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Kategorie: Lautsprecher Surround

Einzeltest: Jamo S 809 HCS/S 810 Sub/S 8 ATM


Sound & Style

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Dolby Atmos ist in aller Munde, immer mehr Heimkinofans rüsten ihre Kinos mit Deckenlautsprechern aus. Leider sind die bezahlbaren Atmos-Sets eher rar, daher freut es uns, dass Jamo jetzt ein komplettes Set für deutlich unter 2.000 Euro im Programm hat. Und gut aussehen tut es auch noch.

Wer wirklich das letzte Quäntchen Raumklang aus seinem Kino kitzeln will, ist mit einem nach Dolby Atmos aufgebauten Lautsprecherensemble gut beraten. Der Clou bei Atmos sind die zusätzlichen Deckenlautsprecher, die für einen optimalen 3D-Sound sorgen sollen. Doch nicht jeder hat Lust, ein paar Lautsprecher an der Zimmerdecke anzubringen und zu verkabeln. Doch dafür hat die findige Industrie mittlerweile eine Lösung, bei der die Atmos-Lautsprecher auf den Hauptlautsprechern platziert werden und indirekt abstrahlen. Das funktioniert wie bei Projektions-Lautsprechern oder Soundprojektoren, indem der Schall der Atmos-Kanäle an die Decke abgestrahlt wird, von wo aus er zum Zuhörer reflektiert wird und so den Eindruck erweckt, als komme er von oben. Voraussetzung ist eine zielgerichtete, gebündelte Abstrahlung (und natürlich eine harte Decke nebst passender Raumgeometrie). Unser Testkandidat von Jamo besteht aus drei Komponenten, nämlich dem 5.0-System S 809 HCS, dem Subwoofer S 810 Sub und einem Pärchen Atmos-Lautsprecher S 8 Atm. Alles zusammen wird für 1.600 Euro angeboten, ohne die Atmos-Lautsprecher lässt sich natürlich ein noch einmal 250 Euro günstigeres 5.1-Set aufbauen. Alle Komponenten entstammen der Studio-8- Serie des dänischen Spezialisten Jamo und sind damit in der Mitte des Lieferprogramms angesiedelt. Die Studio-8-Serie gefällt erst einmal durch ihr gelungenes Design.

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Alle Lautsprecher sind mattschwarz foliert, was ihnen ein dezentes Äußeres verleiht. Als Blickfang dienen die Waveguides der Hochtöner, die in Furnieroptik foliert sind. Ebenfalls in Holzfurnier kommen die Standplatten und Füße daher. So machen die Studio-8-Speaker durchaus was her. Mit den magnetisch haftenden Bespannungen aus grobem Stoff ergibt sich eine Retrooptik. Der Clou sind die trapezförmigen Querschnitte der Gehäuse, die bewirken, dass das Studio-8-Set überhaupt nicht nach Lautsprecherkisten aussieht. Jamo hat seinem Set also einiges an Aufwand angedeihen lassen, und auch die Verarbeitung im Detail darf als gelungen bezeichnet werden. Die Folierung ist sehr sauber ausgeführt und die Gehäuse generell solide aufgebaut. Sehr schön gemacht sind die bündig mit der Schallwand abschließenden Waveguides der Hochtöner, genauso wie die ebenfalls sauber in die Schallwand eingelassenen Tiefmitteltöner. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ergibt auch akustisch Sinn, da störende Kantenreflexionen vermieden werden.

Front und Atmos

Die Frontlautsprecher S 809 sind ausgewachsene Standboxen von gut einem Meter Höhe. Stabile Standfüße sorgen für einen sicheren Stand der sehr schlank gehaltenen Säulen. Die Bestückung gerät mit einer 25-mm- Gewebekalotte und gleich drei 13er-Tiefmitteltönern reichlich. Wer es etwas kleiner mag, kann zu den S 807 mit zwei Tiefmitteltönern greifen, die Jamo ebenfalls als Set anbietet. Die Atmos-Lautsprecher passen genau auf die Deckel der Frontlautsprecher, Befestigung und Anschluss hat Jamo höchst elegant gelöst. Die Atmos-Speaker sitzen mit elektrisch leitenden Standfüßchen in entsprechenden Buchsen in den Deckeln der Hauptlautsprecher, so können sie nicht verrutschen und sind gleichzeitig angeschlossen. Dazu haben die Frontlautsprecher zwei Anschlussdosen auf der Rückseite, von denen die untere die Front ansteuert, während die obere das Atmos-Signal zu den Buchsen im Deckel weiterführt. Eine saubere Lösung, die Kabelsalat vermeidet und – wieder mal – gut aussieht. Die Atmos-Lautsprecher müssen wie erwähnt ihren Schall zielgerichtet an die Decke strahlen, daher ist die Schallwand ca. im 30°-Winkel nach oben ausgerichtet. Ein einzelner 10-cm-Breitbandlautsprecher übernimmt die Schallabstrahlung, was ebenso sparsam wie sinnvoll ist.

