Kategorie: Docking Stations, Vollverstärker

Systemtest: Krell Kid, Krell Papa Dock


Familientreffen

Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 1
1919

Krell ist zweifellos eine sehr bekannte Firma, wenn es um die ganz highendigen Lösungen für musikalische Momente geht. Außerdem bauen sie immer etwas, das mächtig aussieht und mich immer wieder in die Verlegenheit bringt, darüber nachdenken zu müssen, ob ich das Design gut finde oder nicht.

Peripherie:

– Quellen:

Apple iPod Video
Apple iPhone 3G


– Lautsprecher:

KEF Reference 230/2
KEF iQ50
Klang+Ton „Notch“


Da ich bei der Beurteilung von Design überhaupt kein Maßstab bin und der Erfolg der Marke nicht von der Hand zu weisen ist, machen die Herren und Damen von Krell offensichtlich ganz viel richtig. Außerdem ist bei mir tagesformabhängig. Während ich diese Zeilen, schreibe finde ich‘s die beiden Krell-Boliden gerade schön. Das Bemerkenswerte ist zudem, dass ich das Wort „Bolide“ im Zusammenhang mit nichts Geringerem als einem Verstärker und – jetzt kommt‘s – einem iPod-Dock verwende.

Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 2Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 3Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 4Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 5Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 6Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 7Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 8Docking Stations Krell Kid, Krell Papa Dock im Test , Bild 9
Ja, ich weiß, den Krell KID kennen viele von Ihnen schon. Die Tatsache, dass er jetzt noch mal im Heft erscheint, hat er zum Großteil seinem Väterchen, dem Papa Dock zu verdanken. Außerdem wollte ich nochmal mit ihm hören, denn was man dem doch recht mächtigen KID an Klängen entlocken kann, war und ist ganz groß. Jetzt konnte ich ihn also nach fast einem Jahr noch einmal befingern, hören, damit spielen und mir obendrein Musik so anhören, wie die Kalifornier es sich gedacht haben – mit verstärkender Unterstützung durch die passende Endstufe namens Papa Dock. Wenn man die beiden aus den Verpackungen hievt (und „hievt“ ist das richtige Wort), dann schmunzelt man ob der Abgefahrenheit der beiden Komponenten. Die Außenhaut der beiden wird dominiert von gebürstetem Aluminium und ganz, ganz vielen Schrauben. In Verbindung mit den dezent wirkenden Knöpfchen und den drei Displays hat man da ein wunderschönes Stück Industrie- Flair im Wohnzimmer.

KID


Das kommt also raus, wenn man zu den Ingenieuren in Orange County sagt, sie sollen doch mal was für den iPod bauen. Heraus kommt etwas Mächtiges. Etwas, das mit viel Metall, vielen Schrauben, hohem Gewicht und der etwas anderen Optik gesegnet ist. Allein schon die Quelle, also der KID, ist ein derbes Stück. Er bringt beachtliche 4 Kilo auf die Wage. Seine Anschlussmöglichkeiten sind recht übersichtlich. Natürlich gibt er sein analoges Signal an RCA-Buchsen heraus, konsequenterweise dürfen, nein müssen XLR-Buchsen aber auch sein. Vorne schaltet man ihn ein, dreht bei Bedarf an Höhen und Bässen (mache ich nie, Sie können das natürlich anders sehen), kann laut/leise stellen und per Klinkenbuchse noch ein externes Abspielgerät anschließen. Die Verbindung mit dem Papa-Dock ist so einfach gelöst, wie es nur sein kann. Man muss nicht etwa kurze Strippchen verwenden und ihn dann draufstellen. Nein, auf der Unterseite befindet sich ein Systemstecker, der sicheren Anschluss garantiert, wenn man ihn in die Wiege des Papa legt. Einfacher geht’s nicht. Zwei Schrauben muss man noch bemühen, bevor es losgehen kann, die sorgen für festen Halt der Halterung, die dem Apple-Player den Rücken stärkt. Das iPod-Signal wird zunächst per Opto-Koppler galvanisch getrennt und geht von dort aus auf die konsequent symmetrische Reise. Mit Ruhestrom geizt er auch nicht, denn seine Vorverstärkung spielt sich im Bereich des linearen Class-A-Betriebs ab. In der heutigen Zeit muss man ja schon froh sein, wenn mal nicht überall der Öko-Aufkleber drauf ist und man auch mal wieder „richtig“ an das Thema rangeht. Das braucht nun mal ein bisschen Saft, klanglich wird man aber belohnt. Das Einzige, was dem Kleinen fehlt, ist adäquate Verstärkung. Der Papa wird’s schon richten ...

