Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: 5degrees No. 17


Eine besondere Neigung

Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 1
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Schön, wenn ein Name schon fast alles an technischen Details verrät und sich nicht nur in blumigen Superlativen ergeht. Das lässt, wie im Falle der neuen Marke 5degrees, auf eine gewisse Seriosität der Entwickler schließen

5degrees ist ein noch verhältnismäßig junges Unternehmen, hinter dem aber keine gar so jungen oder unerfahrenen Köpfe stehen. Es handelt sich nämlich sozusagen um die Zweitmarke der uns gar nicht mehr so unbekannten Marke „hOrns“, deren Kreationen wir schon einige Male in unserem Heft vorstellen durften. Warum also nun diese Zweitmarke? Nun, schon an den Namen „hOrns“ ist natürlich eine gewisse bauliche Erwartung geknüpft, die man mit den deutlich günstigeren und auch etwas einfacheren Boxen bei 5degrees nicht erfüllen muss. Klar, auch hier hat man sich mit dem Namen schon wieder festgelegt: Statt Hörnern gibt es jetzt eben leicht nach hinten geneigte Gehäuse, aber irgendwas ist ja bekanntlich immer.

Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo 5degrees No. 17 im Test, Bild 8
Wo wir eben schon beim Preis waren: Sie dürfen gerne einmal raten, wie viel das Paar der hier gezeigten Lautsprecher kostet! Und ja, ich weise angesichts der rasant nach oben drehenden Preisspirale in der Branche immer wieder gerne darauf hin, wenn sich ein Gerät wohltuend davon abhebt. Das ist jetzt kein allgemeines „Teuer-Bashing“ – wenn eine Komponente ihr Geld wert ist, dann soll sie ruhig viel kosten, aber einfach nur ein hohes Preisschild als Alleinstellungsmerkmal ist zu wenig. So, einmal durchatmen und zurück zur 5degrees. Das Paar Lautsprecher kostet knapp 2.500 Euro; fürwahr ein mehr als fairer Preis angesichts der Fertigung in Europa und dem gebotenen Finish und der Klangqualität, zu der wir noch kommen werden. Der schmale Lautsprecher ist handwerklich sehr schön gemacht, mit ganz und gar undezentem Zebrano-Furnier, das immerhin nachgedunkelt wurde. Die 5-Grad- Neigung der Schallwand, eigentlich: der ganzen Box, hatten wir ja schon erwähnt. Die Ausführung ist dabei handwerklich über jeden Zweifel erhaben. Über dem fehlerlosen Furnier hat man eine dicke Schicht Klarlack aufgetragen, der natürlich nicht dem Prädikat „Klavierlack“ im eigentlichen Sinne entspricht, aber dennoch für einen schönen Glanz sorgt und die Qualität des Zebranos wundervoll herausarbeitet – schöne Sache. Die Box steht auf stabilen und höhenverstellbaren Metallfüßen, die in zwei ebenfalls metallene Quertraversen geschraubt werden. Auch das sieht wesentlich besser und edler aus, als der Preis es vermuten lässt. Auch die Bestückung mit einem Tieftöner mit beschichteter Papiermembran und einem Air-Motion-Transformer im Horn ist interessant. Der Tieftöner stammt von einem sehr renommierten deutschen Hersteller und wird in dieser Form (zu Recht) schon seit vielen Jahren gebaut, ist er doch einer der solidesten Vertreter seiner Klasse. Den Air-Motion-Transformer kenne ich in dieser Bauform mit Hornansatz noch nicht, bin mir aber sicher, ein ähnliches Modell ohne die Schallführung schon öfter gesehen zu haben. Ein ebenfalls grundsolider Treiber, der bei dem richtigen Einsatz für die Hochtondynamik sorgt, die dem Bauprinzip zu eigen ist. 5degrees-Lautsprecher gibt es im Moment zwei an der Zahl – die Testbox, die mit einem Siebenzoll-Tieftöner No. 17 heißt und daneben noch die No. 27, die – Sie haben es erraten – zwei der baugleichen Treiber aufbietet. Auf dem Messplatz überzeugte „unser“ 5degrees mit einem recht ausgewogenen Frequenzgang, der in Sachen Pegel vom Bass bis zum