Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Audel Amika


Vielschichtig

Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 1
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Wenn man über gutes Design redet, fällt früher oder später der Begriff „italienisch“. Denn neben gutem Essen und hervorragendem Wein kommen auch viele Produkte mit ausgefallenem, individuellem Design aus Italien. Die in Palermo beheimatete Lautsprechermarke Audel macht da keine Ausnahme.

Fast alle Lautsprecher-Hersteller folgen bei Design und Konstruktion ihrer Produkte den gleichen Formen: eher schlank und hoch mit meist hochglanzlackierten Oberflächen oder im Gewand aus Holzfurnier bzw. Holzdekoren. Erfrischend anders gehen die Konstrukteure und Designer der in Palermo ansässigen Firma Audel zu Werke. Sie wählen als Konstruktionsmaterial für ihre Lautsprechergehäuse konsequent das überaus stabile Birken-Mehrschichtholz, hierzulande auch bekannt als Multiplexplatte. Ganz unüblich ist dieses kostspielige Material im Lautsprecherbau zwar nicht, jedoch setzen die Italiener diesen Werkstoff nicht als Platten ein, sondern fräsen einzelne Ringe, die dann je nach Lautsprechermodell und je nach Gehäusetiefe in verschiedener Anzahl aufeinandergeleimt werden.

Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Audel Amika im Test, Bild 7
Dies ermöglicht eine extrem stabile Gehäusekonstruktion, die praktisch keine weiteren Innenverstre bungen benötigt, außerdem ist dieser Aufbau aus einer Vielzahl von dünnen, querverleimten Holzschichten besonders resonanzarm und somit ideal für den Lautsprecherbau geeignet. Allerdings erfordert diese Bauweise einen enorm hohen Einsatz an Fräs- und Verleimarbeit, zum anderen fällt verhältnismäßig viel Material als Verschnitt an. Dies macht die Konstruktion der Audel-Gehäuse zwar etwas teurer als allgemein üblich – ein Paar Amika kostet rund 2.150 Euro – doch dafür ist die akustische Qualität dieser Bauweise unschlagbar gut. Ganz nebenbei sehen Audel- Lautsprecher erfrischend anders aus, denn dank einer ökologisch unbedenklichen Oberflächenbehandlung mit Bienenwachs kommt die Struktur der vielen Holzlagen auch optisch besonders gut zur Geltung.

Audel Amika


Das kleinste Modell aus dem Audel-Programm hört auf den Namen Amika und ist ein Zwei-Wege-Regallautsprecher mit Abmessungen von rund 250 x 250 x 175 Millimetern. Die im Lautsprecherbau ungewöhnliche, quadratische Front wird durch eine farblich abgesetzte, ebenfalls quadratische Einbau-Platte noch unterstrichen. Apropos Farbe: Damit ein Paar Amika perfekt zur modernen Wohneinrichtung passt oder gar optische Akzente setzen kann, stehen für das farbige Mittelstück Varianten in Schwarz, Ebenholz, Rot, Orange und Violett zur Verfügung. In diesem Mittelstück finden sich ein Tiefmitteltöner mit 110-mm-Membran sowie eine 25-mm-Hochtonkalotte. Am unteren Ende der Gehäusefront sorgt ein langer „Schlitz“ als Bassreflexöffnung für weitere Unterstützung im Tiefton. Für die Aufteilung der Frequenzen haben sich die Italiener für eine Frequenzweiche 1. Ordnung entschieden, die zwar mit recht flachen Filtern arbeitet, dafür aber enorme Vorteile bei der Abbildungsgenauigkeit der einzelnen Schallanteile sorgt.


Standfest


Drei metallene Kegel, die fest in die Bodenplatte der Amika-Gehäuse eingeschraubt sind, sorgen für festen Stand auf jedem Untergrund. Wenn man die Amika nicht unbedingt auf ein Regal oder Sideboard stellen möchte, eignen sich die passenden Stative von Audel perfekt für die freie Aufstellung im Raum. Die ebenfalls aus verleimten Lagen Multiplex-Holz bestehenden, mit Bienenwachs behandelten Dreibein-Stative verfügen über passgenaue Aussparungen für die drei Spikes der Lautsprecher und bilden zusammen mit den Amika eine perfekte optische EInheit. Audel bietet diese „Tritiko“ genannten Stative für rund 550 Euro pro Paar als Zubehör an.


