Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie


Ihr Wunsch ist uns Befehl

Lautsprecher Surround B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie im Test, Bild 1
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Selten erlebten wir eine solche Reaktion wie nach dem Test der B&W-CM9-Serie in HEIMKINO 1/2012. Wegen des daraus resultierenden großen Interesses und der vielen Fragen nach weiteren Produkten dieser Serie mussten wir einfach ein weiteres Setup dieser Linie zum Test bitten.

Damit wir die Modellpalette möglichst vollständig getestet haben, entscheide ich mich diesmal für die zweitgrößte Standbox der Linie, die CM8. Um ein Pärchen CM1, den CM Centre und den einzigen Sub der Serie, den ASW10CM, erweitert, stelle ich ein weiteres 5.1-Paket zusammen, mit dem nun tatsächlich alle Mitglieder der CM-Family unseren Testparcours durchlaufen haben.

Hochglanzkleid



Man(n) kann einfach nicht an den Boxen der CM-Linie vorbeigehen, ohne sie berührt zu haben. Das war schon im ersten Test so und fällt auch jetzt wieder auf, wenn ein Kollege unser Testkino betritt und seine Hand unwillkürlich über den mehrschichtig aufgetragenen Hochglanzlack gleiten lässt.

Lautsprecher Surround B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie im Test, Bild 2Lautsprecher Surround B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie im Test, Bild 3Lautsprecher Surround B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie im Test, Bild 4Lautsprecher Surround B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie im Test, Bild 5
Nach der Ertastung und einem wohlwollenden Kopfnicken folgt zumeist der genaue Blick auf die Lackqualität. Wie schon im letzten Artikel beschrieben, finden selbst kritische Augen hier eine absolut wellenfreie Lackschicht sowie durchgängig nahtlose Übergänge an den spitzen Gehäusekanten. Das habe ich allerdings nicht anders erwartet, ist die britische Lautsprecherschmiede doch seit Jahr und Tag für akribische Feinarbeit und perfekte Gehäusequalität bekannt.

Treibertechnik



Ist der Korpus kontrolliert, widmen sich die Kollegen (ebenso wie ich) in der Regel dem Chassis-Array. Wie in fast allen Modellreihen setzt das Ingenieurteam aus Worthing auch hier auf Hochtontreiber mit Alumembran, die ihren Platz in jedem CM-Modell oberhalb ihrer Mitspieler finden. Auch wenn es nicht gleich erkennbar ist, handelt es sich hier um Röhrentechnologie aus B&Ws legendärer Nautilus-Serie. Dieser Aufbau hat laut Hersteller den Vorteil, dass die Schallabstrahlung der Kalottenrückseite in ein röhrenförmiges und konisch zulaufendes Ende geleitet wird, während sich der „gute“ Klang nach vorn frei entfaltet und ein dreidimensionales Klangbild entstehen lässt. In der CM1 ebenso wie im CM Centre ist der Tweeter um eine beziehungsweise zwei Mitteltieftoneinheiten ergänzt, die sich anhand ihrer gelben Kevlarmembran zu erkennen geben. Ein Material, das für die Briten seit nunmehr 38 Jahren zu einem echten Markenzeichen geworden ist und dessen Eigenschaften inzwischen legendär sind. So wird es beispielsweise aufgrund seiner enormen Festigkeit bei gleichzeitig extrem geringem Eigengewicht als Hauptmaterial in schusssicheren Westen genutzt. In Schwingsystemen eingesetzt, sind ein enormer Gewinn an Impulsstärke und Präzision sowie die deutliche Reduktion stehender Wellen und somit eine wesentlich verzerrungsärmere und sauberere Wiedergabe das erzielte Ergebnis. Optisch ähnlich, also ebenfalls mit gelber Kevlarmembran bestückt, allerdings in technisch nochmals überarbeiteter Form, gibt sich die reine Mitteltoneinheit der Standbox CM8 zu erkennen. Während die gewebte Membranstruktur identische Ziele in der Klangreproduktion verfolgt, verzichtet B&W hier auf die übliche Gummisicke und setzt stattdessen auf einen geschäumten Ring, der Membranrand und Korb miteinander verbindet und klangschädigende Biegewellen absorbieren soll. Zu guter Letzt kommen wir zu den beiden Tiefbasstreibern, die im unteren Gehäuseabteil einer jeden CM8 residieren. Wie alle anderen Schwingsysteme dieser Serie erfreuen sich auch die Tieftonchassis einer schicken Aluminiumeinfassung, die die hohe Wertanmutung dieser Serie nochmals unterstreicht. In Sachen Technik setzt B&W hier ebenfalls auf Altbewährtes und spendierte seinen Basstreibern ein Membrangemisch aus Papier und Kevlar. Das ist sinnvoll, denn so setzt man auf eine hoch belastbare Schwingeinheit, die zugleich nahezu federleicht ist und dem Ideal des masselosen Treibers sehr nahe kommt.

