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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Harbeth Compact 7ES-3 Anniversary


Jubiläums-Dauerbrenner

Lautsprecher Stereo Harbeth Compact 7ES-3 Anniversary im Test, Bild 1
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Woran liegt es eigentlich, dass uns viele englische Lautsprecher derart faszinieren? Und wie kommt es, dass die Produktzyklen bei diesen Lautsprechern häufig so lang sind?

Ich bin bekennender Freund englischer Lautsprecher und höre meist mit einer klassischen Rogers LS3/5a (15 Ohm). Diese kleine Schuhschachtel kann echte klangliche Wunder bewirken und ist eng mit der Firma Harbeth verknüpft, deren Gründer „Dudley“ Harwood leitender BBC-Ingenieur bei der Entwicklung dieses legendären Monitors war. Später baute er bei Harbeth die LS3/5a für die BBC in Lizenz, und noch heute ist sie mit der P3ESR in modernisierter Version im Programm. Aber auch die eine Nummer größere Harbeth Compact 7ES-3 hat eine lange und besondere Geschichte. Als „HL Compact“ erblickte sie bereits 1987 das Licht der Audiowelt und war der erste Lautsprecher, den Firmenchef Alan Shaw selbst und alleine designte. Umgehend gewann er damit in Japan einen Preis für den Lautsprecher des Jahres. Acht Jahre später wurde aus ihr die „C7“, mit deren Hilfe als Technologieträger Harbeth ihre neuen Tiefmitteltontreiber mit Radial- Membran vorgestellte. Radial, das inzwischen Radial 2 heißt, ist ein geheim gehaltenes Membranmaterial, das die damals üblichen Lautsprecherkonusse aus Bextren ersetzte. Dieser Kunststoff aus Zellulose, mechanisch stabil und steifer als klassische Papiermembranen, neigte zu ausgeprägten Partialschwingungen, weswegen sie speziell beschichtet bzw. bedämpft werden mussten. Deshalb hat Alan Shaw, dessen besonderes Steckenpferd die Materialforschung ist, Bextren durch Radial ersetzt, für dessen Entwicklung er unter anderem ein Forschungsstipendium des britischen Staats erhielt. Allerdings war die Herstellung der speziellen Radial-Polymermischung, die zugleich steif und gut bedämpft sein sollte, nicht einfach. Erst einmal mussten die unterschiedlichen Polymere laut Shaw voneinander isoliert werden, damit sie sich nicht aufheizen und die Musiksignale dadurch im übertragenen Sinne „verdampfen“.

