Kategorie: D/A-Wandler

Einzeltest: Audiolab M-DAC Mini


Energiegeladen

D/A-Wandler Audiolab M-DAC Mini im Test, Bild 1
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Kompakte DACs sind keine Seltenheit mehr, doch im Vergleich mit Geräten im Vollformat ziehen sie oft den Kürzeren. Doch die Kleinen holen auf.

Seit Laptops und Mobilgeräte in der Lage sind, Musik wiederzugeben, gibt es natürlich auch Bedarf an kompakten D/A-Wandlern, die mit den neuen Arten von Quellgeräten verwendet werden können. Doch eine Verkleinerung bestehender Technologie kann normalerweise nicht einfach so stattfinden, denn wichtige Komponenten lassen sich nicht beliebig miniaturisieren und müssen neu entwickelt werden. Die Restriktionen in Bezug auf die Größe machen es daher oft nötig, Funktionen einzuschränken oder optimierte Schaltungen in weniger effektiver Art und Weise auf eine neue Platine zu bringen. Doch wie bei allem bleibt die Entwicklung auch im Bereich kompakter DACs nicht stehen, und nach und nach nähern sie sich ihren großen Kollegen an, die im Gegenzug zwar auch einen Schritt nach vorne machen, doch allmählich verschwimmen die Grenzen im Bezug auf Funktionen und Qualität.

