Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: BETONart-Audio Syno Pro


Es hat gefunkt …

Lautsprecher Stereo BETONart-Audio Syno Pro im Test, Bild 1
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Nomalerweise sind Lautsprecher aus Holz und werden mit einem Kabel an einen Verstärker angeschlossen – darauf haben wir uns im Lauf der letzten 100 Jahre geeinigt. Das eine oder andere Modell geht hier einen Sonderweg – die Syno Pro von BetonArt Audio gleich zwei ...

Jörg Wähdel, dem Gründer von Betonart- Audio, kann man wahrlich keine mangelnde Ausdauer vorwerfen. Jahrelang hat er seine Betonmischungen verfeinert, bis er den Produktionsprozess so weit im Griff hatte, um die Konsistenz seiner Gehäuse exakt vor zu planen – man kann nach dem Gussprozess eben nicht mal eben mit Oberfräse und Stichsäge einen nicht genauen Ausschnitt in der Schallwand korrigieren.  

Beton hat, wie Stein, den Vorteil einer weitaus höheren Dichte als Holz und verwandte Materialien. So wiegt die recht schlanke Syno Pro immerhin etwa 60 Kilogramm – trotz der Beimischung von Carbon immer noch eine echte Ansage und geschätzt etwa drei mal soviel wie eine vergleichbare Box aus MDF.

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Angesichts der momentan rasant steigenden Holzpreise könnte das sogar finanziell irgendwann die attraktivere Alternative werden.  

Spaß beiseite: Man kann sich, wenn man die Syno Pro einmal tragen musste, sehr gut vorstellen, dass in diesem massigen Gehäuse weitaus weniger Resonanzen auftreten, als bei einer gleich dimensionierten Holzbox, selbst, wenn deren Wände aufwendig gedämmt und versteift wären. Ganz grob würde ich die Oberfläche der BetonArt-Boxen als „Sichtbeton“ einstufen, wobei es hier eine Menge an Abstufung gibt, was die Feinheit der Flächen angeht. Und sogar farblich gibt es alle Möglichkeiten, ganz einfach durch Beimengungen entsprechend farbgebender Komponenten in das Ausgangsmaterial.  

Kommen wir zu unserer Box, der „Syno Pro“, aber zuerst einmal zu ihrer Einordnung im Lieferprogramm von BetonArt Audio. Die normale passive Syno besitzt die gleichen Tieftöner, arbeitet im Hochton aber mit einer großen Kalotte. Dann gibt es noch die „Syno Grande“ mit zwei etwas größeren Tieftönern und entsprechend größerem Gehäuse. Beide Boxen gibt es auch jeweils in einer aktiven Version.  

Bei unserer Testbox arbeitet die neueste Aktiv- und Wandlertechnologie zusammen mit dem edelsten Hochtöner, den Betonart eigentlich nur in den Spitzenmodellen Arrivato und Diverso einsetzt.  

In der schmalen Schallwand sitzen zwei Tiefmitteltöner in D´Appolito-Anordnung – zwei edle Chassis aus dem Hause Wavecor, die mit ihren charakteristischen Phaseplugs ein optimiertes Abstrahlverhalten bieten. Man hat sich hier ganz bewusst für Treiber mit leichten Papiermembranen entschieden, um mit dem Hochtonbereich mithalten zu können. Zwischen den beiden Konuschassis ist nämlich ein ganz spezieller Hochtöner montiert: Statt der momentan so angesagten Air Motion Transformer hat man hier einen guten alten Bändchenhochtöner eingesetzt – ein Bauprinzip, das wohl wie kein anderes für einen luftigen und extrem detaillierten Hochtonbereich steht. Dem einzigen Gegenargument, der nicht allzu niedrigen möglichen Trennfrequenz, ist man hier entschieden entgegengetreten. Zum einen wurde die hauchdünne Folie des Bändchens sehr stabil aus nano-kristallinem Aluminium ausgeführt, zum anderen gibt es eine exakt berechnete Schallführung, die im unteren Einsatzbereich des Hochtöners eine Art Waveguide bildet. Anders als bei den meisten Folienhochtönern, wurde hier großen Wert auf eine möglichst glatte Schallführung zwischen dem Magneten und dem Bändchen gelegt – eine Sache, die man auch im Frequenzgang schön erkennen kann.  

