Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Q Acoustics Concept 40-Set


Stilsicher

Lautsprecher Surround Q Acoustics Concept 40-Set im Test, Bild 1
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Oftmals ist es sehr schwierig ein Mehrkanalsystem im Wohnzimmer aufzubauen, wenn wenig Stellfläche vorhanden ist. Wenn dann noch der Anspruch nach einem optisch unauffälligen System mit überzeugenden Klangeigenschaften bei Musik und Film hinzukommt, ist guter Rat gefragt. Wir testen ein 5.0-Set des britischen Herstellers Q Acoustics rund um den Standlautsprecher Concept 40.

Schlank und rank sind die Lautsprecher aus unserem Test, zudem gefallen sie durch ihre außerordentlich hübschen Proportionen und der makellosen Gehäusequalität. Das 5.0-Mehrkanalset besteht aus den knapp unter einem Meter hohen und gerade einmal 170 mm breiten Standlautsprechern Concept 40, den kompakten Modellen Concept 20 für hinten und dem dazu passenden Center Concept Centre in liegender Bauweise. Die in Hochglanz schwarz und weiß erhältlichen Lautsprecher bieten sich, wie eingangs bereits erwähnt, für all diejenigen an, die mit Platzproblemen zu kämpfen haben, aber dennoch auf ein Paar Standlautsprecher nicht verzichten wollen um ohne klangliche Einbußen Musik hören zu können.

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Wenn diese vernünftig konzipiert sind, und wir gehen davon aus, dass es die Concept 40 sind, reicht in kleinen Hörräumen der Tiefgang im Bass in aller Regel aus. Nur bei sehr dynamischen Passagen oder bei Filmen mit extremem Tiefgang, wird ein externer Subwoofer vermisst. 

Q Acoustics Concept 40


Bei dem Standlautsprecher unseres Testsystems handelt es sich um eine Zweiwege-Bassreflexbox, die einige konstruktive Finessen aufweist, die bei vielen Lautsprechern gleicher Preisklasse nicht üblich sind. Wohl wichtigstes Merkmal der Concept-Reihe ist das doppelwandig aufgebaute Gehäuse, das klangschädigende Resonanzen effektiv ausbremsen soll. Q Acoustics nennt diese Bauweise „Gelcore-Construction“ und wie der Name schon vermuten lässt, arbeiten die Briten mit einer gelartigen Schicht, die zwei Holzplatten dauerelastisch miteinander verbindet. Durch die Verbundbauweise soll kinetische Energie, die im Inneren der Gehäuse durch die Arbeit der Lautsprecherchassis entsteht, in Wärme gewandelt und somit eliminiert werden. Der resonanzarme „Gehäuse-im-Gehäuse-Aufbau“ ist sehr stabil und bietet dadurch ideale Arbeitsbedingungen für die eingesetzten Treiber. Zwei Tiefmitteltöner mit 125-mm-Nennmaß zeichnen für die Wiedergabe ab 50 Hertz bis zu 2.300 Hertz verantwortlich. Darüber übernimmt eine 25-mm-Kalotte das Ruder. Die Chassis werden von einer passgenauen, rechteckigen Aluminiumblende an die Schallwand angepresst. Dazwischen sorgt eine Schicht Butylkautschuk für Ruhe. Das Hochtonchassis wird zusätzlich in einer dämpfenden Schicht eingebaut um die letzten verbliebenen Resonanzen auszumerzen.  Für einen stabilen Stand der schlanken Standlautsprecher sorgt eine Sockeltraverse aus Glas, mit höhenjustierbaren Metallspikes. Bei Bedarf schonen beiliegende Gummi-Überzieher empfindliche Untergründe wie Parkett- oder Laminatböden.  

