Kategorie: Hifi sonstiges

Einzeltest: Lyravox Stereomaster II 170


Schatztruhe

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Sogenannte Soundmöbel gibt es ja mittlerweile einige. Normalerweise bedeutet dies aber lediglich eine Dockingstation für das Smartphone, eingesetzt in ein Regal. Bei Lyravox in Hamburg geht man da ganz andere Wege.

Im Mai 2014 fand wieder einmal die High End in München statt. Die europäische Leitmesse im hochwertigen Audiobereich war von Ausstellern wie Audiophilen gut besucht, die Gänge voll und die Stände prall gefüllt. Mehrere Tage konnte man an jeder Ecke Lautsprecher, Plattenspieler, Streamer, Verstärker, Kopfhörer und Kabel besichtigen. Bei der Fülle an Ständen und Marken konnte man nach ein paar Tagen oft schon nicht mehr genau sagen, was man wo gesehen hatte. Ein bestimmtes Gerät blieb jedoch vielen im Gedächtnis, weil es so komplett anders aussah. Am Stand der Hamburger Firma Lyravox wurde der Stereomaster II präsentiert, den man auf den ersten Blick gar nicht so recht als HiFi-Gerät einstufen konnte.

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An den Wänden hingen mehrere Geräte, alle in verschiedenen Ausführungen, die eher an Sideboards erinnerten als an Audioequipment. Ortsbedingt ging man zunächst von einem Lautsprecher aus, doch dafür schienen die Geräte beinahe etwas überdimensioniert. Bedienfelder konnte man jedoch auch keine erkennen, und da das Gehäuse hauptsächlich aus Holz gefertigt war, rechnete man auch nicht mit einem CD-Player oder einem Streamer. Richtig ist jedoch: Es ist alles gleichzeitig. Eine komplette Musikanlage mit Quellgeräten, D/A-Wandler, Verstärker und sogar Lautsprechern, verpackt in edlem Holz, umhüllt von Pianolack und Metall. Dementsprechend mächtig sind auch die Ausmaße des Stereomaster II, denn all das möchte schließlich erst einmal verstaut werden. Insgesamt werden drei verschiedene Größen angeboten, bei denen die Zahl am Ende der Gerätebezeichnung die Breite in Zentimetern angibt. Absolutes Flaggschiff ist hier der Stereomaster II 240 mit fast zweieinhalb Metern Breite, das Mittelmodell 200 und unser Testgerät, der 170, bei dem wir logistisch schon fast an unsere Grenzen stießen. Glücklicherweise ist ja nicht jede Wohnung so vollgestellt wie unsere Redaktionsräume, an Wandstabilität sollte es aber trotzdem nicht mangeln, denn selbst das kleinste Modell bringt gut 40 Kilogramm auf die Waage. Darum muss sich der geneigte Käufer jedoch wenig Sorgen machen, denn um die Installation zu Hause kümmert sich der Händler. Hängt der Stereomaster erst einmal, kann man ihn in seiner ganzen Pracht bewundern. Rückseitig flach an der Wand anliegend, wölbt sich der Korpus mit der großflächigen Mittelsektion nach vorn. Unser Testmodell ist vollkommen in handpolierten Pianolack gehüllt, in dem man sich praktisch spiegelt. An den Seiten werden die Lautsprecherchassis von je einem Gitternetz aus poliertem Aluminium umhüllt, die durch zwei Zierleisten miteinander verbunden sind. Die Kombination aus schwarz und silber wirkt äußerst edel, ist jedoch bei Weitem nicht die einzige Möglichkeit den Stereomaster zu verzieren. Den Lack kann man auf Wunsch in jeder Farbe auftragen oder gleich durch verschiedene Holzfurniere ersetzen lassen. Auch die Metallteile können individuell gestaltet werden, wobei auch dort das Material frei wählbar ist. Da alle Stereomaster in Handarbeit entstehen, sind Kundenwünsche kein Problem und der Individualisierung sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wer also zum Beispiel ein weißes Gerät mit goldenen Applikationen haben möchte, kann dies ordern. Das Grunddesign ist sichtlich an den art-déco-Stil der 1920er-Jahre angelehnt, und egal in welchem Finish der Lyravox dann am Ende an der Wand hängt, es tropft Stil aus jeder Pore. Das war auch die Inspiration der Firmengründer Dr. Goetz von Laffert und Jens Wietschorke: Die erneute Verbindung von Designkultur und High- End-Audiowiedergabe. Denn während Fans von gutem Klang normalerweise immer bereit sind, sich auch auf ausgefalleneres Aussehen einzulassen, finden Freunde der eleganten Gestaltung im hochwertigen Audiobereich oft nichts, was das Auge wirklich anspringt. Und vorbeigucken kann man am Stereomaster nun wirklich nicht, allein schon wegen der Größe. Bei solchen Ausschweifungen über das Design und die Konzeption des Gerätes mag man nun denken, dass dabei die Kernfrage, nämlich die Wiedergabe von Musik, auf der Strecke bleibt. Auch dort braucht man sich jedoch keine Sorgen zu machen, denn hier sollen wie gesagt Design und High End zusammenfinden. Darum wurde auch bei der Auswahl der Komponenten Wert auf Qualität gelegt. Es fängt bei der CD-Wiedergabe an, für die ein hochwertiges Slot-in-Laufwerk von TEAC genutzt wird. Dies sitzt ganz