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Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Auralic Aries G1


Nachfolgeregelung

Hifi sonstiges Auralic Aries G1 im Test, Bild 1
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Das mit den Produktbezeichnungen ist so eine Sache. Setzt man die 2 vor die 1, kann das zu Verwirrungen führen. Auralic scheint damit kein Problem zu haben.

Bereits letztes Jahr wurde die G2-Serie von Auralic angekündigt. Alles wurde neuer, besser, größer und auch merklich teurer. Gleichzeitig verkündete der chinesische Hersteller außerdem, dass die alten Geräte natürlich nach und nach eingestellt werden. Da die neuen Systeme sich bei ihren Namen weiterhin an den bekannten Geräten orientierten, aber den Zusatz G2 bekamen, konnte man guten Gewissens von einem normalen Generationswechsel ausgehen. So bezeichneten auch wir den Auralic Aries G2 als Nachfolgemodell des Streamers, der in unseren Redaktionsräumen praktisch täglich zum Einsatz kommt. Dann erblickte aber in diesem Jahr die G1- Serie das Licht der Welt und es zeigte sich, dass Aries und Vega hier ihre eigentlichen neuen Vertreter finden, während die G2-Serie als neues Referenzprodukt gehandhabt wird.

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Die Tatsache, dass G2 vor G1 kam, hat einen Grund. Neben dem interessanten Effekt, die Presse zu verwirren, begründet sich die verzögerte Veröffentlichung durch den Entwicklungsvorgang der Geräte. So profitieren die neuen Einstiegssysteme von den Verbesserungen der Referenzklasse, was den neuen Aries G1 zu einem völlig anderen Gerät macht als seinen Vorgänger. Stellt man den Ur-Aries neben die neue G1-Version, ist praktisch keinerlei Familienähnlichkeit mehr da. Ganz anders sieht dies dann schon zwischen G1 und G2 aus, bei denen man die Unterschiede beinahe mit der Lupe suchen muss. Vorbei die Zeiten, in denen der Streamer in einem platzsparenden Kunststoffgehäuse auskam, das aufgrund seiner einzigartigen geschwungenen Form so gar nicht wie ein HiFi- Gerät aussehen wollte. Ganz anders die neuen Systemvarianten von Auralic. Es scheint, als wäre man etwas erwachsener geworden, weshalb neue Gehäuse im Vollformat nun die Modellpalette dominieren. Auch die Werkstoffe haben sich geändert. Der Kunststoff des Vorgängers muss nun einem Kleid aus Aluminium weichen. Das wiederum führt dazu, dass auch der Fokus des Gerätes sich etwas verschoben hat. Wurden die Wireless-Funktionen des ersten Aries noch als eines der großen Features angesehen, was sie zu der damaligen Zeit auch absolut waren, wirkt die drahtlose Einbindung des neuen G1 nun ein wenig alltäglich. Hauptsächlich auch aus dem Grund, dass das neue Gehäuse nun zwei anschraubbare Plastikantennen erforderlich macht, die der alte Aries nicht benötigte. Dennoch sind die Streamingfähigkeiten des G1 denen seines Vorgängers keineswegs unterlegen. Ganz im Gegenteil, denn dank der neuen Hardware ist der neue Aries deutlich leistungsfähiger geworden. Genau wie das Flaggschiffmodell von Auralic verfügt auch der Aries G1 über die neue Tesla-2-Plattform, die sich um die Rechenvorgänge des Streamingablaufs kümmert. Die proprietäre Prozessorarchitektur ist mit mehr Power ausgestattet worden und so angeblich etwa 50 Prozent schneller als die alte Plattform. Ob es nun genau 50 Prozent mehr sind, lässt sich als Nutzer nur schwer sagen, doch im Vergleich mit unserem alten Aries zeigt sich der neue G1 tatsächlich etwas reaktionsschneller als zuvor. Dies gilt für alle Vorgänge außer einem: dem Abspielen des ersten Tons. Mittlerweile nutzen die Systeme von Auralic nämlich einen technischen Kniff, um Netzwerkstörungen umgehen zu können. Anstatt die Audiosignale vom NAS zu übertragen und direkt zu verarbeiten, werden die Daten zuvor in den internen Arbeitsspeicher des Gerätes geladen und von dort abgespielt. Ein Gigabyte Speicher steht dafür zur Verfügung, sodass auch bei einem Verbindungsabbruch das laufende Lied zu Ende gespielt werden könnte. Das Einladen in den Speicher benötigt jedoch einen kurzen Moment, sodass das erste Lied nach dem Starten erst nach ein oder zwei Sekunden zu spielen beginnt. Gut Ding will eben manchmal Weile haben, auch wenn diese Zeit praktisch eh nicht wahrgenommen wird. Zeit ist außerdem ein weiterer wichtiger Punkt des Aries G1. Für die richtige Taktung der Signale setzt man bei Auralic auf gleich zwei hochpräzise Clocks. Ein Oszillator ist hier verantwortlich für die Frequenzvielfachen von 44,1 kHz, während der zweite sich um die Vielfachen von 48-kHz-Signalen kümmert. So erfolgt kein Umrechnen und die Verarbeitung der Daten geschieht auf die Femtosekunde genau. Dafür sorgt auch die neue Stromversorgung des Aries. Anders als beim Vorgänger ist das externe Netzteil nun passé. Stattdessen ist die gesamte Stromversorgung in das Gehäuse gewandert, sodass ein einfaches Kaltgerätekabel ausreicht. Zwei Bereiche