Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Wiener Lautsprecher Manufaktur Sissi


Kleine Elisabeth

Lautsprecher Stereo Wiener Lautsprecher Manufaktur Sissi im Test, Bild 1
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Jahrelang in der Kindheit und Jugend durch die vorweihnachtliche Tradition gestählt, keinen der Sissi-Filme mit Romy Schneider zu verpassen, kenne ich mich natürlich aus: „Sissi“ ist nichts weiter als die Verkleinerungsform von „Elisabeth“ – und die Sissi der Wiener Lautsprechermanufaktur ist das Gleiche: In den Dimensionen kleiner, in Sachen Technik jedoch auf Augenhöhe mit den großen Boxen von WLM

Um die Nomenklatur noch einmal zu beleuchten: WLM benennt alle Lautsprecher der neueren Serien nach Mitgliedern der (späten) Habsburger-Dynastie. Folgerichtig heißt das Referenzmodell Franz, die nächstkleinerer Box Elisabeth, dann folgen Rudolf und jetzt eben das kompakte Modell Sissi. Neben den Namen hat sich auch der Anspruch der Wiener Lautsprecher Manufaktur geändert: War man früher schon mit originellen und durchaus bezahlbaren Konstruktionen aufgefallen, wie den bekanntesten Modellen Diva und Stella, so ist die heutige Ausrichtung des Konstrukteurs Martin Schützenauer ganz klar nur noch den eigenen Ansprüchen unterworfen und nicht mehr dem Diktat einer knappen Kalkulation.