Q Acoustics Concept 20


Die Kompaktlautsprecher Concept 20 sind wie die großen Geschwister mit der identischen Gehäuse- und Chassis-Technologie aufgebaut. Allerdings kommt im 170 mm breiten und 265 mm hohen Lautsprecher nur ein 125-mm-Treiber mit 100-mm-Membrandurchmesser zum Einsatz. Die Zweiwege-Box setzt ebenfalls auf die bassfördernde Wirkung eines Bassreflexrohrs, das auf Höhe des Hochtöners in der Rückseite des Gehäuses verbaut ist. Darunter sind die Anschlussterminals in Biwiring-Ausführung zu entdecken. Grundsätzlich sind die Terminals vorbildlich solide aufgebaut, doch die dicken Drahtbrücken haben sich als kleine Hindernisse für Bananenstecker herausgestellt. Diese halten nicht sicher, so dass sich für die Terminals eher Kabelschuhe empfehlen. Sind die Brücken entfernt, beim Bi-Amping- oder Bi-Wiring-Betrieb, ist diese Kritik als gegenstandslos zu betrachten, da dann Bananenstecker ausreichend Tiefgang vorfinden. 

Q Acoustics Concept Centre


Der Center unseres 5.0-Testsystems ist für den liegenden Betrieb vorgesehen. Um das Abstrahlverhalten zu verbessern, sitzt der Hochtöner weit oben mittig zwischen den beiden Tiefmitteltönern. Mit 100-mm-Nennmaß fallen die Treiber etwas kleiner als bei Concept 20 und Concept 40 aus. Die untere Grenzfrequenz der Zweiwege-Bassreflexkonstruktion liegt bei rund 65 Hertz. Bei wandnahem Einsatz können die rückseitigen Bassreflexrohre mit den beiliegenden Schaumstoff-Propfen verschlossen werden. Der Center ist mit einem soliden Single-Wiringterminal ausgestattet. 

Labor


In unserem Messlabor überzeugen die Lautsprechermodelle durch hervorragende Ergebnisse. Allen voran der Standlautsprecher Concept 40, der ab rund 55 Hertz mit vollem Pegel am Ball ist und sehr linear, mit leicht steigendem Pegel ab 2.000 Hz, den Frequenzbereich bis deutlich über 20.000 Hertz überstreicht. Das Abstrahlverhalten ist exzellent, mit nur minimalsten Pegelverlusten bei seitlicher Messung zum Lautsprecher – die 0- und 15-Grad-Kurven sind nahezu identisch. Auch das Klirrverhalten ist vorbildlich: Bei 95 dB Schalldruck liegen die k2- und k3-Klirrfaktorwerte sehr deutlich unter der 1-Prozent-Marke. Nur unter 200 Hertz steigen die Werte deutlich an, was allerdings im üblichen Rahmen für die vergleichsweise kleinen 125-mm-Chassis liegt. Zu guter Letzt zeigen die Concept 40 beim Ausschwingverhalten sehr deutlich, dass die Entwickler ihr Handwerk verstehen – es sind keinerlei Auffälligkeiten zu entdecken. Der Concept Centre beeindruckt kaum weniger und glänzt ebenfalls mit einem ausgewogenen Frequenzgang, niedrigen Verzerrungen und schnellem Abklingen. Die bei liegenden Centern häufig anzutreffenden Pegeleinbrüche abseits der Hautachse fallen beim Modell von Q Acoustics erfreulicherweise sehr gering aus. Die 0- und 15-Grad-Amplitudengänge unterscheiden sich nur marginal, erst unter 30 Grad betrachtet ist eine Absenkung zwischen einem bis 4,5-Kilohertz zu erkennen. 

