Kategorie: CD-Player

Einzeltest: Marantz SA-15S2


Mehr als poliert

CD-Player Marantz SA-15S2 im Test, Bild 1
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Vor ein paar Jahren sorgte ein SACD-Player für Furore, der seinerzeit seine Preisklasse revolutionierte und sich klanglich ganz nach oben spielte: Der Marantz SA-15S1. Der hat jetzt einen Nachfolger gefunden, der diese Erfolge sogar noch toppen soll. Schweres Schicksal.

Ein SACD-Player. Ehrlich? Das ist eigentlich etwas, was ich so gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. In Anbetracht von 5000 verfügbaren SACDs ist es allerdings ein nicht zu vernachlässigendes Thema. In den deutschen Haushalten tummeln sich den Angaben nach Hunderttausende solcher Scheiben, die Playstation 3 hatte seinerzeit stark zu einem zwischenzeitlichen Anstieg der Verkaufszahlen beigetragen. Nur wollen viele ja sicher nicht auf Dauer mit einer Spielkonsole Musik hören, diese Leute brauchen ein „richtiges“ HiFi-Gerät. Und wer sich eine SACD kauft, tut das sicher wegen des Klangs, also bestimmt nicht nur so aus Spaß.

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Außerdem kann man den SA-15S2 ja noch für andere Scheiben im 11-Zentimeter-Format benutzen. Und die Voraussetzungen sind mit diesem Player richtig gut. Wenn er tatsächlich auf die guten Leistungen seines Vorgängers noch einen drauflegen kann, dann heben wir den Hut. Äußerlich hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan. Aber Herr Ken Ishiwata, das Mastermind hinter den Marantz- Produkten, ist keiner, der einfach nur eine neue Produktbezeichnug auf das Gehäuse schreibt. Er ist ein Mann, der immer überlegt, wie man noch mehr aus dem Material herausholen kann. Die Verbesserungen beschränken sich auch nicht einfach nur auf den Austausch einiger Bauteile, genau genommen steckt ein komplett neues Gerät in der großen, schweren Behausung. Das Design ist mächtig, vermittelt aber insgesamt trotzdem einen Hauch Dezenz und viel Noblesse. Am SA-15S2 sind keine Schrauben zu sehen, es dominiert Aluminium und zwar jede Menge davon. Die Frontpartie ist durch die indirekte blaue Beleuchtung schön in Szene gesetzt. Das hat schon seinen direkten Vorgänger gut aussehen lassen und wirkt auch unter heutigen Designaspekten sehr ansprechend. Das ist ja auch gar nicht mal so unwichtig, denn wer sich ein Gerät dieser Preisklasse in die Wohnung stellt, will mit Sicherheit auch etwas fürs Auge. Dieser positive Eindruck setzt sich uneingeschränkt bei abgenommenem Deckelblech fort. Das ist redakteursfreundlich mit nur drei Schrauben befestigt, aber in sich so stabil, dass da nix wackeln und klappern kann. Das Laufwerk wurde speziell für Marantz entwickelt, man hat es bombenfest und gut schwingungsbedämpft eingebaut, der Aluminiumdeckel obendrauf schirmt nicht nur ab, er sorgt auch für noch mehr Stabilität.

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Alte Bekannte und neue Freunde

Auch wenn Sie sich auf den Standpunkt stellen, der Lademechanismus wäre nicht weiter wichtig: Er ist tatsächlich der erste mechanische Kontakt, den eine Polycarbonatscheibe mit dem Gerät hat und deswegen auch als ein sehr ausschlaggebender Punkt zu betrachten. Die Lademechanik ist aus einem Material namens Zylon gefertigt. Wenn Sie jetzt an den Kampfstern Galactica denken, liegen Sie falsch, denn das ist der Markenname für einen sehr reißfesten und, ganz wichtig für die Unterdrückung von Schwingungen, elastischen Kunststoff . Daraus werden unter anderem Motorradhelme und Schutzwesten hergestellt. Rings um das Laufwerk herum sind aber noch viele andere berichtenswerte Dinge. Die analoge Sektion ist sauber diskret aufgebaut, die Bauteile sind, dazu gleich eine Anekdote, penibel ausgewählt. Ein ordentlicher und doppelt geschirmter Toroidtrafo lässt in Sachen Strom nichts anbrennen, um die Siebung kümmern sich in audiophilen Kreisen bekannte Elna-Kondensatoren. Bei weiterer Begutachtung musste ich ein wenig schmunzeln, denn an klangrelevanten Stellen lächelten mich ein paar Bekannte in Form von Cerafine-Kondensatoren an. Warum ich da schmunzele? Das sind genau die Kondensatortypen, die ich vor einer ganzen Weile mal erfolgreich verwendet habe, um dem Klang meines alten Marantz CD67 auf die Sprünge zu helfen. Am Ausgang geht es sehr überlegt weiter. Auftretende Potenzialprobleme geht man bei Marantz mit einem wirkungsvollen Ansatz an: Die Cinchbuchsen sitzen allesamt auf einer Potenzialschiene aus Kupfer, das nenne ich mal konsequent. Digitale Verbindungensmöglichkeiten sind selbstverständlich auch vorgesehen. Ich zählte einen koaxialen Digitaleingang und zwei Toslinks. Wozu zwei? Tja, einer ist tatsächlich ein Eingang, den DAC kann man auch für externe Quellen nutzen. Die profitieren aber mit Sicherheit von dem wirklich feinen Werk der Digital-Analog- Wandlung. Bis 96 kHz Abtastrate dürfen die zugeführten Bitströme sein, beispielsweise sind derart aufgelöste FLAC-Dateien von einem Festplattenspieler potenzielle Kandidaten. Auf die MP3- beziehungsweise WMA-Unterstützung war ich zunächst sehr gespannt; leider mag der Marantz zumindest aus seinem eigenen Laufwerk heraus keine WMA-Lossless- Dateien. Das wäre es noch gewesen. Nehme ich halt das, was er kann.