werden dabei getrennt mit Energie versorgt. Ein Netzteil beliefert die Teslaplattform und einige andere, weniger relevante Systeme, während der zweite Trafo für die Clocks und die USB-Ausgangsstufe verantwortlich ist. Letztere hat dabei sogar die Besonderheit, dass das übliche USB-Stromsignal, das stets mit übertragen wird, separat erstellt wird, was die üblichen Verzerrungen aus den Chips eliminiert. Viel Aufwand für rein digitales Gerät. USB ist dann auch eindeutig die beste Variante, Signale aus dem Aries an einen passenden D/A-Wandler zu übertragen. Zwar verfügt Auralics Netzwerkwunder auch über die klassische S/PDIF-Variante, inklusive AES/EBU, doch einzig der Universal Serial Bus ist in der Lage, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Typisch für Geräte des Herstellers ist auch der Aries G1 in der Lage, digitale Musik in einer Vielzahl von Abtastraten abzuspielen. Die ehemaligen Standards von 192 kHz bei 24 Bit wurden da schon lange hinter sich gelassen. Stattdessen sind 32 Bit das neue Maximum in Sachen Worttiefe, während PCM-Signale bis zu 384- mal in der Sekunde abgetastet werden können. Auch das eh schon samplingintensive DSD-Format kann bis zu seiner achtfachen Form, also bis 22,4 MHz verwendet werden. Wie welche Frequenz behandelt werden soll, lässt sich dabei frei wählen. Ob man also nativ arbeitet oder 44,1 kHz gerne auf 88,2 kHz hochsampelt, während 96-kHz-Signale unangetastet bleiben. Andersherum kann besonders hoch Aufgelöstes auch heruntergesampelt werden, um beispielsweise auch auf einem älteren D/A-Wandler besser abgespielt zu werden. All diese und andere Einstellungen, ebenso wie die generelle Einrichtung des Aries kann beim neuen G1-Modell sogar nun am Gerät selbst erfolgen. Anders als der Vorgänger, dessen schmales OLED-Display zwar gut ablesbar war, aber gleichzeitig auch praktisch keine Informationen darstellte, bietet der neue Aries nun ein vier Zoll großes Farbdisplay. In Kombination mit den neuen Funktionstasten oder der Möglichkeit, Fernbedienungen anzulernen, ist die grundlegende Einstellung des Gerätes nun auch ohne Tablet möglich. Dazu muss allerdings gesagt sein, dass die Schriftgröße der Menüs ein Bedienen von der Couch aus praktisch unmöglich macht, denn dafür bietet das Display nun zu viele Informationen, als dass noch alles aus der Distanz lesbar wäre. Dafür wird das jeweils spielende Lied nun mit einem großen Cover und seiner Position in der Warteschlange angezeigt. Auch die eingestellte Lautstärke wird, sollte diese Funktion aktiviert sein, auf der rechten Bildschirmseite dargestellt. Dabei erliegt man dank der Gestaltung der Symbole oft dem Trugschluss, dass es sich um ein Touchdisplay handelt. Trotz besseren Wissens packte auch ich hin und wieder intuitiv auf die Anzeige. Das Verwirren von Pressevertretern endet also nicht bei der Namensgebung. Also setzt man am besten doch auf das Tablet und die App, um den Aries richtig zu bedienen. Wie alle Systeme von Auralic wird dafür die Lightning-DS-App genutzt, mit der alle verbundenen Geräte auch als Multiroom-System konfiguriert werden können. Auch bei der Musikbibliothek setzt Auralic auf das Caching von Daten, sodass nach dem Auswählen des gewünschten Speichers einige Momente vergehen, in denen alle nötigen Daten bezogen werden. Ist der Vorgang einmal abgeschlossen, läuft die App enorm flüssig und Coverbilder werden selbst bei schnellem Durchscrollen durch die Alben angezeigt. Eine Buchstabenleiste, die dabei an der Seite eingeblendet wird, ermöglicht schnelle Sprünge, während für das präzise Finden bestimmter Titel eine Wortsuche genutzt werden kann. Diese funktioniert auch für die integrierten Streamingdienste, die mit dem G1 direkt genutzt werden können. Tidal und Qobuz können problemfrei und in ihren Premiumvarianten aus der App heraus genutzt werden. Andere Dienste könne beispielsweise per Air-Play oder Bluetooth auf die Anlage gebracht werden. Zusätzlich ist auch ein Internetradiodienst selbst ohne Abonnement verfügbar. Die App wirkt dank einer Emulation des Appledesings sehr aufgeräumt und bietet gute Übersicht. Ab und an kommt es jedoch kurz vor, dass sich das Programm eigenständig in den Hintergrund versetzt und sich anschließend kurz neu verbinden muss. Die Wiedergabe ist davon allerdings niemals betroffen. Das ist gut, denn einen Aries G1 möchte man gerne hören. Die hochwertige Technik und Signalverarbeitung führt zu einem sehr dunklen Hintergrund, vor dem sich ein wunderbar freies und offenes Signal entfalten kann. Der Streamer holt alles aus dem Signal, was die Daten hergeben, sodass Dynamik und Detailvielfalt klar zu überzeugen wissen. Natürlich ist die zweite Generation des Aries nicht mehr eine solche Sensation, wie es das Ur-Modell zu seiner Zeit war, doch Auralic hat mit dem G2 einen absolut würdigen Nachfolger geschaffen, der sich nach wie vor zu den besten Geräten seiner Art zählen kann.