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Dafür nutzt Harbeth eine spezielle, geheim gehaltene Zutat, die das gewünschte Ergebnis und diese charakteristisch dunkel leuchtenden Membranen ermöglicht. Das Vakuumformen, in den 90er-Jahren noch der Industriestandard bei der Membranproduktion, kam für Radial nicht in Frage. Mit der dafür verwendeten Spritzgusstechnik hatte Harbeth jedoch null Erfahrung, frühere Treiber wurden einfach zugekauft. Aber natürlich überwand man alle Schwierigkeiten und verfügt seither über ein proprietäres Material, das ein besonders natürliches, neutrales und gleichzeitig lebhaftes Klangbild ermöglichen soll. Schneller Vorlauf ins Jahr 2017. Harbeth feiert seinen 40. Geburtstag und überarbeitet aus diesem Anlass die meisten ihrer Lautsprecher. Letztes Modell dieser „Anniversary-Serie“ war dann vor ziemlich genau einem Jahr die Compact 7ES-3. Sie bekam wie die anderen neben den neuesten WBT-Anschlussterminals in England hergestellten Filmfolienkondensatoren für die Weiche und einer Innenverkabelung aus hochreinem Kupfer auch eine deutlich überarbeitete Frequenzweiche. Technisch entwickelt Shaw selbst alle Harbeth-Weichen, zwischendurch gibt es natürlich immer wieder ausgedehnte Hörsessions mit ausgewählten Teilnehmern. Sein Designziel, das er immer wieder erreicht, ist eine bruchlose Integration der Treiber mit dem Gehäuse sowie eine freundliche Last für schier jeden denkbaren Verstärker. Getrennt werden die beiden Chassis der Compact 7ES-3 Anniversary bei 3,8 kHz. Der gesamte Lautsprecher wird übrigens bei Harbeth in Großbritannien zusammengebaut, wobei der Tiefmitteltöner wie schon erwähnt aus der Eigenfertigung stammt, der Hochtöner zugekauft wird. Ich hatte ja die Frage aufgeworfen, worin die Faszination englischer Lautsprecher liegt, für die Harbeth ja fast prototypisch steht. Das klassische englische Lautsprecherdesign jedenfalls ist schnell erklärt: es werden dünnwandige Gehäuse verwendet, die zur Energievernichtung bzw. Umlenkung von Resonanzen in weniger störende Bereiche gezielt meist mit Bitumen bedämpft werden. Im Fall der Harbeth sind die Gehäusewände nur zwischen 9 und 15 mm dünn. Das ist natürlich eine völlig andere Philosophie als die international standardisierten, dickwandigen und tendenziell schweren MDF-Gehäuse, deren Nachteil es sein kann, dass sie Energien speichern, die dem Musiksignal dann unkontrolliert wieder hinzugefügt werden. Die Engländer setzen auf speicherarme Gehäusewände und auf gezieltes Verschieben von Energien und Resonanzen in Bereiche, die salopp gesagt den Musikgenuss nicht stören. Hinzu kommen Tiefmitteltöner aus unterschiedlichen Kunststoffgemischen, die mit einer guten Hochtonkalotte gepaart werden und in den allermeisten Fällen für extrem langzeittaugliches Musikhören sorgen. Und genau mit so einem Lautsprecher haben wir es bei der Compact 7ES-3 zu tun. Diese mittelgroße Zwei-Wege-Box braucht nur einen guten, stabilen Ständer, um auf Ohrhöhe spielen zu können. Die feinen WBT-Anschlüsse sind für Single-Wiring ausgelegt, was ich persönlich sehr schätze. Bi-Wiring scheint mir vor allem für Kabelhersteller nützlich zu sein, klangliche Vorteile konnte ich noch nie heraushören. Ein Vergleich zum Original oder zumindest zum Serienmodell wäre interessant gewesen, aber das hatten wir nicht zur Hand. Man kann es deshalb schon gemein finden, die kompakte Harbeth mit der größten Spendor Classic 200 zu vergleichen. Aber wenn sie denn schon einmal nebeneinanderstehen, siegt das Interesse und es lässt sich auf Anhieb ihre prinzipielle Verwandtschaft erkennen. Und es ist spannend festzustellen, wie zufrieden man mit diesem Lautsprecher, bei allen Unterschieden zur größten Spendor, Musik hören kann. Eine der größten Stärken der 7ES-3 Anniversary ist es ohnehin, sich vollkommen vergessen zu machen, sobald man sie auf passenden Ständern aufgebaut hat. Sie ist einfach da, wie die Sonne und der Mond, das Lachen eines Kindes und der Kuss einer Frau. Sie macht Musik, besser noch, bringt Musik zum Leben. Und genau das fasziniert uns an „diesen englischen Lautsprechern“, wofür die Harbeth Compact 7ES-3 Anniversary als perfektes Beispiel dienen kann. Dass diese Schallwandler so lange Produktzyklen haben, lässt sich dann auch leicht nachvollziehen: Sie sind auf ihre Art von Anfang an so gut gebaut, dass sie zu verbessern einfach sehr, sehr lange dauert. Und genau so will es Harbeth haben, auch wenn das dem sonst üblichen, längst pervertierten Wachstumsgedanken widerspricht: Der Kunde soll ein Leben lang Freude an seinen Lautsprechern haben. Ich glaube Alan Shaw, wenn er sagt, dass die Compact 7ES-3 Anniversary einer seiner Lieblingslautsprecher ist. Und dass sie im Harbeth-Portfolio eine Art „Sweet Spot“ in Sachen Preis-Leistung und Fähigkeiten versus Größe einnimmt. Bestechend sind ihr natürlicher Klang und die Selbstverständlichkeit, mit der sie Musik in den Raum stellen. Dabei sind auch ihre dynamischen Fähigkeiten wirklich erstaunlich, wie ich bei einem meiner Lieblingsalben des letzten Jahrzehnts – „Everyday Robot“ von Damon Albarn – nachhören kann. Gerade das so wichtige An- und Absetzen von Tönen, das Ein- und Ausschwingen ist eine ihrer ganz großen Stärken. „Kind of Blue“ macht mit ihr auch nach dem vielleicht 250. Hören richtig Spaß, und wenn ich mal „Yellow Submarine“ richtig laut höre und mitsinge, dann soll das etwas heißen. So richtig viel mehr Lautsprecher braucht eigentlich kein Mensch, denn die Compact 7ES-3 Anniversary ist gewissermaßen ein Monitor mit Eiern, der neutral und ausgewogen klingt, trotzdem Spaß macht und auch in der Ansteuerung sehr unkompliziert ist.

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Fazit

Großartiger Klassiker von Harbeth, in der Jubiläumsversion so gut wie nie zuvor. Für viele Musikliebhaber könnte das der letzte Lautsprecher sein, den sie sich kaufen: Get one while you can.

Preis: um 3900 Euro

Harbeth Compact 7ES-3 Anniversary


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Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 3.900 Euro 
Vertrieb Input Audio, Gettorf 
Telefon 04346 600601 
Internet www.inputaudio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 273/520/315 mm 
Gewicht (in Kg) 13,6 kg 
Ausführungen japanische Tamo Esche 
Fazit Großartiger Klassiker von Harbeth, in der Jubiläumsversion so gut wie nie zuvor. Für viele Musikliebhaber könnte das der letzte Lautsprecher sein, den sie sich kaufen: Get one while you can. 

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Die neue "LP" ist da!
Und wie üblich haben wir einen genauen Blick auf neue Dinge geworfen, mit denen der Analogfan das Erlebnis Schallplatte zu etwas Besonderem machen kann. Wir hätten unter Anderem drei potente Phonovorstufen in verschiedenen Preisklassen im Angebot, zwei sehr besondere Lautsprecher und einen feinen, erfreulich bezahlbaren Plattenspieler aus Italien. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!
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Es geht wieder in Richtung Herbst und Winter - wegen der doch eingeschränkten Möglichkeiten, sich draußen zu betätigen, die Hauptsaison der gemütlichen Musik- und Filmabende in den eigenen vier Wänden.
A propos Wände: In dieser Ausgabe finden Sie eine Reportage über die Zukunft des Lautsprechers als Begleiter des täglichen Lebens, nämlich unsichtbar in der Wand eingelassen, versteckt hinter der Tapete oder sogar Putz!
Aber auch die klassischen Hifi-Themen kommen nicht zu kurz: So haben wir die PS-Audio-Stellar M1200 Endstufen getestet, mit deren Leistung von über 1000 Watt pro Kanal dynamisch keine Wünsche mehr offen bleiben.
Viel Spaß beim Lesen!
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
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