Kategorie: CD-Player

Einzeltest: Symphonic Line Vibrato


Good Vibrations

CD-Player Symphonic Line Vibrato im Test, Bild 1
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„Good Vibrations“ heißt der bekannteste Song der Beach Boys, bei dem es um positive Schwingungen oder einfach nur ein gutes Gefühl geht. Viel Gefühl in musikalischer Hinsicht kann auch ein guter CD-Player bringen, vor allem wenn er ein „Vibrato“ aus der HiFi-Manufaktur Symphonic Line ist.

Wir sind nicht verwandt oder verschwägert, auch wenn die Firma Symphonic Line zufälligerweise ebenso wie die Redaktion in Duisburg angesiedelt ist. Doch ich kann nicht leugnen, dass Produkte aus der winzig kleinen Manufaktur nahe der Duisburger Innenstadt einen ganz besonderen Charme haben. Vielleicht liegt es an der massiven Bauweise, der man auf den ersten und zweiten Blick direkt ansieht, dass an Gehäusematerialien und Bauteilen nicht gespart wurde. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Rolf Gemein als Firmenchef und musikalisches Mastermind hinter Symphonic Line von Trends und Strömungen am Markt nur wenig beeindrucken lässt und sich konsequent um die Verfeinerung seiner kleinen, aber feinen Produktpalette kümmert.

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Denn Symphonic-Line-Produkte werden nach drei Jahren vom Hersteller nicht wie üblich durch vermeintlich neue Produkte ersetzt, sondern unterliegen lediglich einer sorgfältigen Produktpflege. Mehr noch: Käufer eines etliche Jahre alten Produkts können gegen eine kleine Gebühr aktuelle Baugruppen nachrüsten lassen und ihre lieb gewonnene HiFi-Komponente auf den neusten Stand bringen lassen. Das nenne ich mal eine vorbildliche Produkttreue und Kundenpflege!

CD-Player

Bereits mit den Vollverstärkern RG10 und RG14 konnte Symphonic Line Volltreffer in unserer Referenzklasse landen. Nun steht ein ausgewachsener CD-Player namens Vibrato für einen Verkaufspreis von 4.800 Euro in unserem Hörraum. Sie fragen sich vielleicht: „Warum heutzutage noch einen teuren CD-Player kaufen?“ Die Antwort ist einfach: Eine CD klingt hervorragend, wenn der richtige Player im Spiel ist. Dazu ein kleiner Ausflug in die Historie.

CD als Tonträger

Als in den 90er-Jahren die CD endgültig die klassischen Tonträger wie Schallplatte, Musik-Kassette oder Tonband abzulösen schien, waren die Gründe klar. Kein Knistern, kein Bandsalat und komfortable Titelwahl. Außerdem schien der Klang perfekt zu sein, denn alles war ja digital. Trotzdem kamen anspruchsvolle Musikhörer schnell dahinter, dass trotz digitaler Musikdaten „irgendetwas“ nicht stimmte. Musik von CD klang im Vergleich zur Schallplatte deutlich steriler, klinisch perfekt, aber nur wenig musikalisch. Das Problem waren damals die nicht perfekten D/A-Wandler, die das digitale Signal nur unzureichend genau in analoge Signale zurückwandeln konnten. Auch die für Digitalmusik notwendigen starken Filter (oberhalb 21 kHz) waren eher schlecht als recht dimensioniert und sorgten für klanglichen Verdruss. Nebenbei hatten die Entwickler großer UE-Konzerne offensichtlich übersehen, wie wichtig analoge Schaltungen und gut dimensionierte Netzteile in CD-Playern sind. Die Technik hat sich jedoch weiterentwickelt, perfekte Wandler stehen zur Verfügung und ambitionierte Entwickler können aus dem CD-Format mittlerweile einen wirklich anspruchsvolle Musikwiedergabe zaubern.

Vibrato

Symphonic Lines Vibrato zeigt, wie es richtig gehen kann. In dem massiven Gehäuse steckt ein Netzteil, auf das mancher HiFi-Verstärker neidisch werden könnte. Doch Rolf Gemein setzt konsequent auf mehrfach gefilterte, einzeln stabilisierte Spannungsversorgung für analoge und digitale Baugruppen im Vibrato. Auch kommen nur ausgesuchte Bauteile, die nach ausführlichen Hörtests penibel ausgewählt wurden, zum Einsatz. Als Laufwerk kommt selbstverständlich nur das Beste am Markt erhältliche infrage, Gleiches gilt bei der Wandler-Auswahl. Hier sorgt eine interne 24-Bit-Verarbeitung für maximale Rekonstruktion der mit 16 Bit gespeicherten Musikdaten auf der CD. Einzig allein, um eine möglichst analoge Wiedergabe zu realisieren. Eigentlich ein Treppenwitz der HiFi-Geschichte, aber viele Entwickler versuchen mittlerweile, digitale Medien so klingen zu lassen wie eine Schallplatte – natürlich ohne Knistern.