In der Praxis


Mit einem AV-Receiver der 1.000-Euro-Klasse verbandelt, darf sich das QAcoustics-5.0-System in unserem großen Heimkino beweisen. Zuerst spielen die Concept 40 im Duett, ganz klassisch im Stereodreieck aufgestellt, mit etwa drei Meter Abstand zur Hörposition und nur minimal auf diese eingedreht. Sie verblüffen nach der obligatorischen Einspielphase mit einem sauberen, aufgeräumten und dennoch sehr lebendigen Klangbild, das es an Saft und Kraft nicht missen lässt. Die Basswiedergabe reicht tief hinab und gefällt durch die mühelos, federnde Gangart, die der ausgewogene Mittelhochtonbereich ebenfalls sein eigen nennt. Stimmen erklingen wie sie klingen müssen, frei von Verfärbungen und mit den nötigen Schmelz und Volumen. Im Mehrkanalsetup, unterstützt durch Concept 20 und den Concept Centre, behält das System seine Klangcharakteristik bei. Ohne Bruch knüpfen der Center und die Rearspeaker an die Standlautsprecher an, so dass sich ein wunderbar homogenes Klangbild mit prächtiger Atmosphäre in unserem Heimkino entfaltet. Mehrkanalmusik bereitet viel Freude durch präzises Timing, saubere Bässe und das exakte Positionieren der Akteure im Raum. Hier und da fehlt in unserem Referenz-Heimkino der letzte Kick im Tiefbass, doch ohne Subwoofer war das nicht anders zu erwarten. Liegen Blu-rays im Player, setzt das Concept-System seine gekonnte Spielweise fort. Die Bässe reichen tief hinab und bilden das nötige Fundament um es in kleineren Hörräumen ordentlich krachen zu lassen. In unserem großen Testraum ergänzen wir das System mit einem adäquaten Aktiv-Subwoofer um die dynamischen Fähigkeiten auszuloten. Befreit von den Frequenzen unterhalb 80 Hertz dreht das QAcoustics-5.0-System nochmals auf. Bis zu sehr hohen Pegeln spielt das Set sauber und präzise auf und begeistert durch seine Leichtfüßigkeit, die Musik und Film wunderbar lebendig wirken lassen. Filmeffekte werden räumlich exakt platziert, Stimmen sind jederzeit klar verständlich und anspruchsvolle, klangliche Details dröselt das Set mühelos auf.

Fazit

Q Acoustics hat mit der Concept-Modellreihe wahre Kracher im Portfolio. Die überaus eleganten Lautsprecher überzeugen durch einen sehr lebendigen Klang und verblüffen zudem mit einem profunden Bassvolumen, das man den schlanken Lautsprechern kaum zutraut. Musik und Film werden sehr detailliert reproduziert, die räumliche Abbildung und die Sprachverständlichkeit sind ebenfalls ganz vorzüglich. Das Prädikat „Klang-Tipp“ haben sie sich mühelos verdient.

Kategorie: Lautsprecher Surround

Produkt: Q Acoustics Concept 40-Set

Preis: um 2200 Euro


10/2016
4.5 von 5 Sternen

Spitzenklasse

Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Setpreis 2200 
Einzelpreis Front / Center 700/300 
Einzelpreis Rear 250 
Garantie 5 Jahre 
Vertrieb IDC, Klaassen 
Telefon 0231 9860285 
Internet www.idc-klaassen.com 
Ausstattung
Ausführung Hochglanz schwarz, weiß 
Frontlautsprecher: Concept 40 
Abmessung (B x H x T) 170/972/288 
Anschluss Di-Wiring 
Tiefton (in mm) 2 x 125 (Membrand. 110) 
Tief-/Mittelton (in mm) – 
Hochton (in mm) 1 x 25 
Bauart Bassreflex 
Rearlautsprecher: Concept 20 
Abmessungen (B x H x T) 170/265/282 
Anschluss Single-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 1 x 125 (Membrand. 110) 
Hochton (in mm) 1 x 25 
Bauart Bassreflex 
Centerlautsprecher: Concept Centre 
Abmessungen (in mm) (B x H x T) 430/150/198 
Anschluss Single-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 2 x 100 (Membrand. 90) 
Hochton (in mm) 1 x 25 
Bauart Bassreflex 
kurz und knapp:
+ sehr gute Verarbeitung 
+ ausgewogenes Klangbild 
- Nein 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
Testurteil überragend 
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Jochen Schmitt
Autor Jochen Schmitt
Kontakt E-Mail
Datum 21.10.2016, 09:55 Uhr
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Topthema: Aus der Mitte
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High-End-Lautsprecher - Cito Audio DBC-8K

Als der Cito Audio Chef Detlef Bosse beim Besuch im Brieden Verlag davon sprach, dass er es nach 30 Jahren nun endlich geschafft habe, einen stimmigen „Compound“-Lautsprecher zu bauen, runzelte ich die Stirn, weil ich nicht recht wusste, was er damit meinte.

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