Subwoofer



Die soeben beschriebene Konstruktion hat sich seit Jahren sehr gut bewährt. Diese Tatsache ist der beste Grund für B&W, auch den zu unserem Testpaket gehörenden Subwoofer mit der Bezeichnung ASW10CM mit einem Chassis dieser Güte zu bestücken. Hier hat es einen Durchmesser von 250 Millimetern und sitzt in der Front des ebenfalls hochglanzlackierten Basswürfels. Rückseitig finde ich das sehr üppig bestückte Aktivmodul, das neben reichlich Hoch- und Niederpegelanschlüssen auch einige pfiffige Einstellfeatures aufweist. So ist der ASW10CM mit zwei Lautstärkereglern ausgestattet, von denen der mit „Speaker“ gekennzeichnete der Pegelanhebung und -absenkung via Hochpegeleingang dient. Ist der Sub mittels Niederpegeleingang (Cinch) verbunden, wird die Lautstärkejustage über den „Volume Line“-Regler durchgeführt. Des Weiteren bietet B&W an diesem Modell die Möglichkeit, das Tiefpassfilter ein- oder auszuschalten. Ist „OUT“ gewählt, übernimmt der eingebundene AV-Receiver das Bassmanagement, während die Kontrolle über die Filterung in Variante „IN“ vom Subwoofer selbst übernommen wird. Und während die Einstellungsmöglichkeiten bei den meisten Mitbewerbern hier enden, stellt Bowers & Wilkins darüber hinaus noch ein paar weitere Justagemöglichkeiten zu Verfügung. So verbergen sich hinter dem Schalter „Equalizer A/B“ zwei Presets, die auf verschiedene Positionen im Raum voreingestellt wurden. So empfiehlt B&W Stellung „A“, wenn der Sub nahe an einer Wand oder in der Raumecke positioniert wurde, und „B“ bei freier Aufstellung. Bleibt noch die dreistufige „Bass Extension“ des Woofers zu erwähnen, die unter Position „A“ ihre größte Basserweiterung findet und am tiefsten hinunterspielt. Unter „B“ wird eine mittlere Basserweiterung erzeugt und unter „C“ die größten Pegelreserven bereitgestellt.

Praxistest



Nach der ausgiebigen Musterung und der üblichen Einspielphase geht es für unser 5.1-Set auf die große Bühne. Lampenfieber? Ganz im Gegenteil, denn auf Anhieb spielt das (im Licht unseres Heimkinos glänzende) Sextett mit einer ausgeprägten Homogenität, an der sich viele andere Mehrkanalpakete ein Beispiel nehmen können. Nach wenigen Augenblicken schwimme ich geradezu in einem Klangmeer, das mir das CM-Setup mit „Lichtmond“ kredenzt. Doch da ist noch viel mehr, denn neben der feinen Auflösung und den facettenreich dargestellten Klangfarben begeistert das B&W-Paket auch durch seine Dynamik und unglaublichen Detailreichtum. Dies nicht nur in der sphärischen Musikwiedergabe, sondern erst recht in der mehrkanaligen Filmtonreproduktion, die ich mittlerweile mit dem Tresordiebstahl in „Fast & Furious 5“ genieße. Und ich kann versichern, diese Passage hat Potenzial wie kaum eine andere, was genau das richtige Futter für B&Ws Sextett zu sein scheint. Sämtliche ihm übertragenen Signalanteile werden perfekt in alle Einzelheiten zerlegt und in eine detaillierte, fein gestaffelte, niemals zu „dicke“ Surroundkulisse verwandelt, die jede Menge Spaß erzeugt und mir ein Bassgewitter bereitet, in dem keinerlei Einzelheit verloren geht. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn neben der ausgewogenen Bühnenabbildung fällt die straffe und punktgenaue Grundtonreproduktion auf, die das Herz eines jeden Kinofans und natürlich auch meins höher schlagen lässt. So kommt es, dass ich zwischenzeitlich so sehr in die Handlung vertieft bin, dass ich mich nur schwer aus der Spannung lösen kann, in die mich die Audiokulisse unweigerlich gezogen hat. Und da das Testset seine Tonalität und Abbildungsgenauigkeit selbst unter höchstem Pegel hält, kann eine Heimkinoperformance für mich spannungsgeladener, besser und mitreißender kaum sein. Eine Tatsache, die mich dazu veranlasst, einige weitere Soundchecks mit „The Dark Knight“, „Avatar“ und „Tron: Legacy“ durchzuführen, in denen das CM-Set ebenso eindrucksvoll beweist, dass es zu den absoluten Topsystemen seiner Klasse gehört. Besondere Erwähnung muss noch der Subwoofer finden, dessen clevere Ausstattung die perfekte Anpassung an seine Mitspieler und den Raum gewährleistet. Zu guter Letzt geht es dann noch in den Stereotest, in welchem die Standbox CM8 ihre musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellen soll. Mit der makellosen und spielfreudigen Reproduktion des Daft-Punk-Klassikers „Something about us“ (der viele andere Lautsprecher vor Probleme stellt) nimmt die hübsche Drei-Wege-Box auch diese Hürde und beweist, dass sie sowohl im Mehr- als auch im Zweikanaleinsatz zu den besten Schallwandlern ihrer Klasse gehört.