unteren Hochtonbereich etwas ansteigt, um dann zum Superhochton wieder einen sanften Rolloff zu zeigen. Das Rundstrahlverhalten, vor allem des Hochtöners, ist sehr gut, ebenso das Resonanzverhalten. In Sachen Belastbarkeit würde ich bei etwa 100 Dezibel am Hörplatz die Grenze dessen sehen, was das Paar Boxen aufzubieten imstande ist – das ist aller Ehren wert, handelt es sich doch keinesfalls um eine wirklich große Box. Der Konstrukteur zielt mit seiner Abstimmung vor allem auf den Energiefrequenzgang im Hörraum ab, der im Endeffekt für das klangliche Erlebnis entscheidend ist. Dabei ist zu beachten, dass am Ohr nicht nur die direkt von der Box abgestrahlten Schallanteile ankommen, sondern auch die außerhalb der Hörachse abgegebenen Anteile über Reflexionen ihren Weg zum Ohr finden. Meine Empfehlung lautet ganz klar, die 5degrees nicht ganz auf den Hörplatz auszurichten, sondern parallel zu den Wänden aufzustellen, weil das für den ausgewogensten Eindruck sorgt. So kommt man in den Genuss einer beschwingten Leichtigkeit , die den Hörer eine Scheibe nach der anderen auflegen lässt. Dem für eine Papiermembran typischen dynamisch federnden Bass kann man durch wandnahe Aufstellung noch etwas auf die Sprünge helfen, auch das finden wir in der normalen Wohnraumumgebung recht praxisnah. In der Tat sind Wandabstände von einem Meter und knapp darunter meine persönliche Empfehlung für einen kräftigen, aber nicht überbordenden Bassbereich, der durchaus auch einmal in die ganz tiefen Regionen hinunter schreitet. Und natürlich kann der Siebenzöller auch im Grund- und Mitteltonbereich punkten, wenn er auch nicht ganz die Präzision erreicht, die der deutlich kleinere Mitteltöner der Box von Bauer Audio zeigt. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass das Chassis dort auch von der Verantwortung für den Bassbereich komplett befreit ist. Ach ja, und dann wäre da auch noch der nicht ganz unwesentliche Preisunterschied. Um es kurz zu machen: Es ist aller Ehren wert, was der Konustreiber in der 5degrees leistet. Das eigentliche Faszinosum ist aber der AMT im Hörnchen – hier bleibt man sich also irgendwie doch treu. Was hier an Genauigkeit und Detailfreude angeboten wird, ist wirklich erstaunlich. Hat man sich ein bisschen an diese dynamisch forsche Gangart gewöhnt, dann entdeckt man auch die sanften Seiten des Hochtöners, der sich einfach nur gut in das dynamische Gesamtbild der No. 17 einfügt. Die räumliche Abbildung geht tatsächlich so ein bisschen in Richtung Hornhochtöner – klar, wir haben hier eine, wenn auch kurze, Schallführung, die die Hochtonergie mehr in Richtung Hörplatz bündelt, und außerdem ein Abstrahlverhalten beim AMT, der vor allem horizontal breit Schall abgibt, vertikal dagegen stark bündelt. Damit entfallen hier im Vergleich zu einer Kalotte große Teile des über Decke und Fußboden reflektierten Schalls – bei vielen schallharten Flächen ein echter Problemlöser. Zurück zur Abbildung: Gerade die Konturen auch heikler Instrumente wie Geige oder Saxofon werden beim Hören sehr präzise wahrgenommen, und gerade auch in der schwierigen Tiefenstaffelung schafft die 5degrees ein sehr realistisches Bild. Das und die wunderbaren dynamischen Fähigkeiten hinterlassen einen durchwegs positiven Eindruck.

Fazit

Die 5degrees No. 17 gibt es zu einem erschwinglichen Preis, sie sieht gut aus, ist clever konstruiert und klingt preisklassenübergreifend gut – was will man mehr?

Preis: um 2490 Euro

Lautsprecher Stereo

5degrees No. 17


08/2019 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb LEN HiFi, Duisburg 
Telefon 02065 544139 
Internet www.lenhifi.de 
Garantie
B x H x T Nein 
Gewicht: 24 Kg 
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