versteckt hinter der unteren Zierleiste, so dass lediglich ein kleiner Schlitz zu sehen ist, durch den die Silberscheiben ins Innere gelangen. Die CD-Funktion kann mit Tasten an der Oberseite gesteuert werden, die eigentlich nicht vorgesehen waren, aber bei Geräten in der EU vorgeschrieben sind. Ebenfalls außer Sichtweite, an der Unterseite des Stereomaster, befindet sich eine kleine Einbuchtung, in die ein USB-Stick gesteckt werden kann, während sich die restlichen Anschlüsse an der Rückseite befinden. Hier ist natürlich ein wenig Vorausplanung nötig, denn da das Gerät an der Wand hängt, ist es natürlich nicht möglich, auf die Schnelle andere Geräte mit dem System zu verbinden. Wer also die analogen Eingänge oder den koaxialen S/PDIF-Anschluss an der Rückseite verwenden will, sollte dies bei der Installation einplanen. Auf jeden Fall wird der Netzwerkanschluss des Stereomaster gebraucht, denn neben der CD ist natürlich ein Streamingmodul an Bord. Dies kann zwar auch per WLAN mit dem Netzwerk kommunizieren, doch standesgemäß sollte schon eine feste Leitung per Kabel genutzt werden. Für zwischendurch kommt dann die Bluetoothfunktion zum Einsatz, mit der Smartphones und Tablets ihre gespeicherte Musik über den Stereomaster ausgeben können. Im Moment ist dies noch die einzige Möglichkeit Dienste aus dem Netz abseits des integrierten Internetradios zu nutzen, denn die Implementierung von Streamingdiensten wird erst Anfang 2015 per Update nachgereicht werden. Verarbeitet wird diese Flut von Möglichkeiten von einem amtlichen 3-Kern- DSP mit 8 Kanälen. Ebenso umfangreich wie die Zahl an Quellen gestaltet sich damit auch die Palette an Musikformaten, die vom SM2 verwertet werden kann. Angefangen bei MP3s, über die verlustfreien Formate wie FLAC und ALAC, bis hin zu den unkomprimierten Dateien im WAV- und AIFF-Format, der Steromaster kommt mit allem klar. Lediglich auf die Wiedergabe von DSD-Dateien muss man, zumindest bis jetzt, noch verzichten, dafür ist die Wiedergabe bei den gängigsten Formaten gapless. Mit Samplingraten von bis zu 192 kHz bei einer Bittiefe von 24 Bit schreckt das System trotzdem nicht vor High-Res-Musik zurück. Damit das Ganze dann auch in Hörbares umgesetzt wird, braucht der Stereomaster natürlich noch einen Satz Lautsprecher. Die sind, wie bereits erwähnt, direkt in das Gerät integriert, und auch hier hat sich Lyravox bei der Auswahl der Komponenten nicht lumpen lassen und wirklich hochwertige Schallwandler eingesetzt. Angetrieben von je einem eigenen 400 Watt starken Klasse-D-Monoblock, befinden sich im 170 insgesamt sechs Treiber, die alle aus dem Hause des dänischen Herstellers Scan-Speak stammen. Für den Hochton sind zwei Ein-Zoll-Ringradiator- Töner verantwortlich, während die mittleren und tiefen Frequenzen von zwei Sechseinhalb-Zoll-Chassis der 18W-Reihe verwertet werden. In den beiden größeren Varianten des Stereomaster II kommen außerdem noch zwei in der Mitte verbaute Subwoofer hinzu, von denen je einer nach oben bzw. unten feuert. Im 170er muss der 18W für den Bass ausreichen. Alle Modelle haben jedoch in den äußeren Gerätewänden noch je einen Vier- Zoll-10F Breitbänder verbaut, dem eine besondere Funktion zukommt. Da die Wände leicht angewinkelt sind, zielen diese beiden Treiber nicht auf den Hörer, sondern auf die Wand, an der der Stereomaster befestigt ist. So gelangen die Schallwellen nicht direkt ans Ohr, sondern man hört die indirekten, reflektierten Signale. Dies hat den Sinn, ein diffuseres Raumfeld zu erzeugen, das in Kombination mit den direkt abstrahlenden Treibern ein Stereogefühl an jeder Stelle des Raumes erzeugen soll. All die Technik hat aber ihren Preis, so dass unser Testmodell mit etwa 19.000 Euro zu Buche schlägt. Eine Investition, die die meisten wohl nicht spontan tätigen werden. Andererseits muss man auch sehen, was alles im Steromaster steckt, denn mit dem Kauf vergleichbarer Einzelkomponenten würde man für die komplette Anlage wahrscheinlich ebenso viel ausgeben. Wirklich bezahlt machen muss sich diese Investition natürlich beim Klang. Wahlweise über das Display der Fernbedienung oder über die herstellereigene App werden Quellgerät, Album oder Titel ausgewählt. Das klappt problemlos und ist, gerade im Falle der App, auch optisch übersichtlich schön aufbereitet. Bewegt man sich bei spielender Musik durchs Zimmer, kann man sich leibhaftig von der Funktionalität des Diffusfelds überzeugen, das von jeder Stelle den vollen Klang wiedergibt. Herrlich räumliche Wiedergabe erfüllt den Hörraum mit einem angenehm warmen Sound, der trotz der fehlenden Subwoofer mit ausreichend Bass versorgt ist. Dabei kommen auch Dynamik und Detailtreue nicht zu kurz. Mit dem Stereomaster hat Lyravox wirklich hervorragend Designund Klangliebhaber zusammengeführt.