Angetrieben wird die Chassiskombination von zwei eingebauten Endstufen mit je 400 Watt Leistung. Diese werden übrigens nicht „von der Stange“ gekauft, sondern vom renommierten Spezialisten Hifi - Akademie für Betonart gefertigt, ebenso wie die ansteuernde Elektronik mit DAC und DSP-Steuerung. Das wäre jetzt zwar modern und technisch absolut hochwertig, aber noch nichts wirklich Besonderes. Wirklich interessant ist die Möglichkeit, die Syno Pro komplett per Funk anzusteuern, und das auf absolut höchstem Niveau. Tatsächlich ist es mir nicht gelungen, klangliche Vorteile dadurch zu erhören, dass ich die Box mit teuren symmetrischen Kabeln angesteuert habe.  

Ist ja irgendwie auch logisch, da das analoge Signal ja in der Box auch gewandelt werden muss. Aber die direkte Ansteuerung über das noch recht neue WiSA-Funkprotokoll funktioniert absolut großartig. Gedanken über Datenkompression muss man sich hier nicht machen: Die Funkstrecke arbeitet mit einer Auflösung von 24bit und 96kHz Samplingrate. Denn passenden Vorverstärker Stream6-WiSA von Hifi Akademie haben wir gleich in den Test mit einbezogen. Der Preamp und die Boxen verbinden sich nach dem Einschalten automatisch und recht zügig miteinander.  

Das Aufstellen der Syno Pro erledigt Jörg Wähdel übrigens persönlich, auf Wunsch und gegen einen angemessenen Aufpreis von 400 Euro mit individueller Raumeinmessung, die ja mit dem eingebauten DSP problemlos einstellbar ist.

Und die technische Qualität der Gehäuse und der verwendeten Technik hört man natürlich auch. Ein nicht exzessiv tief hinabreichender Bass, der aber auf den Punkt stabil ist und durch seine extreme Sauberkeit deutlich mehr Tiefgang zeigt als zwei 15er normalerweise darstellen können. Dazu kommt im Grund- und Mitteltonbereich eine hohe Transparenz und Klarheit. Grund- und Obertöne aller Instrumente werden exakt reproduziert und klingen so absolut natürlich. Die Lehre daraus: Nimm eine gut abgestimmte Box und gebe ihr ein extrem stabiles Gehäuse, dann hast du einen Weltklasselautsprecher!

Und dann natürlich noch der Bändchenhochtöner, der schon bei einer Trennfrequenz von 2 Kilohertz ins Geschehen eingreift und mit dieser einmaligen Eleganz und Leichtigkeit spielt, von der selbst teure Kalottenhochtöner nur träumen können – es muss eben kaum Masse bewegt werden und das kann man auch hören! Bei einem großen Sinfonieorchester arbeitet die Syno Pro feinste Details aus dem großen Ganzen heraus – und das eben nicht durch unangemessenen Betonung bestimmter Bereiche des hörbaren Spektrums, sondern einfach durch ihre große Klasse, die es dem Hörer leicht macht, sich auf einzelne akustische Vorgänge zu konzentrieren, sich aber genau so gut dem großen Gesamtklangbild hinzugeben.  

Quer durch alle musikalischen Stilrichtungen und Aufnahme-Epochen hindurch zeigt die BetonArt-Box, dass sie sich bei aller Ausgewogenheit und technischer Perfektion eine gewisse Freundlichkeit bewahrt hat. Selbst etwas spitz oder harsch klingende Alben wie Ry Cooders „Bop ´til you drop“ in der mir vorliegenden Pressung werden durchaus anhörbar und charmant wiedergegeben – und das zeigt das immense Fingerspitzengefühl, das der Konstrukteur bei der Abstimmung der Syno Pro hatte. 

Fazit

Auf Basis des resonanzfreien Gehäuses hat BetonArt Audio eine technisch innovative und gleichzeitig hochmusikalische Box geschaffen, deren Ausstrahlung einfach unwiderstehlich ist.

Preis: um 12500 Euro

Lautsprecher Stereo

BETONart-Audio Syno Pro


03/2022 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 12.500 Euro 
Vertrieb BetonArt Audio, Leimen 
Telefon 0151 42427127 
Internet www.betonart-audio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 175/1150/300 
Gewicht (in Kg) ca. 60 kg 
Ausführungen Beton, diverse Farben nach Wunsch 
Fazit Auf Basis des resonanzfreien Gehäuses hat BetonArt Audio eine technisch innovative und gleichzeitig hochmusikalische Box geschaffen, deren Ausstrahlung einfach unwiderstehlich ist. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 03.03.2022, 10:02 Uhr
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