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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Audiodata Art One


Downsizing light

Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 1
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Vor einem Jahr stellten wir Ihnen an dieser Stelle die in jeder Hinsicht extreme Audiodata Master One vor. Nun präsentiert der Hersteller die etwas weniger auf die Spitze getriebene Art One

Audiodata – das ist zumindest in Sachen Lautsprecher schon seit einiger Zeit nicht mehr das in Aachen ansässige Unternehmen des Firmengründers Peter Schippers, sondern die in Salzburg ansässige Audiodata Lautsprecher GmbH. Audiodata in Aachen gibt‘s auch noch, Peter Schippers macht aber nunmehr in kleinen, intelligenten Serverlösungen fürs digital musikalische Wohlbefinden. Die Eigner von Audiodata in Österreich, Hannes Palfinger und Franz Stöger, haben die Marke in die entgegengesetzte Richtung entwickelt: Der Erstling Master One war und ist ein beeindruckendes Statement in Sachen Lautsprechertechnik, ein teilaktives Monument zum Preis von mittlerweile fast 100.

Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 8Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 9Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 10Lautsprecher Stereo Audiodata Art One im Test, Bild 11
000 Euro pro Paar. Die Art One ist nunmehr das zweite Produkt, schlägt in die gleiche Kerbe, aber nicht ganz so tief: Mit 40.000 Euro ist sie immer noch kein Produkt für die Studentenbude, nähert sich der realen Welt aber wenigstens ein Stück an. Die gute Nachricht lautet: Die Art One hat viel Technik vom Topmodell abbekommen, so dass sie sich klanglich wohl nur marginal davon unterscheiden dürfte. Audiodata-Lautsprecher sind von jeher Konstruktionen gewesen, die sich dem Ideal der Punktschallquelle so weit wie möglich angenähert haben. Der „späte Peter Schippers“ hatte seinerzeit einen kompakten koaxialen Wandler von Seas zum bildlichen wie akustischen Zentrum seiner Lautsprecher gemacht. Diesem Ideal haben sich auch die Salzburger verschrieben. Auch sie überantworten einen großen Teil des musikalischen Spektrums einem koaxialen Wandler aus Norwegen. In der Art One kommt ein eigens für Audiodata gefertigtes 15-Zentimeter-Modell zum Zuge, das fast mit dem der Master One identisch ist – aber eben nur fast: Die Membran des 25 Millimeter durchmessenden Hochtöners besteht hier nicht aus dem extrem leichten, aber ultrasteifen Aluminium, sondern aus deutlich erdnäherem Aluminium. Geblieben ist die Magnesiummembran für den Tiefmittelton; dieses Material glänzt ebenfalls mit niedrigem Gewicht und hoher Steifigkeit. Ab 200 Hertz ist dieser prächtige Koaxialwandler der alleinige Herr über das musikalische Geschehen. Er wird passiv gefiltert, der Übergang zum Hochtöner erfolgt bei 2500 Hertz. Fürs Geschehen darunter sind zwei seitlich angeordnete Tieftöner zuständig. Bei der Master One waren‘s noch vier 22-Zentimeter-Tieftöner mit gewobener Kohlefasermembran, hier tut‘s die halbe Bestückung. Die Bässe stecken mal nicht in einem Bassreflexgehäuse, sondern arbeiten auf ein geschlossenes Volumen. Dabei wird ihnen nicht nur in Sachen Tiefgang elektronisch auf die Sprünge geholfen, es kommt eine echte Regelung zum Zuge, die die Tieftonmembranen immer genau dort positioniert, wo sie laut Signal sein sollten. Dafür ist jeder Bass mit einem entsprechenden Sensor und einer eigenen 180-Watt-Endstufe ausgestattet. Aufwendig, aber lohnenswert: Wir maßen eine untere Grenzfrequenz von fast 30 Hertz. Solcherlei Energien wollen entsprechend im Zaume gehalten werden, deshalb geriet das Gehäuse reichlich aufwendig: Die 65 Kilogramm der MDF-Konstruktion erklären sich durch den Einsatz von sandgefüllten Kammern und Stahlkugelmatten, die den Wänden unerwünschte Schwingungen abgewöhnen sollen. Die übrigens hat seinerzeit – richtig – Peter Schippers erstmals bei seinen Lautsprechern eingesetzt. Sie sehen also: In den neuen Audiodatas steckt mehr vom Aachener Erbe drin, als man auf Anhieb vermuten würde. Wo Elektronik drin ist, da gibt’s Knöpfchen zum Drandrehen; das ist auch auf der Rückseite der Art One der Fall. Da gibt’s zum Beispiel ein dreifach schaltbares Hochpassfilter für den Bass: Welcher Wert der richtige für Ihre häusliche Umgebung ist, kommt auf die Mitschwingfreudigkeit der Einrichtung an. Die Art One spielt definitiv bis in Regionen hinunter, in denen Sie aksutische Rückmeldungen von Teilen des Gebäudes bekommen, die sich diesbezüglich bislang komplett unverdächtig verhalten haben. Bedenken Sie auch: Je tiefer die untere