräusche 5%

Betriebskosten 5%

Bedienung 15% :
Gerät 5%

Fernbedienung 5%

Menüs 5%

Ausstattung 5% :
Ausstattung 5%

Verarbeitung 5% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Preis (in Euro) 24990 
Vertrieb Sony, Berlin 
Telefon 0180 5252586 
Internet www.sony.de 
Messwerte
Lumen (Lt. Hersteller) 2200 
Lumen (gemessen im eco-mode) 1380 
Bildhelligkeit (bei 6500 Kelvin) ...schwarz/weiß 0.04/1380 
ANSI-Kontrast 335:1 
Full-on- / Full-off-Kontrast 34500:1 
Ausleuchtung (in %) 98 
Betriebsgeräusch (0,5m/dB(A)) (in dB) <30 
minimaler/ maximaler Abstand (bei 2m Bildbreite) (in m) 2.54/5.46 
Projektionsverhältnis/ Zoomfaktor 1,27-2,73:1/2.06 
Gamma (D65) 2.2 
Abmessungen B x H x T (in cm)/ Gewicht (in Kg) 56/22.3/49.6/22 
Stromverbr. Aus/ Standby/ Betrieb < 0,3 W/–/425W/390W/340W/260W 
Lampenart/ Lampenleistung Laser 
Preis Ersatzlampe nicht vorgesehen 
Lebensdauer Lampe (in Std) standard/eco; Kosten pro Std (in cent) ca. 30000/0 
Ausstattung
Projektionsprinzip LCOS (3 x 0,74" SXRD-Panel) 
Native Auflösung 4096 x 2160 (Bildformat 16:9) 
3D-Verfahren Frame-Packing (Full HD 3D), Side-by-Side, Top-and-Bottom Frame Sequential (3D Ready) 
Anschlüsse:
...Video/ S-Video –/– 
...Komponenten/ SCART –/ Nein 
...VGA/ RGB/ DVI/ HDMI –/ Nein / Nein / Ja 
...Audio/ 12 Volt Trigger/ RS-232C Nein / Ja / Ja 
...Full HD Ja 
Motorischer Zoom/ Fokus Ja / Ja 
Rückpro/ Deckenpro Ja / Ja 
Trapezausgleich Vert.: +/-80% Hori.: +/-31% 
Lens-Shift (manuell/motorisch) Nein / Ja 
Formatumschaltung 4:3-Schaltung + diverse Zoom-Modi 
Fernbedienung/ Beleuchtet Ja / Ja 
Signalkompatiblität 480/60p, 576/50p, 720/60p, 720/50p, 1080/60i, 1080/50i, 1080/60p,1080/50p, 1080/24p, 3840 x 2160/24p, 3840 x 2160/25p, 3840 x 2160/30p, 3840 x 2160/50p, 3840 x 2160/60p, 4096 x 2160/24p, 4096 x 2160/25p, 4096 x 2160/30p, 4096 x 2160/50p, 4096 x 2160/60p 
Besonderheiten Laser Lichtquelle, DolbyVision kompatibel 
Preis/Leistung gut 
+ hervorragende Bildqualität 
+ Hochleistungs-Optik, optional wechselbar 
- hoher Preis 
Klasse Referenzklasse 
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Thomas Johannsen
Autor Thomas Johannsen
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Datum 19.02.2019, 14:59 Uhr
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Preisgekrönte OLED-TVs

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