Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Nubert WS-12


Kompakt & flexibel

Lautsprecher Surround Nubert WS-12 im Test, Bild 1
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Lautsprecher müssen Volumen haben, um eine ordentliche Performance abzuliefern, lautet die weitläufige Meinung. Dass aber auch kompakte Lautsprecher in der Lage sind, voluminösen Kinosound zu reproduzieren, beweist der schwäbische Boxenhersteller Nubert mit seinen neuen WS-12-Flachlautsprechern.

Seit Jahren vollzieht sich ein optischer Wandel in deutschen und europäischen Wohnzimmern. Aus den Medienräumen werden mehr und mehr durchdesignete Stilzimmer, die den Bewohnern Komfort und vor allem Platz bringen sollen. So wird der Flat-TV an der Wand montiert, ein Laptop ersetzt den PC, und die klobigen HiFi- und Heimkino-Bausteine müssen der Slimline-Anlage weichen. Aber wie kriegt man ein klangstarkes 5.1-Lautsprechersystem unsichtbar im nun schick gestylten Wohnzimmer unter? Genau für diesen Einsatzzweck hat sich die schwäbische Boxenschmiede Nubert etwas Spezielles einfallen lassen, auf das die HEIMKINO- Redaktion besonders gespannt war.

WS-12

... nennt sich der weiße Hauptakteur dieses Sextetts, der in diesem Set gleich fünfmal vorhanden ist.

Lautsprecher Surround Nubert WS-12 im Test, Bild 2Lautsprecher Surround Nubert WS-12 im Test, Bild 3Lautsprecher Surround Nubert WS-12 im Test, Bild 4Lautsprecher Surround Nubert WS-12 im Test, Bild 5Lautsprecher Surround Nubert WS-12 im Test, Bild 6
WS steht dabei für Wall-Speaker, was den hauptsächlichen Einsatzzweck bereits verrät. Aufgrund seiner geringen Bautiefe von lediglich elf Zentimetern eignet sich dieser Lautsprecher vorzüglich für die On- oder In-Wall-Installation und empfiehlt sich so als ideale Ergänzung zu modernen Flachfernsehern im Wohnraum. In der mit 15 Zentimetern sehr schmalen Schallwand sitzt das perfekt aufeinander abgestimmte Zwei-Wege- System in D`Appolito-Anordnung. Hier nehmen die beiden in verwindungssteifen Druckgusskörben sitzenden Polypropylen-Chassis den neu entwickelten, 19 Millimeter messenden Hochtöner in die Mitte, was den Lautsprecher nahezu überall einsetzbar macht. Entgegen seinem Vorgänger, dem WS-10, wartet der WS-12 mit einem 19 statt 25 Millimeter messenden Tweeter auf, der dank intensiver Feinabstimmung die Vorteile 25er-Kalotte wie Wirkungsgrad und Belastbarkeit genießt. Kombiniert mit der überragenden Abstrahlcharakteristik einer kleineren Kalotte haben die Schwaben hier ein absolutes Highlight geschaffen, welches demnächst auch in anderen Nubert-Schallwandlern zu erwarten sein dürfte. Kommen wir zur Rückseite, denn hier befindet sich das ins Gehäuse eingelassene Anschlussmodul, welches neben den beiden massiven Schraubklemmen auch noch zwei Kippschalter beherbergt. Und auch hier hat sich Chefentwikkler Günther Nubert etwas ganz Besonderes ausgedacht, denn zum einen kann hier die bewährte Hochtonanpassung vorgenommen werden, die nach Raumbedämpfung und persönlicher Vorliebe die Wahl zwischen „brillanter“ oder „normaler“ Hochtonwiedergabe ermöglicht. Schaut man sich die geringe Baugröße der WS-12 sowie die attraktive Preisgestaltung von gerade einmal 250 Euro pro Stück an, ist dies für sich schon ein echtes Highlight, aber es kommt noch besser: So kann über den zweiten Schalter zwischen zwei Einsatzmöglichkeiten (Wand- und Rauminstallation) gewählt werden. Dies ist nicht ganz einfach zu realisieren, denn ein an der Wand montierter Schallwandler klingt deutlich satter als eine frei aufgestellte Box. Um die aus dem Aufstellungsort resultierenden Klangunterschiede auf das vom Entwickler gewollte Niveau zu bringen, bestückte dieser jede WS-Box kurzerhand mit zwei Frequenzweichen, zwischen denen je nach Stellung des zweiten Kippschalters gewählt werden kann. Extrem praktisch ist auch die integrierte Aufhängevorrichtung, mit der sich die WS-12 senkrecht an der Wand montieren lässt. Mit dem optional erhältlichen und formschön gehaltenen WH-10 ist allerdings auch eine horizontale und/oder angewinkelte Wandanbringung möglich.