Denn die Abstrahlung soll ja gerichtet (keulenförmig) erfolgen und ein Breitbänder bündelt den Schall deutlich stärker als ein Hochtöner. Letzterer wird unter anderem wegen des Rundstahlverhaltens eingesetzt, was hier kontraproduktiv wäre. Damit der 10er auch fit für hohe Frequenzen ist, verbaut Jamo nicht einfach einen der Tiefmitteltöner aus Rear oder Center, sondern setzt einen echten Spezialisten ein. Besonderes Kennzeichen des Atmos-Treibers ist die direkt auf dem Schwingspulenträger sitzende Kalotte in der Membranmitte – ein bewährter Trick zur Erweiterung des Höhenspektrums von Konuslautsprechern.

Center und Rear

Center- und Rearlautsprecher sind klassische Geschwister, denn sie weisen eine identische Bestückung auf. Die Hochtöner sind natürlich über die gesamte Studio-8-Serie die gleichen und bei den Tiefmitteltönern handelt es sich ebenfalls um analog aufgebaute Chassis. Sie bauen auf soliden Blechkörben auf, arbeiten mit 25-mm-Schwingspulen und strahlen über Konusmembranen aus faserverstärktem Kunststoff ab. Im Gegensatz zu den Frontlautsprechern mit Tiefmitteltönern der 13-cm-Klasse sind in Center und Rear 10-cm-Chassis verbaut. Die Rears sind klassische Regallautsprecher mit ebenfalls keilförmigen Gehäusen. Aus Platzgründen liegen die Bassreflexöffnungen auf der Gehäuserückseite. Auch der Center hat natürlich ein Trapezgehäuse bekommen, das wie immer liegend ausgeführt ist. Damit er horizontal abstrahlt, steht das Gehäuse vorne auf kleinen Füßchen, die natürlich im Furnierdesign passend zur Serie ausgeführt sind.

Subwoofer

Der Subwoofer S 810 Sub unseres Sets ist nicht Bestandteil des 5.1-Setups, sondern kommt als Einzelposten dazu. Das MDF-Gehäuse ist ebenfalls foliert und passend zur Serie gestaltet. Die ungewöhnlich flachen Proportionen mit der großzügigen Schallwand, jedoch nur wenig Tiefe ergeben gerade mit der Bespannung den passenden Retro-Look. Doch das flache Gehäuse kann auch clever sein, wenn der Sub auf den Rücken gelegt unter einem entsprechenden Möbelstück verschwindet. Bestückt ist der S 810 mit einem Zehnzolltreiber, der, wie die kleineren Konustöner über eine Kunststoffmembran mit Faserfüllung verfügt. Die weiteren lebenswichtigen Organe des Subwoofers verstecken sich unauffällig im Gehäuseboden. Hier finden wir die Bassreflexöffnung und das Bedienpanel des Verstärkermoduls. Zu bedienen gibt es neben der Empfindlichkeit auch die Trennfrequenz des Tiefpassfilters, so dass sich je nach Geschmack der Frequenzumfang des LFE-Signals zusätzlich beschneiden lässt. Der Verstärker selbst gehört zu moderneren Sorte. Wir haben es mit einer Class-D-Endstufe zu tun, die einerseits sehr kompakt baut und andererseits dank hoher Effizienz ohne äußere Kühlkörper auskommt.

Labor

Gleich zu Beginn kann man sagen, dass sich die Jamo-Komponenten sehr ordentlich im Labordurchgang schlagen. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um ein sehr günstiges Set handelt, immerhin bekommt man acht Lautsprecher für 1.600 Euro. Da sollte man kein High End erwarten, doch Jamo zeigt, dass man auch für bezahlbare Preise sorgfältig entwickelte Komponenten erwarten kann. Leichte Abstriche muss man bei der Verstärkerleistung des Subwoofers machen. Der ist mit 75 Watt Dauerleistung angegeben, was erst einmal keine Erdbeben im Wohnzimmer erwarten lässt. Die Abstimmung des Reflexsystems liegt bei gut 30 Hz, was für den Hausgebrauch tief genug ist. Die Frequenzgänge der Frontlautsprecher liegen absolut im grünen Bereich. Eine breite Senke dämpft den kritischen Bereich um 1,5 kHz sanft ab, so dass die Abstimmung auf der angenehmen Seite liegt. Auch bei den Verzerrungen geben sich die Fronts keine Blöße, das Ausschwingen ist sogar vorbildlich kurz mit nur ganz schwach ausgeprägten Nachschwingern. Auch über die Rears und die Atmos-Speaker lässt sich nur Gutes sagen, alle Messungen liegen im grünen Bereich.


