Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Arendal 1723 Bookshelf S THX


Powersound aus Norwegen

Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 1
19004

Die Marke Arendal hat vor zwei Jahren aus dem Nichts heraus in unserer Redaktion mit ihren Lautsprechern für Begeisterung gesorgt. Nun geht ein Wunsch vieler Fans der Marke in Erfüllung: Den großartigen Kinosound wollen die Norweger auch mit einer deutlich kompakteren Lautsprecherserie ermöglichen. Wir testen die „kleinen“ 1723 S THX mit dem Subwoofer 1 als 5.1-System.

Wenn der Platz zu Hause oder im Heimkino keine großen Standlautsprecher zulässt, kommt schnell der Wunsch nach kompakteren Modellen auf, die sich leichter integrieren lassen. Doch gerade in einem Heimkino sollen diese kleinen Lautsprecher ebenfalls besten Klang bieten und zu großer Dynamik fähig sein. Da werden bei Herstellern schon einmal Kompromisse gemacht und auf den Katalogseiten vollmundig Leistungen angepriesen, die sich im harten Alltagseinsatz dann als Flunkerei herausstellen. Der norwegische Hersteller Arendal bietet nun mit den 1723 S eine Lautsprecherserie im „Regalformat“ an, die sich als Ergänzung zur 1723 Serie versteht oder mit denen sich ein eigenständiges System konfigurieren lässt.

Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 2Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 3Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 4Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 5Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 6Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 7Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 8Lautsprecher Surround Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test, Bild 9
Letzeres haben wir gemacht und zusammen mit dem Subwoofer 1 ein 5.1-System in unserem Heimkino aufgebaut. Die kompakten Lautsprecher sind qualitativ auf dem gleichen sehr hohen Niveau gefertigt und tragen die Gene und Technik der größeren Geschwister in sich. Tonal sind sie identisch abgestimmt und lassen sich somit innerhalb der Lautsprecherfamilie beliebig kombinieren.


Arendal 1723 S THX


Die Arendal-Ingenieure nahmen die Konstruktion der 1723-Serie unter die Lupe und entwickelten mit der neuen 1723 S THX eine deutlich kleinere, handlichere und auch preiswertere Variante der bereits bewährten 1723-Serie. Das „S“ im Produktnamen steht dabei lediglich für „Small“ im Sinne der Abmessungen, denn weder bei der Klangqualität noch bei der gigantischen Dynamik des THX-lizenzierten Sets wollten die Norweger Kompromisse eingehen. Abgesehen von der Größe der Gehäuse und den Membrandurchmessern der eingesetzten Tieftöner unterscheidet sich das „große“ 1723-Set vom „kleineren“ 1723 S nur beim maximalen Schalldruck in den untersten Frequenzlagen. Denn die Physik erfordert für hohe Pegel bei tiefen Frequenzen nun einmal große Gehäusevolumen und riesige Membranflächen. Mit seinen Abmessungen von 245 x 385 x 320 Millimetern (Breite x Höhe x Tiefe) ist der kleinste Arendal-Lautsprecher groß genug, dass der eingesetzte 6,5-Zoll-Treiber dynamisch aufspielen kann und dass auf der Front der gleiche Wellenleiter wie bei den großen Modellen Platz findet. Das Zweiwegesystem arbeitet in einem geschlossenen Gehäuse, das aus HDF (High Density Fiberboard) gefertigt ist und durch innere Versteifungen sehr solide und resonanzarm ausfällt. Das Frequenzweichendesign ist bei allen Modellen gleich: Hoch- und Tiefmitteltöner werden bei 1.500 Hertz mit Filtern 4. Ordnung (24 dB/Oktave Flankensteilheit) voneinander getrennt. Für eine dynamische Hochtonwiedergabe setzt Arendal die aus den 1723-Lautsprechern bekannten 28-mm-Seidenkalotten ein. Die stammen übrigens aus Krefeld vom renommierten Hersteller Dr. Kurt Müller und sind dort in der High-End-Kollektion zu finden. Zur Optimierung des Abstrahlverhaltens wird die Kalotte über einen großen Wellenleiter angekoppelt. Zudem wird dadurch der Wirkungsgrad erhöht und die niedrige Trennfrequenz ermöglicht. Sehr solide Bi- Wiring-Terminals auf der Rückseite der Lautsprecher, ausgerüstet mit massiven Metallbügeln als Brücken, versprechen besten Kontakt mit den Kabeln. Klemmen und Bügel sind aus Kupfer gefertigt und werden durch eine Rhodiumbeschichtung korrosionsbeständig und sehr leitfähig. Wahlweise sind die Arendal-Lautsprecher außer in der schwarzen Mattlackierung unserer Testmodelle auch in Hochglanz erhältlich, je nach Vorliebe in Schwarz oder Weiß. 