Grenzfrequenz, desto geringer der Maximalpegel im Bass. Dazu gesellt sich ein Pegelsteller für den Bass, zu dem kommen wir gleich noch. Während der Koaxialwandler passiv fest bei 200 Hertz hochpassgefiltert wird, kann man mit der oberen Grenzfrequenz der Subwoofer zwischen 160 und 250 Hertz spielen oder den Tiefpass ganz abschalten. Ansonsten gibt’s noch zwei Kippschalter: Einer bestimmt, ob das Eingangssignal für die Aktivelektronik von der XLR-Buchse kommt oder aus dem Lautsprechersignal für den Koaxialwandler gewonnen wird. Letztlich gibt’s einen Schalter, der die Bordelektronik entweder dauerhaft in Betrieb nimmt oder signalgesteuert geschaltet wird. Das Gehäuse der Art One ist immer noch eine handwerklich anspruchsvolle Angelegenheit, aber merklich schlichter als das der Master One. Es gibt keine runden Konturen, das hilft diesbezüglich ganz enorm. Die Box ist übrigens minimal nach hinten geneigt, man muss aber schon zweimal hinsehen, bevor das auffällt. Die Standardoberfläche ist ein weißer Mattlack wie bei unserem Testmuster, auf Wunsch sind natürlich andere Finishes machbar. Beim Setup im Hörraum ist zu beachten: So mal eben ist nicht. Die Audiodata will mit etwas Aufmerksamkeit gepinselt werden, bevor sie ihr ganzes Potenzial freisetzt. Das allerdings ist zugegebenermaßen gewaltig. Ein Problem, das schon das Topmodell Master One hatte, hat auch in der kleineren Version überlebt: Der Bass ist nur dann irgendwie zivilisiert zu nennen, wenn der dazugehörige Pegelsteller auf Linksanschlag steht. Und bei uns steht die Box frei in einem großen gut bedämpften Raum. Ob und wie Sie den Tieftonbereich nach oben filtern ist Ihrem Geschmack zu überlassen, ich finde die Unterschiede schon zwischen ungefiltert und 250 Hertz – was die höchste einstellbare Trennfrequenz ist – relativ gering. Ich hab den Schalter letztlich bei 250 Hertz belassen, da erschien mit das Klangbild am stimmigsten. Bei weiter aufgedrehtem Pegelsteller für den Bass mag sich ein anderes Bild ergeben, aber das war bei uns nicht sinnvoll festzustellen, viel zu viel Tiefton. Auch die Ansteuerung des Bassmoduls reagiert nicht sehr empfindlich auf die Art ihrers Anschlusses. Ob Sie das Signal aus der Ansteuerung für die beiden passiven Zweige gewinnen oder per XLR-Kabel zuführen, ist weitgehend egal, mit einem Unterschied: Für den Fall, dass Sie über eine separat pegelbare Endstufe für den Mittelhochtonbereich verfügen, kann man deren Signal so dimensionieren, dass sich ein sinnvollerer Einatzbereich des Bass-Pegelstellers an der Box ergibt. Was folgt, ist ein akustisches Erlebnis allererster Güte. Besonders bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen dem optischen und dem akustischen Eindruck: Man sieht nichts außer einer zierlichen 15-Zentimeter- Membran, während die Master One akustische Urgewalten über einem hereinbrechen lässt. Die Bassabteilung funktioniert sensationell gut und spielt extrem souverän, autoritär und locker – das klingt fast wie „richtige“ Basslautsprecher so ab 15 Zoll Durchmesser. Der Koax macht das, was ein Koax am besten kann: Er glänzt mit perfekter Loslösung des Klangs vom Wandler und positioniert Ereignisse frei im Raum. Er spielt mit der Präzision von Metallmembranen, spart sich aber jegliche „Einmischung“ durch klangliche Artefakte. Frisch – ja, aber detailliert und mit einer gewissen Gediegenheit. Gewiss, die Art One ist ein schon fast geschmacklos teures Klangmöbel, und ich hatte eigentlich geplant, mich kräftig darüber aufzuregen. Der Fairness halber muss sich ich aber zugeben, dass das so gut spielt, dass der diesbezügliche Wind dem Segel sanft entwichen ist.

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Man sieht‘s ihr nicht unbedingt an, aber klanglich ist die Art One zu absoluten Großtaten fähig: überragend souverän und geschmeidig, schnell, leichtfüßig und unerschütterlich.

Preis: um 40000 Euro

Lautsprecher Stereo

Audiodata Art One


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Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis ab 40.000 Euro 
Vertrieb Audiodata, Salzburg, Österreich 
Telefon +43 (0)662 234123 
Internet www.audiodata.com 
Garantie 3 Jahre 
Abmessungen (D x H) 22 x 127 x 50 cm 
Gewicht: ca. 65 kg 
Fazit Man sieht‘s ihr nicht unbedingt an, aber klanglich ist die Art One zu absoluten Großtaten fähig: überragend souverän und geschmeidig, schnell, leichtfüßig und unerschütterlich. 
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Autor Holger Barske
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Datum 08.08.2017, 09:55 Uhr
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