Kategorie: Mobile sonstiges

Einzeltest: Astell&Kern AK120


Alles doppelt

Mobile sonstiges Astell&Kern AK120 im Test, Bild 1
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Vor ein paar Monaten hatten wir es mit dem highendigen portablen Player AK100 von Astell&Kern zu tun. Das war schon feist, das weiß ich noch gut. Jetzt gibt es einen zweiten Player unter diesem Markennamen, der mal eben schlanke 600 Euro mehr kostet und anscheinend die mobile HiFi-Welt erobern möchte.

Peripherie:

 Kopfhörer: PSB M4U, ADL Furutech A118, Fischer Audio FA3E

  
Astell&Kern ist weniger eine ganz neue High-End-Firma, die im Zuge des Wandels im HiFi-Bereich entstand, sondern vielmehr das Pseudonym für die High-End-Sparte des koreanischen Herstellers iRiver. Und die sind erfahren, die wissen ganz genau, wie man ordentliche Portis baut. Das konnte ich vor ein paar Monaten ja schon berichten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das größere Modell gar nicht mal so sehr vom AK100. Ein ganz kleines bisschen größer und schwerer ist er geworden, und der Lautstärkeregler ist nun von zwei Metallrampen eingefasst und so besser geschützt, ansonsten bleibt die sehr dezente Optik mit schwarz gebürsteten Alu-Blenden, hochglanzschwarzem Rücken und dem berührungsempfindlichen Display.

Mobile sonstiges Astell&Kern AK120 im Test, Bild 2Mobile sonstiges Astell&Kern AK120 im Test, Bild 3Mobile sonstiges Astell&Kern AK120 im Test, Bild 4Mobile sonstiges Astell&Kern AK120 im Test, Bild 5
Die Menüs sehen etwas moderner aus als noch in der Ur-Version (kann man sich per Software-Update aber auch auf den AK100 laden), außerdem liegt neben den Schutzfolien nun auch eine hübsche, saugend passende Lederhülle bei. Die Musik schiebt man am einfachsten direkt per USB vom Computer auf den internen Speicher. PC- und Mac-Nutzer schieben die Inhalte ganz unbürokratisch per Drag&Drop auf den als Wechseldatenträger erscheinenden Player. Nach dem Start scant er den Speicher und legt seine Bibliothek an, damit man sich schön sauber getrennt nach Interpreten, Alben oder Genres geordnet durch die Sammlung tippen kann. Die Navigation auf dem IPS-Touchpanel mit 2,4 Zentimetern Bilddiagonale geht ganz einwandfrei, wer sich an die Spezifikationen hält, bekommt auch schöne Coverbilderchen dargestellt. Ein Genuss ist wieder das Einstellen der Lautstärke, denn der Drehknopf mit seinen 150 Stufen lässt feinste Abstufungen zu und lässt sich dank der geriffelten Oberfläche schön anfassen. Der einwandfreie Equalizer ist auch wieder dabei. Ich bin zwar einer, der von EQs meist die Finger lässt, doch machmal hilft‘s halt in Härtefällen schon, und da kann ich nur sagen: So wie der hier umgesetzt wurde, macht’s sogar Spaß! Man kann sich seine Zielkurve in den 5-Band-EQ förmlich reinmalen, die Werte später noch fein justieren. Das geht richtig gut, war und ist aber beim ungefähr halb so teuren AK100 auch schon in ähnlicher Form so gewesen. Was berechtigt den Aufpreis? Der größere interne Speicher auf jeden Fall nur in Maßen. Wichtiger wird vielen Kunden sein, dass ein paar Wünsche umgesetzt wurden. Daran hat man bei iRiver natürlich gedacht und nun zum einen den Ausgangswiderstand des AK120 auf 3 Ohm geschoben, damit die Einflüsse der Ausgangsimpedanz auf den Klang geringer ausfallen. 32-Öhmer sind somit jetzt kein Problem mehr, alles darüber ging ja auch schon vorher einwandfrei. Und noch was Wichtiges für alle, die gern Konzerte am Stück und ohne Denkpausen zwischen den einzelnen Liedern hören möchten: Gapless-Wiedergabe ist jetzt möglich. Das wird sicher ein ganz großes Pro-Argument für ihn sein. Gerade für Klassik-Liebhaber. Weitere Updates betreffen ebenfalls seine klanglichen Eigenschaften. So hat er jetzt gleich zwei vollwertige HiFi-DACS verbaut. Von Wolfson stammt der 8740-Wandler, der in sehr gut beleumundeten, stationären HiFi-Abspielern zum Einsatz kommt und mit dem AK120 nun auch mobil zeigen kann, was er draufhat. Und der AK100 hat uns ja bereits gelehrt, was dieser Chip kann, jetzt kann man dank doppelter Ausführung auf einen ordentlichen Performance-Sprung bauen. Zwei Chips haben nämlich entscheidende Vorteile bei Rauschabstand und Übersprechen, sie verzerren das Signal noch weniger. Richtig und nett finde ich die ebenfalls neu hinzugekommene USB-DAC-Funktion. Es ist mir unterwegs schon ein paar Mal so gegangen, dass ich ein Album hören wollte, das sich natürlich nicht auf meinem Mobiltelefon, wohl aber in verlustfreier Form auf meinem Laptop befand. Der AK120-Besitzer hat nun die Möglichkeit, die Musik über den koreanischen Super-Player per USB-Audiostreaming direkt vom Computer wiederzugeben und die klanglichen Vorzüge beizubehalten. Dazu bezieht er bis 192 kHz seine Daten völlig von einem PC oder Mac. Das ist schon absolut nennenswert und zeigt, dass iRiver an jedes Detail gedacht hat. Außerdem wurde er ja dafür gebaut, Musik vom internen Speicher abszuspielen. Und da trumpft er auf. Insgesamt kann man die Kapazität auf 192 GB aufblasen. 64 sind schon drin, zwei Mini-SD-Kartenslots nehmen nochmal je 64 GB auf. Das reicht für unterwegs aber dreimal, selbst wenn man fleißig Hires-Dateien draufkopiert. Die werden ja bis 192 kHz unterstützt (44,1, 48, 88,2, 96 und 176,4 kHz werden nativ verarbeitet) und noch ein weiteres Schmankerl wurde jetzt umgesetzt: Mit der aktuellen Firmware- Version 2.01 ist der AK120 jetzt im modernen und gerade ganz stark in Mode kommenden DSD-Zeitalter angekommen und erlaubt nun die Wiedergabe von DSD-Dateien bis DSD64, also 1-Bit-Files mit 2,8 MHz Samplingrate. Nativ in den DAC rein geht‘s nicht, dazu hätte man den Wolfson 8741 nehmen müssen, doch abspielbar sind die SACD-Files jetzt problemlos. Und ich hab‘s ja schon oft gesagt: Warten wir mal ab, wie sich das mit der Verbreitung von Dateien in diesem Format entwickelt. Stand der Dinge ist, dass man zwei Dutzend Alben in DSD legal in Deutschland beziehen kann, das könnte aber noch mehr werden. Und dann ist man als AK120-Besitzer sicher froh, dass man gerüstet ist, ohne konvertieren zu müssen. Unter Umständen muss man durch die doch recht hohe geforderte Rechenleistung, die der TCC9201- Prozessor verdauen muss, etwas kürzere Akkulaufzeiten hinnehmen, doch das hält sich im Rahmen. Der Akku hält so oder so ungefähr 12 bis 14 Stunden, was lang genug für einen Flug und den Aufenthalt am Flughafen ist. 

