Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Keces S3


Systemerweiterung

Kopfhörerverstärker Keces S3 im Test, Bild 1
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Keces hat in den letzten Jahren vor allem mit hochwertigen Netzteilen für andere Audiogeräte für Furore gesorgt. Jetzt gehen die Taiwanesen einen Schritt weiter und bringen eigene Audiogeräte auf den Markt. Das erste Produkt in diese Richtung ist der DAC/Kopfhörerverstärker S3.

Da verhilft man seit Jahren, genauer seit 2002, den Geräten anderer Hersteller zu neuen klanglichen Höhenflügen und bleibt selber eher im Hintergrund. Schlimmstenfalls landen die eigenen Produkte unter oder hinter dem HiFi-Rack oder wohin man sonst eben Netzteile verbannt. Und das, obwohl die Keces-Netzteile so solide gebaut und in schön gestaltete Gehäuse verpackt sind, dass sie durchaus Komponenten-Status anmelden. Auf jeden Fall wollten die Menschen hinter Keces offensichtlich mit ihren Produkten auch mal oben ins HiFi-Rack. Hinreichend Know-how dürfte man bei der Beschäftigung mit den Komponenten anderer Hersteller, für die man Stromversorgungen entwickelt hat, gesammelt haben.

Kopfhörerverstärker Keces S3 im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker Keces S3 im Test, Bild 3Kopfhörerverstärker Keces S3 im Test, Bild 4Kopfhörerverstärker Keces S3 im Test, Bild 5
Das erste eigenständige HiFi-Produkt ist der hier vorgestellte DAC/Kopfhörerverstärker S3. Ein genauer Blick zeigt, dass der S3 auch das Zeug zur Vorstufe hat – dazu später mehr. Und so wundert es kaum, dass man bei Keces fleißig dabei ist, eine passende Endstufe zu entwickeln. Dem Vernehmen nach soll es eine Stereo-Endstufe geben, die man auch gebrückt und damit mit doppelter Leistung als Mono-Endstufe betreiben kann. Doch das sind Themen für die Lautsprecher-Fraktion. Da es hier um Kopfhörer geht, gucken wir uns den S3 diesbezüglich mal genauer an. 

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Ausstattung


Die DAC-Sektion des S3 kann sich mehr als blicken lassen. Keces setzt auf einen ESS ES9026PRO als zentralem Wandler-Chip. Das ist der „kleinste“ Chip der Sabre-Pro-Serie, die noch oberhalb der hoch beleumundeten Reference-Serie angesiedelt ist. Klar, dass der S3 damit so gut wie alles an Musikdaten verarbeitet, was derzeit denkbar (wenn auch selten verfügbar) ist: PCM geht bis 32 Bit/384 kHz; DSD kann der S3 bis DSD128. Daten nimmt er bevorzugt über USB an; koaxial und optisch kann man ihn mit PCM-Daten bis 24 Bit/192 kHz und DSD64 füttern – das liegt schlicht an der Begrenzung der jeweiligen Übertragungsprotokolle. Da der Wandlerchip das analoge Ausgangssignal symmetrisch ausgibt, ist auch der Rest des S3 konsequent symmetrisch aufgebaut. Die Lautstärkeregelung erfolgt auf der analogen Seite aufwendig über ein relaisgeschaltetes Widerstandsnetzwerk. Der Drück/Drehknopf an der Front, der als zentrales Bedienelement dient, erzeugt lediglich die Steuersignale für den Mikroprozessor, der letztendlich die Relais schaltet. Die aufwendige Lautstärkeregelung stellt der S3 auch analogen Quellen zur Verfügung, die ebenfalls symmetrisch an XLR-Buchsen oder unsymmetrisch an Cinchuchsen angeschlossen werden können. Der Keces kann damit auch als Kopfhörerverstärker für andere Quellen, etwa einen Plattenspieler, verwendet werden. Da er über symmetrische wie unsymmetrische Ausgänge verfügt, kann man ihn, wie oben bereits erwähnt, auch als komplette Vorstufe mit zwei analogen Eingängen – der symmetrische und der unsymmetrische Eingang lassen sich separat auswählen – sowie drei digitalen Eingängen (USB, Cinch, optisch) einsetzen. Für uns interessant sind die beiden Kopfhörer-Ausgänge auf der Front. Denn die Symmetrie geht beim S3 konsequent bis zum Kopfhörerausgang. Hier steht die bei stationären Geräten zum Standard gewordene 4-Pol-XLR-Buchse zum symmetrischen Anschluss eines Kopfhörers zur Verfügung. Für Kopfhörer, die keinen symmetrischen Anschluss vorsehen, gibt es daneben noch die übliche 6,3-mm-Buchse. Der Verstärkungsfaktor lässt sich mithilfe eines kleinen Kipphebels auf der Front in zwei Stufen vorwählen, sodass man bei lauten wie leisen Kopfhörern immer einen weiten Lautstärke-Regelbereich zur Verfügung hat. Eigentlich überflüssig, denn die Lautstärkeregelung arbeitet mit 128 Stufen schon sehr fein. Die Bedienung des Geräts erfolgt, wie erwähnt, im Wesentlichen über den zentralen Drück/Drehknopf im Zusammenhang mit dem zentralen OLED-Display auf der Front. Die Bedienung erschließt sich intuitiv. Erwähnenswert ist noch das solide Gehäuse aus 4-mm-Alu, das Keces in ähnlicher Form auch für seine Netzteile verwendet. Eigentlich überflüssig zu erwähnen ist, dass der S3 natürlich über eine aufwendige Stromversorgung verfügt.
 

Klang


Bei Hightech-Geräten wie dem Keces S3 habe ich immer Probleme, von Klang zu sprechen. Denn solche Geräte haben in den meisten Fällen weder einen halbwegs auszumachenden Eigenklang noch eine klangliche Signatur, die man ihnen klar zuordnen kann. Auch der S3 macht mir vielmehr die Eigenarten der gehörten Aufnahmen deutlich oder vermittelt mir die Charakteristika der Kopfhörer, die ich an ihn anschließe. Vielleicht kann man Geräte wie den Keces S3 am besten daran messen, welche Aufnahmen oder welche Kopfhörer man mit ihnen ausreizen kann. Und da kommt man mit dem S3 verdammt weit.

Fazit

Bei den Talenten in Sachen Klang und Ausstattung dürfte KECES mit dem S3 schnell den Sprung nach ganz oben im HiFi-Regal schaffen.

Preis: um 1500 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
Keces S3
4.0 von 5 Sternen

02/2018 - Martin Mertens

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 1.500 Euro 
Vertrieb: Robert Ross, Denkendorf 
Internet: www.robertross.de 
B x H x T (in mm): 300/76/240 
Gewicht: k.A. 
Ausführungen: schwarz 
geeignet für: HiFi 
Ausstattung Fernbedienung 
Eingänge: digital: 1 x USB-B, 1 x digital Cinch, 1 x digital Toslink (optisch); analog: 1 x Cinch, 1 x XLR symmetrisch 
Ausgänge: 1 x Kopfhörer 6,3-mm-Klinkenbuchse, 1 x Kopfhörer 4-Pol-XLR, 1 x Cinch, 1 x XLR symmetrisch 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung: exzellent 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
Kontakt E-Mail
Datum 19.02.2018, 10:02 Uhr
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Topthema: Philips 65OLED936
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