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Fazit

Neben der Optik scheint sich der Streamer kaum verändert zu haben, doch der Schein trügt. Der Auralic Aries G1 wurde hinsichtlich seiner Audiotechnik und seiner Verarbeitung deutlich aufgewertet. Auch der Nachfolger gehört zu den besten Quellgeräten seiner Klasse, der HiRes als neuen Standard festigt.

Preis: um 2200 Euro

Hifi sonstiges

Auralic Aries G1


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Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 2.200 Euro 
Vertrieb: Audionext, Essen 
Telefon: 0201 5073950 
Internet: www.audionext.de 
B x H x T 340/80/320 
Eingänge: 1x Ethernet / W-LAN / 1 x USB-A, Bluetooth 
Unterstützte Formate: MP3, OGG, AAC, AIFF, APE, ALAC, FLAC, WAV, WV, WMA, MQA, DSD 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit; DSD bis DSD512, 22,4 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x USB-A / 1 x AES/EBU / 1 x S/PDIF koaxial / 1 x S/PDIF optisch 
checksum: Neben der Optik scheint sich der Streamer kaum verändert zu haben, doch der Schein trügt. Der Auralic Aries G1 wurde hinsichtlich seiner Audiotechnik und seiner Verarbeitung deutlich aufgewertet. Auch der Nachfolger gehört zu den besten Quellgeräten seiner Klasse, der HiRes als neuen Standard festigt. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 06.12.2018, 14:54 Uhr
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Topthema: HiFi Test
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Interessante Links:
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