Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Dynamikks Monitor 10


Souveräner Zweiwegemonitor mit Hornhochtöner

Lautsprecher Stereo Dynamikks Monitor 10 im Test, Bild 1
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Den Namen Ulf Moning wird der Eine oder andere kennen, der ein wenig im Thema Lautsprecher zuhause ist. Der findige Konstrukteur aus Birkenau im Odenwald veröffentlicht seit vielen Jahren hoch spannende Lautsprecher abseits des Mainstreams, wie zum Beispiel seinen Monitor 10

Tatsächlich sind’s schon fast 30 Jahre, die Ulf Moning kommerziell Lautsprecher baut. Angefangen hat’s unter dem Label „Dynavox“, seit 2009 rangieren die Produkte unter „Dynamikks“, was den konstruktiven Kern der Sache ziemlich gut beschreibt. Moning ist nämlich bekennender Fan einer unkomprimierten Wiedergabe, die dem Live-Erlebnis möglichst nahe kommt. Sie vermuten richtig, dass sich eine solche Einstellung nicht mit Lautsprecherchen im Schuhkartonformat verträgt und mit einem Wirkungsgrad, der diesen Namen nicht verdient. Sprich: Dynamikks-Wandler sind voluminös und verfügen in der Regel über reichlich Membranfläche.

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Wenn’s von Letzterer etwas weniger sein soll, dann übernimmt auch gerne mal ein Horn den Job, immer mal wieder auch bis in den Bassbereich hinunter.

Ziemlich viel Berühmtheit hat in den letzten zwei Jahren das „Model 12“ erfahren. Dabei handelt es sich um eine sehr potente Zweiwegebox, die konstruktiv und gestalterisch an Altecs berühmtes „Model 14“ angelehnt ist. Tolle Box, aber in Sachen Wohnzimmertauglichkeit nicht jedermanns Sache. Das ist in erster Linie dem recht voluminösen Tieftonabteil mit dem kernigen 30-Zentimeter-Treiber geschuldet, der einfach ordentlich Luft zum Atmen braucht. Zudem baut das Ganze kräftig in die Breite und ist gestalterisch in den Sechzigern zuhause, womit der Streit mit vielen Haushaltsvorständen schon vorprogrammiert wäre.

Etwas kleiner wäre schön, ein bisschen „netter“ auch – aber bitte, ohne zuviel von der klanglichen Explosivität und Röhrentauglicheit zu opfern, die die hervorstechenden Merkmale des Models 12 sind. Und: Ulf Moning hat geliefert. Seine Monitor 10 ist die kleinere der beiden Varianten dieser neuen Baureihe und überlässt die tiefen Töne, wie die Typenbezeichnung schon verheißt, einem zehn Zoll (25 Zentimeter) durchmessenden Woofer. Jener steckt in einem mit 30 Zentimetern so gerade noch als schmal durchgehenden Gehäuse. Das erforderliche Volumen holt Moning aus der Gehäusetiefe, die ist mit 47 Zentimetern nämlich durchaus beachtlich. Da man das beim Davorsitzen aber nicht sieht, ist das ein oftmals tolerierbarer Umstand. Die Box ist zweiteilig konzipert, auf dem leicht nach hinten geneigten Bassgehäuse ist ein ordentlich ausgewachsenes Horn zuhause. Es steckt in einem eigenen Gehäuse, was dem ganzen Lautsprecher einen ziemlich schicken Look verleiht. Zumal die optische Gestaltung eine sehr gelungenen ist: Das Bassgehäuse ist in ein quer umlaufendes Kunstfurnier im Makassar-Look geschlagen, das Horn steckt in einem schwarzen Schleiflackgehäuse. Das Basschassis ist mit einem umlaufenden schwarzen Rand versehen, was dem Ganzen eine sehr homogene Optik verleiht. Dass das Horn auf Spikes kurz oberhalb des Bassgehäuses zu schweben scheint, sorgt zusätzlich für Leichtigkeit. Das nenne ich gelungenes Design, Kompliment.

Der Tieftöner verfügt über Beschallungstechnik- Gene, wie der Blick auf die sehr solide Konstruktion sofort verrät. Moning lässt ihn sich bei einem kleinen osteuropäischen Zulieferer eigens anfertigen. Er bietet genau den Kompromiss aus Tiefgang, Wirkungsgrad und Volumenbedarf, der hier gefordert ist.

