Kategorie: In-Car Subwoofer Chassis

Einzeltest: Carpower Raptor-12MK2


Die Legende lebt!

Car-Hifi Subwoofer Chassis Carpower Raptor-12MK2 im Test, Bild 1
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Der Raptor von Carpower ist zweifellos einer der eigenständigsten Woofer am Markt – und mit zehn Jahren Dienstzeit auch einer der beständigsten. Da darf man sehr gespannt sein, was bei einer Renovierung herauskommt.

Die Herausforderung beim Überarbeiten von Legenden ist immer dieselbe: Man muss die Technik auf den neuesten Stand bringen, ohne dabei das Konzept zu verwässern. Oder anders ausgedrückt: neue Fans gewinnen, ohne die alten zu vergraulen. Dass Carpower die Frischzellenkur des etablierten Topmodells eher behutsam als radikal angeht, zeigt schon die Namensgebung, ein unauffälliges MK2 zeigt den Unterschied zwischen altem und neuem Raptor an. Weitaus augenfälliger fällt der Generationswechsel am Objekt der Begierde aus. Auf den ersten Blick leuchtet dem Betrachter die Metallmembran entgegen - der Unterschied zur dezenten Papiermembran des bisherigen Raptors könnte nicht deutlicher sein.

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Bei der neuen Membran handelt es sich um ein massives Stück Aluminium. Satte 1,5 Millimeter Wandstärke, dazu eine riesige Alukappe von 15 Zentimetern Durchmesser, das ergibt genau das sprichwörtliche Brett. Sinnvolle Merkmale wie die äußerst clevere Konstruktion der Sicke wurden natürlich vom bisherigen Raptor übernommen: Wie bei diesem bestehen Sicke und Korbdichtung aus einem Stück, das nicht nur verklebt, sondern direkt an den Korb geschraubt ist. Der Korb selbst ist wie die Antriebskonstruktion unangetastet geblieben, und das aus gutem Grund. Warum sollte man auch einen solch genialen Antrieb verändern, wenn er so bereits allerbestens funktioniert? Die Rede ist vom grundsätzlichen Aufbau, wohlgemerkt, zu den Veränderungen im Detail kommen wir später.

Linearmotor

Jetzt gibt es erstmal einen kurzen Blick auf diesen Aufbau, der die Raptoren von allen anderen Woofern am Markt unterscheidet. Der Raptor macht in der Tat da weiter, wo andere Woofer aufhören, und zwar wörtlich genommen. An normalen Woofern finden sich unter der Membran eine Zentrierspinne und eine Schwingspule mit Polplatte und Luftspalt. Dies gibt es beim Raptor doppelt. Der mächtige 76-mm-Spulenträger weist zwei Abschnitte mit Spulenwickeln auf, er wird also an zwei Stellen mit zwei Luftspalten angetrieben. Das bringt einen entscheidenden Vorteil. Durch den spiegelsymmetrisch- doppelten Aufbau des Antriebs heben sich Nichtlinearitäten des oberen und unteren Teils auf. Da diese Symmetrie konsequent auch mit den zwei Zentrierspinnen weitergeführt ist, gilt das in weiten Teilen auch für die mechanische Komponente. Eine technisch sehr saubere Lösung also, deren Nachteil höchstens in einer erhöhten Masse besteht, wegen des überlangen Schwingspulenträgers und der doppelten Aufhängung.

