Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: SPL Phonitor xe mit DAC


DAC/Kopfhörerverstärker SPL Phonitor xe

Kopfhörerverstärker SPL Phonitor xe mit DAC im Test, Bild 1
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Mit dem ursprünglich für den professionellen Einsatz im Tonstudio konzipierten Kopfhörerverstärker Phonitor haben die Studioprofis von SPL ins Herz der Kopfhörerszene getroffen. Seitdem hat SPL die Modellreihe ausgebaut. Das jüngste Mitglied ist der Phonitor xe.

Für den professionellen Einsatz hat SPL inzwischen den Phonitor II im Angebot. Der zeichnet sich durch einige Features aus, die ein Heimanwender für das Musikhören nie braucht. So kann man etwa das Differenzsignal aus den Kanälen bilden und hören, was nur auf einem Kanal zu hören ist. Das kann zur technischen Kontrolle bestimmter Aspekte einer Aufnahme sinnvoll sein, mit Musikhören hat das nichts zu tun. Andererseits bietet der Phonitor II zum Beispiel keinen symmetrischen Kopfhörerausgang, wie sie in der HiFi-Szene in Mode sind. Hier kommt der Phonitor x ins Spiel. Der bietet die aufwendige, „Phonitor Matrix“ genannte Crossfeed- Schaltung des Phonitor II, mit der man über Kopfhörer den Effekt einer virtuellen Bühne, wie man sie von der Wiedergabe über Lautsprecher kennt, simulieren kann.

Kopfhörerverstärker SPL Phonitor xe mit DAC im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker SPL Phonitor xe mit DAC im Test, Bild 3
Ansonsten verzichtet das Modell auf ein paar »Profi-Features«, bietet dafür aber einen symmetrischen Kopfhörer-Ausgang. Der Phonitor x war der erste Phonitor, den man mit einem eingebauten DAC bekommen kann. Dann gibt es noch den Phonitor e in einem flacheren Gehäuse, der über eine einfachere Phonitor-Matrix verfügt. Was hier allerdings schwerer wiegt, ist der Verzicht auf die wunderschönen VUMeter, die die Markenzeichen der Phonitor- Modelle im größeren Gehäuse sind.     

Ausstattung


Das Wichtigste zuerst: Der Phonitor xe steckt im großen Phonitor-Gehäuse und zwei große, runde VU-Meter zieren die rechte Hälfte der Front. Unter den Anzeigeinstrumenten sind ein unsymmetrischer Kopfhörerausgang in Form einer 6,3-mm-Stereo-Klinkenbuchse sowie ein symmetrischer Kopfhörerausgang, der als 4-Pol-XLR-Buchse ausgeführt ist, angeordnet. Die gleichen Anschlüsse gibt es noch mal auf der Rückseite. Manche Kopfhörerfans schätzen es, wenn das Kabel des angeschlossenen Kopfhörers nicht aus der Front herausragt. Wenn man den Kopfhörer selten wechselt, ist der hintere Anschluss eine Option. Mit einem kleinen Schalter auf der Front kann man zwischen den vorderen und hinteren Anschlüssen umschalten. Dafür verzichtet SPL beim Phonitor xe auf normale analoge Ausgänge in Form von Cinch- oder XLR-Anschlüssen. Dass man eine Endstufe oder Aktivlautsprecher an den Phonitor xe anschließt, ist also nicht vorgesehen. Dafür kann auch das xe-Modell mit einem eingebauten Digital/ Analog-Wandler bestellt werden. Dabei handelt es sich um einen aufwendigeren DAC, als er für den Phonitor x zur Verfügung steht. Dem Vernehmen nach kommt hier in der analogen Filterstufe des DAC die von SPL entwickelte 120-V-Voltair-Technik zum Einsatz, wie das auch beim Stand-alone-DACDirector der Fall ist. Als Wandlerchip kommt ein AKM4490 zum Einsatz – der noch mal eine Generation neuer ist als der im Director eingesetzte Chip. Der neue Chip verarbeitet Musikdaten mit 32 Bit Wortbreite und PCMAbtastraten mit bis zu 768 kHz sowie DSD bis zu DSD256. Mit eingebautem DAC gibt es auf der Rückseite neben symmetrischen und unsymmetrischen Eingängen (XLR/Cinch) auch digitale Eingänge in allen gängigen Formaten: USB, S/PDIF Cinch, optisch Toslink und AES/EBU. Wie alle Phonitor-Modelle arbeitet der Phonitor xe natürlich auch bei der Verstärkung mit der 120-V-Voltair Technik, die einen enormen dynamischen Spielraum bietet. Auch Fans der Crossfeed-Schaltung kommen auf ihre Kosten: Der Phonitor xe verfügt über die große Phonitor-Matrix mit ihren vielen Einstellmöglichkeiten.     