Das quadratische Horn mit dahinter montiertem Ein-Zoll-Druckkammertreiber ist zweifellos der lautere der beiden Spielpartner, die Frequenzweiche sorgt natürlich für eine entsprechende Pegelangleichung. Das Horn ist ein Kunststofftrichter mit moderner Constant-Directivity-Auslegung. Das bedeutet, dass sich der Abstrahlwinkel des Schalls nur sehr wenig über die Frequenz ändert, was eine gleichmäßig Raumanregung und letztlich mehr Linearität am Hörplatz zur Folge hat. Druckkammertreiber und Horn nehmen das musikalische Geschehen ab 950 Hertz, womit beide noch reichlich von ihren Möglichkeiten in Sachen unterer Grenzfequenz entfernt sind. Die konservative Trennung sorgt für geringe Verzerrungen und hohe dynamische Reserven – recht so. Die Hochtonkombination ist zweifellos von ganz besonderer Güte, wie sich beim Musikhören herausstellt. Obwohl mit einem so substanziellen Horn geladen, benimmt sich der Druckkammertreiber absolut lammfromm – was nun wahrlich nichts ist, wofür diese Spezies von Lautsprechern besonders bekannt wäre. Und so dient der Drehschalter der mehrstufigen Pegelanpassung auf der Rückseite tatsächlich nur dem Abgleich mit persönlichem Geschmack und raumakustischen Gegebenheiten und nicht der Reduktion von Unannehmlichkeiten. Das Geheimnis dessen steckt in gleich mehreren Umständen: einer sehr sorgfältigen Kombination von Trichter und Treiber, einer gekonnten Filterabstimmung und in der Qualität des Druckkammertreibers selbst. Jener fällt durch seine ungewöhnliche Sandwich-Membran auf, die die Tugenden von Kunststoff und Metall an dieser Stelle offenbar prächtig miteinander vereint.

In Sachen Ansteuerung bewegt sich das Monitor 10 in erfreulich unkritischem Fahrwasser. Dank eines soliden Wirkungsgrades von 90 Dezibel und eines unkritischen Impedanzverlaufs sind hier eine ganze Reihe von Optionen denkbar. Mit relativ wenig Einschränkungen ist sogar so etwas wie ein Single-Ended-Röhrenverstärker mit zehn Watt denkbar, wie Versuche mit dem wunderbaren Tivan Labs 811 Anniversary gezeigt haben. Der Vorteil an so etwas ist, dass es halt nicht brutal klippt, wenn man’s mit dem Pegel übertreibt. Der Sound wird einfach etwas gemütlicher und kuscheliger, Übersteuerung geht hier zuerst auf Kosten der Dynamik. Kernige 120 Transistorwatt? Aber gerne! Damit allerdings schlägt die Dynamikks arg ungebremst um sich und mit so einem Wildpferd muss man sich anfreunden können. Also vielleicht lieber so etqwas sie ein feiner Class-A-Halbleiterverstärker oder eine „normale“ Gegentaktröhre? Genau das ist der Weg, wie der Riviera Audio Levante an der Dynamikks eindruckvoll bewies. Seine 30 Watt mit ein bisschen geradzahligem Klirr lassen den Lautsprecher singen, dass es eine wahre Freude ist.

Das Besondere am Monitor 10 ist die Leichtigkeit, mit der er agieren kann. Die Box verteilt Musik schwerelos im Raum, und das auch in einem verdammt großen Raum. Was bei Hörnern beileibe nicht die Rege ist, das klappt hier perfekt: das Loslösen des Geschehens von der Lautsprecherebene, gepaart mit einer mal nicht riesig aufgeblasenen Abbildung. Eine Domäne solcher Konstruktionen sind die Feinheiten: Dieses Aufwachen zum Beispiel einer großen Röhrenkette nach dem Einschalten, die Expansionsprozesse in den Glaskolben, das langsame Weichen der Trägheit, die Einkehr der Geschmeidigkeit – hier ist man so richtig mittendrin. Ich staune ob des Liebreizes, mit dem der Hornhochtöner spielen kann. Schlagzeugbecken gehen ganz fein ziseliert, mit genau der richtigen Tonalität. In Sachen Akkuratesse klingt das wie eine exzellente Kalotte, dynamisch ohne Zweifel wie ein Horn – was will man mehr.

Der Übergang zwischen den beiden Schallabstrahlern ist akustisch nicht auszumachen. Was auch daran liegt, dass Ulf Moning den Sweet Spot bei der Reflexabstimmung exakt getroffen hat und Klangfarbe und Impulsverarbeitung nicht dem Tiefgang geopfert hat. Seine Box schafft die für ein wirklich komplettes Klangerlebnis wünschenswerten 40, 45 Hertz überzeugend und stellt auch einen von Ray Brown bedienten Kontrabass extrem überzeugend in den Raum. Für meine Begriff ist die dezente Miniaturisiserung des Model 12 damit in höchst eindrucksvollem Maße gelungen – in optischer wie akustischer Hinsicht.

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Fazit

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Preis: um 6900 Euro

Dynamikks Monitor 10

04/2021 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Dynamikks, Birkenau 
Telefon 06201 32297 
Internet dynamikks.de 
Gewicht ca. 35 kg 
Garantie 2 Jahre 
B x H x T 300 x 1020 x 470 mm 
Fazit Fein auflösender, neutraler und druckvoller Standlautsprecher mit perfekt zivilisierten Hornqualitäten. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 02.04.2021, 10:02 Uhr
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