GZRK 165SQX/GZRM 80SQX/GZRT 25SQ – Radioactive-Dreiwegesystem von Ground Zero
Knackiger Dreiwege-Sound
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Man sieht es bereits am sperrigen Namen: Hier kommt jemand mit einem aktiven Dreiwegesystem daher, in diesem Fall Ground Zero mit einem hübsch gemachten und dabei sehr bezahlbaren System aus der Radioactive Familie.
Diese zeichnet sich durch moderate Preise aus, wir haben jedoch keine klassische Einsteigerserie vor uns. Dann würde es ja auch kein aktives Dreiwegesystem geben, zu dessen sinnvollem Betrieb man einen Signalprozessor braucht, den kein Einsteiger programmieren kann. Hier also GZRK 165SQX als Tieftöner, ganz brandneu GZRM 80SQX für den Mittelton und der klassische GZRT 25SQ als Hochtöner. Ohne den Mitteltöner, aber mit passiver Frequenzweiche kennen wir die Zweiwegeversion des aktuellen Radioactive Lineups, hier bereits getestet und ebenfalls am Namenszusatz SQX zu erkennen. Unsere drei Komponenten sind als Pärchen erhältlich, die Einzelpreise liegen bei 120 Euro für den 165er, 110 Euro für den Hochtöner und 180 Euro für den Mitteltöner, der innerhalb unseres Trios auch am aufwendigsten konstruiert ist.
Doch Ground Zero hat sich bei allen Chassis eine sorgfältige Entwicklung verordnet, hier kommt moderne Simulationssoftware zum Einsatz, so dass einzelne Baugruppen wie Antrieb, Aufhängung und Membran schon vor dem ersten Prototyp am Computer getestet werden. Der Hochtöner GZRT 25SQ sieht eigentlich harmlos aus, wir haben natürlich eine Gewebekalotte mit 25 Millimeter Schwingspule vor uns, das mit Abstand beliebteste Design in dieser Klasse. Für 100 Euro hat Ground Zero dem Hochtöner natürlich kein Koppelvolumen spendieren können, die Ingenieure haben dafür einen kleinen Trick angewandt. Die kleine Neodympille hat ein Loch in der Mitte wie bei einer Unterlegscheibe, und durch dieses Loch führt eine Lüftungsbohrung durch den Magnettopf nach außen ins freie. Dies hat ebenfalls den Effekt einer abgesenkten Resonanzfrequenz, zusätzlich wird die Bohrung mit Schaumstoff bedämpft. Sinn der Übung ist es, dem Hochtöner bei tiefen Frequenzen einen Schalldruckschub zu verpassen, gut für tiefe Trennfrequenzen und je nach Setup für eine sehr gute räumliche Musikwiedergabe. Der 16er Tiefmitteltöner muss hier nur Tiefton machen, er wurde von Ground Zero mit einer auffälligen Phase-plug ausgestattet. So entfällt der Hohlraum unter einer Dustcap, der so keine störenden Effekte verursachen kann wie stehende Wellen. Dafür besteht die Phase-plug aus Aluminium, durch ihre Position auf dem Polkern wirkt sie dann als Kühlkörper. Ebenso entfällt durch die Phaseplug eine Polkernbohrung, und Ground Zero verzichtet auch auf Hinterlüftungsöffnungen unter der Zentrierspinne. Letztere ist auffällig weinrot, ein Erkennungszeichen für neuere Entwicklung. Dieser Farbtupfer findet sich auch am neuen Mitteltöner, auch er arbeitet mit einer weinroten Topfspinne aus Connex, einem Mischgewebe aus Baumwoll- und Nomexfasern. Ebenfalls vorhanden ist wie beim Tieftöner und Hochtöner eine 25 Millimeter Schwingspule aus Kupferdraht. Beim Mitteltöner kommt hochpreisiges Neodym als Magnetmaterial zum Einsatz, hier geht es um eine gute Schalldruckausbeute und vor allem um kompakte Einbaumaße. Die Membran besteht wie beim 165er aus schwarz eloxiertem Aluminium, sie zählt damit zu den Hartmembranen, die in ihrem Lieblings-Frequenzbereich sauber „Kolbenförmig“ schwingen, aber dann in heftige Resonanzen aufbrechen können. Schließlich finden wir noch ein nettes Detail am 80er, dass genau wie der schlanke Antrieb die Verbaubarkeit optimiert. Die Rede ist vom Anschlussterminal, dass sich der Rundung des Korbs anschmiegt und so ohne anzuecken in die Einbauöffnung geht. Nebenbei ist das Terminal noch vertrauenerweckend stabil – eine schöne Lösung.
