Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Gauder Akustik Arcona 40


Ganz unten

Lautsprecher Stereo Gauder Akustik Arcona 40 im Test, Bild 1
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Gauder Akustik genießt in der Szene einen hervorragenden Ruf. Den hat sich die Firma vor allem mit ihren großen Lautsprechern der Berlina-Serie erworben – von denen die meisten Modelle für Normalverdiener weder erschwinglich noch stellbar sind. Mit der Arcona 40 beschäftigen wir uns hier mit dem kleinsten Modell von Gauder und hören uns an, was das Unternehmen aus der Nähe von Stuttgart ganz unten im Produktportfolio zu bieten hat

Dem eingangs Geschriebenen gibt es einiges hinzuzufügen. So gibt es in der Berlina-Serie durchaus auch Lautsprecher, für die man keine riesigen Hörräume benötigt, um sie aufstellen zu können. Mit der Berlina RC 3 bietet Gauder in der Spitzenserie sogar eine Kompaktbox an. Und bezahlbare Gauder-Lautsprecher gibt es auch schon seit Jahren, nämlich genau in der Arcona-Serie, deren kleinstes Modell eben die Arcona 40 ist.

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Einige andere Arcona-Modelle haben wir bereits im HiFi Lautsprecher Test Jahrbuch bereits vorgestellt. Der große Vorteil bei den Lautsprechern der Arcona-Serie ist, dass sie in vielen Punkten von den Entwicklungen, die Gauder Akustik mit großen Modellen vorangetrieben hat, profitieren, wobei sich die dabei entstandenen Kosten durch den Verkauf der Flagschiffmodelle bezahlt machen müssen, während die kleinen Modelle einfach vom aufgebauten Know-how profitieren. Klar, dass bei den preiswerteren Modellreihen irgendwo der Rotstift angesetzt wurde. Nichtsdestotrotz bekommt man hier Lautsprecher mit Spitzentechnologie, bei denen bei der Materialauswahl und dem Fertigungsaufwand auf ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet wurde. Das sieht man zum Beispiel am Gehäuse. Die Arcona 40 hat die gleiche Bauform mit den sich bogenförmig nach hinten verjüngenden Seitenwänden wie die Spitzenmodelle. Nur dass der Aufbau der Gehäuse etwas einfacher ist. Den Effekt, parallele Seitenwende zu vermeiden, erfüllen die gebogenen Wände in der etwas einfacheren Bauweise genauso. Ähnliches gilt für die Frequenzweiche. Gauder Akustik hat eine Schaltung entwickelt, die eine Flankensteilheit von über 50 dB ermöglicht. Und auch diese Technik kommt in der Arcona 40 zum Einsatz. Sogar bei der Bauteilauswahl kommen ausschließlich Komponenten von Premiumherstellern wie IT oder Mundorf zum Einsatz. Wobei ich mal davon ausgehe, dass hier etwas weiter unten in die jeweiligen Regale gegriffen wurde. Die größten Unterschiede zu den Spitzenmodellen bestehen bei den Chassis. Diamant-Hochtöner und Keramik-Tiefmitteltöner sind nun mal richtig teuer. Hier galt es Komponenten zu finden, die einerseits ins Budget passten, die andererseits klanglich höchste Anforderungen erfüllen. Im Hochton ist man bei Gauder deshalb von der Kalotten-Bauform abgekommen. Alle Modelle der Arcona-Serie, also auch die Arcona 40, setzen im Hochton auf spezielle Air-Motion-Transformer (AMT). Eine steile Trennung nach unten bekommt diesem Wandlertyp gut und passt damit zur von Gauder favorisierten Technik. Andere Hersteller setzen diese Wandlertechnik in ihren Spitzenmodellen ein, bei Gauder sind sie gut genug für die Einstiegsserie. Beim Tiefmitteltöner setzt Gauder auf 15-cm-Tiefmitteltöner mit einer „Xplus“ genannten Membran. Beim Membranmaterial handelt es sich um Aluminium mit einer rückseitig aufgebrachten, dämpfenden Polymerbeschichtung. Aluminium ist ein sehr steifes Material, die Polymerbeschichtung sorgt für eine hohe Dämpfung – Steifigkeit und Dämpfung sind eine Kombination, die auch Keramikmembranen auszeichnet. Nur dürfte das Alu-Polymer-Komposit etwas günstiger sein. Während man an einigen Stellen eine Idee davon hat, warum Gauder die Arcona 40 vergleichsweise günstig anbieten kann, fragt man an anderen Stellen, wie die das machen, da hinter Stuttgart. Als Anschlussterminals kommen Nextgen-Klemmen von WBT zum Einsatz, bei der Innenverkabelung Kabel von Clearwater. Und auch bei den Klavierlack-Oberflächen, die es in Schwarz oder Weiß gibt, wurde definitiv auf Qualität gesetzt. Alternativ und etwas preisgünstiger gibt es die Lautsprecher übrigens auch in einem Gewand aus Kirschholz. Wo wir schon bei den Oberflächen sind, müssen wir jetzt dringend auf das Gehäuse an sich zu sprechen kommen. Ich behaupte mal blind, dass 98 Prozent aller Lautsprecher dieser Größe Bassreflexkonstruktionen sind. Und auch die Standlautsprecher der Arcona-Serie arbeiten im Tiefton mit der Unterstützung eines Helmholtz-Resonators, vulgo mit einer Bassreflexöffnung. Die Arcona 40 dagegen ist als geschlossener Lautsprecher konstruiert. Das hat gerade im Fall von Kompaktlautsprechern einige Vorteile. So vertragen geschlossene Lautsprecher im Allgemeinen eine wandnahe Aufstellung, und die meisten Hörer werden vermutlich zu einem kompakten Lautsprecher greifen, um Platz zu sparen. Da ist es unwahrscheinlich, dass die Lautsprecher frei, mit großzügigem Abstand zu Rück- und Seitenwand aufgestellt werden. Dazu kommt die Erfahrung, dass Bassreflexboxen stärker mit der Raumakustik interagieren. Wer allerdings zu wenig Platz hat, um mit verschiedenen Aufstellungsmöglichkeiten zu experimentieren, freut sich über diesbezüglich anspruchslose Lautsprecher. Damit die Arcona 40 dennoch möglichst tief in den Basskeller steigt, greift man bei Gauder zu einer Art Trick. Der Tieftöner arbeitet in einem Gehäuse, das eigentlich zu klein für ihn ist. Dadurch ergibt sich am unteren Ende des Frequenzgangs zunächst eine Überhöhung. Die bügelt man mit einem passend abgestimmten Kondensator, der als Hochpass fungiert, glatt und erhält einen linearen, weit in den Tiefton ausgedehnten Frequenzgang. Ein weiterer Effekt dieser Technik ist, dass der Wiedergabebereich am unteren Ende steil abfällt – damit verfügt die Arcona 40 quasi über ein eingebautes Subsonicfilter. Allerdings fällt die Impedanz bei der Abstimmfrequenz des Hochpasses, im Bereich um 50 Herz, auf etwa drei Ohm ab. Das stellt für stabile Transistor-Verstärker kein Problem dar. Ob beziehungsweise mit welchem Röhrenverstärker das klappt, muss man ausprobieren. Klanglich lässt die Bassperformance der Arcona 40 keine Wünsche offen. Im Vergleich zu den Standboxen der Arcona-Serie gibt sie sich deutlich zahmer, was dem bevorzugen Einsatzgebiet von Kompaktboxen zugutekommt. Die Standboxen der ArconaSerie brauchen Platz und Wandabstand, die kompakte Arcona 40 lässt sich dagegen problemlos vor einer Wand, ja in einer Raumecke aufstellen. Gehörmäßig geht die kleine Box auf jeden Fall ordentlich tief runter. Die Messwerte bestätigen das. Bei wandnaher Aufstellung darf man mal den minus-10-dB-Punkt unserer Freifeld/Nahfeldmessung als untere Grenze betrachten. Und da reicht die Arcona 40 fast bis 30 Hz hinunter. Das ist verdammt ordentlich. Zudem kommt der Bass gut kontrolliert und knackig rüber – das Konzept mit dem Hochpassfilter im Bass funktioniert. Auch in den anderen Frequenzbereichen ist die Arcona 40 auf Zack. Der Grundtonbereich ist ausgewogen und punktet mit hervorragender Durchhörbarkeit und einem wunderbar dynamischen Antritt, das Ganze setzt sich in den Mitten bis in den Hochton fort. In den oberen Mitten/im unterem Hochton setzt der AMT Akzente. Hier sprüht das Klangbild vor Energie. Stimmen, besonders Frauenstimmen, setzt die Arcona 40 beeindruckend in Szene und bietet ein Auflösungsvermögen, das seinesgleichen sucht. Auch der Hochton passt perfekt zum frischen, klaren und detailreichen Klangbild.