Klang


Wenn man das Ding auf den Ohren hat, weiß man wieder, woher er kommt. Das ist wieder der reine, klare, fein auflösende Klang, den schon der AK100 bieten konnte – nur eben noch kräftiger, etwas feinfühliger und obenrum etwas bedachter vorgehend. War sein Vorgänger schon ein absoluter Top-Treff er so schießt der AK120 an ihm souverän vorbei. Er zeigt absolute Souveränität an eigentlich jeder Kopfhörerimpedanz und gibt einem beim Hören tatsächlich das Gefühl, echtes HiFi zu hören und nicht, wie andere es tun, Musik so ähnlich klingen zu lassen, wie man es kennt. Das hier ist echt, dynamisch und musikalisch. Astell&Kern hat’s geschafft, den schon extrem guten AK100 zu überholen und nochmal jede Kategorie, seien es Messwerte, Haptik oder natürlich auch Klang, noch mals zu verbessern. Der AL120 ist damit ganz oben. Und da wird er wohl auch bleiben.

Fazit

Der Astell&Kern AK120 steht ohne Zweifel an der Spitze der portablen Audioplayer. Und mit dem letzten Firmware-Update, das DSD-Wiedergabe ermöglicht, ist er sogar noch zukunftssicherer geworden.

Preis: um 1300 Euro

Mobile sonstiges

Astell&Kern AK120


10/2013 - Christian Rechenbach

 
Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Portabler Audioplayer 
Vertrieb Robert Ross Audiophile Produkte, Denkendorf 
Telefon 08466 905030 
Internet www.robertross.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 60/89/15 
Eingänge: 1 x Mini-USB (adaptiv, bis 48 kHz, 24 Bit) / 1 x S/PDIF Toslink Klinke / 2 x Mini-SD 
Ausgänge: 1 x 3,5er-Klinke 
Speicherkapazität: 64 GB (bis 192 GB erweiterbar) 
Besonderes DSD-Wiedergabe, Ledertasche 
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Autor Christian Rechenbach
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Datum 29.10.2013, 11:14 Uhr
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