Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Avalon Idea


Facettenreich

Lautsprecher Stereo Avalon Idea im Test, Bild 1
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Wohl kaum ein Lautsprecherdesign ist so oft kopiert worden wie die Gehäuse des im US-Bundesstaat Colorado ansässigen Herstellers Avalon Acoustics. Aber merke: Abgeschrägte Kanten allein machen noch keine Avalon. Bei Weitem nicht

Mitspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob / Reed 3p

69
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Tonabnehmer:

 Lyra Etna

Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono

Vorstufen:

 Rowland Capri S2
 MalValve preamp four line

Endstufen:

 Rowland Model 525
 D’Agostino Momentum Stereo

 Zubehör:

 Netzsynthesizer Accuphase PS1210
 NF-Kabel von Transparent
 Phonokabel van den Hul
 Lautsprecherkabel von Transparent
 Plattenwaschmaschine von Clearaudio


Gegenspieler


Lautsprecher:

 Audio Physic Avantera
 Jamo 628
 Klang + Ton „Ophelia“

Serienweichen stecken drin, sagt man. Jene exotischen Filter, bei denen sich die einzelnen Zweige gegenseitig stark beeinflussen und deren Abstimmung eine Kunst ist, die nur wenige Audio-Schamanen auf der Welt beherrschen. Ein solcher ist Neil Patel, kreativer Kopf bei Avalon ganz sicher nicht. Und deshalb baut er auch keine Serienweichen. Wie in so vielen Fällen, hat auch er den Stein der Weisen im Lautsprecherbau nicht entdeckt. Wohl aber hat er viel Erfahrung, ein trainiertes Gehör, einen überaus strengen Qualitätsanspruch und die technischen Möglichkeiten, seine Ideen auch in die Tat umzusetzen. Gerade Letzteres erfordert Anstrengungen, die in der Lautsprecherwelt eher selten vonnöten sind, denn Gehäuse, die einen handwerklichen Aufwand bedingen wie die Avalon gibt’s nicht oft.