Fazit

Die Arcona 40 liefert eine beeindruckende Vorstellung. Dynamisch auf Zack, hochauflösend und mit viel Energie eignet sie sich für viele Arten von Musik; mit ihrem schlanken, präzisen Bass gibt sie sich in Sachen Aufstellung erfreulich unkritisch. Die kleine Gauder für kleinere (bis mittlere) Räume und Finanzbudgets

Preis: um 2000 Euro

Lautsprecher Stereo

Gauder Akustik Arcona 40


07/2018 - Martin Mertens

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis Kirsche 2.000 Euro, Klavierlack schwarz oder weiß 2.300 Euro 
Vertrieb Gauder Akustik, Renningen 
Telefon 07159 920161 
Internet www.gauderakustik.com 
Garantie (in Jahre) 10 Jahre 
B x H x T (in mm) 210/360/330 
Gewicht (in Kg) 12 kg 
Ausführungen Mattschwarz, Walnuss 
Fazit Die Arcona 40 liefert eine beeindruckende Vorstellung. Dynamisch auf Zack, hochauflösend und mit viel Energie eignet sie sich fĂŒr viele Arten von Musik; mit ihrem schlanken, prĂ€zisen Bass gibt sie sich in Sachen Aufstellung erfreulich unkritisch. Die kleine Gauder fĂŒr kleinere (bis mittlere) RĂ€ume und Finanzbudgets 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 29.07.2018, 14:54 Uhr
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