Messungen und Sound
Bereits das Zweiwegesystem hinterließ einen hervorragenden Eindruck im Messlabor, und es sei vorweggenommen: Der neue Mitteltöner ist ebenfalls ganz große Klasse.
Die Gitter gehören zum Lieferumfang
Doch wir beginnen mit dem Hochtöner, der durch die bedämpfte Bohrung eine Resonanzfrequenz von 1550 Hz erreicht. Das ist nicht so viel tiefer als bei einer normalen 25er Kalotte (typisch 1700 Hz), doch der GZRT macht untenrum eine Ecke mehr Schalldruck. Diesen gibt es von 2 bis 30 kHz, was eine sehr gute Leistung darstellt. Klirr gibt es sehr wenig, Gewebekalotte halt. Der Tieftöner und der Mitteltöner zeigen in der Tat ihre Alumembranen vor dem Mikrofon. Der Schalldruck geht gerade wie ein Strich im Arbeitsbereich, wobei wir beim 165er die erste harte Resonanz bei 7,4 kHz finden. Das haben wir schon viel schlechter, weil tiefer liegend, gesehen. Der Mitteltöner mit seiner kleineren Membran bricht erst oberhalb von 10 kHz auf, sehr schön. Am DSP ist es also kein Problem, die Ground Zero Chassis wirkungsvoll zu filtern und in ihren Frequenzbereichen sauber laufen zu lassen. Der Hochtöner lässt sich normal trennen, der Mitteltöner sogar fast beliebig bis hin zum Breitbänder. Und der 165er ist ja bekanntlich Zweiwege-fähig. Der Tieftöner liefert mit 87 dB an 2 V ein durchschnittliches bis gutes Ergebnis für einen Car-HiFi 16er, seine Impedanz von 3 Ohm hilft ihm hier. Wirklich super ist dagegen der Mitteltöner, der ebenfalls diesen Pegel schafft, und das mit viel kleinerer Membranfläche. Hier hilft der starke Neodymantrieb, obwohl dies den Töner kaum untere Grenzfrequenz kostet, irgendwie hat Ground Zero das sehr gut gelöst. Doch das Beste kommt erst noch, nämlich bei den Verzerrungsmessungen. Hier gibt es Bestnoten für alle drei Radioactive Chassis, wieder laufen die Alumembranen nahe an der Perfektion. Und noch einmal ist der Mitteltöner supergut, er schafft nämlich nicht nur an gut einem Watt den Pegel, sondern er hält bis zu erstaunlich hohen Pegeln mit, fast geht er noch lauter als der Tieftöner. Der schlägt sich tapfer, kann jedoch in der Spitzenklasse beim Pegel nicht besser glänzen als andere, da der Pegel eines Lautsprechersystems vom Tieftonpegel abhängt, gibt es hier für die kleinen Radioactives keine Bestnoten. Es langt allerdings locker zum Hören, wie sich dann zeigt. Und es langt auch, um jede Menge Spaß zu haben. Das Radioactive System klingt lebendig und spritzig, allerdings ohne zu nerven. Dafür sorgt schon der Gewebehochtöner, der immer angenehm und detailreich klingt. Der „harte“ Mitteltöner sorgt vor knackige Frauen- und Männerstimmen, die bei entsprechender Aufnahme mit ihren Ecken und Kanten rüberkommen, statt mit Weichzeichner überpinselt zu werden. Das macht Laune und klingt alles andere als langweilig. Dazu steuert der 165er einen sauberen Bass bei, der nicht im mindesten aufgebläht wirkt, die optimale Güte und keine Passivweiche lassen grüßen. Insgesamt hinterlässt das Radioactive System einen sehr guten Eindruck mit besonderer Empfehlung für Hörer, die ehrliche Lautsprecher bevorzugen.
Fazit
Das Radioactive System aus GZRK 165SQX/ GZRM 80SQX/GZRT 25SQ überzeugt gleichermaßen durch saubere Technik und seinen ansprechenden Sound. Für ein Dreiwegesystem auf diesem Niveau kann man dann den Preis nur als günstig bezeichnen. Alles prima!
Den Test finden Sie in der Car&HiFi 6/2026. Das Heft ist in unserem Shop als e-paper oder als Print-Ausgabe erhältlich
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