Praxis

Bereits die Haptik des Vibrato kann begeistern: Sanft und ohne Klappern öffnet und schließt sich die CD-Schublade. Am Gerät selbst finden sich keine Tasten, eine Fernbedienung sorgt für etwas Bedienkomfort. Abgesehen von symmetrischen Ausgängen und Cinchbuchsen fällt nur noch der digitale Eingang am Player als Ausstattungsmerkmal auf (der Vibrato ist nämlich auch ein vorzüglicher D/A-Wandler), ansonsten liegt der Schwerpunkt beim Vibrato auf reinem Klang. Und den beherrscht der Duisburger Player vorzüglich. Aus reinen Tonabfolgen wird mit dem Vibrato plötzlich echte Musik, die sich wunderbar harmonisch aufbaut und wie eine „Eins“ im Hörraum steht. Viel greifbarer und natürlicher löst sich Paul Kuhns Stimme auf der erstklassigen Aufnahme „As Time Goes By“ von den Lautsprechern. Seidig weich der sanfte Klavieranschlag, der dann bei härterer Spielart geradezu explodieren will. Dabei keine Anzeichen von Schärfe oder kratziger Missklang bei Klaviertönen, der bei günstigen CD-Playern gerne mal auftritt. Ganz im Gegenteil: Mit dem Vibrato bauen sich wortwörtlich Schwingungen auf, die tatsächlich an die packende Natürlichkeit von exzellent gepressten Vinylscheiben erinnern. Von rosaroter Schönfärberei ist hier bei Weitem nicht die Rede, sondern eher von einer ungemein lässigen, ganz unbeschwerten Art der Musikwiedergabe, völlig befreit von angestrengter Hektik und mit lupenreiner räumlicher Abbildung. So gut habe ich eine CD tatsächlich noch nicht gehört!

Fazit

Der CD-Player Vibrato von Symphonic Line ist mit Sicherheit kein Schnäppchen, aber jeden Euro wert. Gebaut für die Ewigkeit und mit einer Musikalität gesegnet, die ihresgleichen sucht, lässt der Vibrato die gute alte CD in ganz neuem Licht erstrahlen. Wer nach wie vor CD-Wiedergabe bevorzugt und einen Player fürs Leben sucht, sollte sich den Symphonic Line Vibrato auf jeden Fall ausführlich anhören. Doch Vorsicht: Der Vibrato hat ein verdammt hohes Suchtpotenzial!

Kategorie: CD-Player

Produkt: Symphonic Line Vibrato

Preis: um 4800 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


7/2017
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Symphonic Line Vibrato

Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

4 von 5 Sternen

Praxis 15%

5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Symphonic Line, Duisburg 
Telefon 0203 325656 
Internet www.symphonic-line.de 
Messwerte
Klirrfaktor (in %) 0.001 
Rauschabstand 103 dBr (A) 
Übersprechen 107 dBr (A) 
Ausstattung
Ausführungen Schwarz / Silber 
Abmessungen (B x H x T in mm) 450/130/390 
Gewicht (in Kg) 17 
Analog-Ausgänge Cinch, XLR 
Digital-Ausgänge (opt. / elektr.) Nein / Ja 
Digital-Eingänge (opt. / elektr.) Ja / Ja 
Kopfhörer-Ausgang Ja 
Fernbedienung / lernfähig Ja / Nein 
Besonderheiten USB-Eingang 
Kurz und knapp:
+ extrem massive Verarbeitung 
+ symmetrische Ausgänge 
+ digitale Eingänge 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung angemessen 
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Dipl.-Ing. Michael Voigt
Autor Dipl.-Ing. Michael Voigt
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Datum 16.07.2017, 15:03 Uhr
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Topthema: Feurig
Feurig_1706536121.jpg
High-End-Standbox mit ESS AMT

Mit diesen Chassis wollte ich schon immer mal etwas bauen. Dass ich sie allerdings jemals zusammen in einer Box haben würde, hätte ich dann doch wieder nicht erwartet – dass das Ganze so gut werden würde, dann schon eher.

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