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Audiolab ist der Bereich kleinerer HiFi-Komponenten zwar nicht fremd, doch wenn ein Gerät den Namenszusatz Mini erhält, weiß man sofort, dass es sich um etwas Kleineres handelt als das bereits bekannte Halbformat. Der M-DAC Mini komprimiert den bekannten Wandler aus der schlanken M-Serie noch einmal deutlich und kommt in einem Gehäuse unter, das sich nur eine Grundfläche von etwa 14 mal 18 Zentimetern gönnt und mit nur etwa vier Zentimetern in der Höhe auskommt. Allerdings ist man hier auch sofort beim ersten Kompromiss angelangt, denn anstelle des typischen, äußerst solide gefertigten Metallgehäuses der M-Serie kommt beim M-DAC Mini ein Kunststoffgehäuse zum Einsatz. Ein Nachteil ist das allerdings nicht, denn selbst bei der geringen Größe des Gerätes würde eine Aluminiumhülle das Gewicht doch deutlich nach oben bringen und die Mobilität des kleinen DACs stark einschränken. Außerdem benötigt die Bluetooth-Schnittstelle des DAC so keine externe Antenne, die aus dem Gehäuse herausragt. Wie es sich für einen modernen DAC und gerade einen Audiolab gehört, arbeitet die kabellose Übertragung mit dem verlustfreien aptX-Standard und ist somit natürlich auf dem höchsten Stand der Technik, was die Bluetooth-Fähigkeiten angeht. Für Kabelverbindungen stellt der M-DAC Mini die üblichen Anschlüsse bereit, die man auch an einer vollformatigen Anlage erwarten würde. Je ein optischer und ein koaxialer Digitalanschluss befinden sich an der schlanken Rückseite des DACs, ergänzt durch zwei USB-Eingänge. Was nun nach besonders großzügiger USB-Kompatibilität aussieht, hat jedoch einen anderen Grund, denn die verschiedenen Buchsen sind für verschiedene Systeme geacht. iOS-Geräte wie iPhones und iPads können per Lightning-Kabel direkt am USB-A-Anschluss verbunden werden. Laptops, PCs und Android-Systeme nutzen stattdessen den ebenfalls vorhandenen Micro-USB-Anschluss. So verfügt der M-DAC Mini zwar nicht über die übliche USB-B-Buchse, ermöglicht hingegen eine deutlich leichtere Einbindung von Mobilgeräten, ohne Laptops auszuschließen. Dank zwei S/ PDIF-Ausgängen ist der Audiolab sogar in der Lage, als USB-Konverter für andere DACs zu fungieren. Erste Wahl ist jedoch natürlich der integrierte DAC-Chip, ein hochwertiger Wandler aus der 32-Bit-Premiumreihe des Herstellers ESS. Man nutzt jedoch nicht nur die gleiche Baureihe wie ausgewachsene DACs, sondern sogar das gleiche Modell, denn der verwendete ES9018K2M-Chip, wird auch in ausgewachsenen High-End-Wandlern verwendet. Von Abstrichen in Sachen Technik also erst mal keine Spur. Dies gilt dann auch für die Möglichkeiten in Sachen Abtastraten, die der M-DAC Mini bietet. Per S/PDIF bietet der kompakte DAC Kompatibilität bis hoch zu 192 kHz, selbst bei Nutzung des optischen Eingangs. Per USB ist jedoch noch deutlich mehr drin, denn über den beliebten Universalanschluss kann der Wandler PCM-Signale bis hoch zu 384 kHz bei bis zu 32 Bit auflösen. Dazu kommt außerdem die Möglichkeit, DSD-Bitstreams mit bis zu 11,2 MHz zu entschlüsseln. Somit steht der M-DAC Mini auch hier deutlich größeren Systemen in nichts nach. Ausgegeben werden die gewandelten Signale entweder per Cinch-Verbindung an eine Anlage oder ein paar Aktivboxen. Bei dem Fokus des Gerätes auf Mobilgeräte wird sich aber wohl auch der 6,3-mm-Kopfhöreranschluss großer Beliebtheit erfreuen. Für die Nutzung unterwegs bietet der M-DAC Mini sogar eine Besonderheit, denn neben der Verwendung mit dem externen Schaltnetzteil kann der DAC auch im Akkubetrieb verwendet werden. Dazu ist ein Stromspeicher mit satten 5000 mAh Kapazität in den Wandler integriert, der eine Nutzung ohne Stromnetz für bis zu sieben Stunden ermöglicht. Dabei lässt sich der Akku sogar per USB aufladen, so dass bei Bedarf auch vom Laptop selbst neue Energie zugeführt werden kann. Das Klangbild des DACs steht dann im krassen Gegensatz zu den Erwartungen, die ein so kleines Gerät weckt, denn der Wandler spielt angenehm offen und frei mit einer angenehm breiten Bühnendarstellung. Der Bassbereich ist ausgewogen und liefert an den richtigen Stellen genügend Druck, um Musik der härteren Gangart den richtigen Punch zu verleihen, ohne dabei zu sehr zu dominieren. Generell entwickelt der M-DAC Mini einen schönen Flow, ohne auf Präzision zu verzichten. Schlagzeuge setzen treffend ein und schwingen in angemessener Zeit wieder ab, was dem Wandler einen tollen, lebendigen Sound verleiht. Natürlich gibt es weiterhin große Wandler, die den Mini in den Schatten stellen, doch er zeigt deutlich, dass sich die Lücke schließt und auch Kompaktgeräte groß aufspielen können.

Fazit

Audiolabs M-DAC Mini verkleinert die Lücke zwischen Kompaktgeräten und Systemen im Vollformat. In Sachen Funktionalität bietet der Mini alles, was man unterwegs oder zu Hause braucht. Dabei entwickelt er einen lebendigen Sound, der manch größerem Gerät ebenfalls gut stehen würde.

Preis: um 400 Euro

D/A-Wandler

Audiolab M-DAC Mini


11/2017 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 400 Euro 
Vertrieb: IAD Deutschl., Korschenborich 
Telefon: 02161 617830 
Internet www.audiolust.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 136/34/178 
Eingänge 1 x USB-A, 1 x Micro-USB, 
- 1 x Toslink optisch, 1 x S/PDIF koaxial, Bluetooth 
Unterstützte Abtastraten: USB: PCM bis 384 kHz, 32 Bit und DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit koaxial und optisch: PCM bis 192 kHz, 32 Bit 
Ausgänge: 1 x Toslink optisch, 1 x S/PDIF koaxial, 1 x 6,3-mm-Kopfhörerausgang (vorne) 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 20.11.2017, 14:55 Uhr
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