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Das mag unter Marketing-Gesichtspunkten nicht als weise erscheinen, führt aber dazu, dass die Kreationen von rein technischen Objekten hin zu einer Art künstlerischen Ausdrucks tendieren: Die Technik ordnet sich dem größeren Ziel unter. Wie dem auch sei: So, wie die größten Maler oder Musiker immer auch die besten Handwerker ihrer Zunft waren, so muss auch der Lautsprecher-Konstrukteur seine Technik beherrschen. Und wer meint, dass es in einer kompakteren Box schlichter zugeht als in einer großen Standbox, der sieht sich gleich einmal getäuscht: Die neue Sissi bietet statt weniger sogar einen Treiber mehr als die im letzten Jahr getestete Rudolf. Mit diesem gemeinsam hat sie den Grundriss, Teile der Chassis-Bestückung und – man höre und staune – das Gehäuseprinzip. Sie haben richtig gelesen: Trotz des deutlich kleineren Volumens ist die Sissi innen genauso aufgeteilt wie die großen Standboxen. Das bedeutet, dass die beiden Mitteltöner, die übrigens ausgemachte PA-Spezialisten sind, ein eigenes Volumen besitzen, das über einen seitlichen Kiemenschlitz sogar ventiliert wird. Dazwischen sitzt, wie gehabt, der vorzügliche 50-Millimeter- Konustreiber von Davis mit seinem großen Phaseplug und graphitbeschichteter Membran. Zusätzlich zum bewährten Hochtöner in der Mitte hat sich Martin Schützenauer noch etwas Besonderes ausgedacht: Ein durchaus breitbandig agierender Air-Motion-Transformer an der Oberseite der Box, der als Dipol gleichmäßig nach vorne und hinten abstrahlt und so die Raumakustik in die Übertragung einbezieht. An der Unter- und der Oberseite der Box sind zwei Tieftonspezialisten montiert, die den Bass an den Raum ankoppeln und die Schallenergie sehr gleichmäßig abgeben. Im Inneren sorgen wie bei Rudolf und Elisabeth aufwendig gefaltete Schallführungen für die Umlenkung des rückwärtigen Schalls, der dann hinten austritt. Wegen des einen Downfire-Tieftöners muss die Box auf einem speziellen Ständer mit Öffnung in der Standfläche stehen – dieser wird natürlich mitgeliefert und ist in Sachen Stabilität und Masse auch eine Klasse für sich. Der extrem aufwendige Gehäusebau mit dem nicht rechteckigen Grundriss und den ineinander verschachtelten inneren Teilern trägt neben der leistungsfähigen Aktivelektronik dazu bei, dass die Sissi 14.900 Euro kostet – viel Geld, angesichts des technischen Aufwands in Relation gar nicht mal so viel. Man kann sich natürlich vorstellen, dass die Verkleinerung des Gehäusevolumens und damit die Verkürzung der Schallführung auf Kosten des „natürlichen“ Tiefbasses gehen – folgerichtig muss Sissi im Tiefton elektronisch entzerrt werden. Da es sich bei den beiden Bässen um ausgemachte Spezialisten ihres Fachs handelt, stecken sie dies ohne mit der Wimper zu zucken weg – Vorführungen in 100 Quadratmeter großen Räumen hat Sissi schon zur großen Begeisterung ihres Publikums absolviert. Die aktive Elektronik beschränkt sich aber nicht nur auf den Bassbereich – nein, die ganze Box wird über die internen Verstärker versorgt, so dass man nur Quelle und Vorverstärker benötigt. Einen solchen stellt WLM übrigens selbst zur Verfügung – eine schmucke Angelegenheit mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten. Aber selbst mit einem einfachen Preamp hat man über das in die Sissi eingebaute Bedienfeld genügend Regelmöglichkeiten, den Schallwandler an den Hörraum anzupassen und sich – im Rahmen – seinen eigenen Sound einzustellen. Und das haben wir doch gleich einmal gemacht. Tatsächlich: Bei der Tieftonwiedergabe bracht sich Sissi nicht hinter ihren großen Brüdern und Schwestern zu verstecken – die Bässe reichen wirklich fast so weit hinab und überzeugen durch volle Dynamik. Im Mitteltonbereich sorgen die kleinen und kräftigen PA-Treiber mit ihren extrem leichten Membranen für glasklare Durchhörbarkeit ihres gesamten Spektrums – alle Instrumente eines klassischen Orchesters klingen absolut natürlich und rein. Dass das auch mit fast schon brachialen Pegeln immer noch sauber bleibt, ist bei der kompakten Box sensationell. Ebenso stabil wie die Grob- und Feindynamik ist die räumliche Abbildung, die die Präzision der uns schon bekannten WLM-Boxen mit der Luftigkeit und Atmosphäre verbindet, die der zusätzliche Hochtöner der Sissi verleiht – das hat ganz große Klasse! Durch die Abstimmungsmöglichkeit macht die Sissi ihrem Beinamen „Monitor“ alle Ehre: Auch wenn die Messungen suggerieren, dass die Box gesoundet sei, kann man sich mit einigen wenigen Handgriffen eine Klangbalance einstellen, die sehr linear wirkt und gleichzeitig aus allen Membranen die Freude an der Musik atmet. Und das gilt eben nicht nur für die schon erwähnte Klassik – obwohl es bei der Herkunft natürlich obligatorisch ist –, sondern ebenso für die weniger gepflegten Spielarten moderner und elektrisch massiv verstärkter Musik. Rockmusik mit brachialen Gitarrenbreitwänden macht genauso viel Spaß wie ultratiefe elektronische Beats. Eine spezielle Box, aber eben auch ein perfekter Allrounder!

Fazit

Und es geht noch ein bisschen kleiner: Aus einem ultrakompakten Gehäuse liefert die WLM Sissi nahezu die gleiche Leistung wie ihrer großen Geschwister – die leistungsfähige Aktiv-Elektronik macht es möglich.

Preis: um 14900 Euro

Wiener Lautsprecher Manufaktur Sissi

08/2017 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 14.900 Euro 
Vertrieb WLM, Wien 
Telefon +43 664 282 8792 
Email info@wlm-audio.com 
Internet www.wlm-audio.com 
Garantie 5 Jahre 
B x H x T 190 x 500 x 360 mm 
Gewicht: ca. 20 kg 
Unterm Strich... Das abgebildete Wasserfalldiagramm zeigt, wie schnell die WLM Sissi über das gesamte Spektrum praktisch resonanzfrei abklingt. Der leicht zerklüftete Hochtonfrequenzgang ist auf unsere Standardmessung in einem Meter Abstand vom unteren Hochtöner zurückzuführen – in einer normalen Hörsituation ist dieser Bereich ausgewogen. Die Belastbarkeit ist absolut überzeugend – die Klirrwerte sind auch bei einem Pegel von 95 Dezibel mustergültig. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 09.08.2017, 14:55 Uhr
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