Papa


Der Papa ist eigentlich eine ziemliche Pfeife, lässt er sich doch von seinem Sohn sagen, was er zu tun hat. So viel zu dem, was hier passiert. In Wirklichkeit ist er eine Bank. Er verkörpert Kraft und Ruhe. Ich wollte ihn eigentlich noch vor dem Test von unserem Fotografen für diesen Artikel ablichten lassen, aber dann konnte ich nicht anders: Ich musste ihn messen. Ich wollte wissen, was man aus einem „Dock für einen Dock“ herausholen kann. Auf einem Wagen ging‘s ins Labor, dort fand ich meine Vermutungen bestätigt. Vier-Ohm-Lautsprecher bekommen von ihm, wenn‘s denn sein muss, bis zu 260 unverzerrte Watt ans Terminal geknallt. Laut unseren Spezifikationen, wohlgemerkt. Denn wir ziehen bei 0,7 Prozent Klirr den Schlussstrich. Der Papa-Dock geht, obwohl er ein klassischer Class-A/A-Verstärker ist, nicht so steil aus dem Rennen, so dass er bis 1 – 2 Prozent, die ja immer noch erträglich sind, noch ein paar Watt oben drauftut. So um die 280 schaff t er im Endeffekt also schon. Gut, ich glaube nicht, dass jemand seinen Verstärker schon allein im Sinne seiner Lautsprecher so weit aufreißen wird. Die beiden Verstärker sind physikalisch schön weit voneinander getrennt und sitzen auf aufrecht stehenden Kühlkörpern, die oben durch die Gitter die Wärme rauslassen. Noch unterhalb der Wanne, in der der KID ruht, sitzt das wirklich üppige Netzteil, das mit einem großen Trafo und Siebkapazität in rauen Mengen angeben kann. Da sollte auch bei recht komplizierten Impulsen nichts anbrennen. Die Wanne hat obendrein noch schirmende Wirkung, damit der KID nichts von dem mitbekommt, was der Verstärker gerade treibt. Zum Papa Dock kann man, zumindest was sein Äußeres betrifft, nicht besonders viel sagen. Er ist ausschließlich für den KID da, Anschlüsse für weitere analoge Quellen sind nicht vorgesehen. Hinten findet sich dementsprechend nicht so viel Berichtenswertes. Ordentliche WBT-Polklemmen für die Lautsprecher wurden ihm spendiert, ansonsten gibt es noch einen Trigger-Ausgang für weitere Krell- Komponenten, eine RS232-Schnittstelle für Software-Updates und Video- Ausgänge. Damit kann man die auf dem iPod befindlichen Videos an einen Bildgeber senden, auch wenn die Auflösung nicht gerade das ist, was so ein moderner Full-HD-Fernseher gern serviert bekommt. Für Musikvideos kann das aber ein ganz nettes Feature sein. Ich hab nur einen Funktions-Test gemacht, alles Weitere passiert bei uns ja im Hörraum, wo in der Regel kein Fernseher steht. Außerdem sollten die beiden ja schon ordentliches Material verarbeiten dürfen und nicht die stark komprimierte Tonspur eines Musikvideos aus dem iTunes-Store. Also gab es AIFF-Dateien und Musikstücke in Apple-Lossless. Zu Beginn war der Kleine KID ganz allein dran, der Papa stand noch im Messraum und ich wollte erst einmal eine kleine Schaffenspause einlegen, bevor ich den schweren Klotz rübertrage. Der Kleine zeigte mir dann auch mit Nachdruck, dass er es recht ernst meint. Er macht einfach zu jeder Sekunde Spaß, spielt ausgesprochen spitzig, dynamisch und fordernd. Die angeschlossenen Endstufen jedenfalls hatten ordentlich was zu tun. Tja, da musste ich also doch nochmal aufstehen und den Papa holen, der ja schon aufgrund seiner Messwerte einen kräftigen Auftritt verspricht. Das Einsetzen des KID geht flott von der Hand, die Passung hat genug Spielraum, aber wackeln tut nichts. Er schaltet sich automatisch ein, sobald der KID ein Signal ausgibt, und das passiert in dem Moment, in dem ein iPod oder iPhone oben eingestöpselt wird. Es geht sofort richtig los. Der Kerl schiebt mit einer unbändigen Wucht. Nichts für Schnarchnasen, wohl aber für Schönhörer, denn seine Grundtonwärme sorgt bei normalen Pegeln für den entsprechenden Schuss Wonne. Ich habe nach einer Weile schon wegen des dynamischen Antritts nach Action gelechzt. Das aktuelle Album von „Wolfmother“ prügelte, auch wenn ich jetzt vielleicht nicht den Nerv des highendig denkenden Interessenten treffe, so unglaublich gut, dass ich es unbedingt erwähnen wollte. Bemerkenswert fand ich übrigens überhaupt die Stabilität der Darbietung. Der erhabene Krell Papa platziert die Musik wie in Stein gemeißelt, unbestechlich, kompromisslos. Das ist Kraft pur. Irgendwann schoss es mir erneut durch den Kopf: Das ist jetzt meine komplette Anlage. Und die spielt wie die Hölle. Außerdem bietet zumindest der iPod Touch oder das iPhone ja die Möglichkeit, Musik von UPnP-Servern zu streamen und Internetradio wiederzugeben (wie das geht steht auf Seite 45). Jetzt habe ich also 1.) mit dem iPod eine klanglich sehr gute Quelle, 2.) einen Streaming-Client und 3.) mit dem Papa einen Verstärker, der auf jeden Fall das Potenzial hat, auf der Wunschliste für die sprichwörtliche Insel ganz weit oben zu erscheinen. Und wenn ich jetzt weiter darüber nachdenke, frage ich mich, was man eigentlich sonst noch so braucht. Für die musikalische Unterhaltung auf höchstem Niveau jedenfalls nichts.