Arendal 1723 Subwoofer 1


Aktuell hat Arendal vier Subwoofermodelle im Portfolio. Wir haben zum Test das kleinste Modell, den Subwoofer 1, ausgewählt. So richtig „klein“ ist der Subwoofer 1 allerdings nicht, denn immerhin musste ein gigantischer Tieftontreiber mit 300-Millimeter-Membran sowie ein monströses Endstufenmodul im Gehäuse Platz finden. Trotzdem ist das etwa 34 x 50 x 45 Zentimeter messende Gehäuse noch recht handlich und lässt sich in den meisten Räumen sicher problemlos platzieren. Satte 24,5 Kilogramm bringt der 1723 Subwoofer 1 auf die Waage, denn sein geschlossenes Gehäuse ist extrem solide und absolut resonanzfrei gefertigt, auch der massive Magnetantrieb des Treibers ist nicht von schlechten Eltern. Den Treiber lässt Arendal übrigens nach eigenen Spezifikationen exklusiv fertigen, denn nur so konnten eine extreme Belastbarkeit, gigantischer Hub bei niedrigen Verzerrungen und optimale Treiber-Parameter sichergestellt werden. Die 300 Millimeter messende Membran dieses „Monster-Treibers“ besteht aus einem Zellstoff- Glasfaser-Verbund und ist daher stabil und leicht bei gleichzeitig hoher innerer Dämpfung. Das im 1723 Subwoofer 1 eingesetzte Aktivmodul bietet mit einer 500 Watt (RMS) starken Digitalendstufe ausreichend Reserven für immense Dynamik, auch sorgt ein eingebauter DSP für den optimalen Frequenzgang und erledigt zudem die üblichen Filter-, Phasen- und Equalizer-Einstellungen. Zwei Presets hat der Subwoofer 1 an Bord: Während EQ1 für maximalen Tiefgang im Heimkino sorgt, geht die Stellung EQ2 etwas gebremster im Subbass unter 40 Hertz und etwas präziser zur Sache – ideal in kleineren Hörräumen oder bei reinen Stereosetups. Das geschlossene Gehäuse des Subwoofer 1 sorgt übrigens schon rein konstruktiv für eine sehr präzise und trockene Tieftonwiedergabe, denn gegenüber Bassreflexkonstruktionen haben geschlossene Systeme meistens die Nase in Sachen Impulsantwort vorn. Den systembedingten Abfall zu tiefen Frequenzen der geschlossenen Systeme gleicht der DSP diskret wieder aus. Beim Bedien- und Anschlusskomfort beschränkt sich der Arendal 1723 Subwoofer 1 auf Cinch- und XLR-Buchsen sowie auf die üblichen Regler für Volume, Trennfrequenz und Phase, eine Fernbedienung gibt es leider nicht.

Labor


Die kompakten Arendal 1723 S THX agieren im Messlabor prächtig und glänzen mit ihrem sehr guten Abstrahlverhalten. Auf Achse und unter 15 Grad betrachtet sind die Amplitudengänge nahezu auf einer Linie. Und auch 30 Grad abseits der Hauptachse fällt der Pegel nur minimal ab. Als Centerlautsprecher ist der 1723 S THX liegenden Centern in D’Appolito-Bauweise haushoch überlegen. Unter 120 Hertz setzt der Amplitudengang sanft zum Sinkflug an. Das Wasserfalldiagramm zeigt keinerlei Auffälligkeiten und begeistert mit schnellstem Ausschwingen. Mit seiner beachtlich tiefen Grenzfrequenz von 20 Hertz (EQ 1) punktet der 1723 Subwoofer 1 im Messlabor. Etwas weniger tief, bis etwa 35 Hertz hinab, reicht der Messschrieb in Stellung EQ 2. Diese Einstellung bietet sich für kleinere Räume oder eine wandnahe Aufstellung des Subwoofers an. Minimal überhöht ist in beiden EQ-Einstellungen der Bereich um 45 Hertz. Fordert man den Arendal 1723 Subwoofer 1 zu höheren Pegeln heraus, liefert er klaglos und wie aus dem Ärmel geschüttelt brachiale Bassgewalt bis 110 dB. Erst bei Extremlautstärken über 110 dB lassen sich Kompressionserscheinungen im Tiefbass ausmachen, allerdings dürften schon lange vor Erreichen dieser Grenzen die Doppelhausnachbarn Sturm laufen.