Labor und Praxis


Im Akustiklabor zeichnet sich die Amika durch ein perfektes Rundstrahlverhalten aus, die auf Achse und Winkel gemessenen Frequenzschriebe weichen kaum voneinander ab – beste Voraussetzungen für eine gute Performance im Hörraum. Auffällig sind jedoch der Einbruch und die Kante bei 1 kHz im Frequenzgang, die offensichtlich auf den akustischen Eigenschaften einer quadratischen Schallwand beruhen. Denn der Abstand des Tiefmitteltontreibers zu den Gehäusekanten beträgt in alle Richtungen denselben Wert, so dass ein ausgeprägter „Bafflestep“ auftritt. Ab einer bestimmten Frequenz wird der Schall um die Gehäusekanten gebrochen, in diesem Fall gilt das für alle vier Kanten bei der gleichen Frequenz. Dennoch: Das Zerfallspektrum der Amika zeigt oberhalb von 1 kHz erstaunlich wenige Nachschwinger und Resonanzen, ideal für eine luftige und feinzeichnende Wiedergabe. Im Bassbereich kann die kleine Box nur sanften Pegel liefern, für Frequenzen unterhalb 100 Hertz ist das Gehäuse der Amika schlicht zu klein. In einem kleinen Raum spielt dies jedoch nur eine untergeordnete Rolle, vor allem wenn man die Amika wandnah aufstellt. Dann nämlich klingt die kleine Italienerin erstaunlich rund und ausgewogen. Auch von dem messtechnisch gut erkennbaren Baffelstep ist im Hörtest kaum eine Spur, Stimmen und Instrumente klingen natürlich und realistisch. Besonders die agile Spielweise der Amika kann überzeugen, lebhaft und frisch reproduziert sie jede Art von Musik, wenn auch bei höheren Lautstärken und tiefen Bassimpulsen die physikalischen Grenzen der kleinen Regalbox durch leichtes Pfeifen im Bassreflex-Schlitz hörbar werden. Für angenehme Beschallung in Zimmerlautstärke reicht der dynamische Umfang der Amika jedoch völlig aus und als Partybox wäre sie sowieso viel zu schade.

Fazit

Lautsprecher einmal anders: Die Audel Amika ist ein erfreulich modern und jugendlich aussehender Lautsprecher, der aufgrund seiner Bauweise aus einzelnen Multiplex-Ringen mit ganz besonderem Design daherkommt. Ihr ungewöhnliches Gehäuse ist zudem extrem stabil und akustisch vorteilhaft, was sich im neutralen und präzisen Klang positiv widerspiegelt. Das passende Dreibein-Stativ macht aus der in mehreren Farbvarianten erhältlichen Amika sogar einen echten Blickfang.

Preis: um 2150 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Lautsprecher Stereo

Audel Amika

Spitzenklasse

4.0 von 5 Sternen

04/2017 - Michael Voigt

Bewertung 
Klang 70%

Labor 15%

Praxis 15%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Beisecker HiFi, Kaiserslautern 
Telefon 0631 31061673 
Internet www.beisecker-hifi.de 
Garantie 5 Jahre 
Ausstattung
Ausführungen Schwarz, Ebenholz, Rot, Orange, Violett 
Abmessungen (B x H x T in mm) 255/255/175 
Gewicht (in kg) 3 kg 
Bauart Bassreflex 
Anschluss Single-Wiring 
Impedanz (in Ohm) 8 Ohm 
Tiefmitteltöner (Membrandurchmesser) 1 x 110 mm 
Hochtöner 1 x 25-mm-Kalotte 
Kurz und knapp:
+ Mehrschichtholz-Konstruktion 
+ passendes Stativ erhältlich 
+ unkritische Aufstellung 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung gut 
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Dipl.-Ing. Michael Voigt
Autor Dipl.-Ing. Michael Voigt
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Datum 06.04.2017, 09:59 Uhr
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