Fazit

Der Papa Dock holt aus dem sowieso schon sehr guten Krell KID noch den Sonderschuss Dynamik heraus.

Kategorie: Docking Stations

Produkt: Krell Kid

Preis: um 1650 Euro

6/2010

Kategorie: Vollverstärker

Produkt: Krell Papa Dock

Preis: um 2750 Euro

6/2010
Bewertung: Krell Kid
Klang 40% :
Tonalität 30%

Räumlichkeit 5%

Lebendigkeit 5%

Labor 10% :
Frequenzgang 5%

Verzerrung 5%

Praxis 50% :
Ausstattung 20%

Bedienung 10%

Verarbeitung 20%

Ausstattung & technische Daten: Krell Kid
Preis: 1650 
Vertrieb: Audio Reference, Hamburg 
Telefon: 040 53320359 
Internet: www.audio-reference.de 
Garantie (in Jahre)
Ausstattung
Eingänge: 1x analog Klinke, 1 x iPod 
Ausgänge 1 x analog RCA, 1 x analog XLR 
Leistung 8 Ohm (in Watt) 175 
Leistung 4 Ohm (in Watt) 261 
THD+N (in %): 0.025 
SNR (A-gewichtet) in dB: 80 
Kanaltrennung (in dB): 93 
Kurz und Knapp:
+ dynamischer Klang / viel Leistung 
+ Ladefunktion 
checksum „Der Papa Dock holt aus dem sowieso schon sehr guten Krell KID noch den Sonderschuss Dynamik heraus.“ 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung angemessen 
Bewertung: Krell Papa Dock
Klang 40% :
Tonalität 30%

Räumlichkeit 5%

Lebendigkeit 5%

Labor 10% :
Frequenzgang 5%

Verzerrung 5%

Praxis 50% :
Ausstattung 20%

Bedienung 10%

Verarbeitung 20%

Ausstattung & technische Daten: Krell Papa Dock
Preis: 2750 
Vertrieb: Audio Reference, Hamburg 
Telefon: 040 53320359 
Internet: www.audio-reference.de 
Garantie (in Jahre)
Ausstattung
Eingänge:
Ausgänge:
Leistung 8 Ohm (in Watt): 175 
Leistung 4 Ohm (in Watt): 261 
THD+N (in %): 0.025 
SNR (A-gewichtet) (in dB) 80 
Kanaltrennung (in dB): 93 
Kurz und Knapp
+ dynamischer Klang 
+ viel Leistung 
+ Ladefunktion 
checksum „Der Papa Dock holt aus dem sowieso schon sehr guten Krell KID noch den Sonderschuss Dynamik heraus.“ 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung angemessen 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 24.06.2010, 13:46 Uhr
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Topthema: Die ewige Legende
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Harwood Acoustics LS3/5A

Es gibt Lautsprecher und dann gibt es noch die LS3/5A. Sie spaltet sowohl ihre Hörer, als auch die, die sie gar nicht kennen. Warum das so ist? Nun, dafür muss man sich vor allem anschauen und natürlich hören, was sie kann und nicht, was sie nicht kann.

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