Fazit

Der Stereomaster II 170 bietet etwas für Augen und Ohren. Guter Klang, hochwertige Komponenten und viel Handarbeit haben aber auch ihren Preis. Wer auf Design steht und das nötige Geld zur Hand hat, sollte sich mal bei den Hamburgern umschauen.

Preis: um 19000 Euro

Hifi sonstiges

Lyravox Stereomaster II 170


02/2015 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie All-in-one-Netzwerksystem 
Vertrieb Lyravox, Hamburg 
Telefon 040 320897980 
Internet www.lyravox.de 
Eingänge: 1 x Ethernet, WLAN 1 x CD, 1 x S/PDIF koaxial 2 x RCA Stereo 2 x USB-A, Bluetooth 
Unterstützte Formate: FLAC, Ogg MP3, AAC, WAV, WMA ALAC, AIFF 
Unterstützte Abtastraten: Bis 192 kHz, 24 Bit 
Leistung (in Watt) 6 x 400 Watt 
Bestückung: 2 x Scan-Speak-Hochtöner, 1 Zoll 2 x Scan-Speak-Mitteltieftöner, 6,5 Zoll 2 x Scan-Speak-Breitband, 4 Zoll 
checksum „Der Stereomaster II 170 bietet etwas für Augen und Ohren. Guter Klang, hochwertige Komponenten und viel Handarbeit haben aber auch ihren Preis. Wer auf Design steht und das nötige Geld zur Hand hat, sollte sich mal bei den Hamburgern umschauen.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 27.02.2015, 15:01 Uhr
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Topthema: Norddeutsche HiFi–Tage 2022
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