Fazit

B&W gehört zu den weltweit angesehensten Herstellern im Lautsprecher-Business und hat dies auf unserem Testparcours einmal mehr eindrucksvoll bewiesen. Dieses 5.1-System bringt das Thema Heimkino einfach auf den Punkt und beweist zudem ganz nebenbei, dass es auch in der zwei- und mehrkanaligen Musikwiedergabe zu den Besten seines Faches zählt. Perfektioniert wird dieses hervorragend klingende Setup durch seine exzellente Verarbeitungs- und Materialqualität, die in ihrer Klasse ihresgleichen sucht.

Kategorie: Lautsprecher Surround

Produkt: B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie

Preis: um 4600 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


4/2012
5.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse
B&W Bowers & Wilkins CM8-Serie

Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Einzelpreis Hauptlautsprecher 900 
Einzelpreis Center 630 
Einzelpreis Rearspeaker 420 
Einzelpreis Subwoofer (in Euro) 1350 
Garantie 10/3 Jahre (LS/Sub) 
Vertrieb B&W, Halle/Westfalen 
Telefon 05201/87170 
Internet www.bowers-wilkins.de 
Ausstattung
Ausführungen schwarz, weiß, wenge, rosenholz 
Abmessungen (B / H / T in mm):
Frontlautsprecher 165/960/252 
Center 480/167/255 
Rearspeaker 165/280/276 
Subwoofer 325/325/325 
Subwoofer ASW10CM 
Gewicht 15.5 
Leistung laut Hersteller (in Watt) 500 
Nenndurchmesser / Membrandurchm. (in mm) 250 
Bauart geschlossen 
Prinzip Frontfire 
Pegel Regler 
Trennfrequenz Regler (30 - 120 Hz) 
Phasenregulierung Schalter (0/180°) 
Hochpegel Eingang / Ausgang Schraubklemmen (2/0) 
Niederpegel Eingang / Ausgang Cinch (2/0) 
Frontlautsprecher CM8 
Gewicht (in kg) 19.5 
Anschluss Bi-Wire 
Tiefton Nenndurchm. / Membrandurchm. (in mm) 2 x 130 
Mittelton Nenndurchm. / Membrandurchm. (in mm) 130 
Hochton (in mm) 25 
Bauart Bassreflex 
Rearlautsprecher CM1 
Gewicht (in kg) 6.7 
Anschluss Bi-Wire 
Tiefton Nenndurchm. / Membrandurchm. (in mm) 130 
Mittelton Nenndurchm. / Membrandurchm. (in mm)
Hochton (in mm) 25 
Bauart Bassreflex 
Centerlautsprecher CM Centre 
Gewicht (in kg) 11.5 
Anschluss Bi-Wire 
Tiefton Nenndurchm. / Membrandurchm. (in mm) 2 x 130 
Mittelton Nenndurchm. / Membrandurchm. (in mm)
Hochton (in mm) 25 
Bauart Bassreflex 
empfohlene Raumgröße
Preis/Leistung hervorragend 
+ exzellente Verarbeitung 
+ hervorragendes Surroundfeld 
+ leistungsstarker Subwoofer 
Klasse Spitzenlasse 
Testurteil überragend 
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Roman Maier
Autor Roman Maier
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Datum 17.04.2012, 12:55 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
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