In der Praxis


Als Stereolautsprecher ohne Unterstützung des Subwoofers müssen sich die kompakten Arendal 1723 S THX zuerst beweisen. Das gelingt ihnen mit einer lebendigen und hochpräzisen Wiedergabe sehr gut, wobei die Bässe prinzipbedingt (geschlossenes Gehäuse) und der freien Aufstellung geschuldet keine Bäume ausreißen. Dennoch klingen die Lautsprecher in unserem großen Referenz-Testkino auch als Solisten ausreichend kraftvoll. Zudem punkten sie mit ihrer großartigen räumlichen Abbildung und der sehr detaillierten Spielweise. Mit zugeschaltetem Subwoofer werden die kompakten Lautsprecher zu wahren Giganten. Jetzt gibt es Druck ohne Ende, scheinbar grenzenlosen Tiefgang und sogar die räumliche Abbildung scheint sich zu erweitern. Das alles gelingt, ohne dass sich der geschlossene Subwoofer heraushören lässt – das 2.1-System verschmilzt, wie es im Idealfall sein soll, zu einer akustischen Einheit. An einem hochwertigen AV-Receiver lauschen wir dann dem kompletten 5.1-Ensemble, das sich sogleich durch sein wunderbar homogenes Klangbild und die räumlich perfekte Staffelung zu erkennen gibt. Die sechs Lautsprecher spielen sehr gefühlvoll oder legen los wie der Teufel – ganz nach Lust und Laune ihrer Besitzer. In unserem Testraum erledigen sie ihren anspruchsvollen Job herausragend gut und begeistern mit ihrem fein aufgelösten Klang, den hervorragend herausgearbeiteten Details und der plastischen Effektdarstellung. Punktgenau und mit perfektem Timing werden die Ereignisse auf der Leinwand vertont, das hat große Klasse. Obwohl das Arendal-5.1-Set sehr neutral agiert, klingen sie niemals langweilig oder gebremst. Sie besitzen enormen Drive und können bei Bedarf eine ungeheure Dynamik entfesseln – großartig. Dank ihrer exzellenten Abstimmung und Homogenität eignen sich die Arendal-Bookshelf Lautsprecher für die Musik- wie Filmwiedergabe gleichermaßen perfekt.

Fazit

Das 5.1-System von Arendal begeistert in unserem Test mit hervorragender Musikalität und trotz des kompakten Formats mit hochdynamischen Fähigkeiten. Wir können Ihnen das Set aus fünf 1723 S THX und dem Subwoofer 1 nur wärmstens empfehlen. Mit einem Wort: grandios!

Preis: um 4150 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Lautsprecher Surround

Arendal 1723 Bookshelf S THX

Referenzklasse

5.0 von 5 Sternen

01/2020 - Jochen Schmitt

Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Setpreis um 4.150 Euro 
Einzelpreis Front / Center 650/650 
Einzelpreis Rear / Subwoofer 650/900 
Garantie 10 Jahre Lautsprecher, 5 Jahre Elektronik 
Vertrieb L-Sound EU, Niederaula 
Telefon +47 4000 2188 
Internet www.arendalsound.de 
Ausstattung
Ausführung Schwarz-Hochglanz, Weiß-Hochglanz, Schwarz-Matt, Weiß-Matt 
Subwoofer: 1723 Subwoofer 1 
Abmessungen (B x H x T) 335/480/450 
Gewicht in Kg 24.5 
Leistung (max.) laut Hersteller in Watt 500 Watt RMS 
Membrandurchmesser (in mm) 1 x 350 / 300 mm 
Bauart geschlossen 
Pegelregler stufenlos 
Phasenregelung 0°-180° 
Trennfrequenz 40- 160 Hz 
Hochpegel Eingang/Ausgang – / – 
Niederpegel Eingang/Ausgang 2 x Line (LFE) 1 x XLR / 1 x Direct-out (XLR) 
Frontlautsprecher: 1723 Bookshelf S THX 
Abmessung (B x H x T) 245/385/320 
Gewicht (in Kg) 14.5 
Anschluss Bi-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 1 x 160 / 130 mm 
Hochton (in mm) 1 x 28-mm-Kalotte + Waveguide 
Bauart geschlossen 
Rearlautsprecher: 1723 Bookshelf S THX 
Abmessungen (B x H x T) 245/385/320 
Gewicht (in Kg) 14.5 
Anschluss Bi-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 1 x 160 / 130 mm 
Hochton (in mm) 1 x 28-mm-Kalotte + Waveguide 
Bauart geschlossen 
Centerlautsprecher: 1723 Bookshelf S THX 
Abmessungen (in mm) (B x H x T) 245/385/320 
Gewicht (in Kg) 24.5 
Anschluss Bi-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 1 x 160 / 130 mm 
Hochton (in mm) 1 x 28-mm-Kalotte + Waveguide 
Bauart geschlossen / Sidefire 
Preis/Leistung hervorragend 
+ hervorragender Klang 
+ sehr pegelfest 
+ enorm druckvoller Subwoofer 
Klasse: Referenzklasse 
Testurteil: überragend 
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Jochen Schmitt
Autor Jochen Schmitt
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Datum 08.01.2020, 14:56 Uhr
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