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Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Meier Audio Corda Classic - Seite 2 / 3


Klassisch, kompakt, gut

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Crossfeed


Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems ist das Crossfeed. Um die Wahrnehmung einer isoliert auf einem Kanal vorkommenden Schallquelle auch für das jeweils andere Ohr und über Kopfhörer zu ermöglichen, nimmt man das Stereosignal, verringert dessen Laustärke und verzögert es. Dann werden beide Kanäle überkreuzt und dem originalen Signal wieder beigemischt. Üblicherweise ergibt sich dabei ein Problem: Auch Signale, die in der Stereoabmischung direkt vor dem Hörer, also in der Mitte abgebildet werden, unterliegen mit einer simplen Über-Alles-Crossfeed-Schaltung immer der gleichen Bearbeitung, obwohl sie es nicht bräuchten. Jan Meiers Geräte vermeiden das Dilemma mit einer eleganten Methode: Sie erkennen die virtuelle Position einer Schallquelle im Stereosignal und wenden das Crossfeed-Prinzip nur auf die Signalanteile an, die nicht in der Mitte der virtuellen Bühne abgebildet sind. Je weiter die Schallquelle zu einer Seite  hin tendiert, desto stärker appliziert dann aber das Crossfeed und  erhöht sich die Verzögerung. Wer noch nicht gehört hat, wie sich eine solch durchdachte Crossfeed-Schaltung auswirken kann, findet übrigens auf der im Kasten erwähnten Webseite Hörbeispiele, die den Effekt eindrucksvoll belegen. Eine weitere Technologie, die der Niederländer in einigen seiner Geräte einsetzt, ist das „Active Balanced Ground Driving“, mit der über einen Schaltungstrick selbst das unsymmetrische Signal eine elektrische Summe von 0 hat und so eine symmetrische Signalführung mit dem Vorteil, dass kein elektrisches Feldpotenzial mit klangverschlechternder Wirkung entsteht, nachgeahmt wird (Details online). Zwei Paar Cincheingänge auf der Rückseite und eine 6,3-mm-Buchse auf der Front sowie eine nicht fernbedienbare Lautstärkeregelung, die 63 Stufen in 0,5-dB-Schritten bietet, sind ausreichend für den Privatanwender. Auch gibt es einen Kippschalter, mit dem sich die Kennung des Frequenzgangs in zwei Stufen von neutral über etwas druckvoller bis basslastig einstellen lässt, sowie ein Gain Boost, der wirkungsgradschwachen Kopfhörern Beine macht. Dazu kommt die Crossfeed-Schaltung, die sich voll, teilweise oder gar nicht applizieren lässt. Das Gewicht von 2,2 kg für das kompakte Gerät geht hauptsächlich auf das Konto des großzügig dimensionierten Trafos und der Armada von Kondensatoren, die 80.000 μF(!) Filterkapazität aufweisen. Die Frage nach der Ausgangsleistung beantwortet Jan Meier in bester Rolls-Royce-Tradition nur mit „mehr als ausreichend“, da sie stark vom Quellgerät und vor vom allem Kopfhörer abhängt. 

Preis: um 595 Euro

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Meier Audio Corda Classic

Spitzenklasse

4.0 von 5 Sternen

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Autor Michael Bruss
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