Soundcheck

Gemäß ihrer ausgewachsenen Größe vermuten wir richtig, dass sich die Frontlautsprecher auch gut im Stereobetrieb machen. Auch ohne Subwoofer liefern sie ein Bassfundament, das steht wie eine Wand. Obenrum geht es spritzig zu, so dass nie Langeweile aufkommt. Mit einer Räumlichkeit, die auch in der Tiefe eine größzügige Ausdehnung aufweist, lässt es sich ebenfalls gut leben. Der Stimmenbereich wird durchaus angenehm wiedergegeben, wenn auch etwas verhalten. Das kann man gut finden, auch wenn‘s vielleicht ein wenig geschummelt ist. Doch im Kinobetrieb verstummt jede Kritik an der Tonalität des Jamo-Sets. Hier gibt es super verständliche Dialoge und eine Abstimmung, die einfach Spaß macht. Auch bei leiseren Tönen hat man nie das Gefühl, etwas zu verpassen. Und wenn es mal krachen muss, kracht’s auch schön dynamisch. Sogar der Subwoofer macht eine gute Figur und hält erstaunlich gut mit. Überhaupt gibts an der Anpassung und beim Einfügen in den Gesamtsound keine Kritik. Ganz abgrundtiefes Rumpeln kommt ordentlich rüber und macht durchaus Laune, hier zeigt erst der Vergleich mit einem deutlich teureren Woofer, dass da noch mehr geht. Sehr gut gefallen hat die Wiedergabe von Effekten aus der Weite des Raumes, die allesamt spannend und knackig reproduziert werden.

Fazit

Insgesamt sehen wir beim Jamo-Studio-8-Set ganz viel Licht und nur wenig Schatten. Wenn man bedenkt, wie preisgünstig man hier an ein vollwertiges Atmos-Set kommt, erscheint die Performance sogar auf einem exzellenten Niveau. Jamo stellt hier ein Set hin, das prima spielt und einfach Spaß macht – ein toller Einstieg in die Atmos-Welt.

Preis: um 1600 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
Jamo S 809 HCS/S 810 Sub/S 8 ATM

Oberklasse

4.5 von 5 Sternen

-

 
Bewertung 
Klang 70% :
Dynamik/Lebendigkeit 15%

Tiefbasseigenschaften 15%

Tonale Ausgewogenheit 10%

Detailauflösung 10%

Zusammenspiel 10%

Hörzone Center 10%

Labor 15% :
Frequenzgang 5%

Verzerrungen 5%

Pegelfestigkeit 5%

Praxis 15% :
Verarbeitung 5%

Ausstattung 5%

Bedienungsanleitung 5%

Ausstattung & technische Daten 
Setpreise um 1.600 Euro 
Einzelpreise 5.0-Set um 1.000 Euro 
Einzelpreise Subwoofer (in Euro) 350 
Einzelpreise Atmos-Lautsprecher (in Euro) 250 Euro 
Vertrieb Osiris Audio, Wiesbaden 
Telefon 06122 727600 
Internet www.osirisaudio.de 
Garantie 5 Jahre Lautsprecher / 2 Jahre Subwoofer 
Ausstattung
Ausführung Folie matt Esche / Schwarz 
Subwoofer: S 810 Sub 
Abmessungen (B x H x T) 404/507/226 
Gewicht in Kg 12.4 
Leistung (max.) laut Hersteller in Watt 75 Watt 
Membrandurchmesser (in mm) 1 x 250 / 210 mm 
Bauart Bassreflex 
Prinzip Frontfire 
Pegel Regler 
Trennfrequenz Regler 40 – 150 Hz 
Phasen Schalter 0 / 180° 
Hochpegel Eingang / Ausgang – / – 
Niederpegel Eingang / Ausgang LFE / – 
Frontlautsprecher: S 809 
Abmessung (B x H x T) 191/1045/242 
Gewicht (in Kg) 13.4 
Anschluss Singe-Wiring 
Tieftöner (Nenndurchm./Membrandurchm. in mm) 3 x 130 / 104 mm 
Mitteltöner (Nenndurchm./Membrandurchm. in mm) Nein 
Hochton (Membrandurchmesser in mm) 1 x 25-mm-Gewebekalotte 
Bauart Bassreflex 
Rearlautsprecher: S 801 
Abmessungen (B x H x T) 156/285/163 
Gewicht (in Kg) 2.8 
Anschluss Single-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 1 x 100 / 80 mm 
Hochton (in mm) 1 x 25-mm-Gewebekalotte 
Bauart Bassreflex 
Centerlautsprecher: S 81 Cen 
Abmessungen (in mm) (B x H x T) 435/184/220 
Gewicht (in Kg) 5.3 
Anschluss Single-Wiring 
Tief-/Mittelton (in mm) 3 x 130 / 104 mm 
Hochton (in mm) 1 x 25-mm-Gewebekalotte 
Bauart Bassreflex 
Dolby Atmos Speaker: S 8 Atm 
Abmessungen (B x H x T) 191/180/163 
Gewicht 2.6 
Anschluss über Frontlautsprecher 
Breitbänder (Nennduchm./Membrandurchm.) 1 x 100 / 85 mm 
Bauart geschlossen 
Kurz und knapp
+ ansprechender Sound 
+ sehr gutes Zusammenspiel 
+ sehr preiswert 
Preis/Leistung sehr gut 
Klasse: Oberklasse 
Testurteil: überragend 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 17.06.2018, 09:55 Uhr
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