Aufgehorcht

Ich habe, um mir ein Bild über die musikalischen Qualitäten zu machen, eine Stereokette aufgebaut. Normale CDs waren als Erstes dran, die liegen ja immer vorrätig bei uns im Hörraum. Eine lag schon im Rack, die wanderte schon mal ins Laufwerk, während ich das Archiv durchging auf der Suche nach etwas, was ich sonst noch ausprobieren könnte. Moment, da passiert was und zwar etwas ganz Großes. Ich spürte deutlich und trotz der zu dem Zeitpunkt herrschenden geringen Lautstärke richtig den Druck, den der SA-15S1 aufbaute. Das war doch was für mich, ich mag es, wenn es etwas mächtiger tönt. Da der selbst zusammengestellte Sampler des lieben Kollegen dafür gesorgt hat, dass ich spontan eine hohe Begehrlichkeit entwickelte, mein eigenes Material auszuprobieren, ging es auch umgehend weiter mit Katie Meluas „Piece by Piece“. Der Opener „Shy boy“ bestätigte auch sofort meinen Eindruck. Energie war im Raum und zwar nicht zu knapp. Mit allen weiteren Alben, die ich ausprobiert habe, war es dasselbe. Er kann es einfach. Die Selbstverständlichkeit und Neutralität sind bemerkenswert. Einen deutlich spürbaren Schritt nach vorn machte er mit SACDs. Da merkt man doch immer wieder aufs Neue, was erhöhte Abtastrate noch an Rauminformationen, Abbildungsschärfe und vor allem Dynamik hinzufügen kann. Und das, obwohl das eh schon seine Paradedisziplin ist. Der Kopfhörerausgang hat mich die ganze Zeit angelacht. Ich konnte zwar auf eine sehr hochwertige Kette bauen, die mir ganz genau beibringen konnte, was für Großtaten der Marantz in der Lage ist zu vollbringen, aber mir stand der Sinn gerade nach etwas erhöhter Lautstärke, und die Kolegen sollen ja nicht immer gleich mitbekommen, was ich mir wieder für aktuelle Tonträger gekauft habe. Das „Ausleihen“ von Musik wollte ich mir sowieso abgewöhnen. Ihnen kann ich‘s ja verraten: Es war ein Album mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen „IIII“, gespielt von einer mir nicht ganz unbekannten Band namens Farsot. Für diese Art von Musik würde ich eh verächtliche Blicke ernten, deshalb war das der ideale Zeitpunkt, mal richtig aufzudrehen, dabei aber Kopfhörer auf dem Kopf zu haben. Und was ich dann auf die Ohren bekam war um Längen besser als das, was ich von meinem privaten, mittlerweile fast antiken und trotzdem von mir heißgeliebten CD-Player aus gleichem Haus gewohnt war. Ganz besonders die Dynamik war weit höher, Stimmen viel ausgeprägter. Das Laufwerk habe ich dann erstmal in Ruhe gelassen und den DAC ausprobiert. Und zwar mit den vollen 96 kHz, die er verarbeiten kann. Das macht Spaß, auch ungeachtet des hervorragenden Laufwerks. Mit dem äußerst leckeren Album „Dreamsville“ von Carol Kidd aus einem Festplattenspieler heraus versprühten die Ausgänge des SA-15S2 eben soviel Saft und Spielfreude wie von SACD und CD. Das spricht zum einen für den Wandler und im Rückschluss auch für das Laufwerk, das der Festplatte des externen Zuspielers nicht wie erwartet hinterhinkt. Leider hatte ich nie die Chance, das Vorgängermodell zu hören. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass der SA-15S2 klanglich zum Besten gehört, das man (SA-)CDs derzeit antun kann.

Fazit

„Wenn Sie druckvollen und neutralen Klang mögen und eine nennenswerte Sammlung SACDs haben oder anschaffen, kommen Sie nicht darum herum, dem SA-15S2 eine Chance zu geben.“

Preis: um 1800 Euro

CD-Player

Marantz SA-15S2

Spitzenklasse


12/2009 - Christian Rechenbach

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Autor Christian Rechenbach
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Datum 22.12.2009, 09:48 Uhr
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