Klang


Das komplette Line-up der SPL-Kopfhörerverstärker zu kennen, ist einerseits ein Vergnügen, andererseits weiß ich kaum, was ich noch nicht über den hervorragenden Klang dieser Geräte geschrieben habe. Deshalb an dieser Stelle einfach kurz: Als Kopfhörerverstärker klingen die SPL-Geräte alle schlicht einwandfrei. Sie bieten die Neutralität und Präzision, die man von hochwertigen Studiogeräten erwartet und schaffen dabei den Spagat, trotzdem musikalisch zu klingen. Die Einzelwertungen ersparen Sie mir bitte – hier liegt alles auf höchstem Niveau – es sei denn, Sie suchen bewusst ein besonders eufonisches Gerät, das die Musik ein wenig anreichert, wie z.B. einige Röhrengeräte das tun. Ich finde, solche Geräte haben absolut ihre Daseinsberechtigung, ich bin sogar ein erklärter Freund solcher Geräte. Trotzdem hat die Präzision und Unbestechlichkeit des Phonitor xe etwas Faszinierendes, dem ich mich nicht entziehen kann. Denn, um es noch mal zu betonen, das Ganze klingt niemals seelenlos oder rein analytisch. Eine eigene Betrachtung verdient der eingebaute DAC. Denn im Vergleich zu anderen Geräten, mit denen ich gerne höre, erlaubt der sich einen ganz dezent eigenen Charakter. Der ist immer noch im Bereich Neutral angesiedelt, durch ausgewiesene Talente in Sachen Tiefton lenkt er jedoch die Aufmerksamkeit gerne auf die unteren Frequenzen, die mit Tiefe, Substanz, Kontrolle und Explosivität wirklich ausnehmend rüberkommen. Ein wenig dieser Substanz überträgt sich in den Grundton, was dem Klangbild einen Hauch von Wärme verleiht und der Stimmenwiedergabe zugutekommt. Keine Sorge, auch das restliche Klangbild ist klar, aufgeräumt und hoch dynamisch und bietet bis in die Höhen extrem viele Details und absolut saubere dynamische Differenzierung.   

Fazit

Mit dem Phonitor xe hat SPL das ultimative Gerät für alle Kopfhörer-Enthusiasten, die Wert auf Neutralität, Präzision und Kontrolle, gepaart mit hoher Musikalität legen.

Preis: um 2800 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
SPL Phonitor xe mit DAC
4.5 von 5 Sternen

12/2018 - Dr. Martin Mertens

 
Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 2.800 Euro (ohne DAC: 2.100 Euro) 
Vertrieb: SPL electronics, Niederkrüchten 
Internet: www.spl.audio 
B x H x T (in mm): 278/100/335 
Gewicht: 4,5 kg 
Ausführungen: Schwarz oder Silber 
geeignet für: HiFi, High End 
Eingänge: analog: 1 Paar Cinch, unsymmetrisch; 1 Paar XLR symmetrisch digital: USB (Typ B), Cinch (S/PDIF), EAS/EBU, Toslink optisch 
Ausgänge: 2 x unsymmetrisch 6,3-mm-Stereo-Klinkenbuchse, 2 x symmetrisch 4-Pol-XLR (je 1 x Front, 1 x Rückseite, umschaltbar) 
Klasse: Referenzklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 26.12.2018, 10:01 Uhr
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