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Und das gilt auch für den derzeit kleinsten Lautsprecher im Sortiment der Amerikaner, der „Idea“. Mit einem Paarpreis von 10.750 Euro weit davon entfernt ein im klassischen Sinne günstiges Produkt zu sein, ist die Idea jedoch ohne Zweifel eines: eine „richtige“ Avalon. Dass Produktentwicklung bei Avalon etwas anders abläuft als andernorts wird klar, wenn man sich das nächstgrößere Modell, die „Ascendant“ ansieht. Lassen Sie sich von der Hersteller-Webseite nicht täuschen, da hat man die Verhältnisse bei den Abbildungen nämlich etwas „dramatisiert“: Die Idea ist weniger als vier Zentimeter kleiner und zweieinhalb Zentimeter schmaler als ihre größere Schwester. Beide arbeiten mit zwei Sieben-Zoll-Tiefmitteltönern und einem Hochtöner, beide sind als Zweiwegesysteme konzipiert. Welcher Hersteller sonst würde zwei auf den ersten Blick so ähnliche Modelle in seine Modellpalette aufnehmen? Hier zeigt sich die Konsequenz in Neil Patels Arbeit. Wenn sich beide Modelle auf den ersten Blick auch nur durch die Wahl des Hochtöners unterscheiden, haben wir es mit zwei komplett getrennten Entwicklungen zu tun. Bei Patel bedeutet das: Wenn die Box aus akustischen Gründen genau so aussehen muss, dann ist das eben so – „strategische“ Überlegungen spielen da eher eine untergeordnete Rolle. Konzentrieren wir uns auf die Idea: Das sanft nach hinten geneigte Gehäuse gibt’s in vier verschiedenen Holzoberflächen, unser Testexemplar war absolut perfekt in Kirsche furniert. Da es kaum parallele Flächen und keinerlei rechte Winkel gibt, ist die korrekte Ausrichtung der Furnierstücke überaus schwierig; hier stimmt die Optik aber auf den Punkt. Die eigentliche Schallwand der Box ist nur so groß, wie sie durch die Abmessungen der Treiber sein muss; jenseits davon geht’s umgehend abgeschrägt weiter. Das sieht nicht nur schnittig aus, hilft auch, Probleme mit Kantenbeugungen zu minimieren. Man sieht’s in den Messungen: Das Rundstrahlverhalten der Box ist nämlich ausgezeichnet. Die Idea ist der erste Lautsprecher in meiner Testerlaufbahn, den ich nicht zerlegt habe. Auch ohne das ist offensichtlich, dass Neil Patel die Treiber in diesem Falle in Neu-Ulm bei LPG einkauft, besser bekannt unter dem Markennamen „Eton“. Die beiden Siebzehner verfügen über eine leichte und steife Sandwich-Membran, der Kalottenhochtöner über eine aus extrem harter Keramik. Die beiden Bässe arbeiten auf ein Bassreflexsystem, dessen Öffnung im Boden der Box angeordnet ist. Deshalb muss die Idea zwingend auf den mitgelieferten drei Edelstahl-Spikes stehen, sonst stimmt der Abstand zum Boden nicht. Die Box will mit einer kabelschuhbewehrten Leitung angeschlossen werden, etwas anderes passt nämlich nicht in das Cardas-Schraubterminal auf der Rückseite. Eine Analyse des Gehäuses? Filtertopologie? Dämmung? Geheime Ingredienzien? Wissen wir nicht. Wohl aber, dass die Box mit gut 90 Zentimetern Höhe optisch nicht zu dominant ist und sich auch in kleinen Räumen sehr wohl fühlt. Mit 27 Kilogramm ist sie auch alleine noch gut zu bewegen, auch wenn Sie das, wenn sie einmal richtig ausgerichtet ist (leicht auf den Hörplatz eingewinkelt), kaum je wieder werden tun wollen. Sie brauchen es nicht, denn Sie haben jetzt eine Komponente in Ihrer Anlage, die Sie so schnell nicht werden wechseln wollen. Zu meiner Schande muss ich gestehen: Zu Beginn der Beschäftigung mit den klanglichen Meriten dieses Lautsprechers bin ich ein wenig fremdgegangen, will sagen: Ich hab mit digitalen Quellen gespielt. Was in erster Linie damit zusammenhing, dass da ein ausgezeichneter SACD-Player mit USB-Digitaleingang im Hörraum stand, und da konnte man prima CD versus Selbstbau- Computer hören. Mit Ergebnissen, die sicher nicht hierher gehören und der ganz schnellen Einsicht, dass die kompakte Avalon zwei Dinge herausragend kann: eine unfassbar angenehme, geschlossene und kompakte Wiedergabe liefern und zum anderen auflösen wie der Teufel. Ich bin ganz bestimmt kein Freund davon, klangliche Unterschiede zwischen USB-Digitalkabeln (ja, ja, ich weiß ...) herauszuhören, aber dieses Setup machte daraus einen Unterscheid zwischen „ausgezeichnet“ und „geht gar nicht“. Sehr erstaunlich und sehr lehrreich. In der Zwischenzeit habe ich mir die Zeit genommen, das famose Lyra Etna aus dem letzten Heft im Reed 3p zu montieren und zu justieren. Als „Testballon“ wanderte die bis dahin ungehörte „From Gargarin‘s Point of View“ (Esbjörn Svensson Trio, Rezension hinten im Heft) auf den Teller und mir blieb tatsächlich die sprichwörtliche Spucke weg: Die Raumabbildung explodierte förmlich und verwandelte das Sofa in unserem Hörraum in einen Logenplatz allererster Güte vor der Bühne. Das Album hatte eine Überzeugungskraft, ein Maß an scheinbarer Echtheit, das berührte alle Sinne, die irgendetwas mit der Rezeption musikalischer Aspekte zu tun haben. Fest steht auch: Die Kombination dieses Lautsprechers mit der schnuckeligen Rowland- Vorstufe „Capri S2“ und dem Endverstärker „Model 525“ (ein kompakter Schaltverstärker vom gleichen Hersteller) ist eine goldrichtige: Die Komponenten „mögen sich“ und liefern ein überaus harmonisches Ganzes. Oder ist doch nur diese zweifellos ausgezeichnet gelungene Platte „Schuld“ an dem Ergebnis? Mitnichten. Strammes Kontrastprogramm funktioniert genauso überzeugend. Wenn die „Black Space Riders“ ihr beinhartes „Give Gravitation to the People“ zum Besten geben, reagieren die Avalons mit erstaunlicher Gelassenheit. Und erstaunlicherweise extrahiert die Kette auch aus solchem Musikmaterial so etwas wie eine Ordnung der Musiker auf der virtuellen Bühne, das ist weit entfernt von dem Klangbrei, der die rohere Ecke der Rockmusik schon mal auszeichnet. Hier hat das Schlagzeug Kontur, im Oberbass dickt‘s nicht auf, die Gesangsstimme steht frei im Raum und wenn die Band einsetzt, dann reißt der Raum auf wie der Himmel nach einem kräftigen Gewitter. Jawohl, unter diesen Voraussetzungen darf man mit der Platte auch „normale“ Menschen konfrontieren, ohne Angst haben zu müssen, dass die fluchtartig den Raum verlassen. Es klingt tatsächlich, so erstaunlich das ist, richtig gut. Das, was im Anschluss noch alles passiert ist, stellt mich zugegebenermaßen vor das eine oder andere kleine Problem: Die Kette klingt nämlich einfach gut, egal, was ich auflege. Schönfärberei? Das ist nicht das richtige Wort. Hier passiert einfach extrem viel, es gibt Mengen von Details zu entdecken und all das ist eingerahmt von dieser unfassbaren Raumabbildung. Ein noch kompakter Lautsprecher, eine Vor-/Endstufenkombi im Miniformat und dann ein solches Ergebnis? Da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Immerhin waren der Plattenspieler und die Phonovorstufe nicht auch noch kompakt und vergleichsweise günstig, das lässt in meinem HiFi-Universum wenigstens noch ein paar Steine aufeinander.

Fazit

Neil Patel kann’s einfach: Bereits seine kleinste Box klingt ungeheuer komplett, agil und detailgetreu, mit einer herausragend opulenten Raumabbildung. Ohne Wenn und Aber ein absoluter Traumlautsprecher!

Preis: um 10750 Euro

Lautsprecher Stereo

Avalon Idea


08/2014 - Holger Barske

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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 04.08.2014, 08:57 Uhr
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