AW-560

... heißt der uns aus früheren Tests bereits bestens bekannte Subwoofer, der das schlanke WS-12- Quintett unterstützt. Das gerade einmal 37 Liter fassende Gehäuse ist trotz seiner geringen Baugröße bestens bestückt. So findet sich im Innern des Bassmeisters eine 235 Watt starke Endstufe, die den in der Front befindlichen, 200 Millimeter durchmessenden und mit einer beschichteten Papiermembran bestückten Tieftöner antreibt. Zu den technischen Besonderheiten dieses Chassis gehört die zweite Zentrierspinne, die auch unter schwierigsten Bedingungen Garant für eine taumelfreie, kontrollierte Führung des Schwingsystems ist und dadurch eine saubere Basswiedergabe ermöglicht. Die komplette magnetische Abschirmung des AW-560 und die zwischen 40 und 150 Hertz stufenlos einstellbare Übernahmefrequenz ermöglicht die perfekte Anpassung an Raum und mitspielendes Lautsprechersystem.

Klang

„Fluch der Karibik 3“ soll zeigen, wie sich das wandnah installierte Sextett in unserem Testkino macht. Und es dauert auch nicht lange, bis das 5.1-Set seine Fähigkeiten beweisen kann, denn bereits nach wenigen Minuten geht es mit der wüsten Schießerei in Sao Fengs Unterschlupf in Singapur so richtig zur Sache. Hier zeigen sich gerade im Mittel- wie Hochtonbereich die Stärken der WS-12, die durch ihre ungemein saubere Auflösung in der tumultartigen Auseinandersetzung auffallen. Fünf identische Lautsprecher zu nutzen, zahlt sich eben aus, wie uns in der extrem homogenen Darstellung des gesamten Sets deutlich gemacht wird. Ähnliches erleben wir im Endkampf in „Spider-Man 3“ in dem wir uns speziell den Surroundeigenschaften des Sets widmen wollen. In der Szene, in der die Spinne gegen den Sandmann kämpft, kann zunächst der AW-560 zeigen, was in ihm steckt, und das gelingt ihm trotz des geringen Volumens exzellent. Gerade in der Darstellung tieffrequenter Klanganteile, von denen es in dieser Szene nur so wimmelt, spielt dieser wie ein „Großer“ und überzeugt vor allem durch seine unverzerrte, impulsstarke und mit Nachdruck dargestellte Basswiedergabe. Des Weiteren zeichnet sich das Nubert-Ensemble durch eine atemberaubende Effektdarstellung aus, die die Testredaktion diesem Kampf bis zum Ende miterleben ließ.

Labor

Zunächst einmal fällt uns der für eine Kompaktbox ausgesprochen ausgeglichene Amplitudengang der WS-12 auf. Bis auf die kleine Senke bei drei Kilohertz, die nichts mit der Übernahme zwischen Tiefmittel- und Hochtöner zu tun hat, sondern durch die Kantendispersion des Hochtöners erzeugt wird, verhält sich der schwäbische Flachlautsprecher hier nahezu über den gesamten Messbereich extrem linear. Dass sich das Nubert-Set speziell für den Heimkinoeinsatz eignet, beweist sich in der ebenfalls vollzogenen Winkelmessung, die die WS-12 mit hervorragenden Ergebnissen beendet. Ein Verdienst, der vor allem dem neuen Hochtöner zu verdanken ist, der die Vorteile einer 25er Kalotte mit den überlegenen Abstrahleigenschaften eines 19er-Hochtöners verbindet.

Fazit

Mit der Markteinführung der optimal in Wohnräumen zu installierenden WS-12-Klangstreifen dürften die schwäbischen Boxenbauer gerade Heimkinofreunde glücklich gemacht haben, die nicht über den Luxus eines separaten Vorführraumes verfügen. Gleichzeitig hat das Nubert-Team bewiesen, dass ein klangstarkes Mehrkanalsystem nicht unbedingt aus riesigen Kisten bestehen muss, die das Wohnzimmer in ein Boxenlager verwandeln. Ein weiteres schlagendes Argument für den Kauf eines solchen Systems ist der sehr günstige Gesamtpreis von gerade einmal 1.756 Euro. Unter Berücksichtigung der rundum überzeugenden Klangperformance, der sinnvollen und innovativen Ausstattung sowie der hervorragenden Verarbeitung ein echtes Schnäppchen!

Preis: um 1756 Euro

Lautsprecher Surround

Nubert WS-12

Oberklasse


09/2009 - Roman Maier

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Roman Maier
Autor Roman Maier
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Datum 08.09.2009, 10:38 Uhr
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