Labor

Ein Blick auf die Messdaten zeigt allerdings, dass der Raptor damit keinerlei Probleme hat, er schaufelt „nur“ 197 Gramm hin und her, da gibt es viele 12“-Kandidaten, die deutlich mehr schaukeln müssen. Nach unseren Messungen lässt sich dann auch Genaueres zu den Veränderungen gegenüber dem Vorgänger sagen. Denn einfach mal eine Alumembran drauf, MK2 drangeschrieben und fertig ist der neue Woofer, das reicht natürlich nicht. Vielmehr sind neben der Membran auch alle Aufhängungsteile neu, so dass sich ein komplett anderer Parametersatz ergibt. Es handelt sich definitiv um einen neuen Woofer und nicht um ein Facelift. Dabei will ich aber nicht verschweigen, dass sich nach den ersten Messungen anfänglich Enttäuschung auf meinem Gesicht zeigte. Zu „normal“ waren die Thiele-Small-Parameter; die Aufhängung lascher mit einer Verschiebung von Güte nach unten und vor allem Volumen nach oben (zum Vergleich der MK1: fs 41,3 Hz; Qts 0,51; Vas 22,5 l). Das ist nicht mehr die radikale Raptor-Auslegung. Beruhigt war ich dann wieder, als ich mich mit den Daten etwas eingehender beschäftigt hatte und mir dämmerte, wohin die Reise gehen sollte. Ein Resultat war nämlich, dass der Neue dieselbe hervorragende Eignung für Bassreflexgehäuse aufweist wie sein Vorgänger - das geht so weit, dass Gehäusevolumen und Frequenzgang fast identisch sind! Die Messungen an der knapp 65 Liter großen Reflexkiste zeigen gleichermaßen atemberaubenden Tiefgang bei fast linealglattem Schalldruckverlauf! Aber es kommt noch besser: Wie schon vermutet, trumpft der MK2 darüber hinaus mit einem Verhalten in geschlossenen Gehäusen auf, das einfach perfekt ist und die anfängliche Enttäuschung endgültig vergessen lässt. Von 25 bis 50 Liter netto stimmt alles, klangverheißende Güten von 0,7 bis 0,6 dazu Grenzfrequenzen von 51 bis 40 Hz. Wir haben also jetzt einen Raptor, der auch in Kompaktboxen spielen möchte. Klar, dass wir ihm diesen Wunsch nicht abschlagen konnten, und so entstand ein 30 Liter kleines geschlossenes Gehäuse.

Sound

Das breite Grinsen beim Testen der Reflexbox entstand nicht nur wegen des immensen Drucks im Auto, sondern auch, weil der Sound doch stark an den des Vorgängers erinnert. Nach wie vor empfiehlt sich der Raptor als einer der wenigen Woofer, die gleichzeitig abgrundtiefen und knallharten Bass produzieren. Die etwas „weicheren“ Parameter in Kombination mit der härteren Membran schaffen diesen Balanceakt offensichtlich mindestens so gut wie die alte Auslegung. Kompliment - besser geht’s fast nicht für Dunkelbassfanatiker. Bei Hörern mit gemischtem Musikgeschmack dürfte die geschlossene Box allerdings für ein Aha-Erlebnis sorgen. Sie spielt sagenhaft ausgewogen mit genau der richtigen Mischung aus trockenen Anschlägen und kräftig-fettem Punch. Die einzige Voraussetzung ist eine gute, kräftige Endstufe, denn mit dem bescheidenen Wirkungsgrad der kleinen Box reißen kleine und mittlere Endstufen keine Bäume aus. Umgekehrt gibt es mit reichlich Leistung auch reichlich Bass.

Fazit

Mit den neuen, vielseitigen Einsatzmöglichkeiten ist der Raptor ein gutes Stück massenkompatibler geworden. Diejenigen, die bislang vor der Auslegung als kompromisslose Bassreflex- Druckmaschine zurückgeschreckt sind, werden sicherlich einen Raptor im geschlossenen Gehäuse willkommen heißen. Die alten Fans werden auch mit dem neuen Raptor bestens klarkommen. Dass nebenbei der Preis massiv gesenkt wurde, dürfte zusätzlich Lust auf einen Termin zum Probelauf machen.

Preis: um 380 Euro

In-Car Subwoofer Chassis

Carpower Raptor-12MK2

Spitzenklasse


10/2009 - Elmar Michels

 
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Autor Elmar Michels
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Datum 